| Hier lesen Sie die besten Beiträge der ersten Runde (Nov '01 - Jan '02), die unseren Autorinnen und Autoren zu einem Satz von Gao Xingjian eingefallen sind. Der Satz stammt aus der Erzählung »Fünfundzwanzig Jahre«. Sie findet sich im Fischer Taschenbuch 15183 mit dem Titel »Auf dem Meer«. Aus dem Chinesischen von Natascha Vittinghoff. ISBN 3-596-15183-X. 8,90 EUR: |  | »Ich hätte nicht gedacht, dass ich dich einmal wiedersehen würde« atmete er auf und setzte sich. Auch aus Freundschaft kann liebe werden. von Sabrina Gill, 21435 Ashausen Auch wenn es am Anfang ziemlich schwer war ihn zu küssen, ihn in meine Arme zu nehmen... doch jetzt möchte ich´s nie mehr missen. Berfreundet schon seid langer Zeit...suchten wir bald die Zweiwsamkeit. Nach einem Jahr wars dann geschehn, wir werden nie mehr alleinen gehn. Wir lieben uns in alle Zeit und sind in einem halben Jahr besegnet mit der 3. Zahl. Wir weden es genau so lieben wie wir gelernt haben uns zu lieben...mit dem Herzen. Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers Das hätte ich nicht gedacht von Bernd Kieckhöfel, 85276 Pfaffenhofen Klaus und Günter hatten das Abi hinter sich. Sie waren zum Schwimmen an den Mondsee gefahren, den sie heute für sich allein zu haben schienen. Erst wollte Klaus nicht mitkommen, doch Günter hatte ihn zu einer Spritztour in seinem neuen Auto überredet. Eigentlich war „neu“ nicht mehr ganz zutreffend, es zählte schon 13 Jahre. Als sie gegen Abend aufbrechen wollten, konnte Günter den Zündschlüssel nicht mehr finden. Schließlich gaben sie das Suchen auf und gingen in der Hoffnung zum Parkplatz zurück, dass er steckte oder irgendwo auf dem Weg lag. Dort angekommen entgleisten Günter die Gesichtszüge: Der Wagen war verschwunden! „Das ist bestimmt nur ein schlechter Scherz“, versuchte Klaus ihn zu beruhigen. Aber es half nichts, die Karre war weg! Und das Handy auch, er hatte es im Handschuhfach liegen lassen. Sie gingen die acht Kilometer ins Dorf zu Fuß. Nachdem sie zusammen bei der Polizei gewesen waren, liefen sie noch auf ein Bier in ihrer Stammkneipe ein. Für Günter war der Tag gelaufen, da halfen auch die aufmunternden Worte von Klaus und den anderen nicht. Am nächsten Morgen rief ein Beamter der örtlichen Wache an, sie hatten das Auto gefunden. Günter war ganz aus dem Häuschen, notierte die Adresse und hörte beim Rest nicht mehr richtig hin. Ich hätte nicht gedacht, dass ich dich einmal wiedersehen würde, atmete er auf und setzte sich. Er verständigte Klaus, der ihn mit dem Moped abholte. Sie fuhren zum Fundort, einer abgelegenen Straße in der Nähe vom Mondsee. Das Auto stand auf dem Seitenstreifen in der Sonne, aber irgendwas stimmte nicht. War es der Geruch? „Scheiße“, entfuhr es Günter, als er ins Innere blickte. „Diarrhö, um genau zu sein. Der Menge nach müssen es mindestens zwei Erwachsene gewesen sein. Vielleicht war ihr Döner schlecht gewesen“, dozierte Klaus als zukünftiger Medizinstudent nüchtern und deutete auf die Exkremente, die im Innenraum des Wagens verschmiert waren. „Hör auf“, würgte Günter, bevor er durch das offene Seitenfenster in den Wagen kotzte. „Jetzt kannste nur noch ´n Griff zum Wegwerfen dran schrauben. Klassischer Fall von Vandalismus, da zahlt die Versicherung keinen Pfennig!“ Wie sich bei der Verschrottung herausstellte, war noch genug Benzin im Tank. Aber der Motor gab keinen Ton mehr von sich: Kolbenfresser. Wie sie das Auto vorgefunden hatten, war offenbar der Dank der Diebe für diese Bescherung in der Mitte von nirgendwo. Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers ppa. von Aida March, 56072 Koblenz Zwischen Typen mit Kravatten und den ganzen Job-Debatten Zwischen diesen Schmetterlingen und den ganzen andren Dingen Steht da plötzlich einer da: blaue Augen - ppa.
Zwischen gestern, heute, morgen großem Murks und kleinen Sorgen Zwischen Morrison und Hesse kleinem Geist und grosser Fresse Ist er plötzlich wieder da: ohne Worte - ppa.
