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Von bösen Schurken und edlen Helden

»Diese Landschaftsbeschreibungen waren mir früher als junge und sehr ungeduldige Leserin viel zu langatmig, unnötiges Füllmaterial. Ich wollte Action. Und Action gab es in diesen Abenteuerromanen von verlässlicher Regelmäßigkeit. Ansonsten würde man ja auch nicht von Abenteuerromanen sprechen.«

In Zusammenarbeit mit der Schiller Buchhandlung in Stuttgart können Sie bei unserem monatlichen Quiz wieder mitraten. Und diesmal dürfte es wahrlich nicht schwer sein

Willms Woche: Gut King will Weile haben

Obwohl William Golding bereits im zarten Alter von 7 Jahren zu schreiben begann, war es ein langer, steiniger Weg bis zum Nobelpreis 1984. Viele Jahre lang kämpfte er erfolglos um Anerkennung. Das Manuskript seines späteren Welterfolges »Der Herr der Fliegen« wurde zunächst von mehr als 20 Verlagen abgelehnt. Golding, der am 19. September 96 Jahre alt geworden wäre, ist wohl das beste Beispiel dafür, dass es sich trotz Rückschlägen lohnt, hartnäckig sein Ziel zu verfolgen.

Auch Stephen Kings Manuskripte wurden zunächst ein ums andere Mal abgelehnt. Entmutigt begann er, selbst an seinen Fähigkeiten zu zweifeln, warf den Entwurf zu »Carrie« einfach in den Müll. Seine Frau fand den Text und spornte King dazu an, den Roman zu vollenden. Er dürfte ihr dafür wohl sehr dankbar sein: Mittlerweile gehört er zu den kommerziell erfolgreichsten Autoren überhaupt und ist zweifelsohne der ungekrönte »King« der Horrorliteratur. Am 21. September feiert er seinen 60. Geburtstag.

Leere Welt bei Weltbild

Weltbild in Second LifeFirmen, die zu Hype-Zeiten eine Präsenz in Second Life aufgebaut hatten, kamen glimpflich davon. Sie profitierten zwar nicht von den Besuchern in der virtuellen Zweitwelt, doch die Nennung des Firmennamens in den vielen Presseberichten über Second Life war besser als jede direkt bezahlte Werbung. Ein Paradebeispiel im Verlagsbereich ist Der Audio Verlag (DAV). Doch auch die Inseln der ehemalige Presse-Lieblinge, wie z. B. die der EnBW, stehen fast immer leer, wie der Journalist und Buchautor Jörg Reichertz unlängst in unserer Diskussionsrunde anmerkte.

Schlimm jedoch, wenn die internen Entscheidungsprozesse und Projektlaufzeiten so lang sind, dass die eigene Insel in Second Life erst dann fertig wird, nachdem die mediale Hype-Karawane schon weitergezogen ist. Trotz Unterstützung des Springer Verlags und seiner digitalen BILD-Zeitung, dem AvaStar, waren zur Eröffnungsfeier der Insel des Buch- und Medienhändlers Weltbild.de am vergangenen Samstagabend gerade mal 20 Avatare gleichzeitig da. Die Hälfte davon dürfte zum Haus gehört haben, die andere Hälfte sprach kaum Deutsch und entsprach daher nicht unbedingt der Zielgruppe oder stellte Fragen wie »Könnt ihr messen, wie viele Bestellklicks aus Second Life kommen?« und offenbarte, in welchem Auftrag man unterwegs war.

