Startseite Website Seite 140

Buchagent der besonderen Art gesucht

3

Buchsuche der besonderen ArtHeute erreichte uns eine buchaffine Anfrage, auf die wir keine Antwort wussten. Ja, das kommt vor. Daher geben wir die Frage hier weiter. Können Sie uns helfen?

Die Frage lautet: Gibt es im Internet einen verlagsübergreifenden Service, bei dem man seine Lieblingsautoren eingeben kann, sodass man automatisch eine eMail erhält, wenn ein neues Buch der Autorin oder des Autors auf den Markt kommt? Oder man interessiert sich für Bildbände über Australien und wird ebenfalls informiert, wenn ein neues Werk erscheint. Also so eine Art Google-Alert für Buchneuerscheinungen. Der Kartenverkäufer eventim.de bietet einen vergleichbaren Dienst für Konzerte an: beim Ticketalarm gibt man seine Lieblingskünster an. Sobald Karten für ein Konzert im Vorverkauf erhältlich sind, wird man per Mail informiert.

Im Buchbereich könnten einen solche Service eigentlich nur Buchverkäufer mit großer Datenbank anbieten. Und in der Tat hätten wir gedacht, dass es Amazon ermöglicht, beliebige Suchanfragen, als »Buchagent« zu speichern. Liefert die Abfrage neue Titel, erhält man eine eMail. Aber leider haben wir uns getäuscht, denn einen solchen Service gibt es bei Amazon nicht. Lediglich über das Erscheinen angekündigter Bücher kann man sich gezielt informieren lassen. Fehlanzeige auch bei den Buchgroßhändlern KNV (buchkatalog.de) und libri (libri.de). Auch das Verzeichnis lieferbarer Bücher (VlB) bietet diesen Service nicht.

Wer kennt einen solchen Dienst? Gibt es sowas überhaupt? Über Tipps und Hinweise freuen wir uns in den Kommentaren zu diesem Beitrag.

Willms‘ Woche: Von Bienen und Comics

Letztes Jahr wurde er groß gefeiert, denn da wäre er 175 Jahre alt geworden. Doch auch in 2008 wollen wir Wilhelm Busch nicht einfach übergehen. Denn schon wieder steht ein Jubiläum an, wenn auch ein trauriges – vor hundert Jahren starb mit ihm einer der bedeutendsten humoristischen Dichter Deutschlands.

Wilhelm Busch gilt als der Urvater des Comics. Er zerlegte die Handlungen seiner Geschichten in Einzelsituationen, stellte graphisch Bewegung und Aktion dar und unterlegte das Geschehen mit phantasievoller Lautmalerei. »Rickeracke! Rickeracke! Geht die Mühle mit Geknacke« aus seinem bekanntesten Werk »Max und Moritz« musste wohl fast jedes Kind einmal auswendig lernen. Buschs Lebenslauf begann jedoch für einen Dichter und Zeichner eher untypisch.

Folge 11: Pfarrer Menzel kratzt

Wenn es Pfarrer Menzel wo juckt, dann kratzt er sich dort auch mit einer Hingabe und einem Ausmaß, wie es Ort, Zeit und Umstände des Juckens a) erforderlich machen und b) gerade noch vertretbar erscheinen lassen. Am liebsten kratzt Pfarrer Menzel sich deshalb in der Badewannen, wenn er sich dort allein weiß. Er agiert dann allerdings nachgeradezu hemmungslos.

»Ich bin nicht meine Eltern« – Über das Buch »Räuberhände« von Finn-Ole Heinrich

Cover RäuberhändeDas Paradies der Jugend ist ein Schrebergartenhaus, es gehört Samuel und Janik. Hier kiffen sie, hier trinken sie Criss, Bier, Schnaps und Cola, reden und schweigen, lachen und posen. Samuel und Janik stehen kurz vor dem Abitur und vor allem: Sie sind Freunde. Ungefähr die besten, die man sich vorstellen kann. Janik, der Sohn aus gutem und furchtbar liberalen Holzelternhaus, und Samuel, Sohn der alkoholkranken Pennerin Irene. Ohne Vater aufgewachsen, hat sich Samuel in den Kopf gesetzt, dass sein namenloser Erzeuger Türke sei. Und so beschließen sie, gemeinsam in Istanbul nach Samuels Vater zu suchen. Kurz vor der Abreise macht Janik einen verhängnisvollen Fehler und stellt ihre Freundschaft auf eine harte Probe. Ihre Reise steht unter einem schlechten Stern. Die beiden fahren trotzdem los.

