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Heinrich Steinfest: Die Büglerin – Buchtipp im Video

Heinrich Steinfest: Die Büglerin - Buchtipp im Video

Bügeln als Buße: Tonja Schreiber war reich und glücklich. Doch den Tod eines geliebten Menschen konnte sie nicht verhindern. Sie ändert ihr Leben radikal und bügelt fortan die Wäsche von anderen. Heinrich Steinfests neuer Roman zeichnet das Leben von Tonja Schreiber opulent, skurill, mit sanftem Humor und berührend.

Wolfgang Tischer stellt den Roman »Die Büglerin« von Heinrich Steinfest im Video vor.

Narrativa 2: Vom Inszenieren des Autors und dem Leben als Dachs

Moderatorin Judith Heitkamp vom Bayerischen Rundfunk begrüßt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Narrativa 2 (Foto: Heike Bogenberger)
Moderatorin Judith Heitkamp vom Bayerischen Rundfunk begrüßt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Narrativa 2 (Foto: Heike Bogenberger)

Nach erfolgreichem Start im letzten Jahr lud André Hille von der Textmanufaktur vom 2. Bis 3. Juni 2018 zur Narrativa 2 ein. Für zwei Tage trafen sich LektorInnen und AgentInnen mit ca. 120 Autoren und Autorinnen im Fürstentrakt des Klosters Andechs, um Neues zum Buchmarkt, den Entwicklungen des Erzählens, zu Trends und aktuellen Themen zu erarbeiten.

Marianne Haynold war dabei und schildert fürs literaturcafe.de ihre Eindrücke.

Büchermachen I: Von Schwarzen Schwänen und launischen Göttern

Unregelmäßig und immer am Samstag berichtet der Lektor, Verleger und Literaturagent Vito von Eichborn über das Büchermachen. Es geht ihm nicht um Theorien, sondern um das Handwerk auf dem Weg zur »Ware Buch«. Er redet Klartext, räumt mit Vorurteilen auf – und will zum Widerspruch anregen. Und er bittet um Fragen über den Buchmarkt, um an dieser Stelle darauf einzugehen.

Eine Kolumne von Vito von Eichborn

Textkritik: Plattitüden nicht platt

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Wenn die Hilla mit ihrn Ernst abends umme Häuser geht Arm in Arm, eimfach ma so, um Luft zu schnappen, un die Luft noch so schön lau iss, obwohl Oktober iss un die Blätter schonn fallen, dann gehn se meist noch bein Murat vorbei aufm Rückwech anne Ecke bei seine Bude, wo alle schonn stehn wie jehn Abend auf en Quätschken un vielleicht en Bier.

Danach weisse, wie ett iss inne Welt. Datt sollte man ja auch wissen. Un der Murat klacht, datt ja alle kein Geld mehr hättn un er müsste ja auch sparn, getz am Monatsende wärn ja alle klamm un er vor allen Dingen, weil ja immer weniger bei ihn vorbeikomm, weil se alle kein Geld mehr hahm bis zum Monatsende. Un dann würd auch weniger bei ihm hängen bleim, un ers am Ersten gäb ett ja widder Geld un Stütze, dann ging ett widder.

Un da hahm alle noch ein, zwei Bier bestellt, damit ett dem Murat widder watt besser geht, un prosteten sich zu un erzählten alle wild durchenander, wie datt früher wa un dattse da auch keine Kohle hatten weil wegen der Kinder, wo datt alle so viel gekostet hat un dattse datt Auto ja auch noch abstottern mussten un die Frau noch putzen ging, schwarz natürlich, damit watt hängenbleibt.

Abber die paar Kröten machten den Braten ja au nich fett. Un so richtich Urlaub wa nich, nur mippm Zelt nach Holland, obwohl datt auch sehr schön wa un vor allem de Blagen gefallen hat, wie se immer nackich übber den Strand geflitzt sind. Un den ganzen Tach hahm se nur Vla gefuttert, weiß ich noch. Un alle kannten sich da, weil eigentlich alle Nachbarn von hier auch da wahn un wie schön ett immer im Sommer in Renesse wa mit Matjes un Grolsch! Da hasse dich gefühlt wie ein Könich.

