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Willkommen in der Welt des Hintergrundrauschens

Homepage Andreas KurzUnd nochmal Frankfurter Buchmesse. Auch Andreas Kurz war dort. Sogar als Autor. Denn sein erstes Buch ist erschienen. Nicht irgendwo, sondern bei Eichborn. Eigentlich einen feine Sache. Doch Kurz‘ Roman »Nachtfalken« (176 Seiten, fexibles Hardcover) zählt nicht zu den Haupttiteln des Verlages.

Die meisten Buchcover thronen als Plakate oben an den Stellwänden. Meins ist nicht dabei. Für die Haupttitel gibt es eigens dekorierte Wände. Es gibt Gitarre-förmige Lesezeichen für Frank Goosens Buch »So viel Zeit«. Eine nette Idee. Mein Buch hat nur sich selbst. Verschämt werfe ich ihm einen Blick ins Regal zu. Willkommen in der Welt des Hintergrundrauschens.

Buchmesse-Rückblick 2007: »Wer pünktlich ist, hat keine Fantasie!«

Buchmesse-ImpressionBuchmesse 2007? Alles schon wieder vergessen? Gerade noch Medienrummel scheinbar ohne Ende und nun schon wieder lange vorbei. Damit nicht alles vergessen wird, fasst Barbara Fellgiebel ihre wichtigsten Eindrücke von fünf Messetagen erneut hier zusammen.

Meine Buchmesse 2007 beginnt mit der Angst sensibler Autorinnen und Autoren, die mich bitten, sie ja nicht anzusprechen, weil sie nach 10 Lesungen und 11 Interviews vielleicht nicht mehr so ganz kontrolliert und aufmerksam sind und dann in meinen bitterbösen Impressionen figurieren könnten … Das gibt mir zu denken.

Willms Woche: Paten, Paradoxa und Pulitzerpreise

Nicht einmal 12.000 Einwohner hat das sizilianische Städtchen Corleone, dennoch ist es Milliarden Menschen ein Begriff. Der fiktive Mafiaboss Vito Corleone verhalf nicht nur dem romantischen Örtchen zu Weltruhm, auch seinen Erfinder Mario Puzo machte der Held der Familiensaga »Der Pate« über Nacht zum Star. Puzos Beschäftigung mit seiner italienischen Herkunft zieht sich durch sein gesamtes Werk, sein letztes Epos »Die Familie« konnte er jedoch nicht mehr selbst vollenden. Er starb 1999 während der aufwendigen Recherchearbeiten. Am 15. Oktober wäre Mario Puzo 87 Jahre alt geworden.

»Taktlosigkeit ist der Entschluss, etwas zu sagen, das alle anderen denken.« Kaum jemand wird so oft zitiert wie Oscar Wilde

Frankfurter Buchmesse: Welche Tüte hätten Sie denn gern?

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Gestern hatten wir über die hübsche Tütenverteilerin aus dem Allgäu geschrieben. Und da dir Rückmeldung kam, man wolle darüber nicht nur lesen, sondern sie gerne mal sehen, folgt heute das Bild dazu. Und siehe da: das ZVAB hat aufgerüstet und vor dem Eingang der Frankfurter Buchmesse eine nicht minder hübsche Tütenverteilerin positioniert. Da fällt die Wahl schwer.

Tütenverteilerinnen vor der Frankfurter Buchmesse

Willkommen auf der Frankfurter Buchmesse – Wir sind da und lassen von uns hören

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Willkommen auf der Frankfurter BuchmesseDie 59. Frankfurter Buchmesse wurde gestern feierlich eröffnet, und bis zum Sonntag werden die Hallen von Büchern und Menschen durchflutet werden. Unser Interview-Terminkalender für die Messe ist eng gesteckt. Die ersten Gespräche im Buchmesse-Podcast werden daher erst später am Tag zu hören sein. Den Auftakt wird ein Gespräch mit dem Chefredakteur des Deutschen Börsenblattes Torsten Casimir machen. Das Online-Magazin des Börsenblattes – boersenblatt.net – wird in diesem Jahr ebenfalls unsere Interviews präsentieren. Des weiteren sind heute u.a. Gespräche mit Martin Mosebach, Fay Weldon und dem Kabarettisten Dieter Nuhr geplant.

