| Hier lesen Sie die besten Beiträge der siebten Runde (Sommerrunde/Juni '02 - September '02), die unseren Autorinnen und Autoren zu einem Satz von Alice Munro eingefallen sind. Der Satz stammt aus der Erzählung »Die Kinder bleiben hier«. Sie findet sich im Buch »Der Traum meiner Mutter«. Aus dem Englischen von Heidi Zerning. S. Fischer Verlag. ISBN 3-10-048817-2. 18,00 EUR: |  | Sie schloss die Autotür auf und warf die Schlüssel auf den Sitz und verriegelte die Tür von innen und schlug sie zu. Sie schloss die Autotüre..... von Johannes Petri, 46562 Voerde (Deutschland) Sie fühlte sich erleichtert. Sie spürte das es jetzt zerrissen war, das Band, das unsichtbare Band zu Stephan. Sie spürte die Leere die draußen war und das " Ich " wie es sich schloß, wie die Zugbrücke einer Burg, die hochgezogen wird. Still war es in ihr, es war eine Stille aus dem Innersten die Wärme und Vertrauen gab. Ein Gefühl mit einer Stimme sagte drängend - Du must fahren Melanie - . Sie spürte das drängende Gefühl aus ihrem Inneren und im Kopf die Aufforderung, die klang wie Worte, die einen langen Weg zurückgelegt haben. Melanie wurde wach und spürte instinktiv das ihr Zeit fehlte. Die Uhr zeigte 20 Uhr; für mein Gefühl ist das soviel Zeit wie eine lange Reise dauert, dachte Melanie. Sie fuhr los. Sie fuhr los nach Hause. Sie fuhr los in eine neue Freiheit. Gute Fahrt Melanie. Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers Ausgeschlafen von Sabine Heidemann, 25462 Rellingen (Deutschland) Sie schloss die Autotür auf und warf die Schlüssel auf den Sitz und verriegelte die Tür von innen und schlug sie zu. "Das hat er jetzt davon" dachte sie. Jetzt brauchte sie nur noch die Polizei anonym zu benachrichtigen. Das Messer mit seinen Fingerabdrücken hatte sie unter dem Fahrersitz deponiert. Sie hatte nicht irgendein Verbrechen beobachtet, nein, sie kannte diesen Mann sehr gut. Eigentlich hatte dieser Mann auch gar kein Verbrechen begangen, es sei denn, man würde Untreue als Verbrechen betrachten. Gestern wollte sie ihn aus dem Büro abholen, wie so oft. Sie war eine ganze Stunde vor der verabredeten Zeit dort und erwischte die beiden in eindeutiger Pose. Nicht in seinem Büro, sondern ein paar Zimmer weiter, in dem Büro der Neuen. Anscheinend hatte sie ungeahnte Qualitäten. Es war ein leichtes die dumme Ziege am anderen Tag anzusprechen und unter dem Vorwand einer Aussprache in den Park zu locken. Mit dem Messer hatte sie nicht gerechnet und guckte einfach nur erstaunt bei dem ersten Stich. Sie hatte keine wirkliche Chance und eigentlich war alles ganz einfach. Sie wußte, das ihr Freund zu diesem Zeitpunkt vom Joggen nach Hause kommen würde. Er wäre verschwitzt und zu dieser späten Stunde hatten ihn sicher kaum Augenzeugen bei seinem abendlichen Sport beobachtet. Er würde im Knast schmorren und sie könnte ihn dort ständig besuchen und die Aufopferungsvolle spielen. Dort hätte er sicher nicht mehr so viele Möglichkeiten zum fremdgehen, wie er das in den letzten Jahren so oft getan hatte. Sie ging auf die nächste Telefonzelle zu. Dann schnupperte sie. Merkwürdig, auf einmal roch es nach frischem Kaffee. Wo kam dieser Geruch her ? War hier jemand mit einer Thermoskanne voller Kaffee im Park ? "Aufwachen, du Schlafmütze !" Sie öffnete die Augen und sah ihren Herzallerliebsten. "Wo bist du denn in deinen Träumen gewesen, du siehst ja so zufrieden aus ?" Sie antwortete: "Ach, nichts. Ich habe gerade deine Geliebte umgebracht." Lächelnd sah er sie an. "Wenn das alles ist, dann könne wir jetzt ja endlich frühstücken." Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers Neues Spiel... von Marlowe, 84489 Burghausen (Deutschland) Sie schloss die Autotür auf und warf die Schlüssel auf den Sitz und verriegelte die Tür von innen und schlug sie zu. So, das hatte er jetzt davon. Doch bevor sie die Folgen ihres schnellen Entschlusses überdenken konnte stand er schon hinter ihr. Was hast Du gemacht, Du Miststück? Wütend starrte er sie an, seine Wangenknochen mahlten unter seiner Haut ein ganzes Weizenfeld in Akkord. Seine Zähne knirschten. Willst Du mich jetzt schlagen, fragte sie herausfordernd, hier, vor den Augen aller Nachbarn? Schlampe, fauchte er sie an, du blamierst mich in aller Öffentlichkeit. Dann zahl es mir doch heim, lächelte sie ihn süß an. Eine Minute lang stand er unschlüssig da, dann packte er sie mit einer schnellen Bewegung, legte sie übers Knie und versohlte ihr den wunderschönen Hintern. Sie kreischte, schrie, wand sich unter seinen kräftigen Händen. Unvermittelt hörte er auf. Reicht es, fragte er unterwürfig. Mit einer schnellen Bewegung stand sie wieder kerzengerade vor ihm. Komm, sagte sie erregt, ja, es reicht, vollkommen. Los komm. Sie zog ihn geradezu hinter ihr her zurück zur Haustür. Sie schloss die Türe auf, schlug sie heftig wieder zu, verriegelte sie und warf den Schlüssel auf einen kleinen Tisch. Wird mal wieder Zeit für einen Umzug, meinte er. Lass uns später darüber reden. Sie lächelte ihn herausfordernd an. Alles, was Du willst, Liebling, flüsterte er und folgte ihr ins Schlafzimmer. Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers Time is Money von Klaus Eppele, 76228 Karlsruhe (Deutschland) Sie schloss die Autotür auf , warf die Schlüssel auf den Sitz, verriegelte die Tür von innen und schlug sie zu.
Sie dachte:
"Echt geil die neue Karre 180 PS in nur sieben Sekunden von Null auf 100 240 Sachen Spitze.
Für den Heimweg vom Büro brauche ich nur noch 15 Minuten.
Gegenüber früher habe ich jetzt abends fünf Minuten mehr Zeit.
Fünf Minuten mit denen ich eigentlich nichts Sinnvolles anzufangen weiß." Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers Und... von Ina Sommer, 91054 Erlangen (Deutschland) "Sie schloss die Autotür auf und warf die Schlüssel auf den Sitz und verriegelte die Tür von innnen und schlug sie zu und..." Der rote Stift der Lehrerin hatte gnadenlos zugeschlagen. Alle "und"s, auch wenn sie noch so schön in Schreibschrift mit Mühe aufs Blatt getragen waren, hatte der Rotstift ausrasiert. Unter ihrer Geschichte stand, ebenfalls mit rotem Stift - konnten denn Lehrer keine andere Farbe benutzen? - "Ich habe deine Geschichte gelesen und ich finde, du hast dich bemüht und die Sprache ist lebhaft und man sieht dir an, dass du dich bemüht hast und das ist gut." Das alles passierte vor vielen Jahren und ich war damals noch in der Schule und wurde auf das harte Leben vorbereitet und paukte Potenzen, lateinische Deklinationen und Schneckenarten. Und... Zurück zur Übersichtsseite des Satzfischers Hinweis: Für die Rechtschreibung und Zeichensetzung sind die Autoren selbst verantwortlich. Die Urheberrechte liegen beim jeweiligen Autor. |