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9. BuchMarkt-AWARD für Marketingkommunikation belegt die Internet-Defizite der Verlagsbranche

Ein Virus im SYSTEM?Gestern wurde auf der Leipziger Buchmesse zum 9. Mal der BuchMarkt-AWARD für Marketingkommunikation vergeben. Nach Angaben der Veranstalter ist es der einzige Marketing-Preis der Buchbranche und eine Zusammenarbeit zwischen dem Branchenmagazins BuchMarkt, der Zeitung DIE WELT, Mohn media und der Leipziger Buchmesse. Neben eher klassischen Marketingmaßnahmen wird der Preis auch in der Kategorie »Internet« vergeben.

Jedoch belegen die Auszeichnungen der Kategorie »Internet«, wie wenig die Verlagsbranche das Medium verstanden hat. Genauer muss man sagen: Die Liste der Gewinner ist der Beleg, dass die Jurymitglieder vom Internet keine Ahnung haben und offenbar nur toll finden, was sich bewegt und dreht. Denn die vier Gewinnerbeiträge oder Websites sind ausnahmslos zum Teil sehr üppig und aufwändig gestaltete Flash-Animationen. Viele davon öffnen Popup-Fenster und scheitern bereits am Popup-Blocker moderner Browser. Internet von vorgestern, Multimedia-Schlachten wie einst in der Welt der CD-ROM.

Das ist ohne Frage alles nett und schön gemacht und wahrscheinlich saß die Jury begeistert vor den Bildschirmen, beispielsweise beim Gold-Gewinner-Flash »Das System«. Aber es hat nichts mit der aktuellen Internet-Welt zu tun. Wo sind die Blogs? Die Podcasts? Wo sind die interaktiven Elemente und die Nutzer-(d.h. Leser-)Einbindung? Virale Ansätze? Am ehesten ist dies noch beim Bronze-Gewinner, der Website zum Buch »Absender unbekannt« gegeben. Aber sonst: Nur animierte und bewegte Verlagsprospekte, denen man auch hinsichtlich ihrer Suchmaschinenfreundlichkeit nur schlechte Noten ausstellen muss. Marketing im Internet und Markenkommunikation im Netz kann und muss heute mehr sein.

Also, liebe Menschen von BuchMarkt, WELT, Mohn media und der Leipziger Buchmesse: wenn das im nächsten Jahr wieder so ausgeht, dann benennt die Kategorie »Internet« doch in das um, was ihr dort wirklich auszeichnet: »Die besten Flash-Websites«. Oder aber ihr holt Leute in die Jury, die Ahnung vom Internet haben.

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