Am Eingang der Messe wird in diesem Jahr der Kampf um die Tüten heftiger geführt. Große Tüten, in die die Messebesucher vornehmlich am Wochenende alles reinstopfen können, was man mitnehmen darf kann, werden den Massen gleich am Eingang gereicht. Tüten sind billige Werbeträger. Je größer desto besser. In den letzen Jahren dominierten die großen Papierumhängetaschen des ZVAB. Heute war Konkurrenz des Allgäus vorhanden. Schönere Tüten, schönere Tütenverteilerin. Und Österreichtüten. Diese jedoch viel zu klein. Ansonsten gilt die eiserne Regel: nie einen Prospekt in die Hand drücken lassen. Beim Messerundgang zählt  und zieht am Ende jedes Gramm am Arm.

Der Deutsche Buchpreis 2007 geht erwartungsgemäß an Julia Franck

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„Die ist halt vorzeigbar im Fernsehen und spricht grade Sätze“ sagte ein Dozent und Literaturkritiker auf meine Frage, wie eigentlich Frau Hacker den Buchpreis bekommen konnte. Ich wette, Frau Franck kann auch prima gerade Sätze sprechen. Außerdem geht es bei ihr um deutsche Vergangenheit, das muß sein für den Preis. Also, nicht so richtig weit zurückliegende Vergangenheit, eher so mit Krieg und Schuld. Außerdem gibt es eine jüdische Mutter, das ist schonmal sehr preiswürdig.

Dies schrieb bereit eine Woche vor der Preisverleihung Andrea Diener in ihrem Weblog. Und sie hat recht gehabt.

Ein Interview mit der Preisträgerin Julia Franck wird am Samstag in unserem Buchmesse-Podcast zu hören sein.

Julia Franck: Die Mittagsfrau: Roman. Gebundene Ausgabe. 2007. S. FISCHER. ISBN/EAN: 9783100226006. 19,90 €  » Bestellen bei amazon.de Anzeige oder im Buchhandel
Julia Franck: Die Mittagsfrau. Gebundene Ausgabe. 2007. . 33,00 €  » Bestellen bei amazon.de Anzeige
Julia Franck: Die Mittagsfrau: Roman. Taschenbuch. 2009. FISCHER Taschenbuch. ISBN/EAN: 9783596175529. 14,00 €  » Bestellen bei amazon.de Anzeige oder im Buchhandel
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Willms Woche: Unangenehme Themen

»Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten.« Dieses Zitat ist es, das man sofort mit den Tagebüchern des Literaturwissenschaftlers Victor Klemperer verbindet. Sie gehören zu den umfangreichsten und wichtigsten Zeugnissen aus der Zeit des Nationalsozialismus und zeigen im traurigen Detail, wie die gesellschaftliche Ausgrenzung und Verfolgung des Juden Klemperer immer dramatischere Formen annahm. Die Tagebücher erreichten seit ihrer Erstveröffentlichung im Jahr 1996 Rekordauflagen und sind aus dem Geschichtsunterricht kaum mehr wegzudenken. Eine ungekürzte Fassung der Aufzeichnungen von 1933 bis 1945 ist seit diesem Jahr auch erstmals in elektronischer Form erhältlich. Victor Klemperer wäre am 9. Oktober 126 Jahre alt geworden.

DUDEN-Podcast mit alten Weibern im Sommer

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DUDEN-PodcastFein! So langsam erscheinen immer mehr interessante Podcasts auch im Verlagsbereich. Ab sofort produziert die DUDEN-Redaktion einen 14-tägigen Audio-Podcast, in dem es u.a. um die Herkunft von Worten, Wörtern und Redewendungen gehen soll. Die erste Folge ist bereits online und widmet sich dem Begriff »Altweibersommer«.

Die Stimmen der Sprecher sind angenehm, echt und natürlich. Beim nächsten Mal sollten sich die beiden noch etwas locker machen, denn die abgelesenen Dialoge klingen noch etwa zu hölzern. Also, liebe DUDEN-Redaktion: lasst die Sprecher beim nächsten mal etwas freier improvisieren. Nicht zu sehr, denn daraus soll ja keine Radio-Comedy werden.

Anders als beim Mediamarkt gibt’s auf der dazugehörigen Info-Seite eine Erklärung des Begriffs »Podcast«, ein gutes Logo, einen RSS-Feed und einen Flash-Player, mit dem man sich die aktuelle Folge direkt auf der Website anhören kann. Gut gemacht!

