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Breaking News: CNN enthüllt die Geheimnisse des Geschichtenerzählens

CNN Doku: The spirit of storytellingDer amerikanische Nachrichtensender CNN zeigt am kommenden Samstag und Sonntag (9. und 10. August 2008) eine Dokumentation über »The spirit of storytelling« – den Geist des Geschichtenerzählens. Darin kommen die Autoren Paolo Coelho, Isabel Allende, Nadine Gordimer und Doris Lessing zu Wort. Und auch Kurt Vonneguts Schreibregeln werden beleuchtet.

Nachtrag: Der Beitrag ist nun in drei Teilen auch im Internet anzusehen (Teil 1, Teil 2, Teil 3).

Was macht gutes Schreiben und Geschichtenerzählen aus? Welche Rolle spielt es in der heutigen digitalen Welt? »Es ist erstaunlich«, so ist auf der CNN-Website zur Dokumentation zu lesen,  »wie viele Bücher, Filme, Theaterstücke und sogar betrunkene Freunde auf Partys vergessen, dass eine gute Geschichte in erster Linie unterhalten muss.« Und wie sieht es mit dem belehrenden Aspekt einer guten Story aus?

Vito von Eichborn will vergriffene Buchschätze heben und baut auf Ihre Mitarbeit

Vito von Eichborn wartet auf Ihr VorschlägeDer Journalist, Publizist, Herausgeber, Ex- und Wieder-Verleger Vito von Eichborn plant eine neue Buchreihe. Unter dem Label »vitolibri1000« will er vergriffene Bücher aus den letzten 30 Jahren neu auflegen. Die Auflage pro Titel soll jeweils nur 1.000 Stück betragen. Damit sich ein solches Projekt überhaupt rechnet, setzt Eichborn auf Belletristik und narrative Sachbücher deutschsprachiger Autoren, um Übersetzungskosten zu sparen. Lektoratskosten würden bei einer Neuausgabe ebenfalls nicht mehr anfallen. »Ich denke an büttenartige Broschuren, es geht um die Inhalte, nicht also um kostenträchtige bibliophile Effekte«, so Eichborn.

Auch die Leser und Besucher des literaturcafe.de sind aufgerufen, Vorschläge für zu unrecht vergriffene Bücher zu machen, die eine Neuausgabe verdient hätten.  Eichborn: »Ich habe ein breites Spektrum, konnte ja bekanntlich noch nie E und U trennen. Starten möchte ich mit etwa einem Dutzend Titeln, habe jedoch keinerlei Zwänge.« Jedoch muss eine realistische Chance bestehen, dass von den Titeln auch 1.000 Exemplare verkauft werden.

Vito von Eichborn freut sich über Ihre Vorschläge, entweder per Mail an vitolibri(at)web.de oder direkt hier in den Kommentaren. Vito von Eichborn liest dort mit und gibt ggf. seinen Senf dazu.

Welches vergriffene Buch hat eine Neuausgabe verdient? Machen Sie hier Ihre Vorschläge »

Auch Google feiert den 125. Geburtstag von Jachim Ringelnatz

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Google feiert RingelnatzHeute vor 125 Jahren wurde der Schriftsteller, Seemann, Kabarettist und Maler Joachim Ringelnatz geboren. Auch Google präsentiert daher heute auf seiner deutschen Startseite das Logo im Ringelnatz-Look. Und wir erfreuen uns an einem seiner Gedicht (»Im Park«):

Ein ganz kleines Reh stand am ganz kleinen Baum
still und verklärt wie im Traum.
Das war des Nachts elf Uhr zwei.
Und dann kam ich um vier
Morgens wieder vorbei.
Und da träumte noch immer das Tier.
Nun schlich ich mich leise – ich atmete kaum –
gegen den Wind an den Baum,
und gab dem Reh einen ganz kleinen Stips.
Und da war es aus Gips.

Boah ey! Kafka war voll Porno!

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Aus Kafkas Porno-SammlungMit medial inszenierter Entrüstung, um den Absatz seines neuen Buches anzukurbeln,  verkündet der britische Wissenschaftler James Hawes Schockierendes: Franz Kafka hat Pornos besessen! Ja, wirklich! Es ist vielleicht sogar davon auszugehen, dass er sich die auch angesehen hat. Schockierend! Die »Heftchen« mit Goldprägung trugen den unverfänglichen Titel »Der Amethyst« und waren von Franz Blei herausgegeben.

