| Hier lesen Sie die besten Beiträge der sechsten Runde (Mai '02 - Juni '02), die unseren Autorinnen und Autoren zu einem Satz von Rainer Merkel eingefallen sind. Der Satz stammt aus dem Roman »Das Jahr der Wunder«. S. Fischer Verlag. ISBN 3-10-048440-1. 19,90 EUR: |  | Willst du denn nicht deinen Computer ausschalten? Ankommen von Roland Behringer, 81379 München (Deutschand) Eben noch verwoben in logischen Labyrinthen mit Mauern aus Begriffen und Kategorien, bedroht vom Versteigen in der Felswand zahlloser Entscheidungen.
Da höre ich eine Stimme: Willst du denn nicht deinen Computer ausschalten?
Die Mauern zerstieben im Sonnenlicht, Nebel lichtet sich über den einsamen Steig in den Widerspruch.
Digitaler Cyberspace weicht dem Strom wiedergefundener Lebendigkeit.
Ich spüre deine zarte Hand auf meinen Schultern und alles
ist gut. Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers Frieden von Christoph Ratke, 37181 Hardegsen (Deutschand) Drei Worte nur: Der Krieg; vorbei!
Willst du den Rechner nicht ausschalten? So komm doch ins Bett, Liebling. Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers Motion Eye von Birgit Wagner, 50674 Köln (Deutschand) So siehst du also aus. Habe mich schon die ganze Zeit gefragt, ob ich dich wohl mal vor mein Auge bekomme. Du hattest anscheinend ganz schöne Schwierigkeiten, mich an den Start zu kriegen? Spürte das daran, wie du auf der Tastatur rumgehauen hast - und dann immer die falschen Tasten! Am liebsten hätte ich ja mal ein Signal von mir gegeben, aber das geht ja leider nicht. Vielleicht können das später meine Nachfolger. Habe gehört, man arbeitet dran.Nun las dich mal anschauen. Huch, du hast ja kaum etwas an und rasiert bist du auch nicht. Wahrscheinlich hast du dich noch nicht einmal gewaschen ... gut, dass ich nicht riechen kann! Au, Mensch pass doch mal auf, du könntest auch den Stecker etwas vorsichtiger in die Buchse stecken! Ich fahre jetzt mal mit meinem Auge nach links und nach rechts. Achtung. "Wow, das Motion Eye hat sich bewegt, Liebling, das mußt du die anschauen. Das wirkt wie echt!" Ja, Junge, das ist echt! Schöner Schrank da hinten und diese Bücherregale ... Hunderte von Büchern! Wozu brauchen die die noch? Kann man sich doch alles auf CD-Rom anschauen oder im Internet. Wörterbuch! Wissen die denn nicht, dass unsereins Thesaurus hat? Ist doch viel praktischer. Nein da steht ja noch ein Schreibmaschine aus dem vorigen Jahrhundert. Die Menschen heben aber auch alles auf. Und was ist das da neben der Schreibmaschine? Ich glaubs nicht, ein Tintenfass und ein Federhalter und überall liegen Kugelschreiber herum. Weg da ihr Aniquitäten, Motion Eye ist da! Ah, da kommt sie, schönes gelbes Kleid, scheint sich auch schon gewaschen zu haben. Huch, jetzt sehe ich nur noch gelb. Er scheint immer noch nicht die richtige Einstellung für mein Auge gefunden zu haben. "Schatz, willst du denn nicht deinen Computer ausschalten? Es gibt Frühstück." Was? spinnst du, der soll erst einmal mein Auge einstellen, mein Nahbereich funktioniert noch nicht richtig. He, hör nicht auf die! Nein, nicht doch, nicht nach der Ausschalttaste schauen, ich bin doch noch nicht fertig eingestellt und überhaupt, ich will noch ein bißchen schauen, au ch we nns Bü cher si nd u nd al l da s ol le Z e u g ...
In der Dunkelheit, als er viel Zeit zum Nachdenken hatte, mußte er erkennen, dass es gar nicht so schlecht war, ein Tintenfass zu sein oder ein olles Buch. Die ließen sich nämlich nicht ausstellen. Fast schon wurde er ein bißchen neidisch. Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers Liebe und Computer von Valeria Iseri, 8048 Zürich (Schweiz) Wir sind seit Jahren zusammen, gingen durch dick und dünn, überstanden allerlei zusammen, die Liebe führte uns dahin.
