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»Oneiros« von Markus Heitz – Ein sprachlicher Terroranschlag

Das habe ich nun davon!

Nachdem ich kürzlich – skeptisch wie immer bei allem, was Bestseller betitelt ist – Jonas Jonassons Spiegel-Bestseller vom Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg, angelesen und dann über alles geliebt habe, griff ich unter Zeitdruck in einer Bahnhofsbuchhandlung angesichts einer bevorstehenden dreistündigen Bahnfahrt zu obengenanntem Spiegel-Bestseller, ohne auch nur den Anfang gelesen zu haben!

Einen Sitzplatz hatte ich tatsächlich ergattert im ICE, begann zu lesen – und zu stöhnen:

»… wünschen wir Ihnen guten Appetit bei Ihrem Frühstück.«

Self-Publishing und Selbstvermarktung: Klare Einnahmen gegen vage Versprechen

Sommer, Sonne & Tod : Ferien-Schocker (Cover-Ausschnitt)Xander Morus schreibt Horror-Geschichten und veröffentlicht diese seit geraumer Zeit bei Amazon als Kindle E-Book. Im Mai 2012 hat er darüber im literaturcafe.de berichtet.

Was hat ihm dieser Artikel gebracht? Haben sich dadurch seine Bücher besser verkauft? Und wie sollte man als Selbstverleger mit dem Thema »Eigenwerbung« umgehen? Sollte man immer ehrlich bleiben oder gelegentlich zu Tricks in der Grauzone des Legalen greifen?

In diesem zweiten Artikel blickt Xander Morus unter anderem auf die Verkaufszahlen anderer und auf die eigenen.

Buchumschlag und E-Book: Die 16 beliebtesten Gestaltungsfehler der Selbstverleger

Nicht ganz so optimal gestaltete CoverAuf den Inhalt des Buches kommt es an? Von wegen! Der Umschlag ist das wichtigste Werbemittel. Er muss zum Hingreifen oder – im Falle von E-Books – zum Draufklicken animieren. Erst dann folgt die Leseprobe.

Wer sein Buch als E-Book oder Print-on-Demand-Ausgabe selbst veröffentlicht, muss sich Gedanken über das Cover machen. Gerade Anfänger und Nicht-Designer geraten dabei in Gestaltungsfallen, weil sie eine emotionale Bindung zu einem Covermotiv entwickeln und nicht erkennen, dass die gewählte Abbildung nüchtern betrachtet kontraproduktiv ist.

Wir nennen die beliebtesten Gestaltungsfallen.

Hermann Hesse ist tot! – Ein Videobeweis aus Calw im Schwarzwald

Hermann Hesse und Wolfgang Tischer blicken nach Calw
Ein Klick auf die beiden Herren führt Sie zum Video

Er war der König des Kitsch‘, ein düsterer Paulo Coelho des frühen 20. Jahrhunderts: Heute vor 50 Jahren starb Hermann Hesse. Sein Freund Thomas Mann hatte das Komitee in Stockholm so lange genervt, bis der Nudist aus dem Schwarzwald sogar den Nobelpreis bekam. Grund genug, um uns mit der Videokamera dort umzusehen, wo der literarische Selbstmordliebhaber im Jahre 1877 geboren wurde: in Calw im Schwarzwald.

Doch obwohl der Anzugträger seit einem halben Jahrhundert tot ist, lebt er künstlerisch gesehen noch weitere 20 Jahre in Gefangenschaft.

Bestsellerautorin Rebecca Gablé: »Künstler haben kein Grundrecht darauf, im Elfenbeinturm zu sitzen«

Rebecca Gablé (Foto: © Olivier Favre 2011)
Rebecca Gablé (Foto: © Olivier Favre 2011)

Sie schloss eine Banklehre ab und studierte dann Literaturwissenschaften und mittelalterliche Geschichte. Ihr Ziel: Schriftstellerin werden. Aber die Verlagssuche gestaltete sich nicht einfach.

Rebecca Gablé schrieb zunächst Krimis, doch der große Durchbruch gelang ihr 1997 mit dem historischen Roman »Das Lächeln der Fortuna«. Seither gilt Rebecca Gablé als erfolgreichste und bekannteste Autorin von Historienromanen. Ihre Bücher sind regelmäßig auf den Bestsellerlisten zu finden.

Im Interview erläutert die erfolgreiche Schriftstellerin, warum die Bezeichnung »Bestsellerautorin« ziemlich relativ ist und welche Macht sowohl im Mittelalter als auch heute die Welt regiert. Außerdem wollten wir wissen, wie Rebecca Gablé den Erfolg von E-Books bewertet und welche Rolle für sie die digitalen Selbstverleger spielen werden.

