Preis der Leipziger Buchmesse 2018: Der zweite Blick auf die Shortlist ist Klein (2/2)

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Preis der Leipziger Buchmesse 2018

Unlängst sind sie bekannt gegeben worden: die fünf nominierten Bücher für den Preis der Leipziger Buchmesse 2018 in der Rubrik Belletristik.

Unser Kritiker Malte Bremer hatte die ersten vier Titel bereits besprochen, nun folgt der Blick auf den Anfang des noch ausstehenden fünften Buches, das erst jetzt erschienen ist. Was lassen die ersten Seiten des Buches erkennen? Will man sie es weiterlesen? Malte Bremer macht auch hier den Buchhandelstest.

Georg Klein: Miakro (Rowohlt)

Überraschung: Was ist ein »Innenwind«? So heißt das erste Kapitel – aber was ist ein Innenwind? Und dann der Untertitel, quasi als Erläuterung: Wie ein Durst gestillt wird.

Das macht neugierig, und es wird sofort nachgeliefert, dass es ein fremder Wind sei. Es folgt ein Feuerwerk aus Bildern & Empfindungen & eigenwilligen Räumen: Schlafen da tatsächlich in einem halbkugelförmigen Büro Menschen in Kojen auf Ruhenetzen hinter Netzen, deren Einstiegsovale so individuell sind, dass sie nicht verwechselt werden können? Und wie kann jemand mit der Zungenspitze herausschmecken, wie dicht ein Fleck bleiche Wand vom silbernen Haardraht durchwuchert wurde? Was ist das Weichglas eines Arbeitstisches?

Das hat etwas Surrealistisches an sich, denn es kommt inhaltlich und sprachlich so überzeugend selbstverständlich daher!

Nein: Das ist kein Fastfood! Das liest sich nicht einfach so runter! Das verlangt wache Leserinnen und Leser, die sich gerne in neue Gefilde begeben. Ich finde es großartig!

 

 

Malte Bremer

Georg Klein: Miakro. Gebundene Ausgabe. 2018. Rowohlt Buchverlag. ISBN/EAN: 9783498034108. EUR 24,00 » Bestellen bei amazon.de Anzeige

Die Besprechung der ersten vier Titel können Sie nachlesen, indem Sie diesem Link hier zum ersten Teil der Shortlist-Bewertung folgen.

 

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