Nachdem die LITERA in Linz ja mit lautem Mediengetöse gescheitert ist, wurde das Design Center 2009 nun die Heimat für eine andere literarische Großveranstaltung: Das »International PEN Literary Festival«. Free the Word – das »Literaturfestival« fand im Anschluss an den PEN Kongress statt und dauerte vom 22. bis zum 24. Oktober. Ich war dort.
Ziemlich kurz entschlossen habe ich mich mit Öffis und ÖBB am frühen Freitagmorgen vom 20. Wiener Gemeindebezirk bis zum Design Center in Linz durchgekämpft. Kurzentschlossen deswegen, weil der innere Schweinehund sich ziemlich fest an das Kopfkissen geklammert hatte und nur schwer loszureißen war. An der Kasse beim Eingang dann freute ich mich zuerst über den ermäßigten Eintrittspreis von 7 Euro und dann wunderte ich mich über die Ausführung der Eintrittskarten: Ich bekam ein gelbes Post-It mit einer unleserlichen Kurznotiz. Auch war die für den Verkauf zuständige Person tagsüber öfter nicht an ihrem Platz, wodurch manche Besucher zu Freikarten kamen. Na dann. Hier klicken und weiterlesen »
Diesmal ein spätes PS: Literaturagenturen.
Nach 9 Teilen Praxisbericht dachte ich, dass ich als Autorin nun alles hätte, was man braucht. Doch da war tatsächlich noch etwas Nützliches zu finden, und das will ich natürlich niemanden vorenthalten. Und da ja auch heuer Klagenfurt wieder einmal nicht angerufen hat, hatte ich Zeit für andere interessante Dinge des Literatinnenlebens, wie zum Beispiel: die Suche nach einer Literaturagentur.
Wozu braucht man so etwas eigentlich, beziehungsweise was macht eine Literaturagentur überhaupt?
Das sind Fragen, die vor allem Nicht-Literaten oft als Erstes stellen. Um diese beiden Fragen und wie man es überhaupt anstellt, von einer Agentur an der Hand genommen und durch die verstörende Welt des Literaturbetriebes geführt zu werden, darum geht es in diesem Nachtrag zum Praxisbericht. Hier klicken und weiterlesen »

Finn-Ole Heinrich (Foto: Travnicek)
Zuerst sei festgehalten: Es fühlt sich doch sehr viel besser an, am Autorinnen-Stand am Eingang ein extra (Gratis-)Ticket zu erhalten. Finn-Ole Heinrich und ich kommen gemeinsam auf der Messe an, die heute schon wesentlich mehr Besucher anzieht als gestern, was auch einfach an der Tatsache liegen mag, dass man Freitag ab 15 Uhr eher Zeit hat.
Bei meiner Lesung sind ca. 2/3 der Stühle besetzt, ich selbst habe etwas Probleme mit dem Mikrofon, das an Bügeln über meinen Ohren festgemacht wird (Ich dachte der konstante Abstand zum Mikrophon wäre vorteilhaft), anscheinend sitzen meine Ohren zu weit oben am Kopf und das Mikro damit zu nahe am Mund. Lesen auf Messen will gelernt sein. Als Lesender hat man fast keine Möglichkeit, die Qualität des Vorlesens einzuschätzen, da der Hintergrundlärm alles übertönt und man selbst hinter den Lautsprecherboxen sitzt. Mein Fazit: Ich hatte bessere Lesungen. Nichtsdestotrotz wurde mein Buch nach der Lesung gekauft, also kann es nicht gar so schlimm gewesen sein. Hier klicken und weiterlesen »
Ich bin erstens ein halber Besucher, weil ich nur 4 Euro statt der 8,50 am Eingang bezahle – Studententarif. Warum ich als Autorin bezahlen musste? Weil Mitwirkende bloß am Tag ihres Mitwirkens freien Eintritt genießen. Mein erster (bereits bei der Messe deponierter) Kritikpunkt ist: Die Eintrittskarten sind nur einmal gültig, es gibt kein zurück mehr. Es heißt zwar Tageskarte, ist aber ein One-Way-Ticket.
Ich bin zweitens ein halber Besucher, weil mein Verlag auf der Messe ausstellt und man mein Buch kaufen kann, also bin ich auch etwas auf der anderen Seite.
