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Buchempfehlung nicht nur für Autoren: Urheberrecht im Alltag

Sollten Sie haben: Urheberrecht im AlltagNicht zuletzt die »Copy-and-Paste«-Kultur und der Kostenlos- und Download-Wahn im Internet haben dazu geführt, dass die Rechte von Künstlern und Urhebern immer weniger respektiert und wahrgenommen werden. Dazu hat auch die »Raubkopierer sind Verbrecher«-Kampagne von Musikindustrie und Verlagen beigetragen, die im öffentlichen Bewusstsein die Meinung verankert hat, dass es beim Schutz des geistigen Eigentums lediglich darum gehe, dass die großen Konzerne noch mehr Geld verdienen.

Doch der Schutz des geistigen Eigentums ist wichtiger denn je! Künstler, Journalisten und andere Urheber müssen für ihre Arbeit gerecht entlohnt werden. Es ist wichtig, dass sowohl die Urheber als auch die, die – in welcher Form auch immer – von deren Arbeit profitieren, ihre Rechte und Pflichten kennen.

Als Autor wird man ständig mit urheberrechtlichen Fragen konfrontiert: Was muss ich tun, damit mein Text geschützt ist? Wie kann ich es verhindern, dass jemand meine Texte als seine eigenen ausgibt? Was mache ich, wenn ich mein Gedicht plötzlich auf einer anderen Website sehe? In welchem Umfang darf ich die Texte von anderen zitieren? Was muss ich mit einem Verlag alles rechtlich regeln?

Aber auch als Leser oder Hörer von Texten ergeben sich Fragen wie: Darf ich als Hesse-Fan das Gedicht »Stufen« abtippen und auf meiner Fan-Website veröffentlichen? Darf ich das neue Hörbuch von Frau Roche von CD auf meinen MP3-Player kopieren – oder gar auf den meiner Freundin?

All diesen Fragen – und noch vielen mehr – geht nun ein fast 400 Seiten starkes Buch nach, das verständlich und ohne juristische Fachsprache daherkommt. Und das Beste: Das Buch kostete nur 2 Euro!

Künstler fordern verstärkte Kriminalisierung von Fans und Kunden

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Offener Brief an die BundeskanzlerinAnlässlich des morgigen Tags des Geistigen Eigentums fordern zahlreiche, zum Teil bekannte Musiker, Schriftsteller und Verleger, die Kriminalisierung ihrer Fans und Kunden von staatlicher Seite weiter voranzutreiben. In einer ganzseitigen Anzeige, die heute in der Süddeutschen Zeitung, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der tageszeitung erschienen ist, fordern sie von der Bundeskanzlerin indirekt eine Lockerung des staatlichen Gewaltmonopols und des Datenschutzes, um mithilfe privater Ermittler schneller die Nutzer von Tauschbörsen und illegaler Downloadsites juristisch zu verfolgen. Vorbild soll hier das französische Modell sein, bei dem Rechteinhaber die Nutzerdaten recht einfach durch die Provider erhalten können oder der Netzzugang zensiert wird.

In den Anzeigen wird zudem nicht zwischen gewerblichen und privaten Nutzern unterschieden, sodass die von staatlicher Seite bislang verneinte »Kriminalisierung der Schulhöfe« (Kulturstaatsminister Neumann) weiter vorangetrieben werden sollte.

Zu lange schauten Musikindustrie und Verleger dem Treiben auf den illegalen Tauschbörsen zu, ohne legale Alternativen anzubieten oder Preis- und Produktpolitik zu ändern. Erst innovative und zunächst brachenfremde Unternehmen wie Apple mussten der Verwertungsindustrie Alternativen aufzeigen.

Folge 20: Pfarrer Menzel kuschelt

Wenn Pfarrer Menzel kuschelt, tut er das gerne mit dem kleinen Nilpferd, das er von seinem Lieblingsoberpriester im Verlaufe seiner Firmung klammheimlich überreicht bekam. Das Kuscheln geht so vor sich, dass er seine Nase gegen die des kleinen Nilpferds heftig-zärtlich reibt. Die Nase des kleinen Nilpferds ist inzwischen jeglicher Befellung entblößt, was ja eigentlich erstaunlich ist.

Folge 19: Pfarrer Menzel wird übel

Wenn Pfarrer Menzel Blut sieht oder riecht, wird ihm gotterbärmlich übel. Das wäre an sich jedoch nicht weiter erwähnenswert, stünde er damit nicht gleichzeitig unter dem elenden Druck seiner Amtspflichten, abzulesen an den Folgen, die gemäß der Transsubstantiationslehre während der Messe nach der Wandlung (das ist, wenn das Glöcklein in der Messe dreimal dreimal gebimmelt hat) regelmäßig dem Altartuch und der Casula anhaften. Teuer ist eine Reinigung von so kostbaren Stoffen zudem. Aber Pfarrer Menzel trägt sein Schicksal tapfer.

