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Linda Boström Knausgård im Gespräch: »Nur wenn ich schreibe, fühle ich mich frei«

Linda Boström Knausgård (Foto: © Christina Ottosson Öygarden/Schöffling Verlag)
Linda Boström Knausgård (Foto: © Christina Ottosson Öygarden/Schöffling Verlag)

Von Barbara Fellgiebel – Morgen werde ich Linda Boström Knausgård interviewen. Ich weiß, dass sie aufgeregt ist und Interviews nicht mag. Ich bin wahrscheinlich mindestens genauso aufgeregt, denn ein Redakteur meinte, es wäre blöd, wenn um die delikaten Fragen metaphorisch herumgeeiert würde. Ich weiß nicht, wie man metaphorisch herumeiert, will es auch nicht wissen. Ich will Linda Vertrauen eingeben. Ob es mir gelingt?

Peter Stamm: »Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt« – mit Video

Peter Stamm: Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt - Die Buchkritik gibt es auch als Video
Peter Stamm: Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt – Die Buchkritik gibt es auch als Video zu sehen

Hat man diesen Roman von Peter Stamm nicht schon einmal gelesen? Ein älterer Mann trifft eine jüngere Frau, irgendwo im Ausland? Eine Szene in einer Bibliothek. Er ist Schweizer und schreibt gerade an einem Buch.

Sprachlich ist »Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt« in seiner Lakonie ebenfalls ein echter Stamm-Roman, und im ersten Augenblick wirkt der Text fast uninspiriert absehbar, ein Stamm-Text wie aus Stamm-Texten gebaut.

Doch irgendwann hat man sich in diesem gekonnt konstruierten Geschichtenlabyrinth verlaufen und freut sich daran.

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Das neueste Video im YouTube-Kanal des literaturcafe.de: Die Besprechung des Romans »Sleeping Beauties« von Stephen und Owen King
Das neueste Video im YouTube-Kanal des literaturcafe.de: Die Besprechung des Romans »Sleeping Beauties« von Stephen King und Owen King

Buchrezensionen, Reisereportagen, Lesungen, E-Reader-Tests und Interviews: Das literaturcafe.de ist mit einem eigenen Kanal auch auf YouTube präsent. Im Umfeld der Videos platzierte Werbung hilft uns bei der Finanzierung des literaturcafe.de.

Leider hat YouTube-Betreiber Google die Richtlinien für die Werbeschaltung geändert. Kanäle benötigen jetzt mindestens 1.000 Abonnenten, um ins Werbeprogramm aufgenommen zu werden – mit derzeit 955 Abonnenten liegen wir knapp darunter.

Helfen Sie dem literaturcafe.de zu den 1.000, und abonnieren Sie unseren Kanal bei YouTube. Das ist völlig kostenfrei, und Sie unterstützen das literaturcafe.de.

Nachtrag: Ihr seid großartig! Keine 24 Stunden später war die 1.000-Abonnenten-Marke geknackt. Vielen Dank und abonniert uns weiterhin fleißig!

Videotipp: Steiner & Tingler – »Ist obszön nicht auch attraktiv?«

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Nicola Steiner und Philipp Tingler streiten im neuen Kurzvideoformat über Bücher und Literatur (Foto: SRF)
Nicola Steiner und Philipp Tingler streiten im neuen Kurzvideoformat über Bücher und Literatur (Foto: SRF)

Nicola Steiner und Philipp Tingler streiten über Bücher. Das Schweizer Fernsehen hat ein neues Videoformat in den sozialen Netzwerken gestartet.

Mit einer Laufzeit von rund zwei Minuten, einer quadratischen Form und harten Schnitten ist das Format für die Aufmerksamkeitsspanne von Facebook und YouTube konzipiert, kleine literarische Zerstreuungen für zwischendurch.

Mareike Nieberding: Ach, Papa – Geplagt vom Familienweh

Mareike Nieberding: Ach, Papa

Die eigene Familie beschäftigt jeden, egal ob man ihr nahe steht oder nicht. Darüber zu schreiben ist sehr persönlich. Mareike Nieberding hat genau das getan: Sie hat ein sehr persönliches und ehrliches Buch über sich und die Konstellationen innerhalb ihrer Familie verfasst. Gleichzeitig geht sie ein auf die Rollenverteilung zwischen Vater und Tochter und allgemeiner zwischen Männern und Frauen in der heutigen Zeit. So bringt sie das Thema auch auf eine gesellschaftliche Ebene.

