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Das Literatur-Café
Der literarische Treffpunkt im Internet - seit 1996

Textkritik: Friedhofsbesuch mit fünf Brillen

An manchen Textkritiken arbeitet unser Kritiker Malte Bremer gut und gerne einen ganzen Tag. Das passiert in der Regel bei schlechten Texten. Texte, deren zusammenfassende Bewertung aus einem Wort bestehen kann und deren ausführliche Detailkritik oft länger als der kritisierte Beitrag ist.

Doch beim heutigen Werk ist das anders. Die Kritik im Einzelnen entfällt, dafür können Sie die zusammenfassende Bewertung der Fünf-Sterne-Wertung bereits hier lesen:

»Ich sehe sie vor mir: Das grünäugige Kind, das plötzlich verharrt, weil es eine Katze gesehen hat, ein Elter, das plötzlich registriert, wo es ist, sich von der Katze führen lässt zu Lochgitter mit toten Töchtern während einer TB-Epedemie, zu Fichtes und Marcuses Grab – und das alles stückchenweise (isolierte, auseinandergerissene Wörter) und kommentiert, dann die erneute Hinwendung ans Kind, die Überraschung über Marcuse Tod (Was? Bin ich schon so alt?) – egal: Weitermachen!«

Klicken Sie hier und lesen Sie das so bewertete Gedicht »

»Das Internet ist ein Windfurz« – Hermann Mensing im Gespräch (Podcast-Sonderfolge)

Hermann Mensing (Foto: Wolfgang Tischer)Kann das Internet ein unbekanntes Buch bekannt machen? Welche Chance haben heutzutage gute literarische Bücher, wenn sie von Elke Heidenreich nicht mehr in die Kamera gehalten werden? Wird ein Buch nur wahrgenommen, wenn es stapelweise in den Buchhandlungen liegt? Eine Präsentationsform, die sich die Buchhandelsketten von den Verlagen mit mehreren Tausend Euro bezahlen lassen – hier zählt der Preis, nicht Qualität.

Hermann Mensing hat mit »Pop Life« einen wunderbaren Roman geschrieben. Egal ob WDR oder Berliner Zeitung, die Kritiker sind begeistert – und auch die Leser. Ein 320 Seiten starkes Buch mit Lesebändchen und Fadenheftung, erschienen beim kleinen und feinen österreichischen Verlag »Luftschacht«. Ein Buch, das bereits unser Kritiker Malte Bremer in seiner Besprechung ausführlich vorgestellt hat.

Doch ein gutes Buch zu schreiben reicht nicht.

Hermann Mensing war zu Gast in der Redaktion des Literatur-Cafés und in einer Podcast-Sonderfolge berichtet er offen und ungeschminkt über das Leben eines Autors und der Schwierigkeit, mit seinem Buch von der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden – und mag es noch so gut sein. Hier klicken und weiterlesen »

Mitmachen: Barbara Rampf will Dr. Podcast werden

Barbara RampfBarbara Rampf (Foto) hat ihre Magisterarbeit über das Thems »Podcasts« geschrieben. Als Podcaster der ersten Stunde haben wir damals unsere Hörer und Leser gebeten, Barbara Rampf bei ihrer Umfrage zum Thema zu unterstützen.

Jetzt arbeitet Barbara an ihrer Dissertation, und sie ist dem Thema Podcasts treu geblieben. Erneut möchte sie für ihre wissenschaftliche Arbeit von Podcast-Hörern und -Sehern wissen, wann sie wo wie lange welche Podcasts konsumieren, ob ob sich dadurch die Nutzungszeit anderer Medien geändert hat.

Daher heute unser neuer Aufruf: Wer den Podcast des Literatur-Cafés oder andere Podcasts hört, der sollte sich 10 Minuten Zeit nehmen und Barbara bei ihrer Magisterarbeit unterstützen. Die Umfrage ist bis Weihnachten 2009 online.

Hier klicken und an der Umfrage teilnehmen »

Testbericht: Amazons Kindle-eBooks weltweit auf jedem Windows-PC lesen

Kindle for PCAmazon baut den Zugang zu den eigenen elektronischen Texten weiter aus. Nachdem man unmittelbar vor der Frankfurter Buchmesse 2009 bekannt gegeben hatte, dass das elektronische Lesegerät Kindle nun aus den USA weltweit in über 100 Länder geliefert wird, folgte jetzt der nächste Schritt.

Ab sofort steht ebenfalls in über 100 Ländern weltweit eine kostenlose Anwendung für PCs bereit, mit der die elektronischen Bücher ohne das spezielle Kindle-Lesegerät auf Windows-Geräten lesbar sind. Eine Version für Mac-Rechner ist laut Amazon in naher Zukunft geplant.

