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Das Literarische Quartett mit Thea Dorn: Vom Publikum allein gelassen

Auf 1,50 Meter Abstand gesetzt: Thea Dorn, Eugen Ruge, Eva Menasse und Matthias Brandt im Literarischen Quartett vom 01.05.2020 (Foto: ZDF/Svea Pietschmann)
Auf 1,50 Meter Abstand gesetzt: Thea Dorn, Eugen Ruge, Eva Menasse und Matthias Brandt im Literarischen Quartett vom 01.05.2020 (Foto: ZDF/Svea Pietschmann)

Nie wirkte das Quartett quartettiger, denn auch diese Fernsehsendung war Corona bedingt publikumsfrei. Aus dem Homeoffice war jedoch niemand zugeschaltet. Eva Menasse, Eugen Ruge und Matthias Brandt saßen persönlich bei Thea Dorn.

Gedichte raus zum 1. Mai

Screenshot von proletkult.at: Das Gedicht »Aufforderung« von Oskar Kanehl
Screenshot von proletkult.at: Das Gedicht »Aufforderung« von Oskar Kanehl

1. Mai. Tag der Arbeit. Traditioneller Demotag der Gewerkschaften. Doch die demonstrieren im Jahr 2020 wegen der Corona-Pandemie auch nur online. Passend dazu empfehlen wir eine Website mit Literatur der Arbeiterbewegung.

Warum wird die Frankfurter Buchmesse nicht abgesagt?

Viele Menschen in und vor den Hallen: Die Frankfurter Buchmesse vor Corona
Viele Menschen in und vor den Hallen: Die Frankfurter Buchmesse vor Corona

Es würde weh tun. Das Oktoberfest ist 2020 abgesagt und der Berlin Marathon. Doch die Frankfurter Buchmesse soll im Oktober 2020 stattfinden. Offiziell heißt es, dass es »eine sehr besondere Messe« werden wird. Näheres will man im Juni verkünden. Aber kann man so lange wirklich noch warten?

Hörtipp: Ein Verlagslektor berichtet über seine Arbeit

Podcast-Folge »Ein Buch ist eine Art Wette« bei ZEIT Online
Podcast-Folge »Ein Buch ist eine Art Wette« bei ZEIT Online

Anvar Cukoski ist Lektor für deutschsprachige Belletristik beim Blumenbar Verlag, der zum Aufbau Verlag gehört. Im Podcast »Frisch an die Arbeit« von Zeit Online erzählt Cukoski aus seinen Arbeitsalltag und über das Sichten von Manuskripten. Ein Gespräch mit interessanten Einblicken in die Tätigkeit des Lektors.

Textkritik: Kritik zum Text zum Foto einer Konfirmandin

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Assoziationen zur gleichnamiger Fotografie von August Sander aus dem Jahre 1911

Jetzt ist sie erwachsen. Das schöne Kleid der Mutter steht ihr gut. Sie durfte es sogar kürzen, denn nach der heutigen Mode trägt man die Kleider nur noch bis zu den Knöcheln. Dazu die Uhr an der silbernen Uhrkette von Großmutter und die seidenen Handschuhe.

Sogar neue Stiefel aus feinem Leder hat man ihr machen lassen. Immerhin ist es ein stolzer Hof, dem sie entstammt. Da kann man zeigen, was man hat.

Die Schulzeit ist zu Ende. Sie wird auf dem Hof arbeiten bis zu ihrer Hochzeit. Dann wird sie auf dem Hof ihres Mannes arbeiten. Ihr zukünftiger Bräutigam sollte auch ein stattlicher Bauer sein mit ordentlichem Besitz.

Diesen Winter wird sie ihre Aussteuer fertig sticken, das meiste liegt schon genäht und gebügelt in der Eichenholztruhe.

Heute, wenn alle von der Kirche zuhause sind, wird es ein Festessen geben. Lammvoressen, Schweinebraten mit Kartoffeln, gebrannte Creme, dann Kuchen und viel Wein.

Weil sie Konfirmandin ist, wird sie erst am Abend wieder arbeiten müssen, wenn alle gegangen sind. Sie wird die große Schürze umbinden und mit der Mutter und der alten Magd zusammen das Geschirr abwaschen, die Töpfe mit Sand scheuern, die Küche putzen und die Stube sauber machen.

Zur Nacht wird sie das schöne Kleid ausziehen und unter dem Trockendach aufhängen, damit es auslüften kann.

Sie wird im Nachtleibchen unter ihre kalte Bettdecke schlüpfen und das Pieken des Strohs unter dem Laken spüren.

Später wird sie das leise Knarren der Holzstiege hören, die zu ihrer Dachkammer hinaufgeht, und das Schnaufen des Vaters.

© 2020 by Lea Söhner. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

Zusammenfassende Bewertung

Diese lapidaren Feststellungen angesichts dieses Bildes sind einerseits trivial, werfen aber andererseits einen kritischen – ja: auch erschreckenden Blick auf (bei uns zumindest?) längst vergangene Zeiten! Dass das so lakonisch geschieht, macht diesen Text so stark!

