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Pamphlet und Thriller: »Der neunte Arm des Oktopus« von Dirk Roßmann

Als Coverboy wirbt Roßmann auch in der eigenen Kundenzeitschrift »centaur« für das Buch von Rossmann
Als Coverboy wirbt Roßmann auch in der eigenen Kundenzeitschrift »centaur« für das Buch von ROSSMANN

Drogeriemarkt-Milliardär Dirk Roßmann hievt sein Buch »Der neunte Arm des Oktopus« nicht zuletzt mit massivem Werbe- und Medieneinsatz auf die Bestsellerliste. Selbst Literaturkritiker nähern sich dem Autor und seinem Thriller behutsam. Was ist da los?

Podcast zum Nachlesen: »Alle sind so ernst geworden« von Martin Suter und Benjamin von Stuckrad-Barre

Alle sind so ernst geworden von Martin Suter und Benjamin von Stuckrad-Barre

Noch vor Weihnachten erschien »Alle sind so ernst geworden«. Geschrieben Gesprochen von Martin Suter und Benjamin von Stuckrad-Barre. Übersetzt Transkribiert von Stefanie Saier. Die beiden Autoren smalltalken miteinander. Das Ergebnis ist ein Podcast in Buchform.

Die besten Wünsche für 2021 mit unserem Jahresrückblick 2020!

Jahresrückblick 2020 (Fotos: Wikipedia, Rowohlt, ORF, Holger Much, Hanser Berlin)
Jahresrückblick 2020 (Fotos: Wikipedia, Rowohlt, ORF, Holger Much, Hanser Berlin)

Das Team des literaturcafe.de wünscht Ihnen ein gutes, gesundes, glückliches und friedvolles Jahr 2021. Lesen Sie unseren traditionellen persönlichen literarischen Jahresrückblick auf 2020.

Total alles: Reisen Sie bilderbuchmäßig in den Schwarzwald

Das literaturcafe.de ist dem Schwarzwald sehr verbunden. Hier hat die Redaktion ihren Sitz, hier ist unser Lieblingsort für Seminare und hier sind wir oft an sagenhaften Orten unterwegs. Doch Reisen ist gerade schwierig. »Total alles über den Schwarzwald« können Sie daher aus einem ganz besonderen Buch erfahren, um sich zumindest schon mal virtuell in den Süden Deutschlands zu begeben.

Bachmannpreis wird weiblicher: Insa Wilke übernimmt Jury-Vorsitz 2021

Insa Wilke (Foto: Screenshot/ORF)
Insa Wilke (Foto: Screenshot/ORF)

Insa Wilke wird im kommenden Jahr 2021 die Jury-Vorsitzende beim Bachmannpreis. Sie übernimmt das Amt vom ausscheidenden Hubert Winkels. Mara Delius, Leiterin der Literarischen Welt, und die Autorin Vea Kaiser sind neu dabei. Nora Gomringer gehört nicht mehr der Jury an. Ob der Literaturwettbewerb 2021 wieder vor Ort in Klagenfurt oder erneut digital stattfinden wird, ist ungewiss.

»Der kleine Lord« von Frances Hodgson Burnett als ungekürzte Lesung in fünf Teilen

Der kleine Lord - Bildmotiv ohne Text (Foto: literaturcafe.de )
»Der kleine Lord« als Live-Lesung (Foto: literaturcafe.de )

Der Weihnachtsklassiker als ungekürzte Lesung im Livestream: Vom 16. bis zum 20. Dezember 2020 las Wolfgang Tischer täglich um 10 Uhr den Roman »Der kleine Lord« von Frances Hodgson Burnett in der ungekürzten deutschen Übersetzung. Alle fünf Teile können Sie hier ansehen und anhören.

Textkritik: Moralische Zeigefinger wie dümpelnde Schwimmwesten

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Dem Bürger fliegt vom runden Kopf der Hut
Skifahrer stehen auf grünen Pisten
Und tief im Volke steigt die Wut
Schwimmwesten dümpeln an den Küsten.

