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Website-Kritik: Das Literaturportal Westfalen

Literaturportal WestfalenJetzt hat auch Westfalen seit einigen Tagen sein eigenes Literaturportal. Unter der Web-Adresse www.literaturportal-westfalen.de soll die Literatur dieser Region vom 15. Jahrhundert bis heute in ihrer Vielfalt präsentiert werden. Träger des Web-Angebots sind die Stiftung Westfalen-Initiative, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, die Nyland-Stiftung und der mentis Verlag.

Wie präsentiert sich die Literaturlandschaft Westfalen im Netz? Nach dem recht ansprechenden Literaturport aus Berlin-Brandenburg und der desaströsen bundesweiten Internet-Ruine literaturportal.de haben wir einen Blick auf das neue westfälische Angebot geworfen.

Nach dem Aufruf von www.literaturportal-westfalen.de der erste Schock: Das literarische Info-Portal startet mit einer sage und schreibe 5 Megabyte großen Flash-Animation! Ein Website-Einstieg wie aus der Internet-Steinzeit, wobei Modem- und ISDN-Anwender, die trotz DSL nachwievor zahlreich vertreten sind, geschätzte 12 Minuten warten müssten, bis sie diesen überflüssigen Schnickschnack zu sehen bekämen.

Folge 8: Pfarrer Menzel hobelt

Für sein Leben gern hobelt Pfarrer Menzel aus knolligem Holz Vesperbrettchen. Seine Meisterleistung vollbrachte er, als es ihm gelang, eine ausrangierte Muttergottes auf ein in der Form durchaus ansprechendes Vesperbrettchen zu reduzieren. Übrigens ist es nicht wahr, dass er dieses dem Papst übereignet hat: vielmehr erhielt dieser eine schlichte Kopie, angefertigt aus einer in einem dunklen Winkel beinahe vergessenen, nichtsdestotrotz aber heimlich abmontierten und beflügelten Putte.

Folge 7: Pfarrer Menzel gleitet aus

In jungen Jahren glitt Pfarrer Menzel einmal aus; das begab sich, als eine betlägerige Gläubigerin dienstlich aufzusuchen er angewiesen worden war von höherer Instanz. In diesem Zusammenhang ereignete sich das Ausgleiten, dieweil es draußen glatt war. Um die Ursache dieser Glattheit wissen wir nicht. Jedenfalls kam Pfarrer Menzel zu spät zum Ölen. Folgen also hatte besagtes Ausgleiten nicht; es war mithin gewissermaßen vollständig sinnlos.

Willms‘ Woche: Schönheit und Jugend gegen Tugend und Moral

117 Jahre ist es her, dass im verregneten April eines der bekanntesten wie auch besten Bücher der Literaturgeschichte das Licht der Druckmaschine erblickte. »Das Bildnis des Dorian Gray« verhalf Oscar Wilde endgültig zum Durchbruch und ebnete den Weg für einen der größten Skandale der englischen Society. Nach eigener Aussage hatte Lord Alfred Douglas den »Dorian« bereits 14 Mal gelesen, bevor er einen Freund, der mit Wilde bekannt war, dazu drängte, ihm den Schriftsteller vorzustellen. Der Roman, der sich unter anderem mit der Frage beschäftigt, ob Schönheit und Jugend schwerer wiegen als Tugend und Moral, lebt von seinen geistreichen Unterhaltungen. Bonmots und amüsante Paradoxa gehörten nicht nur schriftlich zu Wildes Steckenpferden. In Gesellschaft drehte er erst richtig auf, erzählten jene, die ihn kannten. Da wir uns leider mit den schriftlichen Überlieferungen begnügen müssen, abschließend einige Köstlichkeiten aus dem »Bildnis des Dorian Gray«. Auch 117 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung in Buchform machen folgende Ausschnitte Lust auf mehr.

Folge 6: Pfarrer Menzel tobt

Einmal erlitt Pfarrer Menzel einen schwereren Anflug von Verstimmung und Schwermut, wovon die Ursache durchaus geheim ist. Nach längerer Andauer dieses Anflugs anfing in Pfarrer Menzel unvermutet eine unerhörte Unruhe: heftiges Sprechen, Schreien, Stanzen, überhaupt vermehrte Bewegung sowie gefahrdrohende Ausbrüche von Wut waren bemerkbar. Doch nur Ratgeber Raoul wurde überrascht und Zeuge, da er auf der Suche nach dem Nonnengeräusch wie zufällig gerade Pfarrer Menzels Lebens- und Wohnräume durchstriff.

Buchmesse LITERA in Linz: Kulturschau oder Provinztheater?

