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Wirtschaftskrise erreicht die Print-on-Demand-Branche: Lulu.com erhöht die Endkundenpreise

lulu.com wird teurerIn einer auf Deutsch etwas unbeholfen klingenden Meldung voller Rechtschreibfehler teilt der Print-on-Demand-Anbieter Lulu.com seinen Kunden mit, dass sich die Endpreise im Lulu-Online-Shop ab dem 28. Oktober 2008 erhöhen werden.

»Niemand ist gefeit gegen unsere momentane Wirtschaftlage (sic!)«, schreibt Lulu-Gründer Bob Young in der Nachricht an die Autoren. »Die Kosten, unser Unternehmen zu leiten sind gestiegen und die Inflation beinträchtigt (sic!) viele unserer existierenden Angebote.« Mit den »erhöhten Kosten für Rohmaterialien, Fracht und Versand« müsse man leider den Grundpreis anheben.

So erhöht sich beispielsweise der Grundpreis für eine Publikation im Format DIN A5 von derzeit 3,85 Euro auf 4,86 Euro. Hinzu kommt der Preis pro Buchseite, der sich von 2 Cent auf 2,2 Cent erhöht. Die Gesamtherstellungskosten eines Buches mit 200 Seiten betragen also derzeit 7,85 Euro und demnächst 9,08 Euro.

Hörspiel von Hermann Mensing für den ARD-Wettbewerb »Premiere im Netz« nominiert

Hermann Mensing ist nominiertDer Schriftsteller Hermann Mensing war und ist immer ein gern gesehener Gast im literaturcafe.de. Mit zahlreichen kreativen literarischen Aktionen und Texten fiel er nicht nur im literaturcafe.de auf, denn auch seine eigene Website ist immer wieder einen Besuch wert und daher schon länger bei unseren Linktipps zu finden.

Jetzt ist Hermann Mensings Kurzhörspiel »Die Prinzessin« für den ARD-Newcomer-Wettbewerbs »Premiere im Netz« nominiert. Sein Hörspiel und die der zehn anderen Nominierten können auf der Website der ARD angehört werden. »Die Prinzessin« wurde von Hermann Mensing produziert, der gleichzeitig auch als Sprecher auftritt. Die Musik des 12 Minuten langen Hörstücks stammt von Marc Brenken, Sven Otte und Bernd Gremm.

Eine Fachjury kürt nun unter den nominierten Werken den Gewinner, der dann auf den ARD-Hörspieltagen am 8. November 2008 im Karlsruher ZKM verkündet wird.

Wir drücken Hermann Mensing die Daumen und sagen: »Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung!«

Meine Lieblingsregel: »Streichen, Streichen, Streichen!«

Maltes Meinung: Streichen, sterichen, streichen!Der Prosa-Text, den sich Malte Bremer für die heutige Textkritik angesehen hat, zeigt exemplarisch erneut einen Fehler, den viele angehende Schriftsteller machen: Sie wiederholen sich unnötig und treten Dinge breit, die dem Leser längst klar sind.

Aus dem gleichen Grund finden sich in den Manuskripten von Anfängern oft ellenlange Vorworte, in denen die Schreiber dem Leser erläutern wollen, warum sie das Werk geschrieben haben, was sie damit ausdrücken wollen etc. etc. etc.

Ein guter literarischer Stoff braucht solche Erläuterungen nicht. Im Gegenteil: Oftmals wird die Geschichte sogar besser, wenn Überflüssiges und Eindeutiges weggestrichen wird. Von überflüssigen Adjektiven wollen wir an dieser Stelle gar nicht reden, denn wir wollen uns ja nicht wiederholen!

Zur Textkritik »

Textkritik: Da will was raus! – Prosa

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Nun sitze ich zum ersten Mal mit einem Psychiater in seinem Sprechzimmer (oder Behandlungszimmer?). Ja, ich möchte behandelt werden, weil die Zeit langsam knapp wird. Ein Gespräch in einem Sprechzimmer wäre eine neue Erfahrung. Zu einem Arzt möchte ich sprechen dürfen, anstatt immer ihm zuzuhören. »Geh zu einem Psychiater oder Psychotherapeuten, der hört anders zu!« wurde mir geraten. Er soll mir gar nicht anders zuhören! Ich möchte bloß, dass er mich zu Worte kommen lässt und mir Antworten geben kann, die ich verstehe.
Ich muss es schaffen, ihm mit meinen Worten heute noch deutlich zu machen, wie dringend ich seine Hilfe, seine Erfahrung benötige. Wahrscheinlich wird er sowieso am Ende sagen, dass ich bei ihm an der falschen Adresse bin und mich an einen Kollegen überweisen muss. Warum sollte es hier nicht so sein?