Un datt früher wahrscheinlich alles besser wa, viele Sachen abber auch schlechter. Auf jehn Fall wa alles nich so schnell. Un nu machten beim Murat ringsrum de Läden zu, Rollladen runner un Feierahmt! Nur beim Murat standen se noch alle. Ein paar kam noch schnell, um Kippm zu holn oder ne Tafel Schockelade für beim Fernsehen zum Schnabulieren.

Getz bezahlten auch die Ersten un suchten, wo ett nach Hause ging, der Ouzo dann auf et Haus auffe Schnelle, da wa ett dann auch Zeit.

Hilla sachte noch, datt se früh raus muss, un der Ernst, datt er schonn seit fünf auf iss. Alle sachten, wie spät datt schonn iss un wie früh datt getz dunkel wird un dattse ma alle flux inne Falle müssten un kloppten den andern auffe Schultern rum un auffe schmale Theke zum Gruß.

Un später, als die Hilla dann mit ihrn Ernst Arm in Arm nach Hause ging mitten durch de dunkle Siedlung, da war alles gut!

© 2017 by Achim Dietz. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

Zusammenfassende Bewertung

Da gibt es keine Einzelkritik – wie auch? Wären all diese Plattitüden hochdeutsch geschrieben worden, wäre das langweilig! Auf Ruhrdeutsch jedoch – und wahrscheinlich auch in allen denkbaren Dialekten – da lebt das, denn plötzlich wirkt es authentisch und wird dadurch zu etwas Besonderem!

Allerdings habe ich massiv in die Form eingegriffen: Eingereicht wurde der Text in einer freien Gedichtform, also ohne Reim oder Metrum – und das zog sich gewaltig, weil immer wieder Zusammenhänge unterbrochen wurden!

Lesetipp: Der tolle Christian ist jetzt für alle da

Lesetipp: Der tolle Christin ist jetzt für alle da
Coveraussschnitt aus: Der letzte Mai des tollen Christian: Ein Herzog von Braunschweig im Dreißigjährigen Krieg von Johanne Jakobian

»Der letzte Mai des tollen Christian« ist ab sofort als E-Book via Amazon erhältlich. Der historische Roman von Johanne Jakobian stand auf unser persönlichen Shortlist zum diesjährigen Blogbuster-Preis.

Die Autorin wollte nicht auf das Angebot eines Verlages warten und hat ihr Werk nun selbst veröffentlicht. Ab sofort können es daher alle lesen.

75 Orte, wo Menschen gerne eine Buchhandlung eröffnen würden

Der Buchladen der Florence Green: Gewinnspiel zum Kinofilm
Die Filmpakete zum Kinofilm »Der Buchladen der Florence Green«. (Foto: Capelight Pictures)

Anlässlich der Kinopremiere von »Der Buchladen der Florence Green« wollten wir wissen: Wo würden Sie gerne eine Buchhandlung eröffnen?

Lesen Sie hier die besten Antworten und warum Menschen eine Buchhandlung auf Island, in Wacken oder am Ende des Universums eröffnen wollen.

Laurie: Stephen King verschenkt eine Kurzgeschichte

Bernsteinfarbene Hundeaugen

Stephen King stellt auf seiner Website stephenking.com eine Kurzgeschichte kostenlos zum Download bereit. Einfach so, als PDF-Datei. Ohne Registrierung und ohne Kopierschutz.

Es ist die Geschichte eines Hundewelpen. Niedlich, doch nicht ganz stubenrein, denn es gibt einen blutigen Teil. Wir zeigen, wie Sie die Datei perfekt aufbereitet auch auf Ihren E-Reader bekommen.

Victoria Hohmann: Von Verwandlungen und Vom Dazwischen

Victoria Hohmann: Von Verwandlungen

Kurzgeschichten bzw. kurze Erzählungen haben es nicht leicht in Deutschland, denn Verlage sind da sehr zurückhaltend. Was also tun, wenn einem die Texte samt den Ablehnungsbescheiden allmählich die Schubladen verstopfen?