Unabhängige Verlage ein subjektiver Bericht

Skulptur "Unabhängige Verlage"Kleine Verlage, junge Verlage, Independent-Verlage, junge Verleger und Büchermacher: Spätestens seit der Leipziger Buchmesse 2005 liest man so einiges über dieses Phänomen und das Interesse daran lässt nicht nach. Worüber spricht man eigentlich, wenn es um diese Verlage mit so prägnanten Namen wie Blumenbar, mairisch, Tisch 7 oder Kookbooks (keine Rezepte!) geht?

Jung und klein und unabhängig

Das sind drei durchaus sprechende Eigenschaften, will man das Phänomen beschreiben. Denn immer sind die Verlage personell klein und werden meist von nicht mehr als fünf Leuten gestemmt.

Konzernunabhängig sind sie zudem und die Verlagsprogramme können tendenziell wohl als »Independent« tituliert werden, oder zumindest »als ab vom Mainstream der großen Publikumsverlage«. Und jung? Wo hört jung auf und wo fängt alt an?

Willms Woche: Nicht alle Guten sterben jung

Am 2. Oktober wäre er 103 Jahre alt geworden, der Mann, der Religion und Verbrechen stets zu aufregenden Storys zu verweben wusste. Ebenso spannend wie sein literarisches Werk war jedoch auch Graham Greenes Leben. Aus Angst vor Langeweile stürzte sich der während des zweiten Weltkrieges als britischer Spion tätige Autor von einem Abenteuer ins nächste, reiste begleitet von abwechslungsreichen Frauengeschichten von Krisengebiet zu Krisengebiet und war darüber hinaus auch noch außerordentlich produktiv: Neben seinen zahlreichen Romanen und Bühnenstücken schrieb Greene auch als Drehbuchautor und Journalist. Obwohl er so oft wie kein zweiter für den Nobelpreis nominiert war, blieb ihm die begehrte Auszeichnung bis zuletzt verwehrt.

Harry Potter: Preisbindung macht erfinderisch

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Virtuelles Buchregal

Am 27. Oktober erscheint der siebte Harry-Potter-Band in deutscher Sprache. Für diese Ausgabe gilt zumindest in Deutschland die Preisbindung d.h. wer die deutsche Ausgabe in und nach Deutschland verkauft, muss dies zum vom Verlag festgelegten Preis von 24,90 Euro tun. Somit spielt der Preis bei der Werbung keine Rolle, und die deutschen Buchhändler müssen kreativ werden, um die Käufer zum Erwerb des Buches in der eigenen Buchhandlung zu animieren. Harry-Potter-Buchpartys und mitternächtlicher oder frühmorgendlicher Buchverkauf zählen sicherlich zu den bevorzugten Maßnahmen. Und da die Online-Buchhändler hier keinen Nachteil haben wollen, garantiert beispielsweise Amazon eine Buchzustellung am Erscheinungstag bis spätestens 9:30 Uhr. Kommt der Mann von DHL erst später, gibt es das Buch gratis, verspricht Amazon werbewirksam.

Da Amazon auch Dritten eine Provision gewährt, wird es natürlich interessant, Harry-Potter-Besteller auf dem Weg über die eigene Website zu Amazon zu lotsen.

Tischer liest Domberger über Baumeister

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Die Serigrafie »Phantom II« von Willi BaumeisterDas Siebdruckverfahren (Serigrafie) wurde nach dem 2. Weltkrieg auch in Deutschland von den Künstlern entdeckt. Insbesondere der Maler, Bühnenbildner und Typograph Willi Baumeister schuf mit diesem Verfahren bekannte Blätter. Baumeister hatte dieses Art zu drucken bei seinem Nachbarn, dem Drucktechniker und Erfinder Luitpold »Poldi« Domberger entdeckt. Zunächst war es der »gute Geruch«, der Baumeister ins Nachbarhaus führte – es waren die Lösungsmittel. So entstand eine langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem Künstler Baumeister und dem Drucker Domberger. In der Galerie Domberger in Filderstadt bei Stuttgart sind noch bis zum 5. Oktober 2007 etliche Blätter aus den 50er-Jahren zu sehen. Drucke, die Domberger damals für 29 DM verkaufte und die heute mehrere Tausend Euro wert sind.