Preis der Leipziger Buchmesse 2018: Der erste Blick auf die Shortlist (1/2)

Preis der Leipziger Buchmesse 2018

Letzte Woche sind sie bekannt gegeben worden: die fünf nominierten Bücher für den Preis der Leipziger Buchmesse 2018 in der Rubrik Belletristik.

Unser Kritiker Malte Bremer greift zu den ersten vier Titeln und macht den Buchhandelstest: Was lassen die ersten Seiten der Bücher erkennen? Will man sie weiterlesen?

Blogbuster 2018: Unsere Entscheidung für die Longlist ist gefallen

Blogbuster 2018: Unsere Entscheidung für die Longlist ist gefallen

Vor wenigen Tagen haben wir im literaturcafe.de die 12 an uns eingereichten Textanfänge öffentlich besprochen, die uns im Rahmen des Blogbuster-Literaturpreises erreicht hatten. Drei davon schienen uns eine nähere Betrachtung wert. Doch nur ein Manuskript dürfen wir für die Longlist einreichen, aus der eine Fachjury schließlich das Gewinnerbuch kürt.

Hier ist unser abschließendes Urteil. Welches der drei Manuskripte hat es geschafft?

Stephen King und Owen King: Sleeping Beauties – Nur nicht einschlafen

Buch und Hörbuch: Sleeping Beauties von Stephen und Owen King
Buch und Hörbuch: Sleeping Beauties von Stephen und Owen King

»Sleeping Beauties« heißt der Roman, den Stephen King zusammen mit seinem Sohn Owen King geschrieben hat. Sind zwei Kings besser als einer?

Über 70 Charaktere tauchen in diesem kingtypisch backsteindicken Buch auf. Das Problem daran: Die Figuren des Romans sind nahezu alle dumm.

Heavenly, San Diego

Foto: Christiane Nagler
Klick zum Vergrößern (Foto: Christiane Nagler)

Mit Musik, selbst gebastelten Postern, Schmuck und schönen Worten kommen sie dir entgegen und möchten einfach reden – oder? Sie lächeln, hüpfen um dich herum und überhäufen dich mit Komplimenten. Sie sind freundlich und zuvorkommend, die Obdachlosen in Ocean Beach. Doch hinter den scheinbar sorglosen Fassaden verbergen sich tragische Schicksale.

Eine literarische Reisereportage von Christiane Nagler.

Nina Jäckle: Stillhalten – Leiser Roman in lauter Zeit

Nina Jäckle: Stillhalten

»Einmal dem Fehlläuten der Nachtglocke gefolgt – es ist niemals gutzumachen.«

So endet Kafkas Erzählung Der Landarzt. Und so hätte auch Nina Jäckles Roman Stillhalten beginnen können. Doch der beginnt mit einer Beschreibung, wie Ninas Großmutter, diese großartige Tänzerin, von dem Maler Otto Dix gebeten wurde, sie malen zu dürfen: Er fragt sie, ob sie das wolle, nämlich »uns alle trösten mit deinem Lächeln.«

Tops und Flops beim Blogbuster: Ein Blick auf die eingereichten Manuskripte

Blogbusger 2018 - Preis der Literaturblogger

In diesem Jahr ist das literaturcafe.de beim Blogbuster-Literaturpreis mit dabei. Zum zweiten Mal konnten Autorinnen und Autoren ihre Manuskripte bei Bloggerinen und Bloggern einreichen. Diese wählen nun ihre Favoriten aus, die dann einer Jury vorgelegt werden, der u. a. die Literaturagentin Elisabeth Ruge und Literaturkritiker Denis Scheck angehören. Der Gewinnertext erscheint schließlich im Herbst beim Verlag Kein & Aber.

Es waren 12 Einreichungen, die zur Vorauswahl beim literaturcafe.de eintrafen. Lesen Sie die Kurzbewertung von Malte Bremer und Wolfgang Tischer und warum es nur 3 von 12 Texten geschafft haben.

Textkritik: Nix verstehn – und nix zu erzählen

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Seit man mich auf diesem Planeten abgesetzt hat, sehe ich mich mit unzähligen Regeln konfrontiert. Die meisten davon habe ich nie verstanden. Doch ich weiß, dass es sie gibt und dass ich mich gefälligst daran zu halten habe. Tue ich das nicht, gibt es Probleme.

Soziale Interaktion erfordert Anpassung. Nun bin ich durchaus bereit, mich den Regeln unterzuordnen, ob ich sie nachvollziehen kann oder nicht. Doch die Regeln sind nur innerhalb einer Gruppe gültig. In einer anderen Gruppe gelten wiederum andere.