In den USA steht zudem seit einiger Zeit eine iPhone-Applikation zur Verfügung, die ebenfalls Zugriff auf die Kindle-Buchdateien erlaubt. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis auch diese in den genannten Ländern verfügbar sein wird und Bücher im Kindle-Format weltweit auf dem iPhone verfügbar sind.

Wir haben uns den »Kindle for PC« näher angesehen. Hier klicken und weiterlesen »

Wir schillern Ihnen was auf die Ohren: »Der Taucher« als MP3-Download

Johann Christoph Friedrich von SchillerJohann Christoph Friedrich von Schiller wurde heute vor 250 Jahren in Marbach am Neckar geboren. In allen Ecken und Enden des Landes feiert man den runden Geburtstag des Dichters und Dramatiker.

Im Literatur-Café gibt es daher eine seiner bekanntesten Balladen zum Anhören und zum Download: »Der Taucher«, geschrieben im Jahre 1797. Es liest Wolfgang Tischer.

Ein König fordert Ritter und Knappen heraus, indem er einen goldenen Becher ins tobende Meer wirft. Wer danach taucht und den Becher findet, der darf ihn behalten. Niemand bringt diesen Todesmut auf, bis sich plötzlich ein junger Mann in die Fluten stürzt.

»Wer wagt es, Rittersmann oder Knapp,
Zu tauchen in diesen Schlund? Hier klicken und weiterlesen »

So betreiben Sie Ihren eigenen Linkverkürzer für Twitter, Facebook, eMail und Newsletter

Betreiben Sie "Your Own URL Shortener"Seit es Twitter gibt, sind Link(ver)kürzungsdienste populär. Sie weisen einer langen Internet-Adresse wie zu diesem Artikel eine viel kürzere wie tinyurl.com/yjjav8s zu. Klickt man auf diese Schrumpf-URL, wird man auf die längere weitergeleitet.

Besonders bei Twitter-Nachrichten mit Link-Hinweis, die nicht länger als 140 Zeichen sein dürfen, gewinnt man wertvollen Platz. Aber auch in eMails und Newslettern kann eine gekürzte Web-Adresse sinnvoll sein, da eMail-Programme zu lange Adressen oft umbrechen, sodass sie der Empfänger nicht mehr anklicken kann.

Das Hin- und Her um den Linkverkürzer tr.im zeigte jedoch ein schwerwiegendes Problem auf: Hinter den Anbietern stecken oft Startups, die für ihren Service keine Finanzierungsmodelle haben. Was ist, wenn ein solches Unternehmen Pleite geht? Alle Links wären tot! Oder man stelle sich vor, die Kurzdomain würde an einen Porno-Anbieter verkauft. Die getwitterten Links einer Buchhandlung, eines Autors oder eines Verlags, die auf die eigenen Bücher und auf die Homepage verweisen, landen plötzlich auf Pornoseiten!

Die Lösung: Betreiben Sie Ihren eigenen Linkverkürzer. Wir zeigen Ihnen, wie es geht.

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Die Wahrheit über Tina Uebels »Die Wahrheit über Frankie«

Tina Uebel: "Die Wahrheit über Frankie" und andere BücherBlödsinn: Es gibt mitnichten Wahrheit; es gibt allenfalls so etwas wie Wirklichkeit – und die ist sehr individuell. Es gibt sie abstrakt als Suche nach einem Sinn im Leben, damit es nicht ganz so öde vor sich hin dümpelt. So empfindet das bereits die Protagonistin in Tina Uebels Erstling von 1999, »Frau Schrödinger bewältigt die Welt« – Eines dieser 40+1 Kleinodien sei hier zitiert:

Frau Schrödinger zwischen Sasel und Poppenbüttel
Frau Schrödinger, deren Sehnsucht nach universeller Harmonie der Dinge seit jeher ebenso unerfüllt wie beträchtlich gewesen ist, und die in schwachen Momenten sogar ab und an unüberzeugt mit dem Gedanken spielte, sich eine Religion zuzulegen, kam neulich mit ihrem Auto, irgendwo zwischen Sasel und Poppenbüttel, an einem kleinen, weißen Lieferwagen vorbei, auf dem, kaum erkennbar, in grüner, schwungvoller Schrift » Weinhaus Gröhl» geschrieben stand.
Da wurde Frau Schrödinger ganz leicht ums Herz, denn solche erhabenen Momente waren es, die sie doch auf die Existenz eines Gottes hoffen ließ, und sie fühlte sich fast so glücklich wie damals, als ihr die »Klempnerei Rumohr« erschienen war.

