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Video-Parodien: Wenn Apple das Papierbuch erfunden hätte

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Jörgen Eghammer

Apple hat neue elektronische Geräte vorgestellt. Niemand preist die Selbstverständlichkeiten seiner Produkte besser an als der US-Konzern. Die Selbstbeweihräucherung fordert zu Parodienca geradezu heraus (»Really wonderful!«) .

Doch was wäre, wenn nicht Gutenberg, sondern Steve Jobs und Apple das Papierbuch erfunden hätten? Ironische Antworten liefern die Videos eines schwedischen Möbelhändlers und eines neuseeländischen Autors.

Selfpublishing: So veröffentlichen Sie Kinderbücher für Kindle und Co

Kinderbuch als E-Book auf dem Kindle Fire

Kann man als Selfpublisher auch Kinderbücher oder gar Bilderbücher als E-Book veröffentlichen?

Die Antwort ist: Ja. Doch es gilt einige Dinge und Einschränkungen zu beachten.

In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen zudem, wie Sie mit dem »Kindle Kids’ Book Creator« eigene Kinderbücher als E-Book erstellen und verkaufen können.

Geheimtipp Louisiana – Literatur in Europas schönstem Kunstmuseum

Panorama-Raum im Südflügel (Foto: Louisiana Museum of Modern Art)
Panorama-Raum im Südflügel (Foto: Louisiana Museum of Modern Art)

Ein langatmiger* und gar nicht langweiliger Bericht von Barbara Fellgiebel über das 5. Literaturfestival im berühmten dänischen Kunstmuseum Louisiana – zum Genießen und Nach-Erleben

(*wer sich heute noch einen langen Atem gönnt, ist privilegiert!)

»Verlag kommt von vorlegen« – Stimmt das?

Verlag kommt von vorlegen (Grimmsches Wörterbuch)

Das Wort »Verlag« kommt von »vorlegen«. Und damit ist das Geld gemeint, das der Verlag dem Autor zahlt.

Kritiker von Zuschussverlagen verwenden diese Gleichung gerne, um zu belegen, dass diese Unternehmen Pseudoverlage sind. Ein richtiger Verlag verlangt keine Zuzahlung vom Autor.

»Ich wüsste gerne mal eine zuverlässige Quelle, wo dies belegt wird«, verlangt ein Besucher des literaturcafe.de per E-Mail und liefert selbst eine scheinbar schlüssige Wortdeutung.

Warum ich nicht an der Ice-Bucket-Challenge teilnehme

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Emily Bold bei der Ice Bucket Challenge
Emily Bold nimmt die Ice-Bucket-Challenge an und nominiert Wolfgang Tischer

Nun ist es also passiert. Ich wurde für die Ice-Bucket-Challenge nominiert. Ich muss mich nun dabei filmen (lassen), wie ich mir einen Kübel Eiswasser über den Kopf gieße oder alternativ 75,27 Euro an die ALS-Stifung überweisen.

Aber nein! Ich muss gar nichts.

Sattelt nicht die Pferde gegen Amazon!

Regal in der kleinen Buchhandlung um die Ecke

Ein Mann, der mir sagt, ich solle doch mal wieder in meiner örtlichen Buchhandlung einkaufen, um Amazons Monopolstellung zu untergraben, kommt mir vor wie ein viktorianischer Zeitgenosse, der seinen Mitmenschen empfiehlt, doch mal wieder das Pferd zu satteln, um den Vormarsch der stinkenden und lärmenden Automobile zu verhindern.

Ein Gastbeitrag von Jan Ulrich Hasecke zur Diskussion über Amazon und die Alternativen.

Gericht: Wanderwege der Wanderhure sind Kunst und Satire

Wanderhure im Wanderschuh

Das satirische Buch »Die schönsten Wanderwege der Wanderhure« darf wieder verkauft werden. Wie die Leipziger Volkszeitung berichtet, hob das Oberlandesgericht Düsseldorf eine einstweilige Verfügung auf. Der Verlag Droemer Knaur hatte diese zunächst beim Landgericht erwirkt, da man die historischen Wanderhuren-Romane verunglimpft sah.

Das jetzige Urteil ist zudem ein Erfolg der Crowdfunding-Kampagne, mit der der Verlag Voland & Quist fast 15.000 Euro an Spenden für das Berufungsverfahren einsammelte.

Ein Alternativtitel, den der Autor Julius Fischer fürs literaturcafe.de entwarf, muss also nicht zum Einsatz kommen.