Ein mühsam erlernter Verhaltenskodex hält mich fest, zieht mich hinein in die Gruppe, der ich mich zuordne, gar unterwerfe. Wechsle ich, aus welchem Grund auch immer, das soziale Umfeld, habe ich umgehend die dort gültigen Vorschriften zu befolgen. Es gibt keine Schonfrist, keine Übergangsphase. Die Regeln der ehemaligen Gruppe taugen nicht mehr; sie aus Unkenntnis, Verzweiflung oder Dummheit anzuwenden, katapultiert mich umgehend in ein gesellschaftliches Aus.

Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen, in einer industriell geprägten Gegend aufzuwachsen und von der Arbeiterklasse sozialisiert zu werden. Das dort gültige Reglement ist in mich hineingewachsen und in jede Zelle meines Körpers eingebrannt. Es gab nicht viele Regeln, eine Handvoll nur, doch sie mussten beachtet und gelebt werden. So habe ich beizeiten gelernt, dass Argumente mit den Fäusten ausgetauscht werden und körperliche Überlegenheit ein absolutes Muss war. Zwar war ich ein schwächliches Kind, unterzog mich jedoch, der Notwendigkeit gehorchend, dem mühsamen Prozess der körperlichen Ertüchtigung. Es hat funktioniert. Ich gewann zunehmend an Überzeugungskraft, denn meine Fäuste argumentierten hart und schnell, und ich kletterte zügig die Leiter innerhalb der prekären Hierarchie empor.

Die wichtigste Lehre dieser Zeit: Wer als letzter noch steht, hat recht!

Dann kam mein Absturz. Abitur, Studium, neue soziale Gruppe, andere Regeln. Plötzlich sah ich mich mit der Forderung konfrontiert, mit Worten zu argumentieren. Wie sollte das gehen? Niemand hatte mir beigebracht, rhetorisch zu bestehen. Ein kläglich gescheiterter Versuch nach dem anderen ließ die Erkenntnis in mir reifen, mich nicht in mein neues soziales Umfeld integrieren zu können, zumindest nicht vollständig. Denn in meinen Zellen wirkt immer noch das alte Regelwerk.

Und deshalb stottere ich, wenn ich rede, finde keine passenden Worte und balle gleichzeitig meine Fäuste, bereit, unvermittelt und brutal zuzuschlagen. Ein penetranter Begriff tobt in diesem Zustand stets orkanartig durch mein verwirrtes Ich: Nix verstehn!

Wann kommt endlich ein verdammtes Raumschiff, um mich abzuholen?

© 2017 by L. Manitas. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

Zusammenfassende Bewertung

Grandios versemmelte Zivilisationskritik!
Das sollte wohl eine Satire werden, aber die scheitert schon wegen dieser unsäglichen Rahmenhandlung, diesem Aussetzen eines galaktischen Wesens auf unserem Planeten, ohne dass es einen Auftrag hatte.
Aber der Inhalt?
Welcher Inhalt? Eine Plattitüde jagt die andere!

Die Kritik im Einzelnen

Seltsam: Ein Alien (oder ist der Ich-Erzähler eine Aliene, also Ich-Erzählerin? Ich nenne dieses Wesen hinfort einfach »Es«): ES wird auf der Erde abgesetzt, beherrscht die deutsche Sprache, ist aber ansonsten null vorbereitet, denn ES sieht sieht sich plötzlich mit unzähligen Regeln konfrontiert!
Mit Verlaub: Wie doof sind eigentlich die Aussetzer? Oder sind die gar nicht doof, sondern haben ES auf den Gefängnisplaneten ERDE verfrachtet, so wie weiland bei uns Schwerverbrecher nach Australien oder andere Inseln exportiert wurden? Darüber schweigt ES sich verständlicherweise aus! zurück

Stimmt, genau so geht es bei es bei uns zu: In der einen Gruppe darf man nicht töten, in der anderen, inzwischen ziemlich ausgebluteten Gruppe muss man das! zurück

Und was kann dieses gesellschaftliche Aus den anderes sein als eine weitere Gruppe? zurück

Oha: ES’ Instruktoren waren offenbar auf dem Stand des 19. Jahrhunderts … und auch das höchst unzureichend, wenn hier die Arbeiterklasse mit Prügeleien und körperlicher Stärke gleichgesetzt wurde – Kein Wunder, dass ES schon bei der Suche nach dieser Gruppe gnadenlos scheitern muss, wenn ES von den erstbesten besoffenen Proleten vermöbelt wird! zurück