In den Bänden enthalten waren nicht nur erotische Texte von Goethe und Waldemar Bonsels (ja, genau, der mit der Biene Maja! Bienen und Blüten… na, Sie wissen schon), sondern auch schockierende pornografische Darstellungen. Hawes verkündet nur ganz wenige Details, aber es gäbe darin Darstellungen von »girl-on-girl action«, also Mädels, die miteinander… Oh Gott, man mag es gar nicht aussprechen… Und auch Darstellungen mit Tieren seien dabei! Auch das mögen wir gar nicht aussprechen, sondern haben still danach gegoogelt. Das Ergebnis finden Sie rechts. Wi-der-wärtig, was da Kafkas Franz so alles konsumiert hat.

Nur unser Redaktionspraktikant hat müde gelächelt. »Er habe da«, so sagte er uns, »viel besseres Material auf seinem Handy.«

Linzer Buchmesse LITERA beschäftigt nun die Gerichte

Eintrittskarte zur LITERADie erste Linzer Buchmesse LITERA endet so unrühmlich wie alles begann. Wie ORF und Standard berichten, hat das Linzer Design-Center, in dem die Messe im April 2008 stattfand, nachwievor einen Großteil der Miete nicht überwiesen bekommen. Die Sache wurde nun dem Gericht übergeben. Ebenso hat die Autorin Margit Schreiner, die den vom Veranstalter ausgelobten Belletristikpreis erhalten hat, noch keinen einzigen der 5.000 Euro Preisgeld gesehen. Auch Schreiner ziehe laut den Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN) eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft vor. Nochmals, so ist im Standard zu lesen, würde sie den Preis nicht annehmen. Ohnehin sei ihr die Sache bereits im Vorfeld »verdächtig« vorgekommen.

Dass der Veranstalter der Messe, die Linzer Kongressgesellschaft mit ihrem Chef Berthold Greif, finanziell auf dünnem Eis unterwegs ist, war bereite im Vorfeld der Messe offensichtlich. Bereits Anfang April drohte der Direktor des Design-Centers damit, die Hallen geschlossen zu lassen, wenn Mietvorauszahlungen nicht erfolgen. Die Reservierung für das Jahr 2009 habe das Center nun definitiv gestrichen, berichten die OÖN.

Legale und illegale Downloads: Erstaunlich kluge Worte vom Hörverlag

Interview mit Heike Völker-Sieber vom HörverlagFrüher fand das Hörspiel fast nur im Radio statt. Produktionen auf Schallplatte oder Kassette waren eher für Kinder und Jugendliche konzipiert, wie Märchen, die drei ??? oder Hui Buh.

Kriminalhörspiele und anspruchsvollere Produktionen gab es nur im Radio zu hören. Hatte man ein Hörspiel verpasst, war der Empfang des Senders schlecht oder war man dabei eingeschlafen, so hatte man keine Chance, das Hörspiel nochmals zu hören. Denn obwohl die Werke mit Gebührengeldern finanziert waren, bekam man bei einer Anfrage an die Sender nach einem Mitschnitt auf Kassette eine Abfuhr erteilt.

Heute ist das anders. Viele Produktionen sind auf CD oder als MP3-Datei bei den Download-Portalen erhältlich. Und neuerdings sind einige Hörspiele sogar kostenlos und legal über die Internet-Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender abrufbar.

Aber was sagen die Hörspiel- und Hörbuchverlage zu diesen »verschenkten« Werken?

boersenblatt.net hat sich mit der Unternehmenssprecherin des Hörverlags unterhalten. Und diese sagt zum Thema bemerkenswert kluge und unpolemische Sätze.

Willms‘ Woche: Time to say »Goodbye!«

Wie die Zeit vergeht: Im August 2007 erschien die Kolumne zum ersten Mal im literaturcafe.de. Vieler literarischer Jahrestage haben wir in den letzten 12 Monaten gedacht.

Nun neigt sich ein Jahr »Willms‘ Woche« seinem Ende entgegen, jedoch nicht ohne einen kleinen Ausblick auf die kommenden Jubiläen zu geben.