Die Kritik im Einzelnen

Was ist heutig? Ist das aus der Sicht der Konfirmandin, also aus Sicht aus der Vergangenheit? Dann wäre die heutige Mode also die damalige? Diese Verwirrung hat offenbar einen Grund … Zurück

Die Konfirmation ereilte einen gemeinhin mit 14. Ab da galt und war man erwachsen. Mit allen Konsequenzen … Zurück

Das ist in unserem heutigen Verständnis eigentlich unvorstellbar: Heirat mit 14? Nun: Adlige Mädchen waren da bereits verheiratet, z. B. Katharina die Große! Zurück

Das heißt letztlich nichts anderes, als dass schon Mädchen frühzeitig auf eine Vermählung vorbereitet wurden. Zurück

Ich freue mich ungemein, dass hier der Text endet! Wohin der Vater schnaufend geht und warum er dorthin geht … das wird nicht ausgesprochen. Zurück

Verweigerung als persönliches Recht: »Bartleby, der Schreiber« von Herman Melville

Schreibfeder mit Tintenklexen (Bild von Bruno /Germany auf Pixabay)

I would prefer rather not to lautet die passive Widerstandsformel des berühmtesten Kanzleischreibers der Welt. Herman Melville, sein Erfinder, lebte in den 1850er Jahren auf einem Bauernhof bei Pittsfield im äußeren Westen von Massachusetts. Weit entfernt von der New Yorker Wallstreet also, wo sich die kleine Geschichte des blassen und merkwürdigen Kanzleischreibers Bartleby abspielte. Der Text »Bartleby, der Schreiber« erschien erstmals 1853 in der Zeitschrift Putnam’s Monthly Magazine.

Thomas Pynchon: »Die Enden der Parabel« als akustischer Rausch

Sprecherin Bibiana Beglau (Bild: SWR/Nirto Karsten Fischer)
Sprecherin Bibiana Beglau (Bild: SWR/Nirto Karsten Fischer)

14 Stunden Dauer, 400 Figuren und 99 Sprechrollen: Es ist ein akustisches Monumental- und Meisterwerk, das Regisseur Klaus Buhlert für den SWR realisiert hat. In zwei Nächten wird es am 17. und 18. März 2020 im Radio und per Stream gesendet, ab dem 24. April 2020 ist es im Handel erhältlich. Das Werk beeindruckt auch akustisch. Kopfhörer auf!

Das Mööp – Ein fantastischer Seuchenbericht – Teil 6

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Das Mööp (Zeichung: Holger Much)
Das Mööp (Zeichung: Holger Much)

Corona-Epidemie. Lockdown. Ein Autor sitzt daheim und schreibt an einem Horrorroman. Dann erhält er überraschenden Besuch. Oder wohnte dieses Wesen schon immer hier? Es ist das Mööp. Das literaturcafe.de präsentiert einen fantastischer Seuchenbericht in Fortsetzungen von David Gray. Teil 6.

Bitte keine Corona-Gedichte! Das Virus ist schon schlimm genug!

Hm! Lecker! Kaffee mit Corona-Topping.
Hm! Lecker! Kaffee mit Corona-Topping.

Viele Menschen leiden an Corona. Als grausame Nebenwirkung der Krankheit entstehen schlechte Gedichte. Und noch schlimmer: Andere finden die auch noch gut!

Zwei Kritiken, ein Urteil: »Federico Temperini« von Theres Essmann

»Federico Temperini« von Theres Essmann
»Federico Temperini« von Theres Essmann

Zwei Kritiker bekommen die Novelle »Federico Temperini« von Theres Essmann zugeschickt. Daher gibt es zu diesem Buch zwei Kritiken, die zwar verschieden aber gleich sind.

Blick hinter die Kulissen: »Die Pest« von Albert Camus live vorgelesen

Making-of »Die Pest« von Albert Camus. Wolfgang Tischer erklärt Ort, Technik und Inhalt.
Making-of »Die Pest« von Albert Camus. Wolfgang Tischer erklärt in einem Video Ort, Technik und Inhalt.

Es ist der Roman der Stunde: An 10 Tagen und in fast 12 Stunden hat Wolfgang Tischer »Die Pest« von Albert Camus live via YouTube vorgelesen. In einem Video gewährt der Sprecher einen Blick hinter die Kulissen, zeigt Leseort und Technik und erläutert die inhaltliche Vorbereitung auf die Lesung von Camus Meisterwerk.

Das Mööp – Ein fantastischer Seuchenbericht – Teil 5

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Das Mööp (Zeichung: Holger Much)
Das Mööp (Zeichung: Holger Much)

Corona-Epidemie. Lockdown. Ein Autor sitzt daheim und schreibt an einem Horrorroman. Dann erhält er überraschenden Besuch. Oder wohnte dieses Wesen schon immer hier? Es ist das Mööp. Das literaturcafe.de präsentiert einen fantastischer Seuchenbericht in Fortsetzungen von David Gray. Teil 5.

Das Mööp – Ein fantastischer Seuchenbericht – Teil 4

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Das Mööp (Zeichung: Holger Much)
Das Mööp (Zeichung: Holger Much)

Corona-Epidemie. Lockdown. Ein Autor sitzt daheim und schreibt an einem Horrorroman. Dann erhält er überraschenden Besuch. Oder wohnte dieses Wesen schon immer hier? Es ist das Mööp. Das literaturcafe.de präsentiert einen fantastischer Seuchenbericht in Fortsetzungen von David Gray. Teil 4.

Das Mööp – Ein fantastischer Seuchenbericht – Teil 3

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Das Mööp (Zeichung: Holger Much)
Das Mööp (Zeichung: Holger Much)

Corona-Epidemie. Lockdown. Ein Autor sitzt daheim und schreibt an einem Horrorroman. Dann erhält er überraschenden Besuch. Oder wohnte dieses Wesen schon immer hier? Es ist das Mööp. Das literaturcafe.de präsentiert einen fantastischer Seuchenbericht in Fortsetzungen von David Gray. Teil 3.

Mehr als nur berührend: »Nach Mattias« von Peter Zantingh

»Nach Mattias« von Peter Zantingh

Mattias ist tot. Und sie sollten über das Buch »Nach Mattias« keine Rezensionen lesen, sondern gleich das Buch des niederländischen Autors Peter Zantingh. Aber lesen Sie vorher doch noch diese Rezension, denn dann wissen Sie, warum.