Die BUCH WIEN ist etwas kleiner als erwartet, ca. 215 Aussteller. Den Messekatalog zu kaufen, hat nur den Sinn, nachher ein Adressverzeichnis aller Verlage zu besitzen, und auch die beiliegende Karte ist etwas besser lesbar als die frei verfügbare. Ansonsten besteht der Katalog rein aus Werbung. Die Stände sind alle voll belegt und mit Verlagsmitarbeitern besetzt (ganz anders als bei der Litera), und auch zur Mittagszeit findet sich interessiertes Publikum. Hier klicken und weiterlesen »
Eigentlich ist Österreich nur mehr mit der EM beschäftigt, in welcher Form auch immer. Die Literatur und die erste LITERA-Messe in Linz wurden schon fast wieder vergessen.
In meinem Bericht zur Literaturmesse hatte ich seinerzeit beanstandet, dass die Autoren von der Literaturmesse teilweise keine Bezahlung erhalten haben.
Heute nun eine gute Nachricht: Offenbar hat die Stadt Linz nachträglich einen Förderbeitrag für Autorenlesungen von 5.000 Euro bereitgestellt. Das zumindest teilt der Veranstalter der LITERA, die Linzer Kongressgesellschaft, in einer eMail an die Autoren mit.
Demnach erhalten Autoren für eine Lesung von maximal 30 Minuten 75 Euro. Wer eine »große Lesung« von maximal 1 Stunde gehalten hat, darf sich über 125 Euro freuen.
Dieser Schritt ist ein guter und richtiger hin zur langfristigen Etablierung der LITERA in Linz. Natürlich hoffe ich, dass die Honorare in Zukunft noch an die Empfehlung der IG Autoren angepasst werden können.
Cornelia Travnicek
Wenn Zwei bei etwas zusammentreffen, das für Beide das erste Mal ist, dann kann das mitunter schiefgehen. Oder es wird als erfolgreich empfunden, bis spätere Erkenntnisse die Qualität relativieren. Wie ist das nun, wenn eine junge Autorin mit ihrem ersten Buch zum ersten Mal auf der ersten Buchmesse Österreichs unterwegs ist?
Zuerst muss man sagen, dass die Bahnfahrt mit dem ÖBB-Eventticket, welches auch verbilligten Eintritt garantierte (nicht dass lesende Autoren Entritt zahlen hätten müssen), günstig und im deutschen ICE von Wien nach Linz auch sehr komfortabel war. Ungewohnter Luxus irgendwie. Am Bahnhof Linz konnte man ohne Probleme beim »Infopoint« die Buslinie bis zum Design-Center erfragen, praktischerweise gab es gleich drei Buslinien. Der Busticketautomat war da schon etwas unübersichtlicher, allerdings kann man das nicht den Messeveranstaltern anhängen. Die fehlende Werbung hingegen schon. Das erste Buchmesseplakat hing nämlich genau vor der dem Design-Center, das sich etwas hinter einem riesigen, leeren und rundherum begrünten Parkplatz verstecke. Es regnete.
Zu meiner Ankunftszeit, gegen 13 Uhr, war – gelinde gesagt – nicht viel los. Beim Hineingehen war das Erste, was man sah, der lange Stand des August von Goethe Zuschussverlags. Leicht erkennbar am großen »Wir suchen Manuskripte«-Schild. Ob die Autoren wissen, dass von ihrem Geld dermaßen überdimensionale Messestände und vier unterbeschäftigte Standbetreuerinnen bezahlt werden? Wahrscheinlich nicht. Hier klicken und weiterlesen »
Cornelia Travnicek, die im Literatur-Café in lockerer Folge über ihre Erfahrungen als Jungautorin berichtet, wird am 23. April 2008 gleich zweimal auf der LITERA aus ihrem Buch »Aurora Borealis« lesen. Die LITERA ist die neue internationale Buchmesse, die in diesem Jahr zum ersten mal vom 23. – 27. April im österreichischen Linz stattfindet.
Als Gewinnerin des Jugendpreises beim Marianne-von-Willemer-Preises der Stadt Linz liest Travnicek zunächst auf der ORF-Bühne, später dann um 17 Uhr im Forum der Messe.
Das Buch »Aurora Borealis« ist in der Edition Linz erschienen und wir offiziell am 31. März 2008 um 19:30 Uhr im Stifter-Haus der Stadt Linz der Öffentlichkeit vorgestellt. In diesem Band sind neun Prosastücke der Autorin enthalten. Die Auflage ist auf 300 Stück limitiert.
Aktuell ist zudem im UniStandard ein Interview mit Cornelia Travnicek und anderen Jungliteraten erschienen, das auch online nachzulesen ist.