Am 14. August zum Beispiel feiert die ganze Welt den 82. Geburtstag einer der bekanntesten Texter überhaupt.

Moment mal – wirklich die ganze Welt?

Gebraucht gekauft: AbeBooks gehört nun zu Amazon

AbeBooks gehört jetzt AmazonDer Online-Buchhändler Amazon war wieder auf Einkaufstour. Ab sofort gehört auch AbeBooks, das nach eigener Aussage weltweit größte Web-Angebot für gebrauchte und antiquarische Bücher, zu Amazon. Nach Angaben von paidContent soll dies jedoch künftig nicht unbedingt sichtbar sein, denn AbeBooks wird weiterhin als eigenständige Website auftreten. An dem ursprünglich aus Kanada stammenden Angebot AbeBooks war zuletzt auch Burda mit rund 70% beteiligt.

Nach Europa breitete sich AbeBooks 2001 durch den Kauf von JustBooks aus. Interessant, dass der Link auf justbooks.de noch auf AbeBooks.de zu finden ist, obwohl die Domain justbooks.de schon längst im Besitz des Suchdienstes Bookfinder ist und nichts mehr mit dem ursprünglichen Anbieter zu tun hat.

Die letzte größere Einkaufstour von Amazon fand Anfang des Jahres statt. Da erwarb man mit Audible.com einen der größten Hörbuch-Download-Anbieter.

Sonnen(ver)finsternis mit Stifter – Hier und auf Amrum

SonnenverfinsterungHeute war Sonnenverfinsterung in Deutschland. Je nach Standort waren 8 (Stuttgart) bis 20% (Hamburg) der Sonnenfläche um 11:32 Uhr durch den Mond verdeckt. Allerdings war die Sonne an vielen Orten bereits von den Wolken verfinstert, sodass das Schauspiel fast nur in Stuttgart oder in Sachsen-Anhalt zu sehen war.

Wer nichts gesehen hat, kann hören. Wir empfehlen unsere Vertonung des Textes »Die Sonnenfinsternis am 8. Juli 1842« von Adalbert Stifter, die wir seinerzeit anlässlich der totalen Sonnenfinsternis am 11. August 1999 ins Netz gestellt haben.

Ausschnitte aus dieser Lesung waren heute auch auf der Norseeinsel Amrum zu hören, wo sie Hobby-Astronom Jost Jahn in einem Vortrag verwendete. War dort der Himmel klar?

Chance für neue Autoren: Rowohlt sucht einen historischen Roman

Rowohlt sucht historische RomaneDa sage nochmal jemand, dass die großen Verlage den unbekannten deutschen Autoren keine Chance geben. Nur verkäuflich sollte das Werk sein, und historische Romane sind in der Regel immer gut (verkäuflich).

Der Rowohlt Verlag in Reinbek bei Hamburg sucht daher einen neuen historischen Roman. Mindestens 200 Normseiten sollte er umfassen. Handlung und Charaktere kann die Autorin oder der Autor frei gestalten. Einzige weitere Bedingung: Die Handlung muss vor dem Jahre 1900 spielen. Und natürlich darf das Werk bislang noch nirgendwo veröffentlicht sein.

Zunächst will Rowohlt von den Autoren das, was ein Verlag normalerweise generell zur ersten Beurteilung benötigt: Ein aussagekräftiges Autorenprofil, ein kurzes Exposé und ein Probekapitel von maximal 50 Normseiten. Hier empfiehlt sich am besten der Anfang des Romans. Bei uns im literaturcafe.de können Sie nachlesen, was eine Normseite ist und wie man ggf. ein schon vorliegendes Manuskript ins Normseitenformat bringt.

Richard Stark: Fragen Sie den Papagei – Gekonntes Schriftstellerhandwerk

Cover: Richard Stark - Fragen Sie den PapageiSelten ist die Sprache eines Romans so eng am Geschehen wie bei Stark. Man könnte sie sachlich nennen – oder kalt. Ohne Schnörkel treibt sie die Handlung voran.

Und da ist die Hauptfigur Parker. Ein Mann ohne Vornamen und ohne Gefühl, ein Profi, ein Krimineller. Auch er treibt die Handlung konsequent voran.