Schön war die Zeit der Liebe, wo die Zweisamkeit noch zählte, und wir vieles zusammen machten, mit viel Spass und voller Liebe.
Dann kam der PC in unser Leben, seitdem ist er mein Konkurrent, Du verbringst Deine ganze Zeit davor, für mich bleibt nichts mehr übrig.
Schatz, willst Du denn nicht deinen Computer ausschalten und Dich auch um mich kümmern? Ich wäre Dir so dankbar, wenn Du von Deiner Aufmerksamkeit auch mir einen Teil schenken könntest!
Computer ist gut, aber muss er nonstopp laufen? Wir könnten wenigstens einen Kompromiss erarbeiten.
Die Hälfte Deiner freien Zeit sollten wir zusammen etwas machen, dann kannst Du die restliche Zeit am Computer herumbasteln.
So sind wir beide zufrieden, ich will Dir ja nichts verbieten, kann Dich nur ganz lieb bitten, und werde mich bei Dir revanchieren. Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers Die Tennung von Dee, 52134 Herzogenrath (Deutschand) ...fragte sie ihn verführerisch. Sie hatte ihr schönstes Kleid angezogen und wollte ihren Freund heute so richtig verführen, doch er schien nichts besseres vorzuhaben, als vor seinem PC zu sitzen und im Netz zu surfen. "Schatz wenn ich den PC nun herunterfahre, kann ich nicht mehr mit Mamma chatten. " "So so wenn es Dir also wichtiger ist mit Deiner Mutter zu chatten, als einen gemühtlichen Abend mit mir zu verbringen, dann kann ich ja gehen. Beim verlassen der Wohnung knallte sie unüberhörbar die Türe. Er wußte, dass er einen Fehler gemacht hatte, aber um ihr hinterher zu laufen und sie zurück zu holen, war er zu stolz. Annabell wußte, dass ihre Beziehung zu Tom so nicht weiter gehen konnte. Ständig hockte er vor seinem PC und ignorierte sie vollkommen. Selbst ihr Liebesleben war nicht mehr das was es einmal war. Es war zur Routine geworden. Annabell wollte eine Veränderung in ihrem Leben. Doch sie wollte Tom auch nicht verlieren, dazu liebte sie ihn viel zu sehr. Was war geshehen, fragte sie sich als sie die Straße hinunter ging um einefach den Kopf frei zu kriegen. Wie schön war doch der Anfang ihrer Beziehung? Er trug sie auf Händen und sie fühlte sich so geborgen. So hätte es ewig weitergehen können. Doch dann kaufte er sich dieses verfluchte Ding. Ab dem Zeitpunkt ging ihre Beziehung steil bergab. Tom verbrachte Mehr Zeit mit seinem PC, als mit ihr. Das internet war ihm wichtiger geworden als sie. Also legte auch sie sich Internet zu, um wenigstens so noch mit ihrem Freund zu kommunizieren, doch nichts war, wenn beide zur gleichen Zeit online waren und sie ihn ansprach, so bekam sie keine Antwort. Er verließ da Netz ohne auch nur ein kurzes Wort für sie übrig zu haben. Sie wußte sie musste eine Entscheidung treffen, oder besser gesagt er mußte sie treffen. Entweder sie oder der PC. Sie hatte zwar angst vor seiner Entscheidung, aber sie konnte nicht anders handeln. Sie stellte ihn am nächsten Tag zur Rede. "Entweder ich oder dein PC entscheide dich." "Du weißt, dass ich so eine Entscheidung nicht treffen werde, mein PC und Du ihr seid mir beide wichtig." erwiederte er ihr nur und wendete sich wieder seinem PC zu. "Dann treffe ich jetzt für mich eine Entscheidung. Tom, ich beende die Beziehung. Ich kann nicht mehr." Er zeigte keine Reaktion ,da er gerade mit seiner Mutter chattete. Annabell nahm ihre Tasche und verließ für immer seine Wohnung. Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers Hinweis: Für die Rechtschreibung und Zeichensetzung sind die Autoren selbst verantwortlich. Die Urheberrechte liegen beim jeweiligen Autor. |