Wir hoffen natürlich, dass Cornelia Travnicek für das Literatur-Café wieder von Ihren Erfahrungen auf der LITERA berichten wird.
Cornelia Travnicek: Aurora Borealis (edition linz). Gebundene Ausgabe. 2008. Bibliothek der Provinz Verlag für Literatur, Kunst. ISBN/EAN: 9783852528755. EUR 13,00 (Bestellen bei Amazon.de)
Der Irseer Pegasus ist ein seit zehn Jahren stattfindendes Autorentreffen im Kloster Irsee. Um teilnehmen zu können, muss man sich bewerben und im Falle einer erfolgreichen Bewerbung ca. 200 Euro Teilnahmegebühr bezahlen. Ob sich das lohnt, wollte Cornelia Travnicek wissen. Ein weiterer Praxisbericht.
Warum ich gerade hier, im Burger King am Münchner Bahnhof, in eine Stimmung absoluter Traurigkeit und Einsamkeit verfalle, und das nur, weil schon das dritte gefühlsduselige Lied hintereinander im Radio läuft, das weiß ich nicht. Vielleicht, weil ich für drei Stunden heimatlos bin, solange dauert es noch bis mein Zug nach Hause abfährt. Der Irseer Pegasus 2008 ist zu Ende.
Weil Gert Heidenreich der laut Vorstellung durch Herrn W. nicht nur Schriftsteller ist, sondern auch der Mann von Elke Heidenreich war angemerkt hat, er vermisse das Abweichen vom geradlinigen Erzählen, darum beginne ich im ersten Absatz am Ende. Zäume den Pegasus also von hinten auf. Oder vielleicht mit diesem Absatz wohl eher von der Seite. Alles eine Frage der Perspektive.
Der Irseer Pegasus definiert sich selbst als Autorentreffen und fand heuer zum zehnten Mal statt. Sich zu bewerben kostet nichts, das Eingeladenwerden allerdings doch. Warum bewirbt sich also eine Autorin, die sonst nie im Leben Teilnahmegebühren für einen wie auch immer gearteten Wettbewerb zahlen würde, bei einem Seminar, das Unkosten von ca. 350 Euro mit sich bringt (Seminarbeitrag von 199 Euro, Zug, Taxi und nicht inkludierte Getränke). Die Wahrheit ist: sie hat sich etwas davon erhofft, mit dem sie sich im Nachhinein rechtfertigen könnte.
Hier klicken und weiterlesen »
Diesmal: Quo vadis? Eine Zusammenfassung.
Auch wenn in der Überschrift »Zusammenfassung« steht, brauche ich mich hier wohl nicht wiederholen. Immerhin kann man jede Folge nachlesen, sofern man das möchte. Halten wir uns also lieber an das »Quo vadis?«.
Wohin geht der Jungautor also? Vielleicht sind es nur noch sieben Bücher bis zum großen Ruhm – oder man bleibt für immer mit seinen Veröffentlichungen im dreistelligen Auflagenbereich. Man kann es nie wissen, selten voraussagen. Bei manch einem hat Klagenfurt nie angerufen, bei manchem schon – und es hat auch nichts gebracht, manche waren dort und wurden verkannt.
Oft genug denkt man wohl an das Aufhören, fragt nach dem Sinn.
Hier klicken und weiterlesen »
Diesmal: Das eigene Buch.
Der größte Schritt in den Gipfel des Literatur-Olymps, die Krönung aller Bemühungen und die Materie gewordene Befriedigung des Autorinnen-Egos: das (erste) eigene Buch. Der eigene Name, der unter dem selbst gewählten Titel steht – außer die Lektorin hatte da ganz andere Ideen. Der selbst gewählte Einband – außer der Verlag hat sich etwas anderes ausgedacht. Die eigenen Texte, schwarz auf weiß und gebunden – außer nach all der Bearbeitung sind einem die Texte eigentlich fremd geworden.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, zu seinem ersten eigenen Buch zu kommen. Und zum zweiten. Eine einfache Möglichkeit ist ein Eigenverlag, aber darüber haben wir nun genug gesprochen. Eine nicht sehr einfache Möglichkeit ist es, mal eben einen kurzen Text zu schreiben, damit den open mike oder dergleichen zu gewinnen und dann darauf zu warten, bis einem mehrere Verlage das Haus einrennen, um dann erst zu beginnen, sein Buch zu schreiben.
Hier klicken und weiterlesen »