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Willms Woche: Größtenteils harmlos

Nach den Einzelglückwünschen für Heinz Erhardt, Karl May und Gudrun Pausewang sollten diese Woche eigentlich wieder mehrere Geburtstagskinder gemeinsam feiern.

Eigentlich.

Denn am 11. März wäre ein Mann 56 Jahre alt geworden, bei dem es ein Frevel höchsten Grades wäre, würden wir ihm nicht auch ein kleines Special widmen. Schließlich schrieb er nicht nur irgendwelche Bücher, nein, er offenbarte uns, was schon Goethes Faust zu finden hoffte: Das, was die Welt im Innersten zusammenhält, die Antwort auf alle Fragen, auf das Leben, das Universum und natürlich den ganzen Rest. Douglas Adams wurde durch das »Per Anhalter durch die Galaxis«-Hörspiel und die gleichnamige Romanreihe zum Kultautor. Persönlich wäre es ihm jedoch lieber gewesen, wenn seine Reportage »Die letzten ihrer Art«, in der er eine Reise zu aussterbenden Tierarten der Welt dokumentierte, stärker im Licht der Öffentlichkeit gestanden hätte.

Cornelia Travnicek liest auf der LITERA in Linz

LesungCornelia Travnicek, die im literaturcafe.de in lockerer Folge über ihre Erfahrungen als Jungautorin berichtet, wird am 23. April 2008 gleich zweimal auf der LITERA aus ihrem Buch »Aurora Borealis« lesen. Die LITERA ist die neue internationale Buchmesse, die in diesem Jahr zum ersten mal vom 23. – 27. April im österreichischen Linz stattfindet.

Als Gewinnerin des Jugendpreises beim Marianne-von-Willemer-Preises der Stadt Linz liest Travnicek zunächst auf der ORF-Bühne, später dann um 17 Uhr im Forum der Messe.

Das Buch »Aurora Borealis« ist in der Edition Linz erschienen und wir offiziell am 31. März 2008 um 19:30 Uhr im Stifter-Haus der Stadt Linz der Öffentlichkeit vorgestellt. In diesem Band sind neun Prosastücke der Autorin enthalten. Die Auflage ist auf 300 Stück limitiert.

Aktuell ist zudem im UniStandard ein Interview mit  Cornelia Travnicek und anderen Jungliteraten erschienen, das auch online nachzulesen ist.

Wir hoffen natürlich, dass Cornelia Travnicek für das literaturcafe.de wieder von Ihren Erfahrungen auf der LITERA berichten wird.

Cornelia Travnicek; : Aurora Borealis (edition linz). Gebundene Ausgabe. 2008. Bibliothek der Provinz Verlag für Literatur, Kunst. ISBN/EAN: 9783852528755

Na also: Der 3. ARD-RadioTatort konnte endlich überzeugen

RadioTatortDerzeit ist im Internet und auf den Frequenzen der ARD-Kulturprogramme die 3. Folge der RadioTatort-Reihe zu hören. Mit dieser Hörspiel-Krimi-Reihe möchte die ARD die bekannte Tatort-Marke auch ins Radio übertragen. Die im Januar ausgestrahlte erste Folge, die vom WDR produziert wurde, riss einen nicht wirklich vom Hocker. Und auch bei der zweiten Folge des MDR war nach wenigen Minuten schnell der Aus-Knopf gefunden. Zu wirr und mit grauenhaften Dialogsequenzen kam dieser Krimi daher.

»Himmelreich und Höllental« war der dritte Hörspiel-Krimi der RadioTatort-Reihe, in dem der SWR zum ersten Mal sein Ermittlerteam vom LKA Stuttgart im Badischen ermitteln ließ. Damit hatte man auch gleich dem Proporzgedanken des SWR Rechnung getragen. Im Süden des Landes muss man keine Ermittler aus westlichen und östlichen Kulturkreisen aufeinandertreffen lassen, es genügen Badener und Württemberger. Doch die Drehbuchautorin Christine Lehmann löste das sehr charmant mit sympathischen Charakteren und Dialogen, denen man gerne zuhörte. Auch Akustik und Sound-Design konnten überzeugen, wenn man einmal von dem groben Fehler absieht, dass ständig das Piepsen eines bootenden Desktop-Rechners zu hören war, wenn Kommissarin Nina Brändle am Notebook tippte. Gut gemacht waren auch die oft nur sekundenlangen Mini-Rückblenden.