SEO: Wie man ein eBook in Google auf die ersten Plätze bringt

SEO-Check auf dem TabletSuchmaschinenoptimierung kurz »SEO« ist für viele Autoren und Selfpublisher ein Buch mit sieben Siegeln. Es liegt ganz weit vom Kreativprozess des Schreibens entfernt. Schließlich hat man sein Buch doch für Menschen und nicht für Suchmaschinen geschrieben.

Martin Kersting erläutert in einem Gastbeitrag, warum man spätestens bei Buchtitel und –beschreibung an die Google-Suche denken sollte.

Lesetipp: Brauchen wir Amazon?

Feuilleton der ZEIT vom 17. Juli 2014: Brauchen wir Amazon?

Die ZEIT hat in ihrer Ausgabe vom 17. Juli 2014 insgesamt 19 Autorinnen und Autoren »sechs Fragen nach dem richtigen Umgang mit dem genialen Giganten« Amazon gestellt.

Nachdem die gedruckte ZEIT jetzt in den Papiermülltonnen der Republik versenkt sein dürfte, stehen die Antworten nun für alle lesbar online im Netz.

Viele Antworten der Literaten sind erwartbar, doch einige wenige sagen Substanzielles.

ALK-Dankeschön: Limerick von Lendle

Limerick von Jo Lendle

Mit 5.000 Euro war in diesem Jahr der »Federwelt Preis der Automatischen Literaturkritik« (ALK) dotiert. Anfang Juli 2014 wurde der Preis an Michael Fehr in Klagenfurt überreicht. Das Preisgeld war diesmal zehnmal höher als in den Jahren davor, denn dank Crowdfunding konnte jeder in den Preistropf spenden.

Auch das literaturcafe.de zählte zu den Spendern, und am vergangenen Freitag erreichte uns ein literarisches Dankeschön von einem bekannten Autor und Verleger.

Textkritik: Noch zwei Schippen drauf! Töröööh!

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Ihr wollt das wirklich alles wissen? Was kommt denn dabei rüber? Hundert? Dass ich nicht lache. Fünfhundert müssen es schon sein. Und für ein paar Fotos fünfhundert extra. Meint ihr, ich sitze zum Vergnügen hier? Und wie ich aussehe. So was romantisch Verkommenes wie mich kriegt ihr sonst nirgends auf die Platte. Schon die Kosakenpelzmütze fürs Betteln und die Fußlappen sind was wert. Und dieser schmutzstarrende, löchrige Mantel ist ein Goldstück. Erst recht die Kältebeulen im Gesicht, die Schwielen, der Grind, die Triefaugen.
OK. Zehn Hunnies. Dafür kriegt ihr auch die besonders ergreifende Version.
Geboren und aufgewachsen in St. Georg. Hinterhof. Bahnhofsnähe. Vater Säufer, Mutter auf dem Strich. Selbst mit 13 heroinabhängig und im Bahnhof anschaffen gegangen. Dann einigermaßen gerappelt, für eine Weile clean geworden. Hauptschulabschluss nachgemacht. Berufsausbildung zur Cutterin, vom Arbeitsamt bezahlt. Arbeit nach kurzer Zeit verloren, weil es keine Filmrollen mehr gab. Alles elektronisch heute. Bis dahin zwei Abtreibungen und eine Totgeburt. Von einem Loddel, den ich liebte wie doof, jahrelang verprügelt und auf den Strich geschickt. Hautausschläge gekriegt. Vom Loddel weggeschickt. Auf der Straße gelandet. Und da sitz ich nun seit zwölf Jahren. Mache nur Straße, Park oder Platte. Nein, kein Obdachlosenheim. Da kriegt mich keiner rein.
So, das war’s. Die Fotos habt ihr, die Geschichte auch. Verschwindet jetzt. Was ich mit dem Geld mache? Damit spekuliere ich an der Börse.

90 Minuten später:

Die ganze Geschichte willst du? Und auch noch Fotos? Das wird dein Institut aber was kosten. Mit Fotos alles zusammen tausend.
Einverstanden? Dann setz dich hier aufs Pflaster und hör zu. Ich habe nicht ewig Zeit.
Also: Geboren und aufgewachsen in Blankenese. Vater Bankdirektor, Mutter Rechtsanwältin. Von Hausmädchen, Erzieherinnen und au pair Mädchen großgezogen. Teures Internat. Abitur. Studium der Medizin. In iranischen Kommilitonen verliebt. Heirat gegen den Willen der Eltern. Danach sieben Jahre Gefangenschaft in seiner Familie in Teheran. Kein Kontakt mehr zu den Eltern. Verstoßenes Kind gewesen. Drei eigene Kinder, alle in Teheran geblieben. Selbst auf abenteuerliche Weise rausgekommen. Danach äußerlich Hautausschläge und innerlich gebrochen. Seit 12 Jahren auf der Straße. Und nun hau ab!