Anlässlich der Finissage am 5. Oktober 2007 liest der Inhaber des literaturcafe.de, Wolfgang Tischer, ab 19 Uhr aus den Lebenserinnerungen Luitpold Dombergers, der diese spannende und kreative Zeit und die Zusammenarbeit mit dem Künstler Baumeister beschreibt. Ein Text, der in dieser Lesung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wird. Weitere Infos erhalten Sie auf der Website der Galerie Domberger oder unter der Telefonnummer +49 (0) 711-772040.

Willms Woche: Alkoholsüchtig, unverfälscht und schwul

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Willms' WocheJede Woche blickt Jennifer Willms knapp und subjektiv auf die literarischen Jahrestage der aktuellen Woche.

Wie bereitet man sich eigentlich auf den Literatur-Nobelpreis vor? Südstaaten-Ikone William Faulkner hatte da seine ganz eigene Methode: Getreu dem Motto »Man soll die Feste feiern, wie sie fallen« kippte sich der Zeit seines Lebens alkoholkranke Autor erst mal kräftig einen hinter die Binde. Der Brillanz seiner Rede tat dies keinen Abbruch, Faulkners Satz über seinen Glauben an die Menschheit wird auch heute noch gerne zitiert. Auch seine beiden Pulitzerpreise und den National Book Award dürfte Faulkner ausschweifend gefeiert haben. Auf seinen 110. Geburtstag am 25. September müssen wir leider ohne ihn anstoßen.

Skandale und Alkoholexzesse gibt es bei Donna Leon nicht. Die Amerikanerin wird wohl ihren 65. Geburtstag am 28. September ganz ruhig und gediegen in ihrer Wahlheimat Venedig feiern, in der auch die meisten ihrer Romane spielen. Während sich die Geschichten um den Polizisten Guido Brunetti in Deutschland großer Beliebtheit erfreuen, müssen die Italiener auf Donna Leon-Leseschmaus in ihrer Landessprache verzichten.

Diese Phrase ändert sich schlagartig

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Ab und zu spielen wir gerne das Google-Phrasen-Suchspiel. Diesmal ist uns eine Formulierung aufgefallen, die hin und wieder auf Buchumschlägen zu lesen ist. Noch häufiger findet man sie bei DVDs und Filmen, da dort offensichtlich weniger Mühe für die beschreibenden Texte verwendet wird.

Es ist die Phrase »ändert sich schlagartig, als…«. Und was da Google alles zutage fördert, das eine schlagartige Veränderung bewirkt:

  • als die Schröders ins leerstehende Nachbarhaus einziehen
  • als Seppis berüchtigter Onkel Alois Hintermoser den Trainer der D-Jugend-Mannschaft entlässt
  • als mir dieser knöchelfreundliche IKEA-Einkaufswagen von hinten in die Hacken schießt
  • als sie jedem die Frage stellt, warum er verheiratet ist
  • als der jetzt singende Manfred einen weiteren Schuß abgibt
  • als die vier Herren im besten Alter beschließen, den bequemen Fernsehsessel gegen einen anständigen Feuerstuhl auszutauschen 

Mehr bei der Google-Suche nach »ändert sich schlagartig als * * * * * * * * * * * * * * *«

oSkope: Buchsuche im Internet mal anders

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Buchsuche mit oSkopeDas Suchen nach Büchern im Internet ist nicht sonderlich spektakulär: Es gibt ein Eingabefeld, dort tippt man Autorin oder Titel ein – und wenn man sich nicht vertippt hat, bekommt man eine Liste mit Suchergebnissen angezeigt. Ein Stöbern, wie in einer echten Buchhandlung, ist nur bedingt möglich.

Der Suchdienst oSkope geht hier einen ganz neuen, visuellen Weg. Auf Basis von Amazon-Daten lassen sich dutzende Buchcover nebeneinander oder als Bücherstapel anordnen. Mit der Maus kann man interessante Cover anklicken und erhält weitere Infos. Eine weitere Anzeigeoption ordnet die Umschlagbilder sogar nach Preis und Verkaufsrang. Die dargestellten Buchcover sind zudem nach Kategorien einschränkbar, und zusätzliche Suchbegriffe können eingegeben werden, um die Buchabbildungen entsprechend weiter einzugrenzen.

Sehr schnell gerät man hier ins Stöbern wie in der Auslage einer echten Buchhandlung.