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Willms‘ Woche: Willy or no Willy – that is the question!

Viele dicke Wälzer sind von schlauen Leuten über William Shakespeare verfasst worden. Doch egal, wie viele Seiten an biografischen Details sich aneinanderreihen, sicher weiß man nur eines: Man weiß so gut wie gar nichts über William Shakespeare.

Wir können noch nicht einmal sagen, ob wir seinen Geburtstag diese Woche zu Recht feiern, denn der Tag an dem Klein-William in Stratford-upon-Avon das Licht der Welt erblickt haben soll, ist ebenfalls nichts als pure Spekulation.

Macht aber gar nix! Glücklicherweise richtete sich die Literaturwissenschaft bei der Findung seines Geburtsdatums nach seinem Sterbetag. Wenn wir also am 23. April William Shakespeares gedenken, dann feiern wir die Feste einfach, wie sie fallen: Sollte er an diesem Tag nicht seinen 444. Geburtstag begehen, so ist er zumindest vor 392 Jahren gestorben.

Er? Leider ist man sich seit 4 Jahren auch in diesem Punkt nicht mehr ganz einig.

Folge 16: Pfarrer Menzel bügelt

Seit dem Verschwinden der Haushälterin bügelte Pfarrer Menzel eigenhändig seine Manipula, aber am liebsten glättete er die Beffchen seines protestantischen Amtsbruders. Sehr zugute kam ihm dabei ein Kursus in Selbstfürsorge, den vor Jahren er eher zufällig besucht und mit Zertifikat zu einem Abschluss gebracht hat. Darauf ist Pfarrer Menzel ganz schön stolz. Deswegen möchte er auch nicht, dass das Brandloch in seiner Feierabendsoutane Erwähnung findet.

Folge 15: Pfarrer Menzel versteckt sich

Zu lieber Angewohnheit hat Pfarrer Menzel es werden lassen, sich bei Gewitter zu verstecken. Dank jahrelanger Übung gelingt ihm dies jetzt sogar schon bei drohendem, ja sogar schon lediglich herannahendem. Beim Verstecken wiederum hat er es zu einer solch teuflischen Vertracktheit gebracht, dass er schon mal zwei bis drei Tage unwiederbringlich verschollen ist. Sein hoch entwickeltes Pflichtgefühl hingegen lässt eine Versäumnis in Sachen Predigt nicht zu: da weiß die Gemeinde wohl ein oder gar zwei Liedlein von zu singen. Soweit wir wissen, tut sie es nicht.

Folge 14: Pfarrer Menzel schläft

Einmal schlief Pfarrer Menzel über Gebühr, und als er dann doch noch seine Augen aufschlug, war er so verwundert, dass er ohne weiteres sie beide zugleich mit den Zeigefingergrundgelenken wund rieb. Was soll man dazu sagen!

»Für Meinungsfreiheit« – Autorenverbände wollen sich von Verlagsgruppe nicht einschüchtern lassen

Ausschnitt aus der Presseinfo des VSEigentlich ist es noch gar nicht offiziell: Am 23. April 2008, dem Welttag des Buches, planen nahezu alle namhaften Autorenverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit einer gemeinsamen Erklärung an die Öffentlichkeit zu treten. Es ist vorgesehen, dass sich die Autorenvertretungen in dieser sogenannten »Fairlag-Erklärung« für einen fairen Umgang zwischen Verlagen und Autoren aussprechen. Hierzu gehöre es nach Meinung der Autorenverbände auch, dass ein Autor für eine Veröffentlichung vom Verlag Geld bekommt – und nicht umgekehrt. Die geplante Erklärung blickt daher kritisch auf die sogenannten Zuschussverlage, wobei sie dieses Geschäftsmodell jedoch nicht mit Bausch und Bogen verdammt. Vielmehr soll sich die Erklärung gegen die schwarzen Schafe der Branche richten, die nach Meinung der Autorenverbände mit den Autoren alles andere als fair umgehen und ihnen offenbar Versprechungen über Erfolge und Verkaufspotenziale machen, die nicht immer der Wirklichkeit entsprächen. Unerfahrene Autoren laufen hier Gefahr, durch Unwissen und Naivität eine mögliche Karriere durch eine Veröffentlichung in einem Zuschussverlag mit weniger gutem Ruf zu verbauen.