Weblog-Provider blog.de entfernt Beiträge nach Beschwerde eines ***

Betrachtet sich als zensiert: Das Autorenschrittmacher-BlogEs war wohl einer der interessantesten Schriftwechsel der Verlagsbranche, den Christine Koschmieder unlängst in Ausschnitten in ihrem Autorenschrittmacher-Weblog veröffentlichte. In über einem Dutzend Folgen publizierte sie die Korrespondenz, die der *** Rodja Smolny mit einem seiner Kunden führte. Smolny war Geschäftsführer der mittlerweile insolventen Mein Buch oHG, einem jener Verlage, bei denen die Autoren nicht unerhebliche Beträge an den Verlag zahlen, um veröffentlicht zu werden. Den naiven »Autoren« wird oft das Blaue vom Himmel versprochen, um sie zur Zahlung zu bewegen. Am Ende bleiben die Kunden meist auf ihren Büchern sitzen und nur der *** verdient an ihrer Eitelkeit. Viele der Verlage gehen daher mit Abmahnungen und anderen rechtlichen Instrumentarien gegen Kritiker vor, um diese mundtot zu machen. Ein schlechter Ruf ist nicht gut fürs Geschäft, zumal es die Branche immer schwieriger hat, seitdem Print-on-Demand Anbieter wie BoD oder Lulu die Veröffentlichung eines selbst finanzierten Buches wesentlich günstiger realisieren.

Umso aufschlussreicher waren die veröffentlichten Originalschreiben von Rodja Smolny aus den Jahren 2005 und 2006 an seinen Kunden, die endlich öffentlich machten, mit welchen Argumenten versucht wurde, den Kunden bei Laune zu halten und ihm weiteres Geld für zusätzliche Leistungen aus der Geldbörse zu ziehen.

Entdecke alle Möglichkeiten: Second-Life-Bücher zu gewinnen

Mit freundlicher Unterstützung der SmartBooks Publishing AG haben wir vier Exemplare des Buches »Second Life – Entdecke alle Möglichkeiten« von Jörg Reichertz im Wert von je 19,95 Euro verlost. Was mussten Sie dafür tun? Einen Screenshot Ihres Avatars mit dem literaturcafe.de-T-Shirt einsenden. Die T-Shirts gibt es kostenlos beim literaturcafe.de in Second Life. Einsendeschluss war der 31. Oktober 2007.

Jörg Reichertz, Journalist und Autor des Buches »Second Life – Entdecke alle Möglichkeiten«, war am 13.09.2007 zu Gast auf der virtuellen Lesebühne des Cafés in Second Life. Unsere Galerie zeigt einige Eindrücke der Lesung und Diskussion.

Media Markt startet Hörbuch-Podcast: Inhaltlich überzeugend, doch technisch mangelhaft integriert

Hörbuch-Podcast beim Media MarktNach über einem dreiviertel Jahr Planung und Vorbereitung ging nun der Media Markt Hörbuch-Podcast unter dem Titel »Hörmal« online. Darin werden aktuelle Hörbuch-Produktionen vorgestellt, die in den Media Märkten erhältlich sind. Für die Hörbuch-Bestückung der Elektronikmärkte ist die Hamburger edel distribution GmbH zuständig. Das Sortiment umfasst u.a. die Labels Argon, Audiobuch, DAV, Diogenes, Hörspiele-Welt, Random House Audio und Lübbe Audio. Die Kosten der Podcast-Poduktion werden daher nicht vom Media Markt oder edel getragen, sondern von den Hörbuchverlagen selbst, wie das Börsenblatt berichtet. Konzept und Produktion des Podcasts, der laut Börsenblatt künftig monatlich erscheinen soll, wird von audiooffice übernommen.

Inhaltlich kann die aktuelle, gut 25 Minuten lange Folge absolut überzeugen! Mit Christine Kewitz hat man eine Sprecherin engagiert, die den Podcast flott und angenehm moderiert.

Second Life: Was bleibt nach dem Hype? Lesung und Diskussion mit dem Buchautor Jörg Reichertz

Jörg Reichertz aka JoergPaul RodenbergerDie Veranstaltung findet statt am Donnerstag, 13.09.2007 um 20 Uhr auf der Lesebühne des literaturcafe.de in Second Life

Selten zuvor wurde ein Thema so gehypt wie die digitale Parallelwelt »Second Life«. Egal ob SPIEGEL oder Tagesthemen, FOCUS oder Stern TV, alle berichteten euphorisch, und für viele galt SL als Zukunft des Internet.

Und selten zuvor war ein Thema so schnell »durch« wie Second Life. Erstmals mussten die Betreiber der digitalen Welt unlängst einen Rückgang der Nutzer verkünden – speziell der zahlenden. Ist also alles vorbei? War es, wie Wolfgang Tischer in einem Interview mit dem Buchreport meinte, nur ein Thema, das die Agenturen erfunden haben, »um den Kunden dort eine unnötige Präsenz zu verkaufen«?