Für einen fairen Umgang zwischen Verlag und Autor – Autorenverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz veröffentlichen gemeinsame Erklärung

FAIRLAG - Aktionsbündnis für faire VerlageMit einer sogenannten »Fairlag-Erklärung« haben sich heute namhafte Autorenverbände und andere Institutionen des Literaturbetriebs aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an die Öffentlichkeit gewandt. Die Unterzeichner, die sich zu einem »Aktionsbündnis für faire Verlage« zusammengeschlossen haben, wenden sich in dem am Welttag des Buches (23. April 2008) veröffentlichten Text insbesondere gegen die schwarzen Schafe der sogenannten »Zuschussverlage«. Bei »Zuschussverlagen« ist die Zahlungsbereitschaft des Autors das ausschlaggebende Kriterium für die Veröffentlichung. Diese »Verlage« kehren das Verlagsprinzip somit um, indem sie keinerlei finanzielles Risiko tragen.

Besonders junge und unerfahrene Autoren werden nach Meinung der Autorenverbände von den unseriösen Unternehmen der Branche über »die Gefahren derartiger Publikationen auch nicht aufgeklärt«. So werde den Autoren aufgrund ihrer »erkauften Veröffentlichung« oft die Chance genommen, auf dem Literaturmarkt und bei anderen Verlagen Fuß zu fassen. Außerdem gingen einige der »Verlage« juristisch oder durch Diffamierungen vehement gegen Kritiker vor.

Folge 18: Pfarrer Menzel fährt Rad

Als Pfarrer Menzel Rad fuhr, verhielt er sich zweifelsohne vorschriftengemäß, als er den linken Fuß auf das linke Pedal setzte und umgekehrt. Dass er auf der Suche nach der Klingel abstürzte, ist höchstwahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass er in und wegen der Dunkelheit mit den Händen am Sattel abrutschte; dass er dabei auf der Lenkstange saß, darf wohl etwas dem Einfluss des neuen Messweins zuzuschreiben sein. Das Fahrrad übrigens hat er nie wieder gefunden! Sichere Quellen ziehen stark in Zweifel, dass Pfarrer Menzel überhaupt je eines besessen hat. Das braucht uns aber hier nicht weiter zu interessieren.

Literaturagentur von Werneke: seriös oder nicht?

Literaturagentur von WernekeGesucht wird der Literaturagent Friedr. Wilh. von Werneke. Der Mann mit den abgekürzten Vornamen betreibt scheinbar eine Literaturagentur in Berlin, und es existieren nachweislich eMails, die seinen Namen tragen. Es gibt sogar eine Homepage, auf der er um Autoren wirbt. Nur: das Büro in Berlin entpuppt sich bei näherem Hinsehen lediglich als gemieteter Briefkasten und fragt man bei einigen kleineren und größeren Verlagen nach, so ist dort ein Literaturagent mit Namen Werneke nicht bekannt.

Tatsächlich häufen sich in unserer Redaktion in letzter Zeit die Nachfragen besorgter Autoren nach der Seriosität der Literaturagentur Friedr. Wilh. von Werneke. Erst unlängst hatten wir eine Liste mit möglichen Kennzeichen unseriöser Agenturen veröffentlicht, und die adelige Berliner Agentur scheint diese Negativpunkte fast vollständig zu erfüllen. Freilich: diese Kennzeichen müssen nicht automatisch auf unseriöse Literaturagenten schließen lassen, allerdings ist erhöhte Vorsicht geboten!

Doch im Falle Werneke sind es nicht nur diese Negativpunkte, sondern eine ganze Reihe weiterer Indizien, die darauf schließen lassen, dass es dem Adelsmann lediglich darum geht, indirekt Geld von Autoren abzukassieren und man daher mit Herrn von Werneke – so er überhaupt existiert – besser keinen Kontakt aufnehmen sollte.

Folge 17: Pfarrer Menzel tritt fehl

Pfarrer Menzels Fehltritt war nicht, wie böszungig gemunkelt wurde, dass er fremdgegangen sei, was weder dem Tatbestand noch dem Begriff gerecht wird, sondern die Ursache des komplizierten Beinbruchs: er betrat nach erfolgreichem Polieren des Hauptklöppels – statt wie vermutet die oberste Leitersprosse – den freien Raum unmittelbar daneben. Einigermaßen heftig gestaltete sich der Aufprall: vom linken Bein bröckelte eine Kleinigkeit weg.

Willms‘ Woche: Willy or no Willy – that is the question!

Viele dicke Wälzer sind von schlauen Leuten über William Shakespeare verfasst worden. Doch egal, wie viele Seiten an biografischen Details sich aneinanderreihen, sicher weiß man nur eines: Man weiß so gut wie gar nichts über William Shakespeare.

Wir können noch nicht einmal sagen, ob wir seinen Geburtstag diese Woche zu Recht feiern, denn der Tag an dem Klein-William in Stratford-upon-Avon das Licht der Welt erblickt haben soll, ist ebenfalls nichts als pure Spekulation.

