| Hier lesen Sie die besten Beiträge der ersten Runde (Nov '01 - Jan '02), die unseren Autorinnen und Autoren zu einem Satz von Gao Xingjian eingefallen sind. Der Satz stammt aus der Erzählung »Fünfundzwanzig Jahre«. Sie findet sich im Fischer Taschenbuch 15183 mit dem Titel »Auf dem Meer«. Aus dem Chinesischen von Natascha Vittinghoff. ISBN 3-596-15183-X. 8,90 EUR: |  | »Ich hätte nicht gedacht, dass ich dich einmal wiedersehen würde« atmete er auf und setzte sich. bücke dich von Obek Mc Murphy, A-1090 Wien in des abends biergetränkter kühle zigarettenqualmgespenster ziehen durch den raum wer begreift all' die gefühle die mit ihnen zieh'n als traum und sie schweben hoch und höher licht und schön und hell und blau aber wenn der tag erwacht ist nur mehr gestank und grau und du sitzt auf mir AU!!! Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers Warentest von Hildegard Lena Kuhlenberg, 50968 Köln "Ich hätte nicht gedacht, daß ich dich einmal wiedersehen würde" atmete er auf und setzte sich. " Ich hab dich vermißt." Irmi hätte ihm eine runterhauen wollen allein schon wegen des geheuchelten Ausatmers und ärgerte sich, daß sie es nicht tat. Seit vorgestern wußten alle, daß sie eine Million im Internetlotto gewonnen hatte. Blöderweise hatten sie die Gewinner veröffentlicht, mit Foto sogar. Und beim Lottospielen im Internetcafe hatten sie sich kennengelernt. Wie das so ist, man kommt ins Gespräch und verabredet sich. Er hatte sie angemacht mit Sprüchen und so. "Du bist so geil, ich find dich Klasse". Irmi fand sich auch schön an jenem Abend. Klar hatte sie ein bißchen nachgeholfen. Der BH war einer von diesen Push-up Dingern und eine Stützstrumpfhose hatte sie angezogen, weil sie in der letzten Zeit ein bißchen viel gegessen hatte. Dann war sie noch zum Friseur gegangen und hatte sich geschminkt. Nach der Disco waren sie rausgefahren zum Baggersee. Da hatte er gesagt, sie solle sich ausziehen vor ihm, und sie hatte erst nicht gewollt. Dann hatte sie sich gedacht, was solls, hatte angefangen, und er hatte ihr dann auf einmal die Sachen vom Leib gerissen und immer "Mogelpackung, Mogelpackung" geschrien und "Stiftung Warentest" als sie nackt vor ihm stand. Dann hatte er ihre Klamotten in den See geworfen und sie hatte nachspringen müssen, bevor die untergingen. Dabei hatte sie noch gehört, wie er Wabbelfotze sagte und wegfuhr. Sie hatte am Baggersee geschlafen. Es war nicht kalt gewesen, trotzdem hatte sie gebibbert, bis sie, als es hell wurde, in die nassen Klamotten gestiegen und nach Hause gelaufen war. Ihre Tasche war im See, ihr Schlüssel auch, entsprechend schwierig war das Heimkommen. Tagelang hatte sie im Bett gelegen, nicht mal Musik gehört oder gechattet, getröstet nur durch Internetlotto und Lakritz. Dann hatte sie diese Million gewonnen, hatte im Hinterkopf registriert, daß sie aus dem Schneider war, hatte in der Fabrik gekündigt und kam jeden Tag in diesen Imbiß. Sie konnte es sich jetzt leisten, essen zu gehen. Trotzdem sollte das Geld möglichst lange reichen. Richtig alt würde sie sowieso nicht, dachte sie. Alt war für sie vierzig, weil sie so jung war. Bis vierzig sollte es reichen, dann -. "Schön siehst du aus. Ich könnte doch mit zu dir ..." Irmi hatte gerade eine Currywurst gegessen mit scharfem Messer. Das ging ganz leicht in ihn hinein. "Mogelpackung" sagte sie, als sie es rauszog und sah, daß noch nicht mal Blut kam. Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers Das Wi(e)dersehen von Der Widderseher, 93138 Lappersdorf Bisweilen sieht man einem Wiedersehen entgegen, das sich unversehens in ein Wider dem Sehen verwandelt und man ersehnt, den Gesehenen nie wieder zu sehen, bis das Sehnen nach einem Wiedersehen das Wider des Sehens zuwider werden lässt. Wem das Gedicht zuwider ist, der kann es ja nie wieder sehen mögen. Auf Wiedersehen! Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers Verzeih von Erika Sandner, 1030 Wien da stehst du ungläubig mit großen Augen mich anschauend als ob ich vom Mond oder sonst wo käme und redest dir die Seele aus dem Leib mir verständlich machend dass du mich liebst wunden leckend sehne ich mich nach dir weil ich nicht glauben kann nach langer Einsamkeit dass deine Worte an mich gerichtet auch mich meinen und wehre sie ab wie Wassertropfen am kalt gewordenen Glase abrutschen langsam ganz langsam hoffend auf deine Kraft auf dein Durchhaltevermögen lasse ich zu auserkoren zu sein und strecke zaghaft meine Hand die Wand durchbrechend nach dir aus verzeih' du hast die Ehre mich aus Dornröschens Schlaf zu wecken die Welt wieder sehen wollend in ihrer ganzen Klarheit in der du sein darfst wer du bist mit mir denn es kann ewig währen wenn solche Liebe sich erkennt. Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers Atempause von Lisa Reiser, 8413 Neftenbach, Schweiz Trotzdem muss ich Dir doch jetzt Lebewohl sagen, auch wenn es schön war, mich bei Dir Aufzuwärmen, sagte die kleine kondensierte Atemwolke, bevor sie sich vor seinen Augen in Luft auflöste...... Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers Hinweis: Für die Rechtschreibung und Zeichensetzung sind die Autoren selbst verantwortlich. Die Urheberrechte liegen beim jeweiligen Autor. |