Der Traum jedes Autors und Verlags: Schleichwerbung auf SPIEGEL Online

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Werbequiz auf SPIEGEL OnlineJa, das Leben ist schon ungerecht. Während der unbekannte Hobby-Autor es nicht einmal schafft, dass sich die örtliche Regionalzeitung für sein Buch interessiert, bekommt der Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf prominente Werbung im redaktionellen Teil auf SPIEGEL Online geschenkt. Als »Anzeige« ist sie freilich nicht gekennzeichnet. Der SPIEGEL hat dem Buch »YOU BITCH! YOU BASTARD!«, in dem lästerliche Zitate von Rock- und Popstars über ihre Kollegen gesammelt sind, einige Zitate entnommen und ein unaufwändiges »Wer hat’s gesagt?«-Quiz gebaut. Das ganze ist sehr klickintentensiv, was dem SPIEGEL eine Steigerung der werberelevanten Seitenaufrufe bringt. Und Promi-Tratsch funktioniert immer.

Hat man sich durch alle 8 Fragen hindurchgeraten folgt die unverblümte Werbebotschaft: »Sie kennen sich hervorragend aus, Respekt! Wenn Sie dennoch Ihr Wissen erweitern wollen, greifen Sie zu den gesammelten Lästerzitaten in Buchform: "You Bitch! You Bastard" von Susan Black (Schwarzkopf & Schwarzkopf).«

Einen direkten Link auf die Verlagswebsite fand dann offenbar auch der SPIEGEL zu dreist. Aber das Angebot ist schnell ergoogelt und Schwarzkopf & Schwarzkopf macht es absolut richtig, denn mehr als 50% der Startseite sind derzeit mit dem Buchhinweis bedeckt, sodass man ihn einfach nicht übersehen kann.

Verlage beginnen zu verstehen: Heyne bietet »Upload« kostenlos zum Download an

Cory Doctorow: UploadPaulo Coelho macht es am Rande der Legalität. Auch die Riesenmaschine hat es schon gemacht. Und jetzt geht der Heyne Verlag in diese Richtung weiter: Kostenlos bietet der zu Bertelsmann gehörende Verlag auf seiner Website die aktuellen Science-Fiction-Romane »Upload« und »Backup« von Cory Doctorow in der deutschen Übersetzung zum Download an. Sogar unter CC-Lizenz! Einfach so, als PDF-Datei. Man muss sich nicht einmal registrieren und seine eMail-Adresse keiner Werbeschleuder anvertrauen. Da ist einfach nur ein Link auf der Website. Unglaublich! Die Verlage scheinen das Internet langsam zu verstehen.

Nun könnte man vermuten, dass der umtriebige Autor und Netz-Aktivist Doctorow, der für ein Umdenken bei Copyright und Verwertungsrechten plädiert, den Verlag zu diesem Schritt gebracht hat. Aber nein, es war die Idee des Heine Verlags, wie Doctorow in einer kurzen Notiz auf boingboing schreibt. Doctorow freut sich jedoch über diesen Schritt und findet ihn »pretty cool«.

Wir auch! Und selbstverständlich muss erwähnt werden, dass man das Buch auch in gedruckter Form kaufen und lesen kann. Allerdings – und das erstaunt dann doch wieder – erst ab Mai 2008.

Abzocker-Website: Wenn ein Goethe-Gedicht plötzlich 60 Euro kostet

Abgezockt auf www.gedichte-datenbank.deDaniela K.* kann es nicht fassen. Für den Geburtstag eines Freundes suchte sie im Internet nach einem passenden Gedicht. Unter anderem stieß sie auf das Angebot www.gedichte-datenbank.de, in dem laut Anbieter über 2.000 Gedichte verzeichnet sind. Diese sind »Nur noch 1 Klick entfernt«. Zuvor musste Daniela lediglich ihre Adresse eingeben. Das kam ihr zwar merkwürdig vor, doch sie dachte sich nicht viel dabei. Leider erwiesen sich die Gedichte, die sie im Angebot fand, als nicht sonderlich originell. Fast alle hatte sie bereits zuvor auch schon beim Projekt Gutenberg gefunden, bei dem sie ihre Adresse nicht hinterlassen musste.