In der Kritik: Die Buchmesse LITERAVom 23. bis 27. April 2008 findet in der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz die LITERA statt. Als internationale Buchmesse von Rang war sie angekündigt, als dritte große Buchmesse im deutschsprachigen Raum neben Frankfurt und Leipzig. Neben internationalen Verlagen sollten dort hochdotierte Literaturpreise vergeben werden.

Tatsächlich scheint es jedoch nachwievor fraglich zu sein, ob die Messe überhaupt stattfinden kann, denn die Veranstalter leiden unter akuter Geldnot. Wie die Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN) berichten, hat der Direktor des Design-Centers in Linz angekündigt, die Tore geschlossen zu lassen, wenn der Veranstalter demnächst nicht das Geld für die Hallennutzung überweist.

Laut Veranstalter belaufen sich die Kosten der Messse auf 522.000 Euro, worin bereits Eigenleistungen im Wert von 254.000 Euro enthalten sein sollen. Bislang gibt es jedoch nur Fördergelder in Höhe von 10.000 Euro. Allein der Eröffnungsgast, der Dramatiker Peter Turrini, soll 3.000 Euro Gage bekommen. Land und Tourismusförderung haben die gestellten Förderanträge zurückgewiesen, wie die OÖN weiter berichtet, da der Buchmesse jegliches Konzept und die Wirtschaftplanung fehle.

Tipp: Den eigenen Text in Normseiten umwandeln

Als Inhalt einfügen: Text in Norseiten wandelnDas literaturcafe.de stellt kostenlos Vorlagen für Microsoft Office (Word) und Open Office (Writer) zur Verfügung, die der Formatierung einer Normseite entsprechen. Die Normseite ist eine in der Verlagswelt nachwievor gängige Maßeinheit für den Umfang eines Textes. Warum man allein durch Teilen der Zeichenzahl eines Textes nicht auf den Umfang in Normseiten kommt und alles andere Wissenswerte zur Normseite finden Sie auf unserer Erklärungsseite.

Nun sind die Vorlagen ideal, wenn man einen Text neu beginnt. »Wie bringe ich aber einen bereits geschriebenen Text mit einer abweichenden Formatierung ins Normseitenformat?«, so fragte uns unlängst eine Autorin.

Bevor Sie nun umständlich und zeitaufwändig versuchen, den bestehenden Text umzuformatieren, gehen Sie besser wie folgt vor.

Folge 5: Pfarrer Menzel spielt

War Pfarrer Menzel freundlicher Grundstimmung und gewann diese Überhand, dann konnte es schon geschehen, dass Pfarrer Menzel mit sich spielte, was ihm viel Freude machte.

Kurt Vonneguts hinterlistige Ratschläge für kreatives Schreiben

Kurt Vonnegut: Suche Traum, biete michDer im letzten Jahr verstorbene Kurt Vonnegut – vor allem bekannt durch seine Science-Fiction-Romane und -Erzählungen – hat auch einmal einen Kurs für kreatives Schreiben geleitet – und seine Regeln sind ganz schön hinterlistig! Gefunden haben wir sie in der Einleitung zu seiner Sammlung von Kurzgeschichten »Suche Traum, biete mich« (übersetzt von Harry Rowohlt). Diese Regeln – zu finden auf Seite 19 des Werkes – möchten wir Ihnen nicht vorenthalten:

Folge 4: Pfarrer Menzel flucht

Als dem Pfarrer Menzel beim Fressen beim Fernsehen dem Kartoffel aus dem Maul fiel, nahm er das nicht weiter ernst, erkannte auch nicht, dass ihn dieses Erlebnis als Vorahnung hätte mahnen müssen, ja können. Und obwohl er ein Buch ganz ähnlichen Titels anlässlich einer mit der Beichte zusammenhängenden Handlung überreicht bekam, schwante ihm immer noch nichts. Zu spät war es dann, als er das Büchlein – wenn auch nur diagonal – las: angesichts des für dies Büchelchen verantwortlich zeichnenden Autors E. H. christenverfolgerischer Abgefeimtheit durchmaß ihn ein so heiliger Zorn, dass er kurzerdings »Herr, kotzs Sakrament« fluchte, was ihm Gottseidank sofort danach Leid tat.