Noch ist der Text der Erklärung in der internen Diskussion, doch ist ein Entwurf offenbar im Vorfeld der »Frankfurter Verlagsgruppe Holding AG August von Goethe« zugespielt worden. Diese lässt nun die Muskeln spielen und versucht, die Autorenverbände einzuschüchtern und droht ihnen über einen Rechtsanwalt per Fax mit juristischen Schritten, falls diese die Erklärung unterzeichnen.

Folge 13: Pfarrer Menzel liest

Wenn Pfarrer Menzel liest, greift er in der Regel zu einem Buch, das z. B. ein Erzdiözesan ihm wärmstens ans Herz gelegt hat. Deswegen in erster Linie wohl sieht man Pfarrer Menzel beim konzentrierten Lesen so überaus selten schmunzeln. Aber das macht nichts.

Folge 12: Pfarrer Menzel gräbt

Erst kürzlich wurde Pfarrer Menzel mit Spaten bei intensiven Erdarbeiten in der linken hinteren Ecke des Pfarrgartens ertappt. Da aber die Haushälterin ganz offiziell und regulär gekündigt hatte und auch schon über einen längeren Zeitraum weg war, maß man Pfarrer Menzels ungewöhnlicher Tätigkeit keinen besonderen Wichtigkeitswert zu. Folgerichtig vergaß man es einfach wieder, und jetzt will niemand etwas bemerkt haben. So ist der Mensch!

Buchagent der besonderen Art gesucht

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Buchsuche der besonderen ArtHeute erreichte uns eine buchaffine Anfrage, auf die wir keine Antwort wussten. Ja, das kommt vor. Daher geben wir die Frage hier weiter. Können Sie uns helfen?

Die Frage lautet: Gibt es im Internet einen verlagsübergreifenden Service, bei dem man seine Lieblingsautoren eingeben kann, sodass man automatisch eine eMail erhält, wenn ein neues Buch der Autorin oder des Autors auf den Markt kommt? Oder man interessiert sich für Bildbände über Australien und wird ebenfalls informiert, wenn ein neues Werk erscheint. Also so eine Art Google-Alert für Buchneuerscheinungen. Der Kartenverkäufer eventim.de bietet einen vergleichbaren Dienst für Konzerte an: beim Ticketalarm gibt man seine Lieblingskünster an. Sobald Karten für ein Konzert im Vorverkauf erhältlich sind, wird man per Mail informiert.

Im Buchbereich könnten einen solche Service eigentlich nur Buchverkäufer mit großer Datenbank anbieten. Und in der Tat hätten wir gedacht, dass es Amazon ermöglicht, beliebige Suchanfragen, als »Buchagent« zu speichern. Liefert die Abfrage neue Titel, erhält man eine eMail. Aber leider haben wir uns getäuscht, denn einen solchen Service gibt es bei Amazon nicht. Lediglich über das Erscheinen angekündigter Bücher kann man sich gezielt informieren lassen. Fehlanzeige auch bei den Buchgroßhändlern KNV (buchkatalog.de) und libri (libri.de). Auch das Verzeichnis lieferbarer Bücher (VlB) bietet diesen Service nicht.

Wer kennt einen solchen Dienst? Gibt es sowas überhaupt? Über Tipps und Hinweise freuen wir uns in den Kommentaren zu diesem Beitrag.

Willms‘ Woche: Von Bienen und Comics

Letztes Jahr wurde er groß gefeiert, denn da wäre er 175 Jahre alt geworden. Doch auch in 2008 wollen wir Wilhelm Busch nicht einfach übergehen. Denn schon wieder steht ein Jubiläum an, wenn auch ein trauriges – vor hundert Jahren starb mit ihm einer der bedeutendsten humoristischen Dichter Deutschlands.