In seinem Romandebüt erzählt der 25-jährige Finn-Ole Heinrich die Geschichte einer Freundschaft und liefert damit einen herausragenden Coming-of-Age-Roman. Die beiden Jungs sind wie Brüder von zwei verschiedenen Planeten. Sie entdecken das Leben, die Liebe und die Schuld, versuchen die Ablösung vom Elternhaus und suchen nach ihrem Plan fürs Leben.

Folge 10: Pfarrer Menzel hungert

Wenn Pfarrer Menzel am Morgen aufgewacht ist und das Bett verlassen hat, dann pflegt er zu hungern. Es kann und soll nicht verschwiegen werden, dass dieses Hungern keinesfalls als Auswuchs religiöser Überzeugung gewertet werden darf. Vielmehr hat Pfarrer Menzel die Erfahrung gemacht, dass ihm Frühstücksbrötchen und Frühstücksbutter sowie Yams-Brombeer-Frühstücksmilch entscheidend besser munden, wenn er zuvor etwas gehungert hat. Verständlicherweise besitzt Pfarrer Menzel dieserhalb auch sehr viel an Einfühlungsfähigkeit in die Bewohnern der Sahel-Zone und in die Eingeborenenseelen von Bangladesch.

Bücher-Tauschbörse Hitflip wirbt für umstrittenen Adressensammler

Die Tauschbörse HitflipVor einigen Wochen konnte man sich im Internet vor gewissen Werbebannern kaum retten. Blinkend und mit einem Countdown versehen verkündeten sie dem Besucher einer Website, man sei per Zufallsgenerator ausgewählt und der mögliche Gewinner eines Audi A5. Damals haben auch wir uns über diese allzu durchsichtige Masche lustig gemacht.

Denn die aufdringliche Werbeform will natürlich nur eines: Ihre Adresse und Telefonnummer. Im Kleingedruckten des Teilnahmeformulars heißt es: Ich gebe dem Gewinnspiel-Veranstalter und dessen Gewinn-Sponsoren mein E-Mail- und telefonisches Werbeeinverständnis. Diese Einverständniserklärung kann nirgendwo abgewählt werden. Wer seine Adresse eingibt und abschickt, der stimmt ihr automatisch zu.

Im Klartext: Einen Audi A5 werden Sie wahrscheinlich nie gewinnen, dafür dürfte sich die Zahl der nervigen Werbeanrufe zu allen möglichen Tages- und Nachtzeiten mit großer Wahrscheinlichkeit erhöhen. Ist doch diese Klausel so beliebig formuliert, dass der Anbieter Ihre Daten theoretisch an jeden weitergeben kann. Garantiert unter den »Sponsoren«, die sich über Ihre Adresse freuen, sind z. B. Neckermann und einige Callcenter-Betreiber.

Umso erstaunter waren wir, als uns heute eine Mail der Bücher- und Medien-Tauschbörse Hitflip mit dem Betreff »Audi A5 für Peter Meier« erreichte (Name geändert). Das erschien uns merkwürdig. Zwar versuchte die ansonsten seriöse Tauschbörse Hitflip im letzen Jahr mit einem umstrittenen Wettbewerb auf sich aufmerksam zu machen, doch dass sie jetzt auf diese leicht anrüchige »Audi-Masche« aufspringt, wollten wir nicht glauben.

Abzocker-Website: Münchner Rechtsanwältin versucht Internet-Nutzer einzuschüchtern

66

Abgezockt auf www.gedichte-datenbank.deWie das Nachrichtenportal Golem.de berichtet, versucht die Münchner Rechtsanwältin Katja G. durch scharf formulierte Schreiben Internet-Nutzer einzuschüchtern, die auf die Websites der Firma NetContent Ltd. bzw. Online Service Ltd. hereingefallen sind. Über die Praktiken dieser Firma, die u.a. das Angebot www.gedichte-datenbank.de betreibt, haben wir im literaturcafe.de bereits berichtet (siehe »Wenn ein Goethe-Gedicht plötzlich 60 Euro kostet«).

