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Ein Rückblick auf die Leipziger Buchmesse

Leipzig 2007: Ende der Ausstellungvon Barbara Fellgiebel

Die Buchmesse 2007 ist meine erste Leipziger Buchmesse. »Die schönere der beiden Messetöchter«, wie eine Kollegin behauptet. Das schürt Erwartungen und steigert die Vorfreude.

Die Anreise beginnt mit im Auto in Portugal vergessenem Handy (was mir ein ärgerlich amputiertes Gefühl verleiht. Wie kann man nur so abhängig von diesem glorreichen Produkt der Technik sein?!) über ein chaosverursachendes verschneites Berlin – dramatisch und umständlich. Ein simples Bahnticket Berlin-Leipzig hin und zurück kostet für Nicht-Bahncardinhaber 78 Euro, fast soviel wie der Air Berlin Flug Faro-Berlin.

Folge 1 vom 2. April 2007

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Schon im Aufwachen war ich schlecht gelaunt. Ich hatte sehr real geträumt, Pia und ich gingen über eine Wiese und sie verunsicherte mich mit ihrem ständigen Lachen und den wiederholten Bewegungen, mit denen sie die Haare gegen die Sommerbrise aus dem Gesicht schob, aber nicht auf ihren Rock achtete. Ich versuchte, ihre Hand zu nehmen, doch sie entzog sie mir und lief ein paar Schritte vor. Irgendwie bekam ich sie dann doch zu fassen, weil es mein Unterbewusstsein so wollte, und wir lagen im Gras, nur durch die dünnen Kleidungsstücke getrennt. Sie lachte mich aus. Begehrend küsste ich sie und alles tauchte in Farbe und Cinemascope.

Abgesehen von meiner trüben Stimmung war der Morgen wie jeder andere. Ich las mir die Arbeit des vergangenen Abends durch. Meine Laune besserte sich dadurch nicht. Der Text wirkte gekünstelt und steif, es fehlten Emotionen, die meinen Figuren Tiefenwirkung verleihen würden – ein sicheres Zeichen, dass ich mich auf falschem Terrain bewegte und meine Phantasie das Manko zwischen einer überzeugenden Darstellung und dem Nichterlebten nicht ausfüllen konnte.

Eine Weile döste ich vor mich hin und hörte nebenbei Musik. Ich wippte zu Don’t you love me anymore und wurde melancholisch. Ob ich es einmal mit einer Liebesgeschichte versuchen sollte? Was würde wohl dabei herauskommen, wenn sich Sehnsucht und Melancholie vereinigen? Bittersüße Träume vielleicht, solche wie heute Nacht. Ich verwarf den Gedanken – damit lagen wieder zwölf Stunden des Tages vor mir ohne Ahnung, wie ich sie sinnvoll füllen sollte.

Um die Mittagszeit sah ich nach der Post. Heute war wieder einer meiner Glückstage. Der hellbraune Umschlag war schon vom Treppenabsatz aus zu sehen. Für die Absagen von den Verlagen brauchte ich eigentlich keinen Briefkasten. Die zurückgeschickten Manuskripte passten nicht in den Blechschlitz wie die Stromrechnungen und Ansichtskarten aus für mich zu weit entfernt liegenden Urlaubsorten. Alles zu groß Geratene legte der Briefträger auf der ersten Treppenstufe ab.

Die Hoffnung, der Umschlag könnte nicht für mich sein, währte die verbleibenden neun Stufen.

Aus der Erdgeschosswohnung rechts tönte eine markante Stimme, dann heulte ein Mädchen los. Sonja hatte sich eine Watschen von ihrem Vater gefangen. Eigentlich sollte Kallweit um diese Zeit bei schönem Wetter im Fenster liegen und dort stundenlang das Leben auf der Straße beobachten, die Arme auf ein Sofakissen gestützt.

Ich hörte Kallweits Frau maulen.

»Dat Kind is dat doch gaanich in Schuld! Mänsch, wennze doch endlich wieda am Rohr stehn könns!«

Ich riss den Umschlag auf und zog den Briefbogen heraus. Mein erster Blick galt der Unterschrift. Heute schrieb mir eine Lektorin, Bettina Kracht, und nicht nur irgendeine Sekretärin.