40 Minuten später:

Mädchen, du willst alles wissen? Schülerzeitung? Welche Schule denn? Heine Gymnasium Blankenese? Aha. Fünfhundert. Zu viel? Das ist schon die Hälfte. Mein Sozialpreis.
OK? Abgemacht. Fünf Hunnies. Dafür ein paar Fotos und die ganze Wahrheit über mich. Unterbrechungen und Rückfragen kosten extra.
Also: Zunächst ein ganz normales Leben in einem Beamtenhaushalt in Fuhlsbüttel geführt. Vater Studienrat, Mutter Logopädin. Abitur. Danach Ausbildung zur Cutterin. Als keine Cutterinnen mehr benötigt wurden, hätte ich auf Elektronik umschulen können. Aber da hatte ich schon gute Kontakte zu den Filmleuten. Ich kannte manche von der Requisite, mit einer von der Maske war ich befreundet. Nein, keine Namen. Weder meinen, noch ihren. Als wir vor 12 Jahren fast gleichzeitig aus den Studios rausflogen, begann unsere Zusammenarbeit. Die offene, ein bisschen nässende Schwiele hier am Kinn? Abstoßend, was? Ratsch, ab ist sie. Darunter glatte Haut. Die vielen Stunden an der frischen Luft sind gesund. An guten Tagen habe ich bis zu fünf Reporter am Hals. Zeitungen vom In und Ausland, Illustrierte, Fernsehleute und so weiter. Mache am Tag so zwischen zwei und fünftausend. Dazu noch das Kleingeld aus der Kosakenmütze.
Warum ich das ausgerechnet dir erzähle? Ich war auch mal so eine aufgeweckte Göre wie du. Und außerdem: Heute ist mein letzter Tag. Das Haus im Süden ist gekauft, die üppigen Sofortrenten für meine Freundin und mich sind eingezahlt.
Das ist die Wahrheit. Du kannst sie glauben.

© 2014 by Wolfgang Rill. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

Zusammenfassende Bewertung

Sprachlich meist überzeugende, inhaltlich jedoch viel zu stark überzogene »Satire«.

Eine Satire lebt davon, dass es sich tatsächlich so hätte ereignen können! Man erkennt die Übertreibung und kann sich daran freuen. Das ist in diesem Text misslungen, und am Schluss wird der Text geradezu unerträglich. Schade drum. Denn die Ich-Erzählerin ist nicht dumm, hat Wir Kinder vom Bahnhof Zoo gelesen oder Nicht ohne meine Tochter und zum Teil ihres Lebens gemacht.
Immerhin: Die Satire wäre noch zu retten!

Die Kritik im Einzelnen

Das scheint mir gewaltig überzogen: 500 Euro für eine Lebensgeschichte? Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein normaler Mensch so etwas bezahlen würde. Da wären wohl höchstens 50 Euro angebracht! zurück

Die Nähe von Totgeburt und Von einem Loddel ist missverständlich und unsinnig: Ist der Loddel Vater des tot geborenen Kindes? Oder war die Totgeburt bereits im Mutterbauch als Loddel tätig?
Besser wäre eine Umstellung des Satzes:
Bis dahin zwei Abtreibungen und eine Totgeburt. Jahrelang verprügelt und auf den Strich geschickt von einem Loddel, den ich liebte wie doof. zurück

Hier handelt es sich offenbar um ein offizielles Gespräch mit einem Vertreter von irgendeinem Institut – da kann die Ich-Erzählerin selbstverständlich hinlangen. Was mich wundert: Wieso will das Institut dabei keinen Film, obwohl es doch um Authentizität geht, sondern beschränkt sich auf Fotos? Eine Videoaufzeichnung würde zudem die Geldforderung zusätzlich begründen! zurück

Das ist der kürzeste Lebenslauf – und deswegen wird der Zuhörer aufgefordert, sich zu setzen? Klar, das kann und soll vielleicht auch witzig sein; genau deswegen halte ich dafür, diese Aufforderung zu streichen: 1000 Euro für den kürzesten Lebenslauf ist schon genug! zurück