Wir wollen dies am kommenden Donnerstag, 13.09.2007 um 20 Uhr mit dem Journalisten und Buchautor Jörg Reichertz diskutieren. Reichertz, dessen Alter-Ego in Second Life JoergPaul Rodenberger lautet, schrieb den Reiseführer »Second Life – Entdecke alle Möglichkeiten« (Smartbooks, Edition CHIP) und ist ein ausgezeichneter Kenner der virtuellen Welt.

Bis Klagenfurt anruft. Ein Praxisbericht. Teil 9.

Die Tür steht offen...Diesmal: Quo vadis? Eine Zusammenfassung.

Auch wenn in der Überschrift »Zusammenfassung« steht, brauche ich mich hier wohl nicht wiederholen. Immerhin kann man jede Folge nachlesen, sofern man das möchte. Halten wir uns also lieber an das »Quo vadis?«.

Wohin geht der Jungautor also? Vielleicht sind es nur noch sieben Bücher bis zum großen Ruhm – oder man bleibt für immer mit seinen Veröffentlichungen im dreistelligen Auflagenbereich. Man kann es nie wissen, selten voraussagen. Bei manch einem hat Klagenfurt nie angerufen, bei manchem schon – und es hat auch nichts gebracht, manche waren dort und wurden verkannt.

Oft genug denkt man wohl an das Aufhören, fragt nach dem Sinn.

Willms Woche: Berühmte Züge der Literatur

Seine letzte Novelle sollte sein bekanntestes Werk werden: erst kurz vor seinem Tod veröffentlichte Theodor Storm den »Schimmelreiter«. Weniger bekannt ist vielleicht, dass Storm als echtes »Nordlicht« die Liebe zu seiner Heimat in vielen Gedichten zum Ausdruck brachte. Auch viele seiner Erzählungen spielen in und um Husum. Die deutsche Bahn ehrt den Schriftsteller dafür auf ihre ganz eigene Weise: Noch heute heißt eine Bahn von Husum nach Westerland »Schimmelreiter«. Theodor Storm wäre am 14. September 190 Jahre alt geworden.

Heise online seziert die Volltextsuche online

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VTOMit sehr genüsslichen Worten macht sich Heise online über die Volltextsuche Online (VTO) her. Die Volltextsuche ist ein Projekt des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, mit der man der digitalisierenden Konkurrenz von Amazon und Google entgegentreten will. Alle drei Anbieter ermöglichen im Internet die Suche in Büchern. Aus urheberrechtlichen Gründen kann dabei natürlich nicht der ganze Buchinhalt »einfach so« angezeigt werden. Daher wird nur ein sehr begrenzter Teil vor und nach der Fundstelle online angezeigt, der dem Suchenden einen Eindruck geben soll, ob die gefundene Textstelle für ihn relevant ist und er das Buch kaufen oder in einer Bibliothek leihen sollte.

Willms Woche: Bei Green, Jarry und Tolstoj geschnüffelt

In Privatsachen fremder Leute zu schnüffeln ist normalerweise ja verpönt. Bei Tagebüchern berühmter Literaten dagegen dürfen wir nicht nur ungestraft unsere Neugier befriedigen, sondern werden außerdem noch gut unterhalten. Schließlich stellen die Autoren meist auch an ihre privaten Aufzeichnungen hohe literarische Anforderungen.

»In wenigen Jahren wird es eine Amazon-Psychose geben«

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Ranking auf AmazonEin neuer Trend setzt ein. Autoren stehen nicht mehr scheinbar gelassen über den Dingen, sondern geben einen Einblick ins Ich und bekennen sich dazu, eitle Burschen zu sein, die von Neid und Missgunst zerfressen werden, wenn andere mehr Bücher verkaufen, bessere Kritiken bekommen oder öfters in den Medien präsent sind.