»… müssen wir Ihnen leider mitteilen, dass wir für Ihr Manuskript Die Unschuld des Herbert Koslowski keine Verwendung haben. Unser Programm ist nicht auf im Arbeitermilieu des Spätkapitalismus angesiedelte Themen ausgerichtet. Wir wünschen Ihnen …«

Was mir Bettina Kracht schrieb, klang nicht nach einer fadenscheinigen Begründung. Es musste Verzweiflung gewesen sein oder Abstumpfung, mich überhaupt an diese Buchfabrik zu wenden. Das Verlagshaus Weigold produzierte eine Unmenge Taschenbücher, die Goldene Reihe von Weigold, vorwiegend Übersetzungen aus dem Amerikanischen. Auf den kaschierten Hochglanzrückseiten prangten die Auszüge aus Buchbesprechungen wie Gütesiegel, teilweise nur Satzfetzen, Anpreisungen wie Marktgeschrei …

Der Stand war ungünstig platziert, zwischen Fisch rechts und Obst und Gemüse links. Der Verkäufer trug ein kurzärmeliges Hemd und eine Krawatte anstelle der blauen Leinenschürze der landwirtschaftlichen Konkurrenz um ihn herum. Vor ihm lag ein ungeordneter Haufen Taschenbücher wie ein ausgeleerter Sack Kartoffeln. »Meister der Spannung!« rief der Verkäufer und warf ein Taschenbuch achtlos in den Blechtopf auf der Waage. Der Topf mit dem Buch neigte sich nur wenig. Der Verkäufer stellte ein 1/2-Kilo-Gewicht auf die andere Seite und beobachtete die trägen Bewegungen der Zungen.

Der Gemüsehändler nebenan nutzte die Pause. »Spargel, eins-a, die letzte Gelegenheit. Zergeht auf dem Gaumen.«

Der Buchverkäufer zog ein weiteres Taschenbuch aus dem Haufen. Ohne den Titel zu lesen, verkündete er: »Königin des Thrillers!« Schwungvoll warf er die Königin zum Meister in den Topf.

Eine alte Frau blieb stehen. »Mr. Stringer«, sagte sie und hielt ihren Begleiter am Ärmel fest. Die alten Leutchen verursachten eine Störung im Fluss der vorüber eilenden Marktbesucher.

»Ja, Miss Marple?« antwortete der Angesprochene mit einer betonungslosen, für einen Mann zu hohen Stimmlage.

»Wir sollten Vorsorge treffen. Der nächste Mordfall kommt bestimmt«, sagte die alte Frau.

»Wie Sie meinen, Miss Marple«, antwortete Mr. Stringer. »Was wird nur Inspektor Craddock dazu sagen?«

Der Buchverkäufer enthob Miss Marple einer Antwort. »Inter-natio-nale Spitzen-klasse!« intonierte er lauthals. »Gehört zu den Besten seiner Art! Geistreich! Kultiviert! Von schockierender Spannung!« verkündete er seiner anwachsenden Kundschaft. Blind fand ein weiteres Buch seinen Weg zu den anderen in den Topf. »Nicht zweitunddreißig Euro, nicht zweiundzwanzig, keine zwölf, nein, anderthalb Kilo heute nur … sechs …«. Eine warme Brise wehte Fischgeruch über den Marktplatz, und der Verkäufer verschluckte den Centbetrag hinter seinem Handrücken.

»Wollen Sie Ihren Bücherschrank noch weiter vollstopfen?« nörgelte Mr. Stringer. »Die Welt wimmelt von Psychopathen unterschiedlicher Couleur, aber muss denn jeder seinen eigenen Roman bekommen?«

»Diesmal haben Sie Recht, Mr. Stringer. Was ist aus dem guten alten englischen Kriminalroman geworden, undurchsichtig verknotet, melodramatisch, lehrreich? Meine Agatha-Christie-Sammlung ist im übrigen bereits vollständig.«

»Darf ich Sie heute Abend zu Spargel mit gekochtem Schinken einladen?«

»Gern, Mr. Stringer. Die Bücher hier sind unverdaulich.« Miss Marple verzog den Mund zu einem bissigen Lächeln. »Auch wenn Sie Sauce hollandaise darüber gießen.«

Der tägliche AlmTraum begann am 2. April 2007

»Als die Lektorin Stefanie eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte,
fand sie sich in ihrem Bett zu einem erfolglosen Schriftsteller
verwandelt.«

Schreiben macht einsam – das erfährt Stefan nicht nur als erfolgloser Schriftsteller, sondern auch in seiner Beziehung zu Pia, einer Germanistikstudentin.