Die Überraschung kam einige Tage später per Post: Die NETContent Ltd. stellte für den Zugang zu der von ihr betriebenen gedichte-datenbank.de exakt 59,95 Euro für einen Halbjahreszugang in Rechnung. Daniela K. schaute nochmals auf der Website nach. Und tatsächlich: Ganz unten auf der Anmeldeseite stand im Kleingedruckten, dass sie per Klick auf den »Zum Gedichte-Archiv«-Link diesen Bedingungen einwilligte. Leider hatte sie bei ihrer Gedicht-Recherche gar nicht so weit nach unten gescrollt.

Willms Woche: Noch immer Angst vor der Wolke

Kaum ein Buch, das ich als Kind las, vermochte es, mich so in Angst und Schrecken zu versetzen wie »Die Wolke«. Die Panik der Menschen, die in der Geschichte um den fiktiven Supergau des Kernkraftwerkes Grafenrheinfeld geschildert wird, und besonders das Schicksal der Hauptfigur, der 14jährigen Janna-Berta, ergriffen mich sofort wieder, als ich vor einiger Zeit den Trailer zur Verfilmung des Jugendbuches im Kino sah. Angeschaut habe ich mir den Film nicht. Das beklemmende Gefühl und die Angst, welche die Handlung damals bei der Lektüre ausgelöst hatte, waren noch allzu präsent. Allgegenwärtig sind – lange nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl – auch noch immer die Gefahren, die schlechte Wartung und Kontrollen von Atomkraftwerken mit sich bringen. Erst 2021 wird der letzte deutsche Reaktor vom Netz gehen, nicht zuletzt durch die Anti-AKW-Bewegung und »Die Wolke«. Die Autorin des Werkes, Gudrun Pausewang, wird am 3. März 80 Jahre alt. »Die Wolke« veröffentlichte sie 1987 als Antwort auf die Vorfälle in Tschernobyl. Kritiker warfen ihr vor, durch zu authentische Schilderungen den Eindruck einer reellen Begebenheit erwecken zu wollen. Sie schüre unnötig Panik, hieß es. In deutschen Kraftwerken sei ein solches Szenario nicht vorstellbar.

Jokers Lyrik-Preis 2008: 2.000 Euro für das beste Gedicht

jokers Lyrikpreis 2008Heute beginnt der Einsendezeitraum für den Jokers Lyrik-Preis 2008. Bis Ende März 2008 können Lyrikerinnen und Lyriker wieder ihre Werke unter www.jokers.de/lyrikpreis einreichen. Eine Jury kürt die besten Gedichte. Platz 1 ist mit 2.000 Euro dotiert, der zweite und dritte Preis mit 1.500 bzw. 1.000 Euro. Außerdem gibt es zahlreiche Sach- und Sonderpreise zu gewinnen. Die besten Gedichte erscheinen in einer Anthologie bei BoD.

Auch in diesem Jahr unterstützt das literaturcafe.de den Jokers Lyrik-Preis wieder als Kooperationspartner und mit Sonderpreisen, darunter die begehrte literaturcafe.de-Tasse.

Der Jokers Lyrik-Preis ist ein Wettbewerb des gleichnamigen Buchversenders, bei dem überwiegend Restauflagen und Sonderausgaben von Büchern, Hörbüchern und anderen Medien zu günstigen Preisen erhältlich sind.

Wo sind die Katzen in der Literatur?

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KatzeIm Internet kann man vieles falsch machen. Wichtig ist es, aus den Fehlern der anderen zu lernen – oder auch aus den eigenen. Da kommt eine Stadtbücherei auf die nette Idee, die Katzenbücher ihres Bestandes in einer kleinen Vitrinenausstellung zu präsentieren. Auf der Homepage der Stadtbücherei ist zu lesen: Vorgestellt werden die Katzen in der Literatur, vom Katzenkrimi bis zur großen Weltliteratur. Darunter sind auch Werke einiger felltragender Schriftsteller, so zum Beispiel der Kater Murr in E. T. A. Hoffmanns bekanntem Katzenbuch »Lebens-Ansichten des Katers Murr«. Auch Katzen ermitteln in spannenden Kriminalfällen, wie uns die schlaue Klosterkatze Mirza in Andrea Schachts »Die Lauscherin im Beichtstuhl« beweist.