Lesetipp: Ursula Timea Rossel – Man nehme Silber und Knoblauch, Erde und Salz

Ursula Timea Rossel: Man nehme Silber und Knoblauch, Erde und SalzEs gibt Bücher, die erfreuen mich bereits beim bloßen Anblick und Anfassen: Fester Einband im Prägedruck, Lesebändchen, ein überraschend ausführlicher Text auf dem Buchrücken, und wenn man das Buch aufschlägt, erblickt man unterschiedliche Schrifttypen und zwei verschiedene Schriftfarben: rot und schwarz. Das hört sich vielleicht wild an – aber in diesem Roman entwickelt sich der Sinn dieser Maßnahmen ganz von selbst: Es musste einfach so sein!

Es ist ein erstaunliches Erstlingswerk, und die Autorin hat einen ganzen Kosmos um den Kyrptographen entwickelt (was das ist und wer, wird im Roman erläutert).

Martina Gercke: Holunderküsschen – Wie man ohne Verlag einen Bestseller schreibt – Interview

Martina Gercke, Autorin von »Holunderküsschen«Martina Gerckes Liebesroman »Holunderküsschen« ist bislang das im Jahr 2012 meistverkaufte E-Book bei amazon.de. Das verkündete der Online-Buchhändler heute offiziell in einer Pressemeldung. Dem literaturcafe.de erzählte Martina Gercke, sie habe um die 30.000 Exemplare verkauft.

Das Besondere: Die Hamburger Autorin hat ihr Werk ohne Verlag in Eigenregie veröffentlicht und sogar das Cover selbst entworfen. Und auch das Marketing erledigte sie selbst via Blogs, Twitter und Facebook.

Im Video-Interview mit dem literaturcafe.de gibt die erfolgreiche Selbstverlegerin Einblicke in ihre Erfolgsstrategie.

Urheberrecht: Von Weltbildern und Wirklichkeiten – Vortrag in Stuttgart

Die Stadtbibliothek StuttgartPlötzlich redeten alle über das Urheberrecht. Sogar die Schriftsteller. Massenhaft haben sie den Aufruf »Wir sind die Urheber« unterzeichnet. Inzwischen scheint wieder etwas Ruhe eingekehrt. War alles nur ein Sturm im Wasserglas, wie Bestseller-Autor Andreas Eschbach meint?

Und sind wir heute nicht alle ein bisschen Urheber? Die 17-jährige Schülerin, die ein Gedicht schreibt und es in ihrem Blog veröffentlicht, ist auch eine Urheberin. Auch sie würde es doof finden, wenn sie ihr Werk kopiert auf anderen Websites oder bei Facebook finden würde.

literaturcafe.de-Herausgeber Wolfgang Tischer blickte auf die Urheber – in diesem Text und bei einem Vortrag am Montag, 23. Juli 2012 in der Stuttgarter Stadtbibliothek.

Bestseller-Autor Andreas Eschbach im Interview: »Verlage haben immer noch ihre Daseinsberechtigung«

Andreas Eschbach (Foto: © 2011 Marianne Eschbach)
Andreas Eschbach
(Foto: © 2011 Marianne Eschbach)

»Das Jesus Video« war sein großer Durchbruch. Seitdem zählt Andreas Eschbach zu den bedeutendsten deutschsprachigen Thriller- und Science-Fiction-Autoren. Der computerbegeisterte Bestsellerautor nutzt seit Jahren einen E-Reader, kauft sich Bücher aber bislang lieber in Papierform.

Im Interview erklärt Andreas Eschbach, warum Verlage für ihn immer noch eine wichtige Funktion haben, welche Veränderungen sich durch Indie-Autoren ergeben werden, warum er keine Urheberrechtspetition unterzeichnet hat und was ihn beim Schreiben garantiert aus der Bahn wirft.

Der gute Gott vom Wörthersee: Cornelia Travnicek über das Lesen beim Bachmann-Preis

Cornelia Travnicek gewann in Klagenfurt 2012 den mit 7.000 Euro dotierten PublikumspreisUnter dem Titel »Bis Klagenfurt anruft« berichtet die Österreicherin Cornelia Travnicek seit 2006 im literaturcafe.de aus dem Leben einer Jungautorin. Nachdem sie zunächst Kurzgeschichten in österreichischen Verlagen veröffentlicht hatte, erschien im Frühjahr 2012 ihr erster Roman Chucks bei DVA.

Und dann rief Klagenfurt tatsächlich an, und Cornelia Travnicek gehörte zu den 14 Autorinnen und Autoren die bei den 36. Tagen der deutschsprachigen Literatur (»Bachmann-Preis«) gelesen haben.

Cornelia Travnicek gewann am Ende den mit 7.000 Euro dotierten Publikumspreis und wird 2013 Stadtschreiberin der Kärtner Landeshauptstadt sein.

Hier ist ihr Bericht von den Tagen am Wörthersee.