Von den Verlagen erhält Stefan nur Absagen. Er macht die Lektorinnen dafür verantwortlich und beschließt, mit ihnen abzurechnen. Er verfasst einen neuen Roman: Die Lektorin Stefanie wird in einen erfolglosen Schriftsteller verwandelt. Dieser durchlebt eine tiefe Identitätskrise und entführt schließlich eine andere Lektorin, damit diese gleich selbst den erfolgreichen Roman schreibt.

Doch die spontane und nicht ganz so gelungene Entführung erweist sich bald als Alm-Traum – und der Roman als Alptraum …

Helmut Beckmann - Foto: Wolfgang Tischer
Helmut Beckmann – Foto: Wolfgang Tischer

Helmut Beckmann, Jahrgang 1946, hat seit dem Studium der Betriebswirtschaft unaufhörlich geschrieben – Analysen, Berichte, Vorschläge und Memos. »AlmTraum« ist sein erster veröffentlichter Roman. Mehr über Helmut Beckmann können Sie auf seiner Homepage erfahren.

Zusammen mit dem literaturcafe.de entstand die Idee, den Roman nicht nur als Buch, sondern parallel als Fortsetzungsgeschichte im Internet zu veröffentlichen. Immerhin kreist der rasante und geschickt verschachtelte Roman um die Themen, die auch im literaturcafe.de immer wieder behandelt werden.

Insgesamt wurde der Roman in 129 Abschnitte eingeteilt. Unter www.literaturcafe.de/rubrik/almtraum/ erscheint täglich eine neue Folge.

Der Roman als Buch
Der Roman als Buch

Natürlich freut sich der Autor sehr, wenn Sie ungeduldig sind, nicht bis zur nächsten Folge warten wollen und den Roman als vollständiges Buch kaufen. Er ist in jeder Buchhandlung zu bestellen, online z. B. bei Amazon.de oder handsigniert direkt beim Autor.

Wir danken der Books on Demand GmbH in Norderstedt für die freundliche Unterstützung bei diesem Projekt. Ein weiterer Dank geht an Tobias Freudenreich (www.freudy.de), der für die Covergestaltung verantwortlich war.

Alle Folgen in der Übersicht »

Zur ersten Folge von Almtraum »

Mag die Welt Daniel Kehlmanns Vermessung?

Die Vermessung der Welt Der Roman »Die Vermessung der Welt« von Daniel Kehlmann ist einer der seltenen Fälle, bei denen ein Buch von Literaturkritikern und Lesern gleichermaßen geschätzt wird. In Deutschland ist das Werk seit Monaten auf der Bestsellerliste.

Aber wie sieht es im Ausland aus? Die Rechte sind bislang an fast 30 Länder verkauft worden, und die FAZ frägt ihre Korrespondenten in Amerika, China, Spanien, Frankreich, Ungarn, Italien und den Niederlanden, was man dort von diesem deutschen Roman hält.

Artikel werden online intensiver gelesen als in Zeitungen

Dass Texte im Internet nur flüchtig gelesen werden, scheint ein weit verbreitetes Vorurteil zu sein. Eine Studie des Poynter Institute untersuchte, ob Artikel im Netz oder in einer Zeitung eher zu Ende gelesen werden. Die Untersuchung wurde mit sogenannten Eye-Trackern durchgeführt, die alle Augenbewegungen genau registrieren.

Überraschendes Ergebnis: Von den über 600 Personen, die an der Untersuchung teilnahmen, lasen 77 Prozent die Artikel im Internet zu Ende, während es bei großformatigen Zeitungen 62 Prozent und bei kleinformatigen nur noch 57 Prozent waren. Weitere Infos gibt’s im Heise Newsticker.

