| Hier lesen Sie die besten Beiträge der siebten Runde (Sommerrunde/Juni '02 - September '02), die unseren Autorinnen und Autoren zu einem Satz von Alice Munro eingefallen sind. Der Satz stammt aus der Erzählung »Die Kinder bleiben hier«. Sie findet sich im Buch »Der Traum meiner Mutter«. Aus dem Englischen von Heidi Zerning. S. Fischer Verlag. ISBN 3-10-048817-2. 18,00 EUR: |  | Sie schloss die Autotür auf und warf die Schlüssel auf den Sitz und verriegelte die Tür von innen und schlug sie zu. Der Schlüssel von Felicia, 86161 Augsburg (Deutschand) In der neblige Nacht verfolgt von zeitloser Panik.
In Sicherheit gebracht hektisch den kostbaren Schlüssel.
Die Angst vor einer Entdeckung bricht ihr das glasige Herz.
Ist es verboten sich selbst zu beschützen? Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers Riegel verschließen von silmarben, 22087 Hamburg (Deutschand) Sie verliebte sich, Sie wurde enttäuscht, Sie verliebte sich und verriegelte sich. Sie schloß die Autotür auf und warf die Schlüssel auf den Sitz und verriegelte die Tür von innen und schlug sie zu. Aussen war aussen und in Ihr war`s auch aussen. Was treibt das Leben mit uns? Wie viele Riegel müssen wir denn noch schließen? Wie viele können wir noch öffnen? Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers HALT von Elisabeth Regen, 53117 Bonn (Deutschland) Aufschließen – reinwerfen – verriegeln – zuschlagen Finished. Mal gucken, was ihr jetzt noch einfällt. Ohne den Wagen komme ich hier nicht weg. Gut. Scheiße. Ich brauch stuff. Wenn ich Simone anrufe, kommt sie raus und bringt mir was. Aber wahrscheinlich ist sie sowieso wieder blank und hat selber nichts. Ich schlag das Fenster ein. Quatsch, die Sauerei dann, und was das kostet, kann ich besser ausgeben. Halt durch, Mensch, lass es, putz ne Runde. Sie rennt ins Haus zurück und schlägt die Arme um sich, stolpert über die leere Sprudelkiste im Eingang und tritt dagegen. Nimmt sie auf, stromert durch die Zimmer und sammelt die Flaschen ein. Drei fehlen. Wo sind die? Dann holt sie den Putzeimer unter dem Spülbecken hervor, schleudert den Putzlappen mit Abscheu in den Mülleimer, weil Haare dran hängen und nimmt einen neuen, um das Bad aufzuwischen. Während das warme Wasser in den Eimer läuft, verteilt sie das Zitronenputzmittel darin und spürt, wie die Wärme in ihre Haut hineinstrahlt. Sie beugt sich über den Eimer, schaut ihren tanzenden Fingern zu und wird ruhiger. Hab ichs geschafft für diesmal? Nach dem Bad kommt noch die Küche dran, saugen geht nicht mehr, dann wird das Kleine in der Nachbarwohnung wach, am Ende bügelt sie noch eine Hose, der Rest bleibt für den nächsten Tag. "Guten Morgen, Martin, kannst Du mir helfen, mein Auto zu öffnen? Ich hab den Schlüssel drin gelassen..." Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers Nacht von Peter Paul, 67227 Frankenthal (Deutschland) Sie schloß die Autotür auf und warf die Schlüssel auf den Sitz und verriegelte die Tür von innen und schlug sie zu. Einen Moment blieb sie noch gedankenverloren vor dem Wagen stehen, biß sich auf die Unterlippe, warf eine Strähne ihrer langen blonden Haare, die nach vorne gefallen waren aus der Stirn und schlenderte davon. Das rhythmische Klick-Klack ihrer Pfennigabsätze auf dem Kopfsteinpflaster, war noch lange in der sonst nächtlich stillen Straße zu hören. Er verließ seinen Platz hinter der Litfassäule, von dem aus er alles beobachtet hatte, und folgte schnell den sich langsam entfernenden Schritten. Er wußte nicht, warum er ihr nacheilte. Er hatte sie auch nicht absichtlich beobachtet, eher zufällig, als er, Rücken und Kopf an die Säule gelehnt den Sternenhimmel betrachtet hatte, um seinen Kopf klar zu bekommen. Das Geräusch der sich öffnenden Autotür hatte ihn aus seinen diffusen Gedanken gerissen und seine Aufmerksamkeit auf die junge adrette Frau gelenkt. Nachdem sie zweimal die Richtung in den verwinkelten Altstadt-Straßen geändert hatte, und er sich ihr schon dicht auf den Fersen glaubte, vermochte er an der nächsten Ecke