Folge 3: Pfarrer Menzel lacht wegen einem Witz

Als Pfarrer Menzel den Witz von den Wüstenerlebnissen der beiden Schildkröten hörte, wirkte dieser so nachhaltig, dass Pfarrer Menzel noch Wochen später alle ihm zur Verfügung stehenden Fert- und Fähigkeiten aufbringen musste, nicht laut von der Kanzel herunterzuplatzen, denn jedes Mal, wenn zu predigen er anheben wollte, fiel ihm ein der Schluss-Satz aus dem Witz: »Hab ich mir doch gleich gedacht, dass du mich betrügen willst!«

Kein Scherz: Raubkopien halten Autoren vom Schreiben ab

Times OnlineNatürlich war unsere gestrige Meldung über die radikale Protest-Maßnahme der Buchkonzerne ein Aprilscherz. Kein Scherz war jedoch das abschließende Zitat der britischen Society of Authors, dessen deutsche Übersetzung wir der österreichischen Zeitung »Die Presse« entnommen haben. Darin beklagen die britischen Autoren, dass die Verbreitung von Raubkopien ihrer Bücher im Internet dazu führt, dass Autoren nicht mehr für ihre Arbeit entlohnt werden und dies letztendlich bedeutet, dass einige ganz aufhören werden, Bücher zu schreiben.

Im Original ist der Artikel im Online-Angebot der Times zu finden. Der Titel »Internet book piracy will drive authors to stop writing« lässt zunächst befürchten, dass hier wieder die insbesondere bei Verlagen beliebte Meinung vertreten wird, dass Raubkopien den Buchverkäufen schaden und man daher juristisch und am besten gleich strafrechtlich gegen Raubkopierer vorgehen sollte. Wie berichtet, gibt es hierzu durchaus völlig gegensätzliche Meinungen.

Protest gegen Raubkopien: Verlagskonzerne stellen nicht auf der Frankfurter Buchmesse aus

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Ist die Frankfurter Buchmesse bedroht?Buchmessedirektor Jürgen Boos bemüht sich, die Wogen zu glätten: »Dass die großen Konzernverlage von Holtzbrinck und Bertelsmann nicht auf der diesjährigen Messe ausstellen, ist nicht automatisch das Ende der Frankfurter Buchmesse.« Bertelsmann und Holtzbrinck, zu denen Verlage wie Goldmann, Heyne, Rowohlt und Fischer gehören, hatten heute morgen auf einer gemeinsamen Pressekonferenz bekannt gegeben, dass sie in diesem Jahr an ihren Messeständen keine Bücher ausstellen werden.

Aus Protest vor der zunehmenden Zahl von Raubkopien wollen die Konzernverlage ihre Stände mit leeren Regalen präsentieren. »Wir wissen«, so Bertelsmann-Sprecher Günther Weiß auf der Pressekonferenz, »dass dies auch ein harter Schlag für die Messe ist, jedoch müssen wir zu diesen drastischen Maßnahmen greifen, um den kriminellen Lesern vor Augen zu führen, welche Konsequenzen ihr Tun haben wird.«

Bereits jetzt ist die Zahl der verkauften Bücher auf 42% zurückgegangen. »Wenn sich an der gegenwärtigen Situation mit der zunehmenden Piraterie im Internet nichts ändert, werden Buchautoren über kurz oder lang dazu gezwungen sein, mit dem Schreiben aufzuhören«, so zitiert die Österreichische Zeitung Die Presse die britische Society of Authors.

Folge 2: Pfarrer Menzel verliebt sich

Die Seitenansicht einer wallend-weiß lang und weit gekleidet kniend anbetenden und wohl jungfräulichen Maid auf einem Votivbildchen erregte dermaßen Pfarrer Menzels Begehr, dass er sich vier Tage später das Bildchen operativ entfernen lassen musste.

Willms‘ Woche: Mit und ohne Sex am 1. April

Die Startbedingungen hätten für Edgar Wallace wohl besser sein können. Als uneheliches Kind eines Schauspielerpärchens geboren, wurde er noch als Säugling von einem Londoner Fischhändler adoptiert. Eine fundierte Schulbildung ließen die ärmlichen Lebensbedingungen nicht zu. Obwohl er sich bald als Kriegsberichtserstatter und Journalist einen Namen machte, litt er doch zeit seines Lebens unter enormem Gelddruck, und das, obwohl sein erster Roman »Die vier Gerechten« ein wirklicher Hit wurde. Wallace hatte den Krimi in Eigenregie veröffentlicht und einen Geldpreis von 500 Pfund für jeden Leser ausgeschrieben, der das darin enthaltene Rätsel knacken konnte. Bedauerlicherweise war die Lösung wohl zu offensichtlich: Das Preisausschreiben trieb den Schriftsteller fast in den Ruin. Vom Kurs ließ sich Edgar Wallace jedoch nicht abbringen, er verfasste einige der bekanntesten Kriminalromane der Literaturgeschichte, wurde in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Durch seinen Hang zum Luxus und zum Glücksspiel hatte Edgar Wallace selbst stets mit finanziellen Problemen zu kämpfen.