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11 MB geballte Inkompetenz

Es ist immer wieder erschreckend, wie inkompetent nach wie vor einige Verlage in Sachen Internet-Nutzung und eMail-Marketing sind. Da verschickt der Gerhard Hess Verlag aus Bad Schussenried eine eMail, der als Textdatei eine Buchbeschreibung anhängt – und eine Cover-Abbildung des Buches im fürs Internet ungeeigneten TIFF-Format. Die Datei ist sage und schreibe 11 Megabyte groß! Der Download mit einem Modem hätte gut eine halbe Stunde betragen. Allerdings werden in einigen Firmennetzen eMails mit mehr als 5 oder 10 MB Größe ohnehin abgeblockt und nicht zugestellt.

Zudem war es nicht mal eine persönliche Mail, sondern eine Massenaussendung. Man könnte auch Spam sagen. Vermutlich war es die gleiche TIFF-Datei, die die Druckerei für den Druck verwendet. Hatte der Praktikant wohl auf der Festplatte gefunden. Im Text der eMail natürlich keinerlei Hinweis, um was es geht.

Nachtrag: Aha, wahrscheinlich sind dem Verlag – wie von uns bereits vermutet – die von den Mailservern zurückgewiesenen Mega-Mails um die Ohren geflogen, denn heute (22.02.2007) kommt die Mail erneut, und zwar mit einem Bild im JPG-Format. Dieses ist mit über 600 kByte immer noch sehr groß – aber immerhin. Am Inhalt der Mail hat man jedoch nichts ergänzt.

»Das Vorlesen ist nicht die Kunst, sondern das Zuhören«

Ich habe drei Bücher von David Sedaris übersetzt, und ich hasse es, Leute zu übersetzen, deren Englisch schlechter ist als mein Deutsch, aber Sedaris‘ Englisch ist sogar schlechter als mein Englisch, was man der Übersetzung natürlich leider nicht mehr anmerkt, insofern ist sie nicht werktreu. Man kann zwar einen guten Witz, den man schlecht erzählt bekommen hat, besser weitererzählen, aber bei Übersetzungen geht das nicht.

Interviews mit Harry Rowohlt sind immer ein Vergnügen, ob man nun das aktuelle Gespräch mit ihm im Standard liest oder sich ans eigene Interview zurückerinnert, das man hier nach wie vor hören kann.

Sibylle Berg sucht Abschiedsbriefe von Männern

Und ich dachte, es sei LiebeDie Schriftstellerin Sibylle Berg sucht für ihr nächstes Buchprojekt Abschiedsbriefe von Männern. Wer sich also von seiner ersten Liebe, der Ehefrau oder von seinem Chef gekonnt schriftlich verabschiedet hat und der Meinung ist, dass seine Zeilen der Nachwelt in einem Buch hinterlassen werden sollten, der kann seinen Brief an die Autorin schicken.

Neben den Abschiedszeilen von unbekannten Verfassern werden in dem Buch »Na dann nicht« auch die Schriftstücke bekannter Absender wie Friedrich Dürrenmatt, Erich Maria Remarque, Alexander Schmorell oder Alain Delon enthalten sein. Das Werk soll im Frühjahr 2008 erscheinen, seinen Brief sollte man jedoch schon bis Ende März 2007 an Frau Berg schicken.

Sibylle Berg in einer E-Mail: Es gibt kaum einen Grund für Sie, uns diese persönlichen Dokumente zur Verfügung zu stellen außer: Sie haben Spaß daran, jemandem, der Sie verletzt hat, ein Denkmal seiner Unfähigkeit zu setzen. Außer: Sie möchten den Leserinnen und Lesern eine Kostprobe männlicher Verabschiedungskunst geben. Und zeigen wie Sie es geschafft haben, sich in Würde z.B. vom Porsche oder vom Traum, irgendwann mal eine eigene Yacht zu haben, zu verabschieden.

Bereits im letzten Jahr gab Sibylle Berg ein Buch mit Abschiedsbriefen von Frau heraus, das den Titel »Und ich dachte, es sei Liebe« trägt. Auch in diesem Buch sind Briefe bekannter und unbekannter Autorinnen versammelt.