Auf zahlreichen Websites stellt die dubiose Firma wertlose oder an anderer Stelle im Internet kostenlos erhältliche Inhalte bereit und versucht, dafür Geld zu kassieren. Allein die Zahl der entsprechenden Kommentare bei unserem Artikel zeigt, wie hoch die Zahl der Betroffenen sein muss.

Unter anderem mit der Drohung eines Schufa-Eintrags versucht nun die Münchner Anwältin, die vermeintlichen »Kunden« zusätzlich unter Druck zu setzen, damit diese den geforderten Betrag bezahlen.

Folge 9: Pfarrer Menzel verliert seinen Vornamen

Im Verlaufe einer seiner seltenen ausgesprochen aufrüttelnden Predigten verlor Pfarrer Menzel ganz unverfroren seinen Vornamen. Die anfänglich verständliche Panik in Gemeinde und in Pfarrer Menzel wich aber schon bald einer demütig duldenden Denkart, und zwar um und zu dem Augenblick, als sich herausstellte, dass der Vorname allen angestrengten Suchens und konzentrierten Forschens zum Hohne entscheidend unauffindbar blieb. Die darob bei Pfarrer Menzel entstehenden Zweifel, je einen Vornamen gehabt zu haben, wichen trotz alledem alsbald einem insgeheim inständigen Hoffen, dass er ihn erkennen würde können, riefe der HErr – sofern der ihn nicht vergessen hat – ihn bei demselben.

Website-Kritik: Das Literaturportal Westfalen

Literaturportal WestfalenJetzt hat auch Westfalen seit einigen Tagen sein eigenes Literaturportal. Unter der Web-Adresse www.literaturportal-westfalen.de soll die Literatur dieser Region vom 15. Jahrhundert bis heute in ihrer Vielfalt präsentiert werden. Träger des Web-Angebots sind die Stiftung Westfalen-Initiative, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, die Nyland-Stiftung und der mentis Verlag.

Wie präsentiert sich die Literaturlandschaft Westfalen im Netz? Nach dem recht ansprechenden Literaturport aus Berlin-Brandenburg und der desaströsen bundesweiten Internet-Ruine literaturportal.de haben wir einen Blick auf das neue westfälische Angebot geworfen.

Nach dem Aufruf von www.literaturportal-westfalen.de der erste Schock: Das literarische Info-Portal startet mit einer sage und schreibe 5 Megabyte großen Flash-Animation! Ein Website-Einstieg wie aus der Internet-Steinzeit, wobei Modem- und ISDN-Anwender, die trotz DSL nachwievor zahlreich vertreten sind, geschätzte 12 Minuten warten müssten, bis sie diesen überflüssigen Schnickschnack zu sehen bekämen.

Folge 8: Pfarrer Menzel hobelt

Für sein Leben gern hobelt Pfarrer Menzel aus knolligem Holz Vesperbrettchen. Seine Meisterleistung vollbrachte er, als es ihm gelang, eine ausrangierte Muttergottes auf ein in der Form durchaus ansprechendes Vesperbrettchen zu reduzieren. Übrigens ist es nicht wahr, dass er dieses dem Papst übereignet hat: vielmehr erhielt dieser eine schlichte Kopie, angefertigt aus einer in einem dunklen Winkel beinahe vergessenen, nichtsdestotrotz aber heimlich abmontierten und beflügelten Putte.

Folge 7: Pfarrer Menzel gleitet aus

In jungen Jahren glitt Pfarrer Menzel einmal aus; das begab sich, als eine betlägerige Gläubigerin dienstlich aufzusuchen er angewiesen worden war von höherer Instanz. In diesem Zusammenhang ereignete sich das Ausgleiten, dieweil es draußen glatt war. Um die Ursache dieser Glattheit wissen wir nicht. Jedenfalls kam Pfarrer Menzel zu spät zum Ölen. Folgen also hatte besagtes Ausgleiten nicht; es war mithin gewissermaßen vollständig sinnlos.