Man gibt einen auch Text an die örtliche Presse, erwähnt dort jedoch nicht, in welchem Ort sich die Bücherei befindet. Die Zeitung hat natürlich ein Internet-Angebot, in dem der Text auch zu lesen ist. Doch die Navigation der Website ist so schlecht, dass nicht klar wird, aus welchem Lokalteil die Meldung stammt. Wer z. B. nach »ausstellung katzen literatur« googelt, der kommt direkt auf die Unterseite und erfährt nicht, in welchem Ort die Ausstellung stattfindet. Goggelt man nach dem glücklicherweise angegebenen Straßennamen, so findet man heraus, dass es die Stadtbücherei in Rüsselsheim ist, in der die Ausstellung noch bis zum 25. März 2008 zu sehen ist. Aber wer ergoogelt sich das schon auf diese Weise?

Was also daraus lernen?

Wie sich Eichborn-Autor Frank Müller ein Buch zusammenkopierte

Nicht vermisst, sondern rasch gefunden: Autor Müller hat die Texte seines Buches ohne Quellenangabe zusammenkopiert.Lesenswert und ein erschreckendes Beispiel dafür, wie sorglos ein namhafter Verlag mit Plagiaten umgeht, ist dieser Weblog-Eintrag des Druckers Martin Z. Schröder. Der bekam nämlich vom Eichborn-Verlag ein Rezensionsexemplar des Buches »ß. Ein Buchstabe wird vermisst« des Autors Frank Müller zugeschickt. Schröder glaubte seinen Augen nicht zu trauen: Passagen des Buches waren aus einem Artikel abgeschrieben, den Schröder ein Dreivierteljahr zuvor für die Süddeutsche Zeitung geschrieben hatte. Eine Quellenangabe fehlte.

Schröder recherchiert und stellt fest, dass weitere Passagen des Buches ebenfalls ohne Quellenangabe aus der Fachzeitschrift SIGNA entnommen waren. Schröder macht die Sache öffentlich und berichtet von diesem dreisten Textdiebstahl in seinem Weblog. Nun erhält Schröder eine eMail des Autors Frank Müller, in der dieser die fehlenden Quellenangaben mit »technischen Versehen« und »Zeitdruck« begründet.

Doch Kommentatoren in Schröders Blog legen nach: Es wird offenbar, dass Müller Texte des Buches aus der Wikipedia und aus anderen Quellen entnommen hat. Auch Rechtschreibreform-Gegner Theodor Ickler meldet, dass weitere Passagen des Buches ohne Quellenangabe aus seinem Werk »Falsch ist richtig« stammen.

Willms Woche: Deutsche Indianer, falsche Trapper und 90 Mal Winnetou

Ist von Indianern die Rede, kann es für uns nur einen geben: Winnetou. Die von Karl May geschaffene Figur verkörpert für viele Generationen von Deutschen den Indianer schlechthin, den edlen Wilden, der mit Silberbüchse und Mustang an der Seite seines Blutsbruders Old Shatterhand für Gerechtigkeit und Frieden eintritt.

Da die Wildwestromane in vielen Fällen aus der Ich-Perspektive des Old Shatterhand erzählt sind, identifizierten viele frühe Leser den Autor selbst mit seinem Westernhelden. Karl May bestärkte sein Publikum in diesem Glauben, posierte 1896 gar im Trapperoutfit für Autogrammfotos und nannte sein Anwesen »Villa Shatterhand«. Lange Zeit behauptete der Autor steif und fest, Winnetou habe wirklich gelebt und mit ihm die vielen Abenteuer, die er als Old Shatterhand festhielt, durchstanden.

Kein gedruckter Brockhaus mehr oder doch? oder vielleicht?