Zwischen Urlaub und Adressen Kamikaze und Vergessen Zwischen Kaiser, König, King Berlin und Fado, Goldt und Sting Ist es weg und ist es nah: wie geht´s weiter - ppa.? Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers ARAM von Sylvia Smuda, 71083 Herrenberg Erschreckt blickte Aram den Mann an, der sich neben ihm auf der Bank niedergelassen hatte. Scheiße! Blitzschnell drehte er sich weg und stand auf. Ich kenne Sie nicht, entgegnete er ablehnend und überlegte dabei, ob er einfach davongehen sollte. Aber der Mann würde ihm wohl möglich nachkommen und außerdem könnte seine Reaktion als Flucht gedeutet werden. Auf den Boden blickend ging er die zwei Schritte bis zum Seeufer. Dort bückte er sich um einen flachen Stein zu finden. Du bist doch der Aram und warst mal in meiner Klasse. Der Mann saß auf der Bank hinter ihm und seine Blicke schienen ihn zu durchbohren. So wie damals, dachte Aram und eine heiße Welle durchfuhr ihn. Ruhig bleiben, befahl er sich. Ich heiße nicht Aram, erwiderte er schroff. Komisch, sagte der Mann auf der Bank. Du hast die gleiche Narbe im Gesicht wie er. Seine Stimme klang fest. Verfluchter Mist! Er konnte nicht ewig hier sitzen und mit Steinchen spielen. Was tun? Die Gedanken schossen durch sein Gehirn wie der Stein über das Wasser. Und was soll mit diesem Aram los sein? Blödsinnige Frage. Es war nicht ganz einfach mit ihm, erwiderte der Mann und seine Stimme wurde weich. Aber ich würde ihn gerne einmal wiedersehen. Eine Falle. Damals war es dunkel gewesen, es gab keine Beweise. Nur Vermutungen wurden angestellt. Doch wer sonst hätte den Musiksaal aufbrechen und die wertvolle Anlage stehlen sollen? Die CRIPS waren in aller Munde, allen voran ihr Anführer: Aram. Das Blöde war nur, dass sie damals das Licht im Kopierzimmer nicht bemerkt hatten und wie gelähmt waren, als plötzlich ein Lehrer die Tür im 1.Stock öffnete und die Treppe hinunter gestürmt kam. Seine Angst war spürbar an der Art, wie er in das Dunkel starrte. Statt sie zu stellen, war er ins Lehrerzimmer gelaufen und hatte die Polizei verständigt. Bis die kam, waren sie natürlich über alle Berge. He Kumpel! Die Stimme ließ ihn zusammenfahren. Willst du etwa Frösche fangen? Rex, steh! Er hörte den Pitbull hinter sich hecheln. Abrupt sprang er auf. Hallo Rex. Er strich dem Hund übers Fell. Plötzlich lief er los. Such , rief er und bückte sich im Lauf nach einem Stock. Grüß Aram von mir, rief ihm der Mann hinterher, ich hätte gerne mit ihm gesprochen. Dann fügte er noch hinzu: Er war ein besonderer Junge. Aber Aram war schon zu weit weg um ihn noch zu hören. Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers Nach all dieser Zeit von Ursula Schmid-Spreer, 90459 Nürnberg Ich hätte nicht gedacht, dass ich dich einmal wiedersehen würde, atmete er auf und setzte sich. Wie lange ist das her?, meinte sie ironisch, zog die Mütze vom Kopf und schüttelte die Haare. Sie hielt beide Hände vor die Lippen, blies hinein und rieb sie aneinander. Kalt, sagte sie noch, und warum hast du dieses Treffen arrangiert? Nach dieser langen Zeit? Er betrachtete sie eingehend, die Gesichtszüge, den schön geschwungenen Mund, der seinem so ähnlich war. Wie oft wurde ihm gesagt, dass er weibliche Züge an sich hätte. Die Frauen liebten das Feminine an ihm und sie hassten seine Wandlung zum Brutalo. Nur ja nicht zeigen, wie verletzlich er war. Ich bin nie fortgegangen, meinte er. Ich war immer hier und ich habe dich nie aus den Augen verloren. Sie schluckte. Vater hat erzählt, dass du ausgewandert bist, einfach weg. Nicht einmal von mir hast du dich damals verabschiedet. Das Zimmer, das du verwüstet hast, wurde aufgeräumt, Vaters Veilchen ist abgeheilt und über das gestohlene Sparbuch haben wir nie mehr ein Wort verloren. Warum bist du jetzt zurück gekommen? Willst du an Vaters Grab um Vergebung bitten? Freunde haben mich aufgenommen und meine Wunden gepflegt. Was hattest du schon für Wunden? Weißt du überhaupt, was du mir angetan hast? Mein Bruder, mein Zwillingsbruder sogar. Wir waren doch immer etwas Besonderes und dann bist du einfach abgehauen. Sie schluchzte trocken auf, wischte hastig das Nass aus ihren Augenwinkeln. Er hatte wohl nie den Mut die Wahrheit zu sagen? Und jetzt ist er tot. Ich muss ihn also nicht mehr schonen. Hast du es nicht bemerkt, oder wolltest du es nicht sehen, dass Vater jeden Abend zu mir ins Zimmer kam? Ihre Augen wurden groß und rund. Kleine Mädchen werden von ihren Vätern sexuell belästigt, aber doch nicht Jungs. Ich konnte das nicht verstehen. Niemand wollte etwas bemerken. Auch du nicht und keiner hat mir geholfen. Dann habe ich zugeschlagen. Glaube mir, ich habe weder das Wohnzimmer verwüstet noch ein Sparbuch geklaut. Ich wollte nur weg und Vater nie wieder sehen. Es hat lange gedauert, bis ich darüber hinweg kam. Ich konnte mit niemandem sprechen, auch nicht mit dir, obwohl du doch ein Teil von mir bist. Deshalb bin ich jetzt so froh, dass du dich mit mir getroffen hast, denn ich hätte nicht gedacht, dass ich dich jemals einmal wiedersehen werde. Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers Hinweis: Für die Rechtschreibung und Zeichensetzung sind die Autoren selbst verantwortlich. Die Urheberrechte liegen beim jeweiligen Autor. |