»Fragen Sie den Papagei« von Richard Stark ist ein Roman für die, die etwas anderes lesen wollen als die immer gleichen Gut-gegen-Böse-Geschichten. Es ist nicht so, als empfände man irgendwelche Sympathien für Parker, der kaltblütig stiehlt und mordet, wenn es die Situation erfordert – Handwerk eben. Man folgt ihm mit Neugier und einer gewissen gruseligen Bewunderung darüber, wie professionell er seinen dunklen Weg geht.

Auch Bayern bastelt sich ein Literaturportal

Literatur in BayernKultur ist Ländersache. Das ist schon schwer genug. Aufgrund des Proporz‘ ist es bereits dort nicht leicht, Kulturprojekte schnell und effizient umzusetzen. Da kämpft Baden gegen Württemberg, Franken gegen Bayern und so weiter

Wie kläglich allerdings die bundesweite Darstellung der Literatur im Internet ausschaut, kann man unter literaturportal.de bedauern. Nachdem die 150.000 Euro an Bundesmitteln verbraucht waren, was dem Angebot wahrlich nie anzusehen war, wird es seit 2 Jahren so gut wie nicht mehr gepflegt und ist zur mahnenden Internet-Ruine öffentlicher Projektarbeit verkommen.

Erfolgreicher war da Brandenburg und Berlin mit dem Literaturport. Von Anfang an etwas pfiffiger konzipiert und vor allen Dingen konsequent und engagiert gepflegt, ist es nachwievor ein ansprechendes Portal über die Literatur in und um die bundesdeutsche Hauptstadt. Zuletzt hat der Gewinn des Grimme Online Awards dem Portal weiteren Auftrieb gegeben.

Und jetzt bastelt auch Bayern an der Darstellung des literarischen Lebens im südlichen Bundesland.

Der Bruce Willis unter den Krebspatienten in Regierungsdiensten

Oliver Kern: Der UmzugEs ist der gefährlichste Gefangene der Welt. Er sitzt in einem Gefängnis in den USA, irgendwo tief unter der Mojave-Wüste. Und Carl Lindsay hat den Auftrag, den Gefangenen an einen noch sichereren Ort zu bringen. Ein tödlicher Auftrag.

Oliver Kern hat dem literaturcafe.de wieder einmal eine seiner wunderbar grotesken Geschichten zur Verfügung gestellt. »Dallas 63« war der erste Text, den er bei uns im Jahre 2004 veröffentlichte. Dann folgte zwei Jahre später »SIE und der Tod«. Und nun – wieder zwei Jahre später – können Sie »Der Umzug« lesen. Wie bereits bei »SIE und der Tod« stammt die Illustration zur Geschichte vom Autor selbst.

Wir wünschen gute und gruselige Unterhaltung mit

»Der Umzug« von Oliver Kern »

Der Leiter des Hamburger Literaturhauses surft am liebsten im literaturcafe.de

Die Ausgabe August 2008 der Zeitschrift myselfRainer Moritz ist der Chef des Hamburger Literaturhauses. Der Frauenzeitschrift myself hat er in der aktuellen August-Ausgabe 2008 auf Seite 58 verraten, wo er am liebsten durch Texte und Kritiken surft. Seine vier Favoriten sind das Krimiblog von Bibliothekar und RTL-Redakteur (geht das überhaupt?) Ludger Menke, der Schreibclub von Andreas Krämer, der Perlentaucher (natürlich!) und das literaturcafe.de.

Wir sagen danke für die namhafte und kompetente Empfehlung! Schließlich haben wir auch immer brav alle Anrufer weitergeleitet, die bei uns in den letzten Wochen einen Tisch mit Blick auf die Alster bestellen wollten. Auf die Frage, warum sie dazu bei uns und nicht beim Hamburger Literaturhaus anrufen, erhielten wir stets die Antwort: »Bei Google standen Sie ganz oben, als ich nach ‚literaturcafe‘ und ‚hamburg‘ gesucht habe

Folge 79 und letzte: Pfarrer Menzel stirbt

Als Pfarrer Menzel starb, merkte er davon nichts. Übrigens hat niemand etwas davon bemerkt, weder während, weder hinterher.