Glatzen feiern feixend in den Straßen
Die Fäuste in den Taschen ballt die Meute
Man würde gerne wieder mal vergasen
Man fährt gewollt mit Autos in die Leute

Heuschrecken fressen ganze Länder
Das Klima kippt, Vulkane spucken
Die Zombies torkeln an die Ränder
Und unter Masken tut es jucken

Der Würgeengel zieht vorbei
Und klopft in diesen Tagen
Der Bürger kauft rasch Nudeln ein
Denn Jahwe schickt die Plagen

© 2020 by Berthold Kuhne. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

Zusammenfassende Bewertung

Das ist eine grauslich zusammengestümperte Verballhornung von Jakob van Hoddis‚ großartigem Gedicht »Weltende«, erschienen 1911 unter dem Eindruck des nahenden Weltendes, nämlich dem Zusammenstoß des Halleyschen Kometen mit der Erde im Jahre 1910, was ja nicht stattgefunden hat. Diese Quelle verschweigt der Autor des heute besprochenen Gedichtes! Lieber verfasst er selbständig ein eigenes, höchst politisches Gedicht, um die Menschheit endgültig wachzurütteln, schließlich droht ja wieder einmal ein Weltuntergang, wohl wegen Corona, der Flüchtlinge und der Glatzen und der Vulkane und der Heuschrecken und Pipapo (nach Belieben zu ergänzen …)

Hier das großartige Original von Jakob van Hoddis aus dem Jahre 1911:

Weltende

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
In allen Lüften hallt es wie Geschrei.
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.

Ironische Wendungen wie Dachdecker gehn entzwei oder die wilden, hupfenden Meere oder der Schnupfen wurden überhaupt nicht bemerkt, geschweige denn verstanden! Stattdessen: Moralische Zeigefinger wie dümpelnde Schwimmwesten …

Wird alles immer Schlechter? Nein, es war schon vor 20 Jahren so, als ich Hoddis‘ Original das erste Mal in einer Textkritik zitiert habe.

Die Kritik im Einzelnen

Warum wird aus dem spitzen Kopf wird ein runder gemacht. Wird irgendetwas dadurch besser? zurück

Nicht einmal Hoddis‘ Versmaß wird eingehalten! Wozu auch sich Mühe geben? Stattdessen muss man jetzt Skifahrer lesen, und eine Silbe fehlt völlig! zurück

Ach ja? Welche Wut denn? Darauf, dass einem nix Vernünftiges mehr einfällt? Bei Hoddis hallt es wie Geschrei, ist also hörbar! zurück

Wo gibt es feiernde Glatzen? Sollen damit Nazis gemeint sein? Was für ein abgedroschenes Klischee! Und welche Meute ballt die Fäuste in den Taschen? Wer will wieder vergasen? Das ist alles nur oberpeinlich! Und selbstverständlich fährt man in die Leute. Zu man gehört übrigens auch der Autor dieses Dummfugs. Ich jedenfalls nicht! zurück

Seit wann fressen Heuschrecken halbe oder ganze Länder? Die fressen Länder kahl – das ist etwas ganz anderes! Und Zombies an den Rändern der spuckenden Vulkane, und dann juckt es auch noch unter den Masken, sofern man und frau derlei trägt (Hinweis: Das Gedicht stammt aus der Zeit, als wir noch keine Alltagsmasken tragen mussten, da hatte der Begriff noch eine andere Bedeutung). Es wird kein Grund dafür genannt, warum Masken getragen werden … Hauptsache, man bekommt diese verbal-inhaltliche Müllkippe irgendwie geschlossen. zurück

Prima: Der liebe Gott trägt die Verantwortung? Dann ist ja alles geritzt und in Butter! Wozu dann dieses ziellose Geschreibe, das als Gedicht angepriesen wird? zurück

Billy, mein Billy – Eine Weihnachtsgeschichte

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 von Adi Hübel

Scheiden lassen habe ich mich nicht. Ich gebe zu, ich besuche sie hin und wieder. Meist zu Sonntagen und an Feiertagen. Das sind Zeiten, an denen ich mich manchmal einsam fühle. Außerdem ist das Ganze auch noch nicht so lange her. Die Narbe an meinem Handgelenk schmerzt nicht mehr und ist kaum noch zu sehen.

Das Literarische Quartett im Dezember 2020: Westermanniger geht es kaum

Die Besetzung des Literarischen Quartetts vom 04.12.2020: Thea Dorn, Ulrich Matthes, Andrea Petkovic und Lisa Eckhart. (Foto: ZDF/Jule Roehr)
Die Besetzung des Literarischen Quartetts vom 04.12.2020: Thea Dorn, Ulrich Matthes, Andrea Petkovic und Lisa Eckhart. (Foto: ZDF/Jule Roehr)

Kaum ist Lisa Eckhart Gast im Literarischen Quartett, schreiben Süddeutsche, Spiegel und Welt über die Sendung. Doch alles hinter der Paywall. Offenbar rechnen diese Medien damit, dass sie von Eckharts Aufregungspotenzial profitieren. Dabei hatte die schlechte Sendung kein Potenzial und nur einen diskutantischen Lichtblick: Ulrich Matthes.

