Satzfischer - Das literarische Kreativprojekt des Literatur-Cafés in Zusammenarbeit mit dem S. Fischer Verlag - Sommerrunde
Hier lesen Sie die besten Beiträge der siebten Runde (Sommerrunde/Juni '02 - September '02), die unseren Autorinnen und Autoren zu einem Satz von Alice Munro eingefallen sind. Der Satz stammt aus der Erzählung »Die Kinder bleiben hier«. Sie findet sich im Buch »Der Traum meiner Mutter«. Aus dem Englischen von Heidi Zerning. S. Fischer Verlag. ISBN 3-10-048817-2. 18,00 EUR: Cover: Der Traum meiner Mutter

Sie schloss die Autotür auf und warf die Schlüssel auf den Sitz und verriegelte die Tür von innen und schlug sie zu.

Pech für den Hund !
von Gonzo2012, 45701 Herten (Deutschand)

Als Sie bemerkte, dass ihr Mann Sie betrog, ging Frau Müller in die Garage und zog einen dicken Gummischlauch über den Auspuff. Das andere Ende verlegte Sie durch das Beifahrerfenster, dass ein bisschen auf war. Sie schloss die Autotür auf und warf die Schlüssel auf den Sitz und verriegelte die Tür von innen und schlug die Tür wieder zu.
Oh es war fies seinen Lieblingshund Hasso auf brutalster Art und Weise zu ersticken aber die Töle hatte eh geharrt ... .
Dieses Schwein ! Er sollte normalerweise in dem Auto sitzen aber einen Menschen zu ermorden das könnte Sie nicht ... . Oder ?
Ihre Mordgelüste wurden immer größer. Sie ging zu ihren Mann in die Küche und nahm ein großes und scharfes Messer aus der Schublade.
Als die Polizei das Haus betrat, fanden die Beamten überall Blutspuren an den Wänden und der Kopf der Frau hing von der Decke. Von dem Mann fehlte jedoch jede Spur.
Auch der Rumpf der Frau fehlte. Der Mann hat ihn wahrscheinlich mitgenommen aber warum fragten sich die Polizisten. "Was will er damit und warum hat er es getan ?". Sie begutachteten die Wohnung und das Auto. "Hat der Mann auch den Hund getötet ?". "Wir haben es mit einen mordlustigen Psychoparten zu tun !". "Bitte fordern Sie Verstärkung an !".

Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers

Rache ist süß
von Franz Eiermann, 55262 Heidesheim (Deutschland)

Bremsen quietschten, neben mir hielt ein Auto. Erschrocken blieb ich stehen, doch dann erkannte ich Karl-Otto, der wieder mal mit einem neuen Wagen angab.
„Hallo, Daniela, hast du morgen Lust zum Schwimmen“, rief er fröhlich, „Ich hol’ dich ab, wir fahren an den Badesee!“
Ehrlich gesagt, ich mochte ihn. Im Stillen wünschte ich ihn mir schon lange als Freund. Das, was andere über ihn redeten, nämlich, dass er ein Schürzenjäger sei, das glaubte ich nicht.
„Gerne“, gab ich zurück, „aber bitte nicht vor 10:00 Uhr, wenigstens samstags will ich ausschlafen.“

Wir schwammen im See, wir lagen in der Sonne, wir spielten Ball im Wasser und Federball am Land. Wir labten uns an der Strandbar und leerten den Picknickkorb. Es war ein herrlicher Tag, ich war selig und fast schon bereit, Karl-Ottos Werben nachzugeben. Aber, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, wen sah ich denn da? Anja, dieses Biest, stand auf dem Sprungbrett und schaute zu uns herüber. Sie war einige Zeit mit Karl-Otto gegangen.
Mein Herz klopfte: „Ob er sie auch schon bemerkt hat?“
Er hatte, und ich spürte, wie er unruhig wurde, ihren Sprung beobachtete und ihr mit den Blicken folgte, als sie aus dem Wasser kletterte. Mit aufreizendem Gang schritt sie davon. Ich atmete auf, sie war nicht mehr zu sehen.
„Komm, wir schwimmen ein Stück“, lockte ich Karl-Otto, aber der hatte einen Einwand:
„Ich muss mal dringend zur Toilette, lies derweil noch ein wenig in deinem Buch.“
Ich las und wartete, eine Viertelstunde, 20 Minuten, mein Herz schmerzte: „Bestimmt hat er diese Anja getroffen und mich lässt er hier sitzen.“
Wütend zog ich mich an, wenn der Strolch zurückkäme, wäre ich nicht mehr hier.

Ich war zutiefst enttäuscht von Karl-Otto, jetzt hasste ich ihn, diesen Lump. Wenn ich mich nur rächen gekonnt hätte.
Da fiel mein Blick auf seine Sporttasche: „ Ha, das wäre ein Spass, wenn ich die verschwinden ließe.“
Aber dann hatte ich die Idee. Aus der Tasche fingerte ich seinen Autoschlüssel, ging zum Parkplatz, schloss die Autotür auf, warf seine Kleider auf den Sitz, den Schlüssel dazu, verriegelte die Tür von innen und schlug sie zu.
Hoch erhobenen Hauptes ging ich zur Bushaltestelle und fuhr nach Hause.

Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers

zum satz
von laRevolution, A- 3133 Traismauer (Österreich)

die tür
war immer versperrt
der schlüssel
verloren
und
das leben
fuhr los
bevor
meine hektik
es erreichen
konnte

Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers

frei
von Pi Agnes Mühlberger, 8045 Graz (Österreich)

Sie schloss die Autotür auf und warf die Schlüssel auf den Sitz und verriegelte die Tür von innen und schlug sie zu.
Sie atmete tief durch und beruhigte sich langsam wieder.
Sie wollte schon so oft einfach nur aufschreien und weglaufen, alles hinter sich lassen.
Sie hatte es endlich getan, war gerannt, lachend und weinend zugleich.

Die verstörten Blicke der Versammelten entschädigten für all die Momente, in denen sie sich unverstanden fühlte. Jetzt verstand sie wirklich niemand mehr.
"Ja ich bin vielleicht ein wenig verrückt, aber ich bin nicht stumpfsinnig! Ich bin spitz und ich liebe mich dafür. Heute habe ich zugestochen.."
Sie fühlte sie sich leer, aber frei..

Sie startete das Auto und fuhr los, wohin, wusste sie noch nicht.

Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers

Irene Müller
von Johannes Schöne, 01454 Radeberg (Deutschland)

Es geschah im dreizehnten Jahr ihrer Ehe, als Irene Müller ihren Gatten mit dem Hinweis verabschiedete, sie benötige ausnahmsweise seinen Wagen, worauf er ohne Gruß das Haus verließ.
Erbost ergriff sie ohne Hast das neue Farbfernsehgerät, trug es nicht ohne Mühe zum Fenster und – warf es hinaus. Bei dieser Gelegenheit fiel ihr Blick auf eine größere Anzahl von Reservistenkrüge, die er mit allerhand Aufwand für reichlich Geld erworben hatte und veranstaltete damit ein ausgiebiges Zielwerfen nach seinen Ikonen. Die Weinpokal- und Gläsersammlung ihres Gatten, vom frühesten Mittelalter bis zur Gegenwart, schmolz sie in einem Teflontiegel und sandte das flüssige Glas durch die Spüle dem Kanal entgegen. Alsdann schnitt sie all seine Anzüge und Hemden sehr sorgfältig in Streifen und begab sie sich zu seinem Jaguar.
Sie schloss die Autotür auf und warf die Schlüssel auf den Sitz und verriegelte die Tür von innen und schlug sie zu. Bei dieser Gelegenheit kam ihr aus Versehen sein Wagen abhanden, weil sie vergessen hatte die Handbremse anzuziehen.
Nachdem sie einige Kilometer gewandert und das Gefährt aus den Augen verloren hatte setzte sie sich auf einen Stein. Hiernach schrieb sie an den Gatten die Kündigung. Sie legte den Brief auf die Straße in der Hoffnung, das Postauto werde ihn finden.
Alsdann schlug sie sich seitwärts in die Büsche, bis sie in den bekannten dunklen und tiefen Wald kam und sich folgerichtig verirrte. Nach einiger Zeit geriet sie an eine sieben mal sieben Meter hohe Eiche und stieg hinauf, um sich auf ihrem weiteren Weg zu orientieren.

Rein zufällig traf sie unterwegs auf einen splitterfasernackten Mann welcher in einem kleinen sauberen, aber ärmlichem Nest lag. Sie sagte: "Endlich habe ich meine Freiheit". Er erwiderte: "Schön, dass ich Deine Freiheit bin". Am anderen Morgen flocht er ihr aus Sonnenstrahlen eine güldene Kette, danach bettete er sie auf allerhand Daunen die er aus den Wolken schüttelte. Sie aber forderte: "Ich will hoch hinauf, leih mir Deinen Rücken". Das tat er auch und sie trat ihm beim Steigen kräftig in das Kreuz. Unverdrossen stieg er ihr nach.

In der Nacht schnitt er aus dem Dunkel ein feines Höschen und passte es ihr an, alsdann küsste er ihr die linke kleine Brust, danach die rechte kleine Brust, doch als er eine Hand zwischen ihre Schenkel legen wollte, sagte die Hexe: Ich hatte drei Wünsche, nicht Sex, und warf ihn aus dem Nest.

Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers

Mehr Beiträge: Zurück 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 Weiter
Zur Übersichtsseite des Satzfischers - Zu den Beiträgen der Runde 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

Hinweis: Für die Rechtschreibung und Zeichensetzung sind die Autoren selbst verantwortlich. Die Urheberrechte liegen beim jeweiligen Autor.