Bitte schicken Sie Ihre Briefkopien plus einer Kurzbeschreibung der Situation und ggf. Bild- und Fotomaterial bis zum 30. März 2007 an:

Literaturagentur Hermes Baby
Anne Wieser
Wagnergasse 6
CH-8008 Zürich
E-Mail: hermesbaby(at)hispeed.ch

Diese Phrase ist wieder zu haben

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Alles noch zu habenEin aktueller SPIEGEL-Artikel animiert uns, das Google-Phrasen-Spiel mit der bei der Klatschpresse beliebten Phrase »…ist wieder zu haben« auszuprobieren.

Also in Google mal "* ist wieder zu haben" eingetippt und… Wahnsinn, wer da in letzter Zeit so alles zu haben war und ist: Kylie Minogue, Pamela Anderson, Campino, Jennifer Aniston, Michael Steinbrecher, Justin Timberlake, George Clooney, Orlando Bloom und Marilyn Manson.

Aber auch Huskywelpen und das Weesensteiner Schlossbier.

Es sollte also wirklich für jeden was dabei sein.

Krimi-Werkstatt mit Krimi-Autor Horst Eckert

Wer gute Krimis schreiben will, der sollte sich zur Krimi-Schreibwerkstatt anmelden, die das Literaturbüro NRW anbietet. Der Leiter des Wochenendkurses ist kein Geringerer als einer der besten Krimi-Autoren Deutschlands: Horst Eckert. Bereits zweimal wurde er mit dem renommierten Krimi-Preis, dem Glauser, ausgezeichnet.

Die Schreibwerkstatt findet am 2. und 3. Juni 2007 statt, kostet 80 Euro Teilnahmegebühr und erfordert eine Bewerbung bis zum 2. Mai 2007. Der  Bewerbung sind eine Biographie sowie ein maximal fünfseitiger Text beizulegen (Kurzgeschichte oder Romanauszug). Der Workshop findet in Düsseldorf statt. Da die Zahl der Plätze auf 10-12 beschränkt ist, sollte man mit der Anmeldung beim Literaturbüro nicht lange zögern, wenn man ernsthaft daran interessiert ist, gute Krimis zu schreiben.

Hörbuchkritik: Die Arbeit der Nacht

Buch gegen Hörbuch: Die Arbeit der Nacht von Thomas GlavinicDie Arbeit der Nacht von Thomas Glavinic ist für mich ein ganz besonderer Roman. Noch bevor er in den Feuilletons überaus positiv besprochen wurde, verbrachte ich zusammen mit dem Autor einen Tag in Wien, um den Podcast www.die-arbeit-der-nacht.de zu produzieren. Ich bemerkte damals, dass in der Herbstvorschau des Hanser Verlags noch kein Hörbuch zu diesem Roman angekündigt wurde. Da dies bei anderen Titeln durchaus geschah, nahm ich es als Indiz, dass auch der Verlag nicht sicher war, ob das Buch ein Erfolg werden würde. Aber es wurde einer.

Jetzt, gut ein halbes Jahr später, hat sich HörbucHHamburg die Rechte gesichert und veröffentlicht Die Arbeit der Nacht als Hörbuch, gelesen von Heikko Deutschmann. Es gab in letzter Zeit kein Hörbuch, auf das ich mit größerer Spannung gewartet hätte. Wie gut hat man Glavinic‘ grandiosen Roman akustisch umgesetzt?

Rainald Goetz schreibt wieder Abfall für alle

Abfall für alle in BuchformEr war in Deutschland der erste literarische Blogger. Und das zu einer Zeit, als es noch gar keine Weblogs gab. In den Jahren 1998 und ’99 notierte Rainald Goetz in seinem Internet-Tagebuch, was ihn so bewegte.

Dreck macht traurig. Beim Putzen in der Küche. Es kommen auch wieder sauberere Zeiten. Das einzige was noch trauriger macht, ist frenetischer Beifall. Die Lottoshow beginnt.

Später wurde www.abfall-fuer-alle.de aus dem Netz genommen und bei Suhrkamp als Buchbrikett veröffentlicht. So wurde Abfall zu Geld.