Thomas Glavinics neuer Roman »Das bin doch ich« gewährt einen unglaublich komischen und selbstentlarvenden Blick ins Innenleben eines Autors, der im Roman nicht anonymisiert wird, sondern Thomas Glavinic heißt. Ein absoluter Lesebefehl für alle Schreibenden!

Und auch der Autor Franzobel, der für das literaturcafe.de bereits seinerzeit den Literaturbetrieb auf die 7 Todsünden hin analysierte, gesteht nun offen in der Frankfurter Rundschau, dass Amazon sein Leben verändert hat: Was machst du da, ertappt mich manchmal meine Frau, die wahrscheinlich etwas Unanständiges vermutet, dabei sehe ich nur nach, was der Verkauf macht. So oft? Zwanzigmal am Tag? In wenigen Jahren, bin ich überzeugt, wird es eine Amazon-Psychose geben, werden in Schriftstellerheimen hunderte senile Schreiber von ihrem Ranking phantasieren, wird sich auch die Literaturgeschichte am Amazon-Ranking orientieren – ist ja auch um vieles einfacher. Mehr bei der FR Online.

Bis Klagenfurt anruft. Ein Praxisbericht. Teil 8.

Ein Manuskript soll zum Buch werdenDiesmal: Das eigene Buch.

Der größte Schritt in den Gipfel des Literatur-Olymps, die Krönung aller Bemühungen und die Materie gewordene Befriedigung des Autorinnen-Egos: das (erste) eigene Buch. Der eigene Name, der unter dem selbst gewählten Titel steht – außer die Lektorin hatte da ganz andere Ideen. Der selbst gewählte Einband – außer der Verlag hat sich etwas anderes ausgedacht. Die eigenen Texte, schwarz auf weiß und gebunden – außer nach all der Bearbeitung sind einem die Texte eigentlich fremd geworden.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, zu seinem ersten eigenen Buch zu kommen. Und zum zweiten. Eine einfache Möglichkeit ist ein Eigenverlag, aber darüber haben wir nun genug gesprochen. Eine nicht sehr einfache Möglichkeit ist es, mal eben einen kurzen Text zu schreiben, damit den open mike oder dergleichen zu gewinnen und dann darauf zu warten, bis einem mehrere Verlage das Haus einrennen, um dann erst zu beginnen, sein Buch zu schreiben.

Willms Woche: Das Böse im Menschen und Goethe

Goethe kennt jeder, denken Sie? Erst neulich verschlug es mir in der Filiale einer bundesweiten Buchhandelskette den Atem: Die sympathische Verkäuferin entgegnete auf meine Frage, ob sie nachschauen könne, ob eine Ausgabe des »Werther« vorrätig sei, mit unschuldigem Lächeln: »Schiller… nein, Goethe, oder? Schreibt der sich mit „oe“?« Der Schock sitzt tief. Daher zur Sicherheit die Info: Am 28. August hätte Goethe mit »oe« seinen 258. Geburtstag gefeiert.

Von technisch und juristisch verlorener Literatur

Besser gut lesen: Das KleingedruckteKostenlose Internet-Angebote wie MySpace und blogger.com bieten Schriftstellern gute Möglichkeiten, für ihre Bücher zu werben und Kontakte zu knüpfen. Auch Leser können sich über diese Plattformen austauschen. Doch wer nicht aufpasst, ist unter Umständen seine Daten und Werke schnell los – technisch oder rechtlich.

Gerade für unbekannte Autoren, die ihr Buch bei BoD veröffentlicht haben, aber auch für Schriftsteller, die bei bekannten Verlagen publizieren, sind diese unter dem Sammelbegriff »Web 2.0« zusammengefassten Internet-Plattformen, ein schneller und kostengünstiger Weg zu werben. Bei MySpace ist schnell ein Profil erstellt, man kann dort Ausschnitte aus dem eigenen Werk präsentieren, die Termine der nächsten Lesungen bekanntgeben und in einem Weblog von seinen Schreiberfahrungen berichten. Bloggen, das kann man sehr schnell und unmittelbar mit Angeboten wie blogger.com. Im Nu ist man angemeldet und kann neugierige Leser an der Entstehung seines neuesten Romanes teilhaben lassen. Hoffentlich werden sie so zu späteren Käufern.