das Geräusch ihrer Schritte nicht mehr zu vernehmen. Irritiert schaute er links und rechts in die schlecht beleuchteten Seiten-Straßen, konnte sie aber nirgends entdecken. Enttäuscht wandte er sich nach links und schlurfte langsam auf den Hauseingang eines Altbaus zu, dessen Treppen in einem dunklen Gang endeten. Er setzte sich auf die unterste Stufe, zündete sich eine Zigarette an, inhalierte tief, legte den Kopf zurück und sah kurz, bevor er genüßlich die Augen schloß, noch einmal in den sternenklaren Himmel. Er wunderte sich nun, warum er ihr überhaupt gefolgt war. In dieser Position verharrte er eine Weile und hätte andernfalls sicher das kurze Aufblinken der Messer-Schneide vor seinem Gesicht wahrgenommen, bevor sie ihm hart durch die Kehle fuhr. Er spürte keinen Schmerz. Nur der Geschmack von Eisen belegte seine Zunge bevor er sein Bewußtsein verlor und dann sein Leben aushauchte. Sie trat aus dem Schatten des Hauseingangs, säuberte das Messer an seinen Jeans und durchsuchte ihn routiniert. Bald hatte sie gefunden wonach sie suchte, seine Wagenpapiere und den Autoschlüssel. Sie nahm beides an sich und brauchte nicht lange um sein Auto unweit der Litfassäule, von der aus er sie beobachtet hatte, zu finden. Sie schloß die Autotür auf und warf die Schlüssel auf den Sitz und verriegelte die Tür von innen und schlug sie zu. Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers am Fluss von Christoph Ratke, 37181 Espol (Deutschland) Die Augen und Wangen tränenbenetzt; das silberne Band im Tal schimmerte. Durch einen trüben Nebelschleier sah sie die Stadt am Fluss, wie sie flimmerte ihre Irrlichter hatten sie zu oft verletzt.
Leichenkerzen überm Aas der Zivilisation - kann so nicht leben, wer will es schon?
Und doch bahnte sich noch einen steinigen Pfad süßer Wasser Massen im Glanze der Hoffnung nichts von alldem sie vernahm die Stadt am Fluss, der Menschen Schöpfung sie wollte nicht zurückdrehen das mahlende Rad.
Faser auf Faser bis ganz zerschlissen kann so nicht leben wer mag es wissen?
So entfernte sie sich, lenkte ihren alten Wagen der Brücke entgegen, welche über die Schlucht Immer höher und weiter kam sie Die Stadt am Fluss dort begann ihre Flucht in den verzauberten Wald von Geschichten und Sagen.
Sagen zu Legenden, Legenden vergessen; wessen Geschichte dann erhalten bleibt? Wessen nur? Wessen?
Als die Reise beendet ward, Gedanken in der Vergangenheit gefasst an die Brücke heran sie trat und in die aufgewühlte Tiefe sah sie. Die Stadt am Fluss, ach weh wie fad schmeckte die so kummervoll verstrichene Zeit.
Sie sind so angetan von ihrem Leben, doch gibt es noch eine andere Frucht. Sättigen wird sie mich und nicht bitter schmecken denn süß ist ihr Geruch.
Zum Auto zurück in Tränen, öffnete sie die Tür, ein letztes Mal sie zu verriegeln von innen und summte die Zeilen eines traurigen Liedes. Die Schlüssel neben einen Brief warf sie, an die Stadt am Fluss einen Brief des Abschiedes mit voller Kraft schlug sie die Tür zu, um zu besiegeln ihre Wahl.
Maria, Maria, sag wohin bist du gegangen? Ich tat dir Unrecht, es tut mir leid willst du nicht wieder leben zu zweit Wollen wir nicht nochmal von vorne anfangen?
Von ihrem zierlichen Körper ließ sie gleiten ihre Hüllen und barhäuptig kämpfte sie sich gegen ihre Zweifel voran aber erstarrt blieb auf der Brücke sie stehen bis der Wind trug den Schrei eines Adlers heran - auf dass sie trat vor und ließ Erinnerungen ihren Platz füllen.
Heute fand ich meine Liebe, heute fand ich mein Glück. Heute bekam ich mein Leben zurück.
Seitdem geht ein Raunen durch den Wald man tut sich kund dass eine Fremde mit weißer Haut und schwarzem Haar von den Göttern wurde herbei gesandt die es zu heilen und zu sehen verstand. Sie ging zu den Vergessenen, der Schöpfung so nah Und stets erhellte ein Lächeln ihren warmen Mund. Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers Hinweis: Für die Rechtschreibung und Zeichensetzung sind die Autoren selbst verantwortlich. Die Urheberrechte liegen beim jeweiligen Autor. |