Dieser Doktor will wissen, was ich denn für ein Menschentyp war, bevor mein Leben aufgrund der Angst vor den ständigen Schwindelanfällen so stark eingeschränkt wurde, dass ich mein Haus kaum noch verlasse. Er ist mittlerweile der dreizehnte Mediziner, den ich deswegen aufsuche. Aber er ist der erste, der daran denkt, dass es auch ein Vorher gegeben haben muss. Ich hatte es selbst schon beinahe vergessen. Ob Psychiater anders zuhören, werde ich nie erfahren. Jedoch, dass sie andere Fragen stellen, ist nunmehr sicher. Hoffentlich hat der Mann noch mehr davon auf Lager …
Trotz der vielen, vielen Arztbesuche in den vergangenen Jahren, ist es mir dabei nicht gelungen, über meine Suizidgedanken und deren Gründe zu sprechen. Es will raus. Aber ich kann es nicht rauslassen, weil ich weiß, wie gefährlich nah ich dran bin. Ich will mich mitteilen und mache doch im entscheidenden Augenblick einen Rückzieher! Dann fühle ich mich zerrissen.
Es ist bestimmt der richtige Zeitpunkt. Ihm sage ich es jetzt. Schnell! – Aus meinem Mund kommen leise die Worte: »Ich war immer etwas ruhiger und nachdenklicher als Gleichaltrige. — Ich hatte und habe oft Suizidgedanken.« Pause. Herzklopfen. Da war es! Es ist raus! Was wird jetzt passieren? Damit habe ich ihm ein Angebot gemacht, wird er darauf eingehen? Ich sehe in seine plötzlich größer gewordenen interessierten Augen, nimmt der Arzt auch meinen erwartungsvollen Blick wahr? Bestimmt fragt er gleich nach dem Warum für die Suizidgedanken und wir werden weiter darüber reden. Los, frag endlich! Nein, lieber doch nicht!
Der Berufslauscher erkundigt sich bei mir danach, was ich denn mache, wenn ich Suizidgedanken habe. Geschickt umgangen. Respekt. So kann er wohl vorrangig ausloten, inwieweit ein konkreter Plan ausgereift ist, und für mich ist die Frage emotional weniger verhängnisvoll, daher leichter zu beantworten. Bei der Warum-Frage hätte sicher meine Stimme versagt und die Worte wären im Hals stecken geblieben. Ich bin noch nicht soweit
Ich erwidere ruhig, dass ich dann hoffe, dass solch ein Tag schnell zu Ende gehen möge und der nächste Tag besser werde. Oh, ich dumme Nuss! Wie konnte ich nur … Ich habe es total vermasselt! Warum rede ich darüber so larifari, als wäre ich nur über eine kleine Regenwolke betrübt und mit dem nächsten Sonnenstrahl alles wieder gut? Wie soll denn jemand meine Absicht ernst nehmen, wenn ich sie ihm nicht ernsthaft genug vermittle?