Man könnte beispielsweise einen eigenen Verlag gründen.

Filmtipp: Der Buchladen der Florence Green – Liebeserklärung ans Lesen

Der Buchladen der Florence Green – Filmplakat (Foto: Capelight Pictures)
Der Buchladen der Florence Green – Filmplakat (Foto: Capelight Pictures)

Ein Film über eine Frau, die in einem kleinen Ort an der englischen Küste eine Buchhandlung eröffnet. Das klingt nach Kitschalarm, nach »romantische Komödie« oder gar nach Rosamunde Pilcher.

Isabel Coixet hat den Roman »Die Buchhandlung« von Penelope Fitzgerald verfilmt. Entstanden ist ein berührender Film ohne Kitsch – und eine Liebeserklärung an die Literatur.

Buchtipp: »Recht für Selbstverleger und Autoren« von René Jorde

René Jorde: Recht für Selbstverleger und Autoren

Darf der Protagonist meines Romans mit dem Porsche zu Aldi fahren? Oder bekomme ich dann Ärger mit Aldi und/oder Porsche? Darf ich in meinen Büchern einfach so Zitate verwenden? Worauf muss ich beim Abschluss eines Verlagsvertrages achten? Braucht mein Buch ein Impressum, und was muss da drinstehen?

Der Ratgeber »Recht für Selbstverleger und Autoren« von Rechtsanwalt René Jorde gibt hilfreiche Tipps, wie man als Autor juristische Fallstricke vermeidet.

Fördern Self-Publishing-Preise die Ausgrenzung des Selbstverlegten?

Self-Publishing-Preise fördern die Ausgrenzung des Selbstverlegten

Als hätten sie sich abgesprochen: Amazon kündigt gestern den »Kindle Storyteller 2018« an, den Preis für das beste »deutschsprachige Self Publishing Buch« (sic!). Und Börsenverein und Selfpublisher-Verband weisen am gleichen Tag auf den Start des 2. Deutschen Selfpublishing-Preises hin. Beide Preise wollen das beste selbstveröffentlichte Buch küren und sind jeweils mit 10.000 Euro für den Gewinnertitel dotiert.

Nicht nur für Self-Publisher sind die Wettbewerbe eine Qual, denn leider kann man mit einem Werk nur an einem der Wettbewerbe teilnehmen [siehe Nachtrag am Ende dieses Beitrags]. Zudem steht die inhaltliche Qualität wider Erwarten gerade nicht im Vordergrund.

Fördern die Preise stattdessen die Ausgrenzung der Self-Publisher und den schlechten Ruf der selbstverlegten Titel?

Textkritik: Feine Miniatur zum Schienenersatzverkehr

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Mein Blick saugt sich | an Gesichtern | fällt
auf Bärte | Hände | Fingernägel |an gläsernen Kontakten | Häute
kein Diamant | auf Vinyl | zum Brummen der Motoren | sirren Datenströme

Ersatzverkehr: | Ein Mädchen, ein Junge | halten Wange und Lippen
in Berührung | wie Wellen, die nicht vom Meer | nicht vom Strand
lassen können | (ertappen mich | wie ich nach Zeichen suche | für eine prekäre Rettung)

© 2017 by Katharina Körting. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

Zusammenfassende Bewertung

Das ist bis auf Kleinigkeiten eine feine Miniatur: Zunächst überzeugen die kurzen Wahrnehmungen des Lyrischen Ichs: Es wird nicht näher beschrieben, was warum betrachtet wird, sondern ist eher zufällig. Ein Fahrgast in der U-Bahn, der sich nicht mit seinem Smartphone beschäftigt, sondern seinen Blick auf Menschen richtet: Zunächst auf Gesichter, dann auf andere Teile. Zu den visuellen Wahrnehmungen gesellen sich Geräusche – die vielleicht auch nur eine Erinnerung sind an früher auf Schallplatte Gehörtes (Diamantnadel auf Vinyl), z. B. summen die Motoren in Reinhard Meys »Über den Wolken«. Überaus gelungen auch das Spiel mit dem Wort »Ersatzverkehr« und die prekäre Rettung: Erwischt worden ist nämlich das Lyrische Ich beim heimlichen Beobachten. Das Gedicht hat keinerlei Botschaft, sondern überlässt es den Lesern, sich damit zu befassen.