Die Bibel macht aggressiv

Keine JugendfreigabeNicht nur sogenannte Killerspiele erhöhen die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen, sondern auch Bibeltexte. Dies haben laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung Psychologen der University of Michigan, der Vrijen Universiteit in Amsterdam und der Brigham Young University herausgefunden. Probanden, die zuvor u.a. eine Stelle aus dem Buch der Richter gelesen hatten, in denen eine Vergewaltigung, ein Mord und eine blutige Schlacht beschrieben werden, waren danach aggressiver. Ein Ausschnitt:

25 (…) Da fasste der Mann seine Nebenfrau und brachte sie zu ihnen hinaus. Die machten sich über sie her und trieben ihren Mutwillen mit ihr die ganze Nacht bis an den Morgen. Und als die Morgenröte anbrach, ließen sie sie gehen. (…) 29Als er nun heimkam, nahm er ein Messer, fasste seine Nebenfrau und zerstückelte sie Glied für Glied in zwölf Stücke und sandte sie in das ganze Gebiet Israels.

Sollte die Bibel also demnächst nicht mehr ungeschnitten ungekürzt an Jugendliche verkauft werden? Die »Bibel uncut« nur als FSK18-Fassung? Dass die Texte von Goethe und Hesse ebenfalls sehr gefährlich für Jugendliche sein können, ist im literaturcafe.de schon seit langem nachzulesen.

Betrunkene Autoren lesen vor

Der Standard über eine hochprozentige Lesung im Clubheim des FC St. Pauli.

20 Verlage lehnten das anonyme Manuskript eines Nobelpreisträgers ab

Auch die britische Zeitung »Sunday Times« hat Anfang des Jahres den recht beliebten Test gemacht: Sie schickte zwei berühmte Romananfänge von Nobel- und Booker-Preisträgern mit geänderten Namen an die Lektorate angesehener Verlage. Fast alle lehnten die Manuskripte ab.

In der Regel dienen solche Experimente immer als Beleg dafür, dass in der Menge der Manuskripte selbst geübte Lektoren die Perlen nicht mehr finden. Die WELT zitiert den Autor und Kritiker David Taylor: »29 Jahre alt zu sein, blond, gutaussehend und ein bisschen berühmt dürfte heutzutage reichen, ein Buch zu veröffentlichen.«

Zum Glück setzt sich der Artikel in der WELT etwas diffiziler mit den Gründen auseinander, warum es zu dieser hohen Zahl an Absagen kommen konnte. Unser Lesetipp!

»Weh Weh Weh, Deutsche Minus Bahn Punkt De-Eh«

Das TYPOWIKI über den sprachlichen und typografischen Unsinn, den Bindestrich in Web-Adressen als »minus« zu bezeichnen. Haben Sie jemals versucht, eine solche Adresse mit einem Minus-Zeichen, Gedankenstrich etc. aufzurufen? Es funktioniert nicht. Denn neben Leerzeichen und Eszett stehen auch Minuszeichen bzw. Gedankenstrich auf der Tabu-Liste der Domainnamen-Spezifikationen. Der einzige Strich der erlaubt ist, ist der Bindestrich.

Literarisches Siechtum auf seite4

Das "Archive" belegt den Niedergang des bücher-Weblogs seite4Auch bei der Zeitschrift bücher begann man im November des vergangenen Jahres zu bloggen. Geschichten, Menschen, Bücher lautet der Untertitel des Weblogs mit dem Namen seite4 (seite4.blog.de), und mehrmals täglich gab es interessante Beiträge zu lesen. Immerhin führt das Blog 8 Autorinnen- und Autoren auf. Doch bereits nach kurzer Zeit fiel auf, dass fast ausschließlich bücher-Chefredakteur Konrad Lischka bloggte.

Aber schnell war die Luft raus. Im Januar wurden die Beiträge spärlicher, im Februar waren es nur noch 4 und im März ist es bislang 1 einziger. Die Zahl der Archivbeiträge spiegeln den fast linearen Niedergang.

Dieser Verlauf ist typisch für sogenannte Business-Blogs. Mit großem Bohei gestartet, versanden Web-2.0-Aktivitäten sehr rasch. »Leider haben wir im Moment wenig Zeit, aber demnächst geht es wieder weiter.« Wir haben bei bücher nicht gefragt, aber vermutlich wäre so die Antwort ausgefallen. Doch mangelnde Zeit ist bei überzeugten Bloggern nie ein Problem. Man muss wollen – bei seite4 will selbst von 8 Autoren offensichtlich keiner mehr.

Mal, sehen, ob sich auf seite4 zumindest nach diesem Beitrag wieder etwas regt.