Macht aber gar nix! Glücklicherweise richtete sich die Literaturwissenschaft bei der Findung seines Geburtsdatums nach seinem Sterbetag. Wenn wir also am 23. April William Shakespeares gedenken, dann feiern wir die Feste einfach, wie sie fallen: Sollte er an diesem Tag nicht seinen 444. Geburtstag begehen, so ist er zumindest vor 392 Jahren gestorben.

Er? Leider ist man sich seit 4 Jahren auch in diesem Punkt nicht mehr ganz einig.

Folge 16: Pfarrer Menzel bügelt

Seit dem Verschwinden der Haushälterin bügelte Pfarrer Menzel eigenhändig seine Manipula, aber am liebsten glättete er die Beffchen seines protestantischen Amtsbruders. Sehr zugute kam ihm dabei ein Kursus in Selbstfürsorge, den vor Jahren er eher zufällig besucht und mit Zertifikat zu einem Abschluss gebracht hat. Darauf ist Pfarrer Menzel ganz schön stolz. Deswegen möchte er auch nicht, dass das Brandloch in seiner Feierabendsoutane Erwähnung findet.

Folge 15: Pfarrer Menzel versteckt sich

Zu lieber Angewohnheit hat Pfarrer Menzel es werden lassen, sich bei Gewitter zu verstecken. Dank jahrelanger Übung gelingt ihm dies jetzt sogar schon bei drohendem, ja sogar schon lediglich herannahendem. Beim Verstecken wiederum hat er es zu einer solch teuflischen Vertracktheit gebracht, dass er schon mal zwei bis drei Tage unwiederbringlich verschollen ist. Sein hoch entwickeltes Pflichtgefühl hingegen lässt eine Versäumnis in Sachen Predigt nicht zu: da weiß die Gemeinde wohl ein oder gar zwei Liedlein von zu singen. Soweit wir wissen, tut sie es nicht.

Folge 14: Pfarrer Menzel schläft

Einmal schlief Pfarrer Menzel über Gebühr, und als er dann doch noch seine Augen aufschlug, war er so verwundert, dass er ohne weiteres sie beide zugleich mit den Zeigefingergrundgelenken wund rieb. Was soll man dazu sagen!

»Für Meinungsfreiheit« – Autorenverbände wollen sich von Verlagsgruppe nicht einschüchtern lassen

Ausschnitt aus der Presseinfo des VSEigentlich ist es noch gar nicht offiziell: Am 23. April 2008, dem Welttag des Buches, planen nahezu alle namhaften Autorenverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit einer gemeinsamen Erklärung an die Öffentlichkeit zu treten. Es ist vorgesehen, dass sich die Autorenvertretungen in dieser sogenannten »Fairlag-Erklärung« für einen fairen Umgang zwischen Verlagen und Autoren aussprechen. Hierzu gehöre es nach Meinung der Autorenverbände auch, dass ein Autor für eine Veröffentlichung vom Verlag Geld bekommt – und nicht umgekehrt. Die geplante Erklärung blickt daher kritisch auf die sogenannten Zuschussverlage, wobei sie dieses Geschäftsmodell jedoch nicht mit Bausch und Bogen verdammt. Vielmehr soll sich die Erklärung gegen die schwarzen Schafe der Branche richten, die nach Meinung der Autorenverbände mit den Autoren alles andere als fair umgehen und ihnen offenbar Versprechungen über Erfolge und Verkaufspotenziale machen, die nicht immer der Wirklichkeit entsprächen. Unerfahrene Autoren laufen hier Gefahr, durch Unwissen und Naivität eine mögliche Karriere durch eine Veröffentlichung in einem Zuschussverlag mit weniger gutem Ruf zu verbauen.

Noch ist der Text der Erklärung in der internen Diskussion, doch ist ein Entwurf offenbar im Vorfeld der »Frankfurter Verlagsgruppe Holding AG August von Goethe« zugespielt worden. Diese lässt nun die Muskeln spielen und versucht, die Autorenverbände einzuschüchtern und droht ihnen über einen Rechtsanwalt per Fax mit juristischen Schritten, falls diese die Erklärung unterzeichnen.

Folge 13: Pfarrer Menzel liest

Wenn Pfarrer Menzel liest, greift er in der Regel zu einem Buch, das z. B. ein Erzdiözesan ihm wärmstens ans Herz gelegt hat. Deswegen in erster Linie wohl sieht man Pfarrer Menzel beim konzentrierten Lesen so überaus selten schmunzeln. Aber das macht nichts.

Folge 12: Pfarrer Menzel gräbt

Erst kürzlich wurde Pfarrer Menzel mit Spaten bei intensiven Erdarbeiten in der linken hinteren Ecke des Pfarrgartens ertappt. Da aber die Haushälterin ganz offiziell und regulär gekündigt hatte und auch schon über einen längeren Zeitraum weg war, maß man Pfarrer Menzels ungewöhnlicher Tätigkeit keinen besonderen Wichtigkeitswert zu. Folgerichtig vergaß man es einfach wieder, und jetzt will niemand etwas bemerkt haben. So ist der Mensch!