Bachmann-Preis 2012 geht an Olga Martynova

Olga Martynova - Bachmann-Preisträgerin 2012Olga Martynova erhält in diesem Jahr den mit 25.000 Euro dotierten Bachmann-Preis bei den Tagen der Deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt. Der Titel Ihres Gewinner-Textes lautet Ich werde sagen „Hi!“.

Weitere Preise gingen an Matthias Nawrat (kelag-Preis, dotiert mit 10.000 Euro), Lisa Kränzler (3sat-Preis, 7.500 Euro), Inger-Maria Mahlke (Ernst-Willner-Preis, 5.000 Euro) und der Publikumspreis in Höhe von 7.000 Euro ging an Cornelia Travnicek. Mehr Infos im Twitterstream des literaturcafe.de und ein Interview mit der Bachmann-Preisträgerin im 6. Teil unseres Video-Podcasts.

Livebericht per Twitter: @literaturcafe vor Ort beim Bachmann-Preis 2012 in Klagenfurt

Zitat von Katrin Passig in der Fußgängerzone: »In Klagenfurt wird Literatur ernst genommen.«Vom 4. zum 7. Juli 2012 lasen in Klagenfurt bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur 14 Autorinnen und Autoren der Jury ihre Texte vor. Olga Martynowa erhielt schließlich am Sonntag den mit 25.000 Euro dotierten Bachmann-Preis. Ein Interview mit der Preisträgerin sehen Sie in unserem Bachmann-Preis-Podcast.

Wolfgang Tischer war vor Ort in Klagenfurt am Wörthersee und twitterte – wie im letzten Jahr – vom »Bewerb« mit dem Hashtag #tddl (Tage der deutschsprachigen Literatur).

Wir präsentieren Ihnen den Bewerb zum Nachlesen in über 500 Tweets.

Vortrag, Links und Tipps: Self-Publishing – Konkurrenz für Verlage

Selfpublishing - Konkurrenz für Verlage? – Ein Vortrag von Wolfgang Tischer auf den Buchtagen in Berlin 2012Während die Verlagsbranche immer mehr das Opfer der eigenen Lobby-Arbeit wird und sich dem Thema »Raubkopien« und Urheberrecht zuwendet, droht für viele Verlage die Gefahr, dass sie die wirkliche Konkurrenz übersehen.

Speziell bei Krimis, Thrillern, Romance und anderer Genre-Literatur haben digitale Selbstverleger die Verlage längst eingeholt. Doch unvollständige Bestsellerlisten schirmen die Verlage von dieser Wirklichkeit ab. Für viele droht ein böses Erwachen.

Wir präsentieren den Mitschnitt eines Vortrags von literaturcafe.de-Herausgeber Wolfgang Tischer vom 20. Juni 2012 anlässlich der Jahressitzung des Arbeitskreises für elektronisches Publizieren (AKEP) des Börsenvereins für den Deutschen Buchhandel.

»Sehr geehrter Michael Krüger« – André Spiegel antwortet auf die Rede des Verlegers

Hanser-Verleger Michael Krüger bei seiner Rede auf den Buchtagen 2012Die Buchbranche hat nicht den Ruf, der Zukunft und den technischen Möglichkeiten gegenüber besonders aufgeschlossen zu sein. Wie jedes Jahr traf man sich in der vergangenen Woche auf den Buchtagen in Berlin. Diesmal hielt Michael Krüger, der Verleger des Hanser Verlags, die Eröffnungsrede.

Krüger schien alle Vorurteile zu bestätigen. Doch so einfach war die Rede des Verlegers nicht strukturiert. Er baute unzählige Paralipsen und andere rhetorische Stilmittel ein, die jeden Latein- und Griechischlehrer erfreut hätten.

Doch ein Eindruck blieb: Michael Krüger sieht im Internet den Anfang vom Untergang der Kultur.

Der Informatiker und Autor André Spiegel antwortet dem Hanser-Verleger.

Paper Passion: Steidl Verlag bringt Buch-Parfüm auf den Markt

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Paper Passion (Foto: Steidl Verlag)
Paper Passion (Foto: Steidl Verlag)

Ein Duftspray, das nach Büchern riecht, das war bislang ein Scherz unter Buchliebhabern. Es gibt sogar eine Website, die »Smell of Books« in den Variationen »Bücherduft für Katzenbesitzer« oder »Der Duft neuer Bücher« anbietet.

Doch ab August 2012 macht der Steidl Verlag Ernst, denn dann soll tatsächlich das erste Parfüm mit Buchgeruch auf den Markt kommen. Es trägt den Namen »Paper Passion«. Untertitel: »For Booklovers«.

Die Verlagsvorschau spricht von der »besonderen Geruchsmischung von Papier und Tinte, die uns beim ersten Aufschlagen eines schönen Buches gefangen nimmt«.