Das Weinhaus gibt es tatsächlich, ebenso wie in Rumohr eine Klempnerei – insofern hat diese Episode einen wahren Kern. Aber ob das wirklich ein so erhabener Moment ist? Hier klicken und weiterlesen »

International PEN Literary Festival in Linz: Wörter, Wörter, nichts als Wörter

International PEN Literary Festival, Linz 2009Nachdem die LITERA in Linz ja mit lautem Mediengetöse gescheitert ist, wurde das Design Center 2009 nun die Heimat für eine andere literarische Großveranstaltung: Das »International PEN Literary Festival«. Free the Word – das »Literaturfestival« fand im Anschluss an den PEN Kongress statt und dauerte vom 22. bis zum 24. Oktober. Ich war dort.

Ziemlich kurz entschlossen habe ich mich mit Öffis und ÖBB am frühen Freitagmorgen vom 20. Wiener Gemeindebezirk bis zum Design Center in Linz durchgekämpft. Kurzentschlossen deswegen, weil der innere Schweinehund sich ziemlich fest an das Kopfkissen geklammert hatte und nur schwer loszureißen war. An der Kasse beim Eingang dann freute ich mich zuerst über den ermäßigten Eintrittspreis von 7 Euro und dann wunderte ich mich über die Ausführung der Eintrittskarten: Ich bekam ein gelbes Post-It mit einer unleserlichen Kurznotiz. Auch war die für den Verkauf zuständige Person tagsüber öfter nicht an ihrem Platz, wodurch manche Besucher zu Freikarten kamen. Na dann. Hier klicken und weiterlesen »

Buchmesse-Rückblick 2009: »Heimat ist das, was gesprochen wird.«

Kathrin Schmidt (Foto: Birgit-Cathrin Duval)

Kathrin Schmidt (Foto: Birgit-Cathrin Duval)

Alle Jahre wieder berichtet Barbara Fellgiebel von der Frankfurter Buchmesse, gibt persönliche Gespräche wieder und entdeckt Trends. Für alle, die entweder nicht dabei oder an ihre Stände gefesselt waren. Mit Fotos von Birgit-Cathrin Duval.

Montag
Meine Buchmesse 2009 beginnt mit der Verleihung des dbp 09, des Deutschen Buchpreises, mit 25.000 Euro der höchst dotierte deutsche Literaturpreis und einzigartig in seiner Forderung: Nur wer anwesend ist, kann gewinnen, was bedeutet, dass sich alle sechs Autoren, die es auf die Shortlist geschafft haben, einzufinden haben, egal ob sie krank sind oder nicht. Das garantiert die Anwesenheit der frischgebackenen Nobelpreisträgerin Herta Müller, die prompt mit minutenlangem, frenetischem Beifall begrüßt wird; neben Kathrin Schmidt ist sie die einzige Frau, die es auf die Shortlist geschafft hat.

Wie wichtig doch das richtige Timing ist:

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Bangkok noir: Roger Willemsen und Ralf Tooten im Gespräch – Buchmesse-Podcast 2009

Roger Willemsen (mit Ralf Tooten im Hintergrund. Foto: Birgit-Cathrin Duval)

Foto: Birgit-Cathrin Duval

Es ist schön zu wissen, dass die Fans des Buchmesse-Podcasts mittlerweile schon darauf warten, und hier ist es: das Interview mit Roger Willemsen.

Es dürfte keinen Zweiten geben, der so viele und so unterschiedliche Bücher schreibt oder herausgibt. Er hatte einen Knacks, er gab uns sein Ehrenwort, stellte Tieren nach und sprach über Sex auf der Buchmesse.

Da ist es klar, dass es auch in diesem Jahr wieder ein besonderes Buch sein muss: Drei Monate lang streifte Roger Willemsen zusammen mit dem Fotograf Ralf Tooten durch die nächtliche thailändische Metropole. Entstanden ist ein literarischer Bildband, dessen Bilder und Texte Roger Willemsen mittlerweile auch als Bühnenshow präsentiert.

Wolfgang Tischer sprach mit dem Autorenteam über das Projekt, und er wollte auch wissen, warum bei diesem Thema dann doch wieder eine Frau auf dem Umschlag des Buches abgebildet sein muss. Doch ein Klischee?

Am Schluss des Gespräches geht der Blick wieder in Richtung USA. Roger Willemsen wurde nach seinem Afghanistan-Buch nahe gelegt, er möge in die USA besser nicht mehr einreisen. Was wird sich unter Obama ändern? Was ist von der Verleihung des Friedensnobelpreises zu halten?

Roger Willemsen, Ralf Tooten: Bangkok Noir. Gebundene Ausgabe. 2009. Fischer (S.), Frankfurt. ISBN/EAN: 9783100921062. EUR 26,95 (Bestellen bei Amazon.de) Wir verabschieden uns von der Buchmesse 2009. Klicken und weiterlesen »

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