Nachtrag: Das Weblog wurde (erst) am 10. Juni 2007 endgültig gelöscht, nachdem der Eintrag vom März der letzte geblieben ist. 

Von wegen selbsterklärend: Buch-Support im Mittelalter

»Der Unterschied zwischen dem Auto und dem Buch ist ja der, dass die Betriebsanleitung für mein Auto, ich hab‘ nachgeguckt, inzwischen 344 Seiten hat. Das Buch schlagen Sie einfach auf, und es funktioniert sogar ohne Klappentext. Mit dem Buch haben wir ein Produkt, das in sich selbst erklärbar ist.« Das behauptet Börsenvereins-Vorsteher Gottfried Honnefelder. Aber stimmt das denn? Oder haben wir uns nur an die Bedienung eines Buches gewöhnt?

Wie im Mittelalter der Arbeitsalltag beim Buch-Support ausgesehen haben könnte, das zeigt dieser nette Film. Leider auf Dänisch mit eben solchen Unter- aber englischen Obertiteln.

https://www.youtube.com/watch?v=LRBIVRwvUeE

Kanada: Wo Eisbären nicht mehr ganz so süß sind

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Eisbar (Foto: Birgit-Cathrin Duval)»Wie süüüß!«, frohlockt eine Fernsehfrau mit rotem Schal in Richtung Kamera: »Knuddel-Knut ist so tapsig.« So ist es in einem Bericht des Hamburger Abendblattes zu lesen. Das Medieninteresse richtet sich derzeit auf den Hamburger Zoo und auf den Eisbärennachwuchs mit Namen Knut.

Der Eisbär ist das größte Landraubtier der Welt. Im kanadischen Churchill, hoch im Norden des Landes, schließt man sein Haus nicht ab und lässt im Auto den Schlüssel stecken. Wenn ein Eisbär angreift, dann muss die Flucht schnell gehen. In Churchill hat man gelernt, mit den Eisbären zu leben – und mit den Touristen, die hier herkommen, um die Bären zu sehen. Birgit-Cathrin Duval hat bereits vor einiger Zeit im literaturcafe.de über das Leben mit den Raubtieren im Norden Kanadas geschrieben. Aus gegebenem Anlass lohnt die Lektüre.

Als Bonus gibt es von Birgit-Cathrin Duval hier noch ein Eisbärenvideo.

Ein Slammer gewinnt Kabarett-Preis in Rottweil

Am Freitag, 23. März, wurde der 5. Rottweiler Kabarettpreis vergeben, ein entsetzlicher, kitschig-vergoldeter Rottweiler: was der Gewinner Marc-Uwe Kling wohl damit anstellt? Als letzter der 7 Bewerber erhielt er einstimmig den Jurypreis und hätte eigentlich auch den Publikumspreis gewonnen, aber die Bedingungen sahen vor, dass Publikumspreis und Jurypreis nicht auf eine Person fallen dürfen: so bekam den Publikumspreis nicht weniger verdient »Deutschlands jüngster Solokabarettist« Erik Lehmann, der als Vorletzter auftrat.

Lesende Blognutten in Leipzig

Lesebühne mit KlorollenStehen musste niemand, aber der Saal war doch fast voll. Durch Matsch und Schnee musste man zum Veranstaltungsraum im Hinterhof des Volkshauses schlittern, der mit einer Art von Gaskanonen beheizt wurde. Wegen des Lärms wurden diese während der Lesung abgeschaltet. Thomas Knüwer vom Handelsblatt, der zusammen mit seinem Kollegen Julius Endert durch den Abend führte, sollte sich dann später zum Abschluss auch fürs gemeinsame Mitfrieren bedanken.

Auf Einladung der Düsseldorfer Wirtschaftszeitung hatte sich die Crème de la Crème der literarischen Weblog-Szene eingefunden, um in der zweiten Veranstaltung ihrer Art Texte aus ihren Blogs zu lesen. Die einfache Struktur des Abends machte ihn sehr kurzweilig und unterhaltsam: Jede und jeder las vor und nach der Pause je einen Text. Kein peinliches Herumdrucksen, ob man vielleicht noch einen Text lesen dürfe, und keine der oftmals üblichen, aber sinnlosen langen Einleitungen à la »In dem Text, wo ich jetzt lese, geht es um …«.