Nach ersten Vermöbelungen hat ES also Boxen gelernt und ist aufgestiegen an die Spitze des Prekariats! Frage: Wieso hat ES denn nicht einfach die Gruppe gewechselt, z. B in die der friedlichen Haschischraucher?
Obwohl: Da ES ja auf dem Informationslevel des 19. Jahrhunderts eingestellt war, hätte er höchstens nach Opiumrauchern suchen können.
Und immer noch bleibt völlig unklar, was ES auf unserem Planeten überhaupt will oder muss! Schließlich beherrschen die Aliens zwar interstellare Raumfahrt, sind aber informationstechnisch auf dem Niveau von Volksempfängern und Röhrenfernsehern und könnten diese sogar abhören, wenn es denn noch welche gäbe. zurück

Wer hätte ES das denn beibringen sollen und warum? ES hatte sich doch die Spitze des Prekariats erkämpft? Wieso reicht ES das nicht? Was will oder soll ES denn eigentlich auf unserem Planeten? Wieso verschweigt ES das so beharrlich? zurück

Aha: ES’ Gene sind konditioniert worden, und die bestimmen sein Verhalten. ES ist gewissermaßen eine Marionette. Das wäre immerhin eine Erklärung für seine Beschränktheit! zurück

Und warum? Ist denn der Auftrag erfüllt? Es muss doch einen Grund geben, warum man ES auf unserem Planeten abgesetzt hat!
Oder wurde er in Wahrheit ausgesetzt wegen penetranten Nervens? zurück

Philip K. Dick’s Electric Dreams – Der letzte Bibliothekar auf Erden

Für den Vorspann von »Philip K. Dick's Electric Dreams« wurde der Science-Fiction-Autor als Mensch-Maschine digital zum Leben erweckt (Foto: Sony Pictures)
Für den Vorspann von »Philip K. Dick’s Electric Dreams« wurde der Science-Fiction-Autor als Mensch-Maschine digital zum Leben erweckt (Foto: Sony Pictures)

»Wie echt sind wir?« Die Frage stellt Avishai seiner Freundin Emily, und es bleibt offen, ob er ihre Beziehung oder das Leben generell meint. Er ist der letzte Bibliothekar auf Erden. »All die Bücher, die du gesammelt hast, die werden uns helfen, die Welt wieder aufzubauen, wenn die Fabrik weg ist«, sagt Emily. Die Fabrik versorgt die letzten noch lebenden Menschen mit Waren, die sie nicht brauchen und zerstört für die Produktion den Rest der Erde.

»Philip K. Dick’s Electronic Dreams« ist eine Serie, die aus zehn herausragenden und voneinander unabhängigen Mini-Filmen besteht. Eine Serie, die auf Erzählungen des Science-Fiction-Autors Philip K. Dick basiert.

Die besten Wünsche für 2018 mit unserem Jahresrückblick 2017!

 

Die besten Wünsche für 2018 mit unserem Jahresrückblick 2017! 1

Während auf anderen Websites die Jahresrückblicke bereits abgefeuert sind, kommt der des literaturcafe.de wie gewohnt am 1. Januar.

Das Team des literaturcafe.de wünscht Ihnen ein gutes, gesundes, glückliches und friedvolles Jahr 2018 mit unserem traditionellen persönlichen literarischen Jahresrückblick auf 2017.

Zwei Häuser erzählen Geschichten: »What Remains of Edith Finch« und »gone home«

Screenshot aus »What Remains of Edith Finch«: Gewagte Architekur
Screenshot aus »What Remains of Edith Finch«: Gewagte Architekur

Wenn sich Ihr Freund gerade an der Spielekonsole durch die Schlachtfelder des 2. Weltkriegs kämpft oder die Kinder in den USA Nazis den Kopf wegschießen, sollten Sie nicht mit selbigem schütteln, sondern einmal selbst PlayStation oder Xbox kapern und ganz andere Dinge spielen.

Wir stellen zwei Spiele für Literatinnen und Literaten vor, bei denen Sie weder schießen noch rennen müssen, denn hier erzählen Häuser Geschichten. Beide Spiele zeigen, dass Computerspiele schon längst die besseren interaktiven Bücher sind und Geschichten auf eine Weise erfahrbar machen, wie es kein Buch und kein Film je können werden.