Der BROCKHAUSDas Bibliographische Institut & F.A. Brockhaus (Bifab) bemüht sich zu betonen, dass die Aussage »es gibt keinen gedruckten Brockhaus mehr« falsch sei. Dieser Eindruck sei durch die Medienberichte darüber entstanden, dass die mehrbändige Brockhaus Enzyklopädie demnächst frei und werbefinanziert im Internet einsehbar sei. Nachwievor werde Bifab gedruckte Nachschlagewerke zu speziellen Themen verlegen. Das Börsenblatt zitiert in seiner Online-Ausgabe den Bifab-Vorstand Ulrich Granseyer mit den Worten: »Es gibt Inhalte, Umgebungen und Situationen, in denen das Buch auch künftig nicht ersetzt werden kann«.

Und auch die Aussage, dass die aktuell gedruckte 21. Auflage der 30-bändigen Brockhaus Enzyklopädie die letzte sei, wird relativiert. So sagt Andreas Langenscheidt, geschäftsführender Gesellschafter der gleichnamigen Verlagsgruppe, die mit der Langenscheidt KG Mehrheitsaktionärin der Bifab ist, in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung: »Da wir technologisch in der Datenerstellung und -speicherung gut aufgestellt sind, könnten wir später auch wieder in kleinen Auflagen bei entsprechender Nachfrage weiterhin Enzyklopädien in Printform anbieten.«

Mit anderen Worten: Man weiß es nicht und kann die künftige Entwicklung im Internet nicht einschätzen. Man reagiert statt zu agieren.

So erkennen Sie dubiose Literaturagenten, Literaturagenturen und Zuschussverlage

Klingt gut, ist aber alles gelogen: Scheinagentur per PhotoshopDie Tricks, wie dubiose Verlage und Literaturagenten an das Geld gutgläubiger und naiver Autoren kommen wollen, sind raffinierter geworden. Da entpuppt sich beispielsweise der professionell und ganz im Sinne der Autoren agierende Agent plötzlich als Abzocker und vermittelt für den Autor kostenpflichtige Lektoratsaufträge an eine Firma, die mit ihm in Verbindung steht.

Aus aktuellem Anlass haben wir daher ein paar Indizien zusammengestellt, die Sie bei einer Literaturagentur misstrauisch machen sollten. Die gleichen Hinweise gelten auch für dubiose Zuschussverlage.

Um es deutlich zu sagen: Keiner der folgenden Punkte muss bedeuten, dass dahinter ein Betrüger steckt, der nur Ihr Geld will – jedoch ist erhöhte Vorsicht geboten. Im Zweifelsfall gilt: Finger weg!

Zitat der Woche: Hormonell bedingte Qualität

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Hormonell anregender Inhalt bei Zoomer.de»Es gibt eine Minderqualität, die von bestimmten Zielgruppen schon hormonell bedingt als Qualität empfunden wird.«

Frank Patalong vom SPIEGEL Online in seiner Kritik über das neuen Nachrichtenportals Zoomer.de 

Willms Woche: Heinz Erhardt zum Neunundneuzigsten

Es gibt wenige Menschen, die uns so beeinflussen, dass sie Idole für uns werden und damit vielleicht ein kleines Stückchen zu einem Teil unseres Lebens. Heinz Erhardt ist ein solches Idol für mich. Bereits als kleines Kind habe ich seine Bücher und Filme verschlungen, bei jeder Gelegenheit hieß es: »Und noch’n Gedicht!« – ich kannte und kenne sie alle! Heiter und manchmal nahezu albern wirkt Heinz Erhardts Werk an der Oberfläche, und doch stecken so viel Herzblut und Perfektionsbestreben darin. Der studierte Musiker war ein Allround-Talent, er brillierte als Dichter, Komponist, Schauspieler und Entertainer und gehörte in den 50er und 60er Jahren zu den beliebtesten deutschen Stars. Heinz Erhardt war erfolgreich – und doch blieb er stets Mensch. Geplagt von schwerem Lampenfieber, so erzählt man sich, habe er seine Brille vor Auftritten oft gegen eine mit Glaseinsatz getauscht. So spielte er zwar nahezu blind, musste aber wenigstens sein Publikum nicht sehen. Frei nach seinem Liedchen »Wenn ich einmal traurig bin, trink ich einen Korn…« soll er auch ab und zu – unter dem Vorwand die Beleuchtung zu kontrollieren – noch ein Schnäpschen hinter Bühne genossen haben, um die Aufregung einzudämmen.