Wilhelm Busch gilt als der Urvater des Comics. Er zerlegte die Handlungen seiner Geschichten in Einzelsituationen, stellte graphisch Bewegung und Aktion dar und unterlegte das Geschehen mit phantasievoller Lautmalerei. »Rickeracke! Rickeracke! Geht die Mühle mit Geknacke« aus seinem bekanntesten Werk »Max und Moritz« musste wohl fast jedes Kind einmal auswendig lernen. Buschs Lebenslauf begann jedoch für einen Dichter und Zeichner eher untypisch.

Folge 11: Pfarrer Menzel kratzt

Wenn es Pfarrer Menzel wo juckt, dann kratzt er sich dort auch mit einer Hingabe und einem Ausmaß, wie es Ort, Zeit und Umstände des Juckens a) erforderlich machen und b) gerade noch vertretbar erscheinen lassen. Am liebsten kratzt Pfarrer Menzel sich deshalb in der Badewannen, wenn er sich dort allein weiß. Er agiert dann allerdings nachgeradezu hemmungslos.

»Ich bin nicht meine Eltern« – Über das Buch »Räuberhände« von Finn-Ole Heinrich

Cover RäuberhändeDas Paradies der Jugend ist ein Schrebergartenhaus, es gehört Samuel und Janik. Hier kiffen sie, hier trinken sie Criss, Bier, Schnaps und Cola, reden und schweigen, lachen und posen. Samuel und Janik stehen kurz vor dem Abitur und vor allem: Sie sind Freunde. Ungefähr die besten, die man sich vorstellen kann. Janik, der Sohn aus gutem und furchtbar liberalen Holzelternhaus, und Samuel, Sohn der alkoholkranken Pennerin Irene. Ohne Vater aufgewachsen, hat sich Samuel in den Kopf gesetzt, dass sein namenloser Erzeuger Türke sei. Und so beschließen sie, gemeinsam in Istanbul nach Samuels Vater zu suchen. Kurz vor der Abreise macht Janik einen verhängnisvollen Fehler und stellt ihre Freundschaft auf eine harte Probe. Ihre Reise steht unter einem schlechten Stern. Die beiden fahren trotzdem los.

In seinem Romandebüt erzählt der 25-jährige Finn-Ole Heinrich die Geschichte einer Freundschaft und liefert damit einen herausragenden Coming-of-Age-Roman. Die beiden Jungs sind wie Brüder von zwei verschiedenen Planeten. Sie entdecken das Leben, die Liebe und die Schuld, versuchen die Ablösung vom Elternhaus und suchen nach ihrem Plan fürs Leben.

Folge 10: Pfarrer Menzel hungert

Wenn Pfarrer Menzel am Morgen aufgewacht ist und das Bett verlassen hat, dann pflegt er zu hungern. Es kann und soll nicht verschwiegen werden, dass dieses Hungern keinesfalls als Auswuchs religiöser Überzeugung gewertet werden darf. Vielmehr hat Pfarrer Menzel die Erfahrung gemacht, dass ihm Frühstücksbrötchen und Frühstücksbutter sowie Yams-Brombeer-Frühstücksmilch entscheidend besser munden, wenn er zuvor etwas gehungert hat. Verständlicherweise besitzt Pfarrer Menzel dieserhalb auch sehr viel an Einfühlungsfähigkeit in die Bewohnern der Sahel-Zone und in die Eingeborenenseelen von Bangladesch.

Bücher-Tauschbörse Hitflip wirbt für umstrittenen Adressensammler

Die Tauschbörse HitflipVor einigen Wochen konnte man sich im Internet vor gewissen Werbebannern kaum retten. Blinkend und mit einem Countdown versehen verkündeten sie dem Besucher einer Website, man sei per Zufallsgenerator ausgewählt und der mögliche Gewinner eines Audi A5. Damals haben auch wir uns über diese allzu durchsichtige Masche lustig gemacht.