Doch jetzt ist Goetz wieder da. Und er macht da weiter, wo er vor acht Jahren aufgehört hat. Für das neue People-Magazine Vanity Fair schreibt er wieder ein Weblog. Das sei konsequent, so die FAZ, denn schließlich bedeute auch Vanity Fair – ins Grobe übersetzt – Abfall für Alle. Und wer könnte diesen besser liefern als Goetz.

Nachtrag vom 22.06.2008
Am 21.06.2008 beendete Goetz sein Internet-Tagebuch wieder. Hat es jemand gemerkt?

Nachtrag vom 8. Juli 2015
Rainald Goetz erhält den Büchner-Preis

Rainald Goetz: Abfall für alle: Roman eines Jahres (suhrkamp taschenbuch). Taschenbuch. 2003. Suhrkamp Verlag. ISBN/EAN: 9783518455425. 19,50 €  » Bestellen bei amazon.de Anzeige oder im Buchhandel

Der Beruf des Lektors hat sich verändert

Hans-Jürgen Balmes ist Lektor für ausländische Literatur beim Fischer Verlag in Frankfurt. »Wie bitte?«, werden jetzt vielleicht einige sagen. »Warum hat ein deutscher Verlag einen Lektor für ausländische Literatur? Die deutschen Verlage kaufen doch ohnehin nur Lizenzen von fremdsprachigen Titeln ein, die im Ausland bereits ein Erfolg waren. Die deutschen Verlage gehen doch kein Risiko mehr ein.« Dieses Vorurteil wird in der Regel gerne von deutschen Autoren gepflegt, die etliche Verlagsabsagen bekommen haben.

Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus. Denn nur die wenigsten Verlage können es sich leisten, die Übersetzungs- und Veröffentlichungsrechte von im Ausland erfolgreichen Autoren einzukaufen. Auch hier ist der Markt globaler geworden und Literaturagenten spielen zudem eine große Rolle. Diese bieten das Buch weltweit an. Während man also mit dem Verlag in New York verhandelt, wird das Manuskript gleichzeitig auch schon ausländischen Verlagen angeboten.

In einem Interview mit der taz berichtet Lektor Balmes, dass sich der deutsche Verlag dann meist sehr kurzfristig entscheiden muss, ob er die Rechte für den hiesigen Markt erwerben möchte. Das heißt, unsere Entscheidung, einen Titel zu machen oder nicht, fällt nahezu zeitgleich mit der des amerikanischen Lektors. Deshalb muss unser Informationsnetz immer dichter werden, denn es ist für uns von entscheidender Bedeutung, welcher Originalverlag einen Roman druckt. Wenn ein Buch in den USA untergegangen ist, ist es erfahrungsgemäß nahezu unmöglich, es in Deutschland durchzusetzen – das gilt vor allem für etwas populärer angelegte Bücher, aber auch zunehmend für literarische.

Ist es gut, dass Übersetzer unterbezahlt sind?

Titelblatt eines Buches von Umberto EcoAcht der zehn Titel auf der aktuellen SPIEGEL-Bestseller-Liste sind Übersetzungen. Übersetzer spielen gerade in Deutschland eine bedeutende Rolle, denn erst durch ihre Arbeit erschließt sich vielen Lesern ausländische Literatur. Trotz dieser wichtigen Funktion gelten Übersetzer als unterbezahlt. Die Verlage argumentieren, dass bei höheren Honoraren viele Übersetzungen einfach nicht mehr finanziert werden könnten, da die Leser höhere Buchpreise nicht akzeptieren würden.

In der Neuen Zürcher Zeitung stellt Joachim Güntner zudem die These auf, dass eine Unterbezahlung der Qualität der Übersetzungen dienlich sei. Kunst – und somit auch Übersetzungskunst – sei immer dann am besten, wenn mit ihr ein persönliches Opfer verbunden sei. Außerdem, so Güntner, sei das Jammern vieler Übersetzer über ihre schlechte finanzielle Situation oftmals schlichtweg nur Propaganda.

Diesen Vorwurf kann sich selbst ein Übersetzer, der nach Güntner zu den »privilegierten« des Berufsstandes zählt, nicht gefallen lassen. Burkhart Kroeber antwortet daher auf den Artikel Güntners. Er ist als der Übersetzer von Umberto Eco bekannt geworden und gilt in der Branche als einer der bestbezahlten, da er am Umsatz der Bücher beteiligt ist. Kroeber rechnet in seiner Antwort jedoch vor, dass selbst er keinesfalls üppig verdient.