Der literarische Adventskalender öffnet sich wieder

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Adventskalender

Ab dem 1. Dezember 2020 geht es wieder los: Unser literarischer Adventskalender mit 24 Ausschnitten aus 24 nie geschriebenen Romanen öffnet sich wieder.

Anna Katharina Hahn über ihr Buch »Aus und davon« – Stuttgarter Buchwochen

Anna Katharina Hahn im Gespräch mit Wolfgang Tischer (Zoom-Screenshot)
Anna Katharina Hahn im Gespräch mit Wolfgang Tischer (Zoom-Screenshot)

Erleben Sie die Autorin Anna Katharina Hahn im Gespräch mit Wolfgang Tischer. Ein Live-Mitschnitt vom 27.11.2020 von den digitalen Stuttgarter Buchwochen. Anna Katharina Hahns aktuelles Buch »Aus und davon« ist im Suhrkamp Verlag erschienen. Ein Familienroman über vier Generationen, der unlängst mit dem »Buchpreis der Stiftung Ravensburger Verlag« ausgezeichnet wurde.

Fehlende Corona-Hilfen: AutorInnen sterben einen leisen Tod – Offener Brief bayerischer AutorInnen

Offener Brief zur prekären Situation von AutorInnen

Während von Politikern die Solidarität aller eingefordert wird, sind es im Wesentlichen Gastronomen, Hoteliers und Künstler, die unter den Corona-Einschränkungen leiden. Literatur und Kunst wurden zum verzichtbaren Freizeitvergnügen erklärt. Bayerische Autorinnen und Autoren haben einen offenen Brief verfasst. Nicht wenige Künstler wissen nicht, wie sie zum Monatsende ihre Miete bezahlen sollen. Lesen Sie hier den Brief im Wortlaut, der exemplarisch für die Lage im ganzen Bundesgebiet ist.

Heinrich Steinfest über sein Buch »Der Chauffeur« – Stuttgarter Buchwochen

 

Heinrich Steinfest (links) im Gespräch mit Wolfgang Tischer (Zoom-Screenshot)
Heinrich Steinfest (links) im Gespräch mit Wolfgang Tischer (Zoom-Screenshot)

Das literaturcafe.de unterstützt die digitalen Stuttgarter Buchwochen 2020. Erleben Sie den Autor Heinrich Steinfest live im Gespräch mit Wolfgang Tischer, ein Mitschnitt vom 20.11.2020. Steinfests aktuelles Buch »Der Chauffeur« ist im Piper Verlag erschienen. Ein Roman über Paul Klee, der kein Maler ist, sondern durch ein tragisches Ereignis vom Chauffeur zu einem ganz besonderen Hotelier wird.

Joachim Zelter über sein Buch »Imperia« – Stuttgarter Buchwochen

Joachim Zelter (links) im Gespräch mit Wolfgang Tischer (Zoom-Screenshot)
Joachim Zelter (links) im Gespräch mit Wolfgang Tischer (Zoom-Screenshot)

Das literaturcafe.de unterstützt die digitalen Stuttgarter Buchwochen 2020. Erleben Sie den Autor Joachim Zelter in der Aufzeichnung eines Live-Gespräch mit Wolfgang Tischer vom 19.11.2020. Zelters aktuelles Buch »Imperia« ist im Verlag Klöpfer, Narr erschienen. Der wortgewaltige Roman einer verhängnisvollen Vereinnahmung.

TV-Verfilmung von »Altes Land«: Abgewürgt im Feldwegmonolog

Iris Berben spielt die ältere und alte Vera Eckhoff in der Romanverfilmung »Altes Land« von Dörte Hansen. (Foto: ZDF/Mathias Bothor)
Iris Berben spielt die ältere und alte Vera Eckhoff in der Romanverfilmung »Altes Land« von Dörte Hansen. (Foto: ZDF/Mathias Bothor)

Ist dieses pathetische Flüchtlingsdrama die Verfilmung von Dörte Hansens Bestseller »Altes Land«? Es wirkt wie die Verschmelzung von ZDF-History und ZDF-Vorabendserie. War das Buch nicht viel leichter und eleganter als die Schminke im Gesicht von Iris Berben? Beim Wiederlesen des Buches muss man staunen.