Das war es dann wohl … Der Arzt schwenkt eh gerade auf ein anderes Thema um. Er müsste doch mitbekommen haben, dass ich unter Hochspannung stehe, dass ich unbedingt etwas loswerden muss. Mir fällt doch selbst auf, wie ich ständig die Sitzposition wechsle und mit den Fingern spiele. Warum bleibt er nicht dran? Worauf wartet er?
Hätte ich mir nur etwas mehr Zeit für die Antwort gegeben, dann hätte sie so lauten können: »Ich gehe an solchen Tagen nach draußen zu meinen Tieren, um sie zu füttern und zu beobachten. Denke unterdessen über die Methode, den Zeitpunkt und die Liste von den Dingen, die vorher noch zu erledigen sein werden, nach. Bin voller Wut auf den Pädophilen, der mir ein Leben ohne Vertrauen in andere und mich selbst hinterlassen hat! Immer nur Angst, den ganzen Tag, jeden Tag. Dann sehe ich die Tiere an meiner Seite und ihr beneidenswertes Dasein. Wenn der Bauch voll ist und nicht gerade ein Feind vor ihnen steht, aalen sie sich genüsslich in der Sonne und denken an gar nichts. Nicht an das, was gestern war, und schon gar nicht an morgen. Genau das wünsche ich mir für mich auch. Dabei werde ich ruhiger, und anschließend gehe ich zurück ins Haus und schreibe so lange über das, was mich belastet, bis es eine selbstironische Wendung nimmt und ich ein klein wenig darüber schmunzeln kann.« Aber das alles habe ich nicht gesagt!
Während ich da so sitze, mit gesenktem Kopf nur noch der nicht genutzten Chance nachtrauernd und im Geiste schon auf dem Heimweg, sehe ich aus den Augenwinkeln, wie die Patientenkartei zugeklappt wird, und höre, dass ich mir unbedingt jemanden für eine Psychotherapie suchen sollte.
Ich hatte es doch geahnt: weitergereicht an Spezialist Nummer vierzehn! Ich habe nur ein bis fünf schwindelfreie Tage innerhalb von vier Wochen, an denen ich allein das Haus verlassen kann. Und diese paar Tage verbringe ich nicht etwa bei Freunden, beim Frisör, im Kino oder beim Sport – nein, ich versitze sie in den Wartezimmern verschiedener Fachärzte und erzähle meine Geschichte erneut. Eine sehr kleine Außenwelt
Der Seelentröster bietet mir an, mich weiter zu betreuen, bis ich einen passenden Therapeuten gefunden habe … Ich bekomme eine zweite Chance auf ein Gespräch mit ihm. Er lässt mich nicht allein mit dem Problem. Der Kopf kommt hoch, die Augen glänzen, ein erleichtertes Lächeln geht über mein Gesicht. Dann ist ja alles wieder offen

© 2008 by Uta Mindermann. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

Zusammenfassende Bewertung

Eine einfache, gradlinige und nachdenklich stimmende Erzählung, die leicht zu verbessern ist.
Was an dieser Erzählung vor allem stört, sind die vielen überflüssigen Stellen, die bereits Bekanntes breit treten: Ein Tummelplatz für die Anwendung meiner Lieblingsregel »Streichen, Streichen, Streichen!«