Beschämend findet man es bei Text & Blog, dass Burkhart Kroeber sich in der Honorardiskussion auf diese Ebene herablassen muss. Gleichzeitig sei es ihm hoch anzurechen, dass er es tue.

»Romane? Wozu soll das gut sein?«

Der Autor Titus Müller (Die Brillenmacherin) schildert in seinem Weblog die Begegnung mit einem künftigen Leser – vielleicht.

Verlorene, verliehene, vergriffene Bücher?

Wenn man das Pech hat, ein ausgeliehenes Schmuckstück nicht mehr zurück zu bekommen, und man den Zettel nicht mehr findet, auf dem man sich den Leiher notierte (falls man es überhaupt getan hat), oder wenn einem dringend die Lektüre eines Buches empfohlen wird, der Buchhändler aber nur bedauernd die Achseln zuckt, dann helfen häufig Metasuchmaschinen. Da wäre z. B. Eurobuch, das 39 Anbieter durchforstet, darunter auch in Frankreich und England, allerdings nicht ZVAB, das nach eigenen Angaben weltweit größte Online-Antiquariat mit Beständen aus 27 Ländern. Ganz neu ist Daistesja, das seinerseits auch ZVAB durchsucht, zusätzlich auch noch über 140 Auktionshäuser! Für die Zukunft ist noch die Suche nach Filmen und Musik geplant.

Probehalber haben wir von Peter Rühmkorf »Selbst III / 88. Aus der Fassung« gesucht – einen Faksimiledruck, der nur in 1000 Exemplaren veröffentlicht wurde und die Entstehungsgeschichte eines einzigen Gedichtes auf 730 Seiten dokumentiert. ZVAB hat 10 Angebote, Eurobuch 18, und Daistesja fand 26; die Preisspanne war bei allen identisch: Wir hätten die Wahl von 60 bis 160 Euro.

PS: Der ehemalige Hinweis auf eine »lange Such-Dauer« bei Daistesja wurde entfernt, da dieser Fehler erfolgreich behoben wurde.

Stuttgarter Zeitung zu den Marbacher Literaturportal-Pannen

Stuttgarter Zeitung vom 07.02.2007Die Stuttgarter Zeitung berichtete in ihrer gestrigen Ausgabe von unserer Kritik am Marbacher Literaturportal. Leider hat man dort die FAZ-Zusammenhänge nicht ganz verstanden und stellt sie verwirrend und nicht korrekt dar.

Neben Zitaten aus unserem Artikel kommt in der StZ auch Roland Kamzelak, der Leiter der Direktionsabteilung im Deutschen Literaturarchiv Marbach, zu Wort. Bemerkenswert ist, dass Kamzelak mittlerweile die Kosten für das Portal mit 20.000 Euro beziffert. Eine Förderung durch das Bundesministerium in Höhe von 150.000 Euro habe es nicht gegeben. Diese Zahl stamme aus einer Vorlage, mit der der Minister das Projekt in einer Pressekonferenz vorgestellt habe. Mittlerweile habe man auf vieles verzichtet.

Klagenfurter Literaturkurs ist wieder ausgeschrieben

Auch in diesem Jahr wird in Klagenfurt anlässlich der Tage der deutschsprachigen Literatur wieder ein Literaturkurs angeboten. Dieser richtet sich explizit nicht an diejenigen, die bereits beim Bachmannpreis lesen. Für den Kurs muss man sich mit einem Text bewerben und zudem die folgenden Dinge beachten:

  • nicht älter als 35 Jahre (Stichtag: 16. März 2007)
  • mindestens eine literarische Veröffentlichung (deutschsprachig, keine Übersetzung). Als adäquate Veröffentlichung gelten Prosaarbeiten in Buchform, Beiträge für im Buchhandel erhältliche Anthologien und Zeitschriften (keine Texte, die im Eigenverlag erschienen sind)

Somit gelten offensichtlich auch Veröffentlichungen im Internet nicht als literarische Veröffentlichung im Sinne der Ausschreibung. Weitere Infos sind hier nachzulesen.