Jetzt wirkt die Geldforderung nur noch albern: Eine Schülerzeitung hat in der Regel kein Geld für Interviews! Die ausnahmslos ehrenamtlichen Redakteurinnen freuen sich schon, wenn sie mal umsonst in eine Theateraufführung kommen. zurück

Nehmen wir mal im Schnitt 3000 pro Tag (rechnet sich einfacher als 3500), dann 200 Tage im Jahr (so eine selbst fabrizierte Obdachlose hat auch noch ein anderes Leben), dann wären das 700.000 nur in einem Jahr. Unversteuert.
Hier stürzt die »Satire« endgültig ins Bodenlose! zurück

Damit könnte alles beendet sein. Allerdings dürfte diese Erzählung auch ohne diesen Satz aufhören. Tut sie aber leider nicht … zurück

Und noch eine Schippe drauf, damit’s auch der Dümmste begreift: Das Klischee vom Wunschhaus im Süden (Töröööh!), die üppigen (Töröööh!) Sofortrenten für die Maskenbildnerin und die Ich-Erzählerin … Moment: Die Sofortrenten sind eingezahlt? Ich dachte, man zahlt die Rentenbeiträge! Das wären dann die Beiträge für die Sofort-Rente statt die Sofort-Rente selbst … egal, ist eh schnurz. Schließlich folgen noch zwei weitere Schippen Peinlichkeit: Das sei alles die Wahrheit (Töröööh!), und weil die Ich-Erzählerin das sagt, darf man ihr glauben (Töröööh!).
Dazu passt der Dialog zwischen Phantomias und einem Bürger anlässlich der Kampagne der Firma Nasweis, Spicker und Ausspecht, kurz NSA: »Und woher wollen Sie wissen, ob Sie dieser Firma vertrauen können?« – »Die von der NSA sind seriös! Haben sie selbst gesagt!« (LTB 449, S. 103) zurück

Self-Publishing-Seminar in München: Eigene E-Books erstellen und verkaufen [ausgebucht]

Wolfgang Tischer (Foto: literaturcafe.de)Am 25. Oktober 2014 findet das E-Book- und Self-Publishing-Seminar mit Wolfgang Tischer zum ersten Mal in München statt. Dieser Termin ist bereits ausgebucht. Daher gibt es einen Zusatztermin am 26. Oktober 2014 (ebenfalls schon ausgebucht).

In seinem viel gelobten Seminar zeigt E-Book-Experte und literaturcafe.de-Herausgeber Wolfgang Tischer, wie man eigene E-Books bei Amazon & Co veröffentlicht und verkauft. Auch der Weg zum gedruckten Buch wird besprochen. Ein weiterer Teil widmet sich den Verkaufsstrategien und dem (Selbst-)Marketing für das eigene Buch. Immerhin haben einige Autoren mit ihren E-Books 15.000 Euro in nur sechs Wochen verdient.

Beide Termine sind leider bereits ausgebucht.

Self-Publishing-Seminar in Neuss bei Düsseldorf: Eigene E-Books erstellen und verkaufen [ausgebucht]

Wolfgang Tischer (Foto: literaturcafe.de)Am 6. September 2014 findet das E-Book- und Self-Publishing-Seminar mit Wolfgang Tischer zum ersten Mal in Neuss bei Düsseldorf statt.

In seinem viel gelobten Seminar zeigt E-Book-Experte und literaturcafe.de-Herausgeber Wolfgang Tischer, wie man eigene E-Books bei Amazon & Co veröffentlicht und verkauft. Auch der Weg zum gedruckten Buch wird besprochen. Ein weiterer Teil widmet sich den Verkaufsstrategien und dem (Selbst-)Marketing für das eigene Buch. Immerhin haben einige Autoren mit ihren E-Books 15.000 Euro in nur sechs Wochen verdient.

Das Seminar ist bereits ausgebucht.

Krimis machen 2: Die passende Schublade ist wichtiger denn je

Krimis machen 2 in Frankfurt
Foto: David Gray

Einige von uns Krimimenschen trafen sich neulich (27./28.06.2014) zu einer Bestandsaufnahme des Genres in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main. Die Veranstaltung nannte sich „Krimis Machen 2“ und wurde unter anderem von Autorenkollegin Zoë Beck, dem Journalisten Alf Meyer und den beiden Krimizeitkritikern Tobias Gohlis und Thomas Wörtche organisiert. Nicht anwesend war übrigens „Zeit“-Literaturkritikerin Iris Radisch. Allerdings hatte ich nicht den Eindruck, sie würde sonderlich vermisst. Ein Bericht von David Gray.