Willms‘ Woche: Schönheit und Jugend gegen Tugend und Moral

117 Jahre ist es her, dass im verregneten April eines der bekanntesten wie auch besten Bücher der Literaturgeschichte das Licht der Druckmaschine erblickte. »Das Bildnis des Dorian Gray« verhalf Oscar Wilde endgültig zum Durchbruch und ebnete den Weg für einen der größten Skandale der englischen Society. Nach eigener Aussage hatte Lord Alfred Douglas den »Dorian« bereits 14 Mal gelesen, bevor er einen Freund, der mit Wilde bekannt war, dazu drängte, ihm den Schriftsteller vorzustellen. Der Roman, der sich unter anderem mit der Frage beschäftigt, ob Schönheit und Jugend schwerer wiegen als Tugend und Moral, lebt von seinen geistreichen Unterhaltungen. Bonmots und amüsante Paradoxa gehörten nicht nur schriftlich zu Wildes Steckenpferden. In Gesellschaft drehte er erst richtig auf, erzählten jene, die ihn kannten. Da wir uns leider mit den schriftlichen Überlieferungen begnügen müssen, abschließend einige Köstlichkeiten aus dem »Bildnis des Dorian Gray«. Auch 117 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung in Buchform machen folgende Ausschnitte Lust auf mehr.

Folge 6: Pfarrer Menzel tobt

Einmal erlitt Pfarrer Menzel einen schwereren Anflug von Verstimmung und Schwermut, wovon die Ursache durchaus geheim ist. Nach längerer Andauer dieses Anflugs anfing in Pfarrer Menzel unvermutet eine unerhörte Unruhe: heftiges Sprechen, Schreien, Stanzen, überhaupt vermehrte Bewegung sowie gefahrdrohende Ausbrüche von Wut waren bemerkbar. Doch nur Ratgeber Raoul wurde überrascht und Zeuge, da er auf der Suche nach dem Nonnengeräusch wie zufällig gerade Pfarrer Menzels Lebens- und Wohnräume durchstriff.

Buchmesse LITERA in Linz: Kulturschau oder Provinztheater?

In der Kritik: Die Buchmesse LITERAVom 23. bis 27. April 2008 findet in der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz die LITERA statt. Als internationale Buchmesse von Rang war sie angekündigt, als dritte große Buchmesse im deutschsprachigen Raum neben Frankfurt und Leipzig. Neben internationalen Verlagen sollten dort hochdotierte Literaturpreise vergeben werden.

Tatsächlich scheint es jedoch nachwievor fraglich zu sein, ob die Messe überhaupt stattfinden kann, denn die Veranstalter leiden unter akuter Geldnot. Wie die Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN) berichten, hat der Direktor des Design-Centers in Linz angekündigt, die Tore geschlossen zu lassen, wenn der Veranstalter demnächst nicht das Geld für die Hallennutzung überweist.

Laut Veranstalter belaufen sich die Kosten der Messse auf 522.000 Euro, worin bereits Eigenleistungen im Wert von 254.000 Euro enthalten sein sollen. Bislang gibt es jedoch nur Fördergelder in Höhe von 10.000 Euro. Allein der Eröffnungsgast, der Dramatiker Peter Turrini, soll 3.000 Euro Gage bekommen. Land und Tourismusförderung haben die gestellten Förderanträge zurückgewiesen, wie die OÖN weiter berichtet, da der Buchmesse jegliches Konzept und die Wirtschaftplanung fehle.

Tipp: Den eigenen Text in Normseiten umwandeln

Als Inhalt einfügen: Text in Norseiten wandelnDas literaturcafe.de stellt kostenlos Vorlagen für Microsoft Office (Word) und Open Office (Writer) zur Verfügung, die der Formatierung einer Normseite entsprechen. Die Normseite ist eine in der Verlagswelt nachwievor gängige Maßeinheit für den Umfang eines Textes. Warum man allein durch Teilen der Zeichenzahl eines Textes nicht auf den Umfang in Normseiten kommt und alles andere Wissenswerte zur Normseite finden Sie auf unserer Erklärungsseite.

Nun sind die Vorlagen ideal, wenn man einen Text neu beginnt. »Wie bringe ich aber einen bereits geschriebenen Text mit einer abweichenden Formatierung ins Normseitenformat?«, so fragte uns unlängst eine Autorin.

Bevor Sie nun umständlich und zeitaufwändig versuchen, den bestehenden Text umzuformatieren, gehen Sie besser wie folgt vor.