Die Kritik im Einzelnen

Hier müsste es an Gesichter heißen oder an Gesichtern fest, aber das Letztere stimmt dann inhaltlich nicht mehr: Wenn sich der Blick nämlich festgesaugt hat, kann er nicht mehr wandern … zurück

Hier ist wohl die Bedienungsoberfläche von Smartphones gemeint: Fingernägel erreichen da gar nichts – das braucht schon mindestens Fingerkuppen – auch Finger würde genügen. zurück

Kann man Datenströme sirren hören? Ich bin da skeptisch, auch wenn das immer wieder behauptet wird! zurück

Marianne Haynold: »Rente Rucksack Abenteuer« – Afrika-Reise ins Ungewisse

Rente Rucksack Abenteuer: Mein afrikanisches Tagebuch von Marianne Haynold

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen … aber das stimmt nur, wenn das eine echte Reise ist, nämlich eine ins Ungewisse! Also nicht die im Voraus gebuchten, wo man säuberlich getrennt von Einheimischen in einem großräumigen goldenen Käfig mit Swimmingpool und Privatstrand in der Sonne vor sich hin dämmert und anschließend stolz berichtet, wie toll es im Kongo bzw. Nigeria bzw. Marokko war.

»Mein afrikanisches Tagebuch« nennt Marianne Haynold ihren Bericht. Sie macht sich auf den Weg nach Tansania, um dort an einer Grundschule zu arbeiten, von der sie zufällig erfahren hat.

Blogbuster 2018: Die Shortlist des Literaturpreises steht fest

Die Blogbuster-Jury des Jahres 2018 (von links): Lars Birken-Bertsch von der Frankfurter Buchmesse, Literaturblogger und Blogbuster-Initiator Tobias Nazemi, die Literaturagentin Elisabeth Ruge, Sara Schindler, Cheflektorin bei Kein & Aber, Bestsellerautorin Isabel Bogdan (»Der Pfau«), Rechtsanwalt Tilman Winterling und ARD-Literaturkritiker Denis Scheck.
Die Blogbuster-Jury des Jahres 2018 (von links): Lars Birken-Bertsch von der Frankfurter Buchmesse, Literaturblogger und Blogbuster-Initiator Tobias Nazemi, die Literaturagentin Elisabeth Ruge, Sara Schindler, Cheflektorin bei Kein & Aber, Bestsellerautorin Isabel Bogdan (»Der Pfau«), Rechtsanwalt Tilman Winterling und ARD-Literaturkritiker Denis Scheck. (Foto: Brandrevier/Blogbuster)

»Die Shortlist für den Blogbuster-Literaturpreis steht fest!«, verkündet soeben der Verlag Kein & Aber, in dem später der Gewinnertitel erscheinen wird.

Die drei der elf Titel der Longlist hat die siebenköpfige Jury ausgewählt, der u. a. die Bestsellerautorin Isabel Bogdan und der ARD-Literaturkritiker Denis Scheck angehören.

Podcast-Tipp zum Welttag des Buches: Die Backlist von Tom Hillenbrand

Das Logo von »Die Backlist« – Ein Bücher-Podcast von Tom Hillenbrand
Das Logo von »Die Backlist« – Ein Bücher-Podcast von Tom Hillenbrand

Zum heutigen Welttag des Buches empfehlen wir einen neuen Audio-Podcast.

Als Backlist werden die Bücher eines Verlages bezeichnet, die zwar schon etwas älter, aber immer noch lieferbar sind. Diese Titel werden nicht mehr aktiv beworben. Im schnelllebigen Buchgeschäft landen Bücher recht schnell auf der Backlist.

Tom Hillenbrand nennt seinen neuen Bücher-Podcast ebenfalls »Die Backlist«. Dort stellt ein seine subjektive Auswahl an älteren Titeln vor, die es Wert sind, entdeckt oder wieder entdeckt zu werden.