| Hier lesen Sie die besten Beiträge der siebten Runde (Sommerrunde/Juni '02 - September '02), die unseren Autorinnen und Autoren zu einem Satz von Alice Munro eingefallen sind. Der Satz stammt aus der Erzählung »Die Kinder bleiben hier«. Sie findet sich im Buch »Der Traum meiner Mutter«. Aus dem Englischen von Heidi Zerning. S. Fischer Verlag. ISBN 3-10-048817-2. 18,00 EUR: |  | Sie schloss die Autotür auf und warf die Schlüssel auf den Sitz und verriegelte die Tür von innen und schlug sie zu. Grüß Deine Frau von mir von Andrea Geilen, 10999 Berlin (Deutschland) Er kommt, dachte sie befriedigt. Er kam. Er war gekommen. Er fühlte zweierlei: einerseits eine wohltuende Entspannung und Befriedigung, die sich in seinem Körper ausbreitete, andrerseits den Beginn einer inneren Anspannung, die sich in letzter Zeit nach jedem Beischlaf mit ihr einstellte. Er spürte ihren Wunsch nach Berührung und Zärtlichkeit, der ihm immer mehr wie eine Forderung vorkam, die er nicht erfüllen konnte. Sie hatte überhaupt kein Verständnis für ihn, für seine Situation. Er hatte einen anstrengenden Job und eine Familie zu ernähren. Was sollte er heute seiner Frau sagen, wenn er schon wieder 2 Stunden zu spät nach hause kam?
Er bemühte sich, sein Unbehagen und seinen Ärger zu unterdrücken, gab ihr einen flüchtigen Kuss auf die Stirn (bloß keine Hoffnungen wecken) und sagte: Liebling, ich muss los. Bleib.... sagte sie. Er schwieg. .... nur dieses eine Mal. sagte sie. Wie stellst du dir das vor? fragte er und stand auf, ohne ihre Antwort abzuwarten und begann, sich anzukleiden.
Sie sprang ebenfalls aus dem Bett und warf sich hastig ein paar Kleidungsstücke über und schnappte sich den Autoschlüssel, der noch immer auf dem Tisch neben ihrem Bett lag, und ehe er ahnte, was sie vorhatte, war sie schon aus der Wohnungstür hinaus und rannte die Treppe hinunter. Sie sah sein Auto auf der gegenüberliegenden Straßenseite stehen und lief hinüber und schloss die Autotür auf und warf die Schlüssel auf den Sitz und verriegelte die Tür von innen und schlug sie zu.
Er war erleichtert, als sie ihm auf der Treppe entgegenkam, setzte ein versöhnliches Lächeln auf und hielt ihr die geöffnete Hand entgegen.....
Deine Krawatte sitzt schief sagte sie und grüß Deine Frau von mir. Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers Schutzengel von SmileyBiene, 9493 Liechtenstein (Liechtenstein) Autotür Bei Gott Pass bloss auf Oder Aufgabe Deines Schutzengels Danke Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers Papa fährt jetzt von Björn Benken, 38104 Braunschweig (Deutschland) Noch 30 Sekunden. Papa sagt Tschüss. Er scheint es eilig zu haben. Mama bleibt in der Tür stehen. So ist das immer... Nele seufzt. Nein, immer war das nicht so. Früher haben sie sich geküßt. Das hat sie genau gesehen. Geküßt und manchmal gestritten. Heute streiten sie nur noch. Wenn Papa mal da ist. Meistens ist er nicht da. Noch 20 Sekunden. "So, meine Kleine, mach’s gut". Er streichelt ihr über das Haar. Das hat sie früher immer gern gemocht. Doch jetzt ist nichts mehr wie früher. Papa sagt zwar, daß er sie noch immer lieb hat, sie und ihren Bruder. Aber wenn das wirklich so wäre, dann wäre er nicht weggegangen. Noch 10 Sekunden. "Darf ich das Auto für Dich aufschließen?" Anstatt zu antworten, hält er ihr die Schlüssel hin. Sie reißt sie ihm aus der Hand, läuft los. Sie kennt noch den Schlüssel, den richtigen. Noch 5 Sekunden. Sie schließt die Autotür auf und wirft die Schlüssel auf den Sitz und verriegelt die Tür von innen und schlägt sie zu. Mama schaut entsetzt, Papa schreit. Läuft immer wieder um sein Auto herum und kann es nicht fassen. Sie strahlt. Viel Zeit jetzt. Noch mindestens zwei Stunden... Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers ES MUSS WAS WUNDER-BARES SEIN von Ulrike Bäumchen, 53804 Much (Deutschland) das wunder ist, dass sie erst die tür verriegelt und sie dann zuschlägt! und jetzt überlege ich schon seit tagen krampfhaft, welchen autotyp sie wohl fahren mag. mit meinem funktioniert das nicht, obwohl ich es schon des öfteren versucht habe und mich wahrscheinlich zum gespött der nachbarn mache! doch nun zu meinem gedicht:
ES MUSS WAS WUNDER-BARES SEIN
sie schloss die autotür auf und warf die schlüssel auf den sitz und verriegelte die tür und schlug sie zu
den verlust ihrer daumen bemerkte sie erst als sie die kunst des zehnfingerblindschreibens perfekt beherrschte aber das papier blutverschmiert war und immer in der autotür hängen blieb
und hängen blieb und hängen blieb und hängen blieb
und ..... Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers Die letzt Fahrt von Norman Weiß, 14624 Dallgow (Deutschland) Ingrid läßt den Kopf auf das Lenkrad sinken, Leere breitet sich in ihr aus. Plötzlich flammt Zorn auf, sie greift nach dem Schlüssel und startet. Heftig gibt sie Gas. Als sie eine scharfe Kurve nimmt, treten die Knöchel an ihren Händen weiß hervor. 'Nur nicht an Hans denken, diesen miesen Kerl!' Er hatte ihr ins Gesicht gelacht, daß er Abwechslung brauche, und daß diese Steffi nicht die erste sei. 'Widerling! Wie hatte sie ihm nur vertrauen können?' Der Wagen macht einen Satz, als Ingrid das Gaspedal durchtritt. Tränen treten in ihre Augen. Ingrid schnieft und fährt noch schneller. Den liegengebliebenen Wagen sieht sie erst, als es schon zu spät ist. Sie reißt am Steuer, tritt auf die Bremse. Wie in Zeitlupe überschlägt sich ihr kleiner VW und prallt an den alten Alleebaum. Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers Hinweis: Für die Rechtschreibung und Zeichensetzung sind die Autoren selbst verantwortlich. Die Urheberrechte liegen beim jeweiligen Autor. |