Denn die aufdringliche Werbeform will natürlich nur eines: Ihre Adresse und Telefonnummer. Im Kleingedruckten des Teilnahmeformulars heißt es: Ich gebe dem Gewinnspiel-Veranstalter und dessen Gewinn-Sponsoren mein E-Mail- und telefonisches Werbeeinverständnis. Diese Einverständniserklärung kann nirgendwo abgewählt werden. Wer seine Adresse eingibt und abschickt, der stimmt ihr automatisch zu.

Im Klartext: Einen Audi A5 werden Sie wahrscheinlich nie gewinnen, dafür dürfte sich die Zahl der nervigen Werbeanrufe zu allen möglichen Tages- und Nachtzeiten mit großer Wahrscheinlichkeit erhöhen. Ist doch diese Klausel so beliebig formuliert, dass der Anbieter Ihre Daten theoretisch an jeden weitergeben kann. Garantiert unter den »Sponsoren«, die sich über Ihre Adresse freuen, sind z. B. Neckermann und einige Callcenter-Betreiber.

Umso erstaunter waren wir, als uns heute eine Mail der Bücher- und Medien-Tauschbörse Hitflip mit dem Betreff »Audi A5 für Peter Meier« erreichte (Name geändert). Das erschien uns merkwürdig. Zwar versuchte die ansonsten seriöse Tauschbörse Hitflip im letzen Jahr mit einem umstrittenen Wettbewerb auf sich aufmerksam zu machen, doch dass sie jetzt auf diese leicht anrüchige »Audi-Masche« aufspringt, wollten wir nicht glauben.

Abzocker-Website: Münchner Rechtsanwältin versucht Internet-Nutzer einzuschüchtern

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Abgezockt auf www.gedichte-datenbank.deWie das Nachrichtenportal Golem.de berichtet, versucht die Münchner Rechtsanwältin Katja G. durch scharf formulierte Schreiben Internet-Nutzer einzuschüchtern, die auf die Websites der Firma NetContent Ltd. bzw. Online Service Ltd. hereingefallen sind. Über die Praktiken dieser Firma, die u.a. das Angebot www.gedichte-datenbank.de betreibt, haben wir im literaturcafe.de bereits berichtet (siehe »Wenn ein Goethe-Gedicht plötzlich 60 Euro kostet«).

Auf zahlreichen Websites stellt die dubiose Firma wertlose oder an anderer Stelle im Internet kostenlos erhältliche Inhalte bereit und versucht, dafür Geld zu kassieren. Allein die Zahl der entsprechenden Kommentare bei unserem Artikel zeigt, wie hoch die Zahl der Betroffenen sein muss.

Unter anderem mit der Drohung eines Schufa-Eintrags versucht nun die Münchner Anwältin, die vermeintlichen »Kunden« zusätzlich unter Druck zu setzen, damit diese den geforderten Betrag bezahlen.

Folge 9: Pfarrer Menzel verliert seinen Vornamen

Im Verlaufe einer seiner seltenen ausgesprochen aufrüttelnden Predigten verlor Pfarrer Menzel ganz unverfroren seinen Vornamen. Die anfänglich verständliche Panik in Gemeinde und in Pfarrer Menzel wich aber schon bald einer demütig duldenden Denkart, und zwar um und zu dem Augenblick, als sich herausstellte, dass der Vorname allen angestrengten Suchens und konzentrierten Forschens zum Hohne entscheidend unauffindbar blieb. Die darob bei Pfarrer Menzel entstehenden Zweifel, je einen Vornamen gehabt zu haben, wichen trotz alledem alsbald einem insgeheim inständigen Hoffen, dass er ihn erkennen würde können, riefe der HErr – sofern der ihn nicht vergessen hat – ihn bei demselben.