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Startseite Notizen »In wenigen Jahren wird es eine Amazon-Psychose geben«

»In wenigen Jahren wird es eine Amazon-Psychose geben«

Ranking auf AmazonEin neuer Trend setzt ein. Autoren stehen nicht mehr scheinbar gelassen über den Dingen, sondern geben einen Einblick ins Ich und bekennen sich dazu, eitle Burschen zu sein, die von Neid und Missgunst zerfressen werden, wenn andere mehr Bücher verkaufen, bessere Kritiken bekommen oder öfters in den Medien präsent sind.

Thomas Glavinics neuer Roman »Das bin doch ich« gewährt einen unglaublich komischen und selbstentlarvenden Blick ins Innenleben eines Autors, der im Roman nicht anonymisiert wird, sondern Thomas Glavinic heißt. Ein absoluter Lesebefehl für alle Schreibenden!

Und auch der Autor Franzobel, der für das literaturcafe.de bereits seinerzeit den Literaturbetrieb auf die 7 Todsünden hin analysierte, gesteht nun offen in der Frankfurter Rundschau, dass Amazon sein Leben verändert hat: Was machst du da, ertappt mich manchmal meine Frau, die wahrscheinlich etwas Unanständiges vermutet, dabei sehe ich nur nach, was der Verkauf macht. So oft? Zwanzigmal am Tag? In wenigen Jahren, bin ich überzeugt, wird es eine Amazon-Psychose geben, werden in Schriftstellerheimen hunderte senile Schreiber von ihrem Ranking phantasieren, wird sich auch die Literaturgeschichte am Amazon-Ranking orientieren – ist ja auch um vieles einfacher. Mehr bei der FR Online.

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