Mit 18 drei Jahre lang auf Buchmessen

SommernebelEigentlich möchte man sich mit Judith freuen. Da sitzt die 18-Jährige und hält stolz ihr eigenes Buch in der Hand. »Wir stellen mal das Notebook daneben«, könnte der Fotograf gesagt haben, »sozusagen das Schreibwerkzeug. Und den siebenarmigen Leuchter, denn schließlich geht es in dem Buch um Israel. Und jetzt lächeln!«

Der Fotograf ist gleichzeitig auch der Autor des Artikels in der Acher-Rench-Zeitung, der Zeitung der Ortenau. Ein relativ großer Artikel über den Bucherfolg der Schülerin, wie ihn sich jeder unbekannte Autor und jede unbekannte Autorin nur wünschen kann. Die richtigen Beziehungen muss man haben, denn der der wohlwollende Zeitungsreporter ist gleichzeitig Lehrer an der Schule, in der Judith die 12. Klasse besucht.

»Sommernebel« heißt das Buch, das Judith bereits 2005 verfasst hat. Allein der Titel lässt vermuten, was nur leicht zwischen den Zeilen angedeutet ist: Zunächst, so ist dort zu lesen, hagelte es Absagen von Verlagen. Aber dann kam einer, der »nach einstimmigem Beschluss« das »sehr gelungene Werk«, das auf Buchmessen in Frankfurt, Basel und Leipzig präsentiert wird, veröffentlichte. Dass es sich hierbei um einen Zuschussverlag handelt, der mit diesen Worten wahrscheinlich jedem zahlungswilligen Kunden ein gelungenes Werk bescheinigt, erwähnt der Artikel nicht direkt. Nur von einer »finanziellen Starthilfe« durch die Eltern ist die Rede.

So sieht also Buchmarketing auf dem Lande aus: Die Eltern zahlen der Tochter die Veröffentlichung, der Lehrer schreibt in der Heimatzeitung die Lobeshymne – und die meisten Leser werden diese Zusammenhänge nicht kennen und erahnen. Vielleicht freuen sie sich mit Judith, was ja auch schön ist. Warum nicht.

Eine andere Zahl lässt uns erstarren: In einer Auflage von sage und schreibe 10.000 (zehntausend!) Stück wurde Judiths Buch gedruckt, eine Zahl, von der selbst bekannte Autoren zuweilen träumen können. Damit dürfte auf jeden Fall gesichert sein, dass dereinst Judith ihr Werk auch noch ihren Ururenkeln schenken können wird.

Man möchte sich mit Judith freuen – aber irgendwie ist die ganze Geschichte auch etwas traurig.

Hörbücher bei den Feierschweinen

Gibt es demnächst Hörspiel DJs im Neon?Vor gut einer Woche hatten wir an dieser Stelle Verlagen und Autoren empfohlen, den aktuellen Hype um die digitale Scheinwelt Second Life für das Marketing in eigener Sache zu nutzen. Jetzt ergreift ein namhafter Hörbuch-Verlag diese Chance: Der Audio Verlag richtet in Second Life eine Hörlounge ein. Unter anderem kann man dort das Hörbuch "Drachenglut" von Jonathan Stroud, gelesen von Rufus Beck, noch vor der offiziellen Veröffentlichung anhören.

Wie von uns empfohlen, baut der Audio Verlag hierfür zunächst kein eigenes Gebäude, sondern nutzt einen bei deutschen Second-Life-Nutzern angesagten Ort, nämlich den Neon-Club, der auch als Heimat der Feierschweine firmiert. Eine Woche lang soll dort die Lauschecke aktiv sein, und in Live-Chats sollen zudem die Avatare bekannter Sprecher und Autoren auftreten. Den Anfang macht am  22. Februar der SPIEGEL-Online-Kolumnist und Läufer Achim Achilles. Die Hörlounge selbst soll ab dem 19. Februar 2007 aktiv sein. Eine im Internet verdammt lange Zeit zwischen Ankündigung und Umsetzung. Aber wie schon gesagt, mag die mediale Aufmerksamkeit für ein solches Ereignis größer sein als dieses selbst.