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Buchkritiken und Tipps

Im Haarstudio der Elben: Amazons »Herr der Ringe«-Serie

Die ersten beiden Folgen der Serie »Die Ringe der Macht« sind online. 250 Millionen Dollar hat Amazon allein für die Rechte an Tolkiens Stoff ausgegeben. Das Ergebnis sieht man mit Staunen und offenem Mund: Alles wirkt, als wäre es von einer künstlichen Intelligenz erschaffen.

Heinz Strunk: Ein Sommer in Niendorf – Thomas Mann mit drei goldenen Haaren

Selbst Nicht-Genre-Literatur wird stromlinienförmiger, wird von den Verlagen an die Erwartungen und moralischen Standards der Leser angepasst. Wird es künftig noch Bücher wie »Ein Sommer in Niendorf« geben? Ein sprachgewaltiges Buch von Heinz Strunk mit unsympathischen Protagonisten und viel Alkohol an der Ostsee.

Sharon Dodua Otoo: »Herr Gröttrup setzt sich hin« und das literarische Ei

Sharon Dodua Otoo gewann 2016 den Bachmannpreis. Sechs Jahre später erscheint ihr Gewinnerinnentext »Herr Gröttrup setzt sich hin« gedruckt als schmales Büchlein, zusammen mit zwei weiteren Texten, die sich auf die »Tage der deutschsprachigen Literatur« in Klagenfurt beziehen – und auf die Autorin. Man liest Erstaunliches.

Mit Tove Jansson durch Schweden: Die wahre Heldin reist mit leichtem Gepäck

Zu Mittsommer begibt sich Isa Tschierschke nach Schweden. Drei Wochen Sprachunterricht. Ab sofort kein Wort Deutsch mehr. Doch »Reisen mit leichtem Gepäck« von Tove Jansson liest sie lieber in der Übersetzung von Birgitta Kicherer auf dem E-Reader. Und weil Isa schon schummelt, klaut sie auch gleich noch ein Buch.

»Der Aufstieg« von Amy McCulloch: Irgendwann wird die Luft dünner

Sommer, Sonne, Superhitze. Da kommt ein Thriller, der auf über 8.000 Metern Höhe spielt, echt gut gelegen. Ob unserer Rezensentin die Geschichte »Der Aufstieg – in eisiger Höhe wartet der Tod« eisige Schauer über den Rücken jagt?

Wieder wiederentdeckt: »Wenn die Mondblumen blühen« von Jetta Carleton

Ein schöner Titel: »Wenn die Mondblumen blühen«. Die Blumenzeichnung auf dem Cover und die Schreibschrift wirken klassisch und zeitlos. »Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste im Jahr 1964 – die Wiederentdeckung eines wunderbaren Romans« lese ich im Klappentext. Damit war das Buch gekauft. Für einen Euro. Auf dem Flohmarkt.

In Brand gesetzte Schönheit – »Das mangelnde Licht« von Nino Haratischwili lesen, hören und sehen

»Das mangelnde Licht« von Nino Haratischwili hat Isa Tschierschke auf drei unterschiedliche Weisen genossen: als E-Book, als Hörbuch unter Tränen beim Autofahren und als Theateraufführung im Hamburger Thalia Theater.  Was überzeugte am meisten? Vor Ort im Georgischen Tbilissi stellt Isa Tschierschke fest: diese Stadt ist heute so cool wie Prag und Budapest.

Verbrecherischer Mehrwert: »Krimis schreiben« von Patrick Baumgärtel

»Krimis schreiben« von Patrick Baumgärtel deckt die Inhalte eines klassischen Schreibratgebers kompakt und informativ ab – die Inhalte sind jedoch auf (angehende) Autoren von Kriminalromanen zugeschnitten und bieten somit einen Mehrwert für Genre-Autoren.

Eine Wahrheit, die es nicht gibt – »Ocean State« von Stewart O’Nan

Zwei Anfangssätze wie ein perfekter Pitch. Im Roman »Ocean State« zeigt Stewart O’Nan wieder sein ganzes Können. Eine leise Geschichte über ein Verbrechen. Eine Geschichte über Würde und Verfall, deren Kraft im Ungesagten liegt.

Warum immer Oderbruch? – Die Romane von Björn Kern

Wieso schreibt Björn Kern immer wieder über den Oderbruch? Was ist an dieser Gegend so spannend, dass der Autor in kürzester Zeit vier Bücher bei drei unterschiedlichen Verlagen veröffentlicht, die alle das Thema Flucht aufs Land behandeln?

Mutter-Kind-Kur ohne ausgeleierte Plot-Muster: »Meter pro Sekunde« von Stine Pilgaard

Im Frühjahr 2022 wimmelt es nur so von Büchern übers Muttersein bzw. -werden. Nicht alles davon macht Mut, vieles ist deprimierend. Nicht nur zum Muttertag sondiert Isa Tschierschke das Angebot und ist begeistert von »Meter pro Sekunde« von Stine Pilgaard.

Amüsant aber manipulativ: »Eine Frage der Chemie« von Bonnie Garmus

Elisabeth Zott war eine US-amerikanische Chemikerin, die Anfang der 60er-Jahre durch ihre Kochsendung berühmt wurde. Was wie ein echter Lebenslauf klingt, hat Bonnie Garmus für ihren Roman erfunden. Das liest sich amüsant, wirkt aber manipulativ.

Lektüre im Norden: »Ostfriesensturm« von Klaus-Peter Wolf

Warum nicht in Ostfriesland zum Ostfrieslandkrimi greifen? Wolfgang Tischer liest »Ostfriesensturm« von Klaus-Peter Wolf. Lesen und sehen Sie seine Leseerfahrung in Text und Video.

Yoga-Häppchen mit Emmanuel Carrère

»Yoga« von Emmanuel Carrère ist eine literarische Meditation. Weltgeschehen und Persönliches vermischen sich. Selbst fünf Sekunden eines YouTube-Video werden kontemplativ betrachtet.

Trend mit Nostalgie: Der Jane-Austen-Escape-Room »Flucht zu Mr. Darcy«

Escape Rooms sind im Trend. Der Coppenrath Verlag hat diesen Trend literarisch umgesetzt und ein liebevoll gestaltetes Buch herausgebracht. Die Handlung lehnt an Jane Austens Klassiker »Stolz und Vorurteil« an. Der Leser bzw. Spieler hilft Elizabeth Bennet auf der »Flucht zu Mr. Darcy« durch das Lösen von Rätseln , sodass ihre Liebesgeschichte – wie im Roman – ein Happy End bekommt.