Anzeige
Anzeige
StartseiteBuchkritiken und Tipps

Buchkritiken und Tipps

In Brand gesetzte Schönheit – »Das mangelnde Licht« von Nino Haratischwili lesen, hören und sehen

»Das mangelnde Licht« von Nino Haratischwili hat Isa Tschierschke auf drei unterschiedliche Weisen genossen: als E-Book, als Hörbuch unter Tränen beim Autofahren und als Theateraufführung im Hamburger Thalia Theater.  Was überzeugte am meisten? Vor Ort im Georgischen Tbilissi stellt Isa Tschierschke fest: diese Stadt ist heute so cool wie Prag und Budapest.

Verbrecherischer Mehrwert: »Krimis schreiben« von Patrick Baumgärtel

»Krimis schreiben« von Patrick Baumgärtel deckt die Inhalte eines klassischen Schreibratgebers kompakt und informativ ab – die Inhalte sind jedoch auf (angehende) Autoren von Kriminalromanen zugeschnitten und bieten somit einen Mehrwert für Genre-Autoren.

Eine Wahrheit, die es nicht gibt – »Ocean State« von Stewart O’Nan

Zwei Anfangssätze wie ein perfekter Pitch. Im Roman »Ocean State« zeigt Stewart O’Nan wieder sein ganzes Können. Eine leise Geschichte über ein Verbrechen. Eine Geschichte über Würde und Verfall, deren Kraft im Ungesagten liegt.

Warum immer Oderbruch? – Die Romane von Björn Kern

Wieso schreibt Björn Kern immer wieder über den Oderbruch? Was ist an dieser Gegend so spannend, dass der Autor in kürzester Zeit vier Bücher bei drei unterschiedlichen Verlagen veröffentlicht, die alle das Thema Flucht aufs Land behandeln?

Mutter-Kind-Kur ohne ausgeleierte Plot-Muster: »Meter pro Sekunde« von Stine Pilgaard

Im Frühjahr 2022 wimmelt es nur so von Büchern übers Muttersein bzw. -werden. Nicht alles davon macht Mut, vieles ist deprimierend. Nicht nur zum Muttertag sondiert Isa Tschierschke das Angebot und ist begeistert von »Meter pro Sekunde« von Stine Pilgaard.

Amüsant aber manipulativ: »Eine Frage der Chemie« von Bonnie Garmus

Elisabeth Zott war eine US-amerikanische Chemikerin, die Anfang der 60er-Jahre durch ihre Kochsendung berühmt wurde. Was wie ein echter Lebenslauf klingt, hat Bonnie Garmus für ihren Roman erfunden. Das liest sich amüsant, wirkt aber manipulativ.

Lektüre im Norden: »Ostfriesensturm« von Klaus-Peter Wolf

Warum nicht in Ostfriesland zum Ostfrieslandkrimi greifen? Wolfgang Tischer liest »Ostfriesensturm« von Klaus-Peter Wolf. Lesen und sehen Sie seine Leseerfahrung in Text und Video.

Yoga-Häppchen mit Emmanuel Carrère

»Yoga« von Emmanuel Carrère ist eine literarische Meditation. Weltgeschehen und Persönliches vermischen sich. Selbst fünf Sekunden eines YouTube-Video werden kontemplativ betrachtet.

Trend mit Nostalgie: Der Jane-Austen-Escape-Room »Flucht zu Mr. Darcy«

Escape Rooms sind im Trend. Der Coppenrath Verlag hat diesen Trend literarisch umgesetzt und ein liebevoll gestaltetes Buch herausgebracht. Die Handlung lehnt an Jane Austens Klassiker »Stolz und Vorurteil« an. Der Leser bzw. Spieler hilft Elizabeth Bennet auf der »Flucht zu Mr. Darcy« durch das Lösen von Rätseln , sodass ihre Liebesgeschichte – wie im Roman – ein Happy End bekommt.

Videospiel »Horizon – Forbidden West«: Hier erzählt die Üppigkeit

Das Videospiel »Horizon – Zero Dawn« setzte 2017 Maßstäbe und erzählte eine postapokalyptische Geschichte aus dem 31. Jahrhundert. Kann der zweite Teil »Forbidden West« daran anknüpfen? Charaktere und Nebengeschichten sind komplex gezeichnet. Wäre da nicht die einfallslose Haupthandlung.

»Offene See« von Benjamin Myers an der offenen See vorgestellt

»Offene See« von Benjamin Myers ist bereits zwei Jahre nach Erscheinen ein moderner Klassiker. Simple Lebensweisheiten sind mit einer tiefer gehenden Geschichte verbunden. Eine Liebeserklärung an die Kraft der Poesie. Wolfgang Tischer empfiehlt »Offene See« an der offenen See.

Kein klassischer Psychothriller: »Wo der Wolf lauert« von Ayelet Gundar-Goshen

Wie reagiert eine Mutter, deren 16-Jähriger Sohn verdächtigt wird, in einen Mordfall verwickelt zu sein? Mit »Wo der Wolf lauert« ist der israelischen Autorin Ayelet Gundar-Goshen ein scharfsinniger und spannender Psychothriller gelungen, der gleichzeitig ein Familien- und Gesellschaftsroman ist.

»Vernichten« von Michel Houellebecq: Mächtig und berührend

Michel Houellebecq gilt als Skandalautor und Liebling des Feuilletons. Selbst wenn man nie etwas von ihm gelesen hat, scheint man ihn zu kennen. Spätestens da sollte man seinen Roman »Vernichten« aufschlagen. Besser, berührender und wuchtiger kann man die Gegenwart nicht einfangen, die bei Houellebecq in der Zukunft liegt.

TV-Tipp: Miniserie »Das Seil« nach dem Buch von Stefan aus dem Siepen auf Arte

Im Jahre 2012 erschien der Roman »Das Seil« von Stefan aus dem Siepen. Am Rande ihres Dorfes finden Bauern ein Seil, das in den Wald führt und das kein Ende zu haben scheint. Arte Frankreich hat aus dieser Motiv-Vorgabe eine sehenswerte Miniserie gemacht, die in der Mediathek des TV-Senders abrufbar ist.

Martin Suter und Bastian Schweinsteiger: Einer von uns Reichen und Schönen

Dass Ghostwriter die Lebensgeschichte für Prominente aufschreiben, ist üblich. Dass ein prominenter Autor die Lebensgeschichte eines Fußballers aufschreibt, ist eher unüblich. Der Schweizer Autor Martin Suter ist literarisch am Leben von Bastian Schweinsteiger gescheitert. Das ist nicht ärgerlich. Es ist egal.