20 Verlage lehnten das anonyme Manuskript eines Nobelpreisträgers ab

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Auch die britische Zeitung »Sunday Times« hat Anfang des Jahres den recht beliebten Test gemacht: Sie schickte zwei berühmte Romananfänge von Nobel- und Booker-Preisträgern mit geänderten Namen an die Lektorate angesehener Verlage. Fast alle lehnten die Manuskripte ab.

In der Regel dienen solche Experimente immer als Beleg dafür, dass in der Menge der Manuskripte selbst geübte Lektoren die Perlen nicht mehr finden. Die WELT zitiert den Autor und Kritiker David Taylor: »29 Jahre alt zu sein, blond, gutaussehend und ein bisschen berühmt dürfte heutzutage reichen, ein Buch zu veröffentlichen.«

Zum Glück setzt sich der Artikel in der WELT etwas diffiziler mit den Gründen auseinander, warum es zu dieser hohen Zahl an Absagen kommen konnte. Unser Lesetipp!

3 Kommentare

  1. Einerseits ist es logisch, bei der Flut von Einsendungen, dass dann bei schneller Sichtung vieles unter den Tisch fällt. Andererseits bestätigt es den Trend nicht nur bei Büchern, sondern Waren und Dienstleistungen aller Art. Es ist heutzutage einfach schwierig sich durchzusetzen. Da es immer weniger wahre Unternehmer gibt zugunsten der angestellten Manager, die oft dann nicht “Unternehmer” sondern “Unterlasser” sind. Diese Menschen bei kleineren Mittelständlern oder auch großen Konzernen, handeln meist nach der vorrangigen Devise keine Fehler zu machen und jegliches Handeln abzusichern. Aus dem Grund greift man dann eher auf bewährtes und bekanntes zurück. Deshalb haben es dann unbekannte Autoren sehr schwer sich durchzusetzen, ebenso wie neue Produkte oder Serviceideen.

  2. Der Sinn für Qualität ist abhanden gekommen und auch die ganz persönliche Entscheidungsfreude ist wenig gefragt. Quantität und Qualität passen nict zusammen, das hatte schon Nietzsche vorausgesehen.

  3. So eine Nachricht ist für eine Möchte-gern-Schriftstellerin wie ich es bin natürlich Balsam für die Seele! Dass ich noch nicht Weltruhm erlangt habe, liegt also nicht an der Qualität der von mir eingeschickten Manuskripte, sondern lediglich an der schlechten Konstellation der Sterne. Fazit: Schnell mein Manuskript wieder aus der grünen Tonne rausholen und es weiter versuchen!

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