Die Kritik im Einzelnen

Hier würde ich einige wenige Streichungen vornehmen, damit das nicht zu wichtig daherkommt; das betrifft sowohl das nun als auch das behandelt werden wollen: All das wird später allmählich im Text deutlich – da braucht es keine Fingerzeige!
Vorschlag: Zum ersten Mal sitze ich mit einem Psychiater in seinem Sprechzimmer (oder Behandlungszimmer?), denn die Zeit wird langsam knapp. zurück
Das umgangssprachliche bloß umwandelte ich gerne in ein höhersprachliches nur. zurück
Der Leser weiß schon am Anfang, dass die Zeit langsam knapp wird – es gibt keinen Grund, das zu wiederholen. Also: Streichen! zurück
Auch dieser Satz ist verzichtbar, denn die Zweifel des Ich-Erzählers werden im Satz vorher schon deutlich. zurück
Eine Kleinigkeit: Ein einfaches kommaloses Doch leistet dasselbe; jedoch wird in der Regel nachgestellt: Doch ich weiß nicht … bzw. Ich jedoch weiß nicht …zurück
Zunächst muss das Komma weg nach Trotz .. Arztbesuche, schließlich ist das weder ein Satz noch eine verkappte Partizipialkonstruktion. Ein einfaches vielen genügt, schließlich sind es nur 13;  und dies dabei kommt in Schräglage daher, denn es meint bei den Arztbesuchen. Ich würde dieses Wort streichen, da trotz der Arztbesuche stärker ist. Weil aber offenbar gemeint ist, dass der Ich-Erzähler während bzw. bei den Arztbesuchen nicht darüber sprechen konnte, und nicht, dass er prinzipiell nicht darüber reden kann, würde ich das trotz in ein während oder bei verändern – aber auf jeden Fall muss dieses dabei getilgt werden. zurück
Auch hier geht es nur um Streichungen und Umstellungen, da etwas zu deutlich gemacht wird! Literatur wendet sich an mündige Leser, die mitdenken und nicht bloß mitfühlen. Ich stelle den ganzen Absatz mal mit meinen Eingriffen dar: Fett bei Umstellungen und anderen Wörtern, durchgestrichen bei Überflüssigem, und in Klammern kurze Begründungen:
Es Jetzt ist bestimmt der richtige Zeitpunkt. Ihm sage ich es jetzt. Schnell! – Aus meinem Mund kommt leise die Wörter: (Man weiß, dass das Wörter sind – übrigens keine Worte!) »Ich war immer etwas ruhiger und nachdenklicher als Gleichaltrige. — Ich hatte und habe oft Suizidgedanken.« Pause. Herzklopfen. Da war es! (Wir wissen, dass es das war!) Es ist raus! Was wird jetzt passieren? Damit (Diese Frage wiederholt sich am Ende des nächsten Satzes, das sollte doch genügen; und da schließlich die Wörter das einzige Angebot waren, das der Ich-Erzähler bislang getätigt hat, erübrigt sich aus dieses Damit) Ich habe ich ihm ein Angebot gemacht, wird er darauf eingehen? Ich sehe in seine plötzlich größer gewordenen interessierten Augen. (Kurze Sätze verstärken die Spannung.) Nimmt der Arzt auch meinen erwartungsvollen (wiederum überflüssig: ein Leser weiß, dass auf eine Antwort gewartet wird: Der Blick kann erwartungsgemäß gar nicht anders sein als erwartungsvoll! Stünde hier gelangweilter Blick, würde unser Erzähler eine Show abziehen, und das wäre bedeutsam für den Charakter. – das jedoch nur als unpassendes Beispiel, denn selbstredend passte dieses Adjektiv überhaupt nicht zu diesem.) Blick wahr? Bestimmt fragt er gleich nach dem Warum für die Suizidgedanken (wofür auch sonst!!!) und wir ich werden weiter darüber reden (Am Anfang steht: »Ich möchte nur, dass er mich zu Worte kommen lässt« – und es gibt keinen Grund, warum sich das geändert haben soll!). Los, f Frag endlich! N lieber doch nicht! (Wenn die beiden Äußerungen direkt nebeneinanderstehen – auch ein Komma wäre denkbar, wenn auch ungewöhnlich – , wird die angesprochene Zerrissenheit deutlicher als durch den stark trennenden Punkt.) zurück
Wenn bislang die Erkenntnis war, dass es der richtige Zeitpunkt ist, müsste diese jetzt relativiert werden, etwa: Ich bin wohl doch noch nicht soweitzurück
Diese Selbstbeschimpfung passt nicht: ab dem Oh bis zum nur einfach streichen, dann sind wir direkt beim entscheidenden Gedanken! zurück
Sooo ernst kann die Absicht nicht sein, wenn man schon 13 Ärzte aufgesucht hat, was sich über einen Zeitraum von weit mehr als 3 Monaten hingezogen haben muss, wie man (später) nachrechnen kann! Besser also: Wie soll den jemand mich ernst nehmenzurück
Wurde zuvor die Absicht in ein mich verwandelt, so muss das gleiche hier passieren: … wenn ich mich nicht ernsthaft genug vermittle? zurück
Bekommt der Erzähler nur die Art & Weise – also das Wie – des Wechsels mit – oder nicht doch eher die Tatsache, dass die Sitzposition dauernd geändert wird? zurück
Dieses allzu späte nach kann problemlos ganz nach vorne: Denke unterdessen nach über die Methodezurück
Jetzt wird es problematisch: Der Erzähler scheint sehr viel älter zu sein, als dass er etwa ein halbes Jahr zuvor Opfer eines Pädophilen (die bevorzugen ausnahmslos Kinder vor der Geschlechtsreife) hätte werden können – denn die Verstörungen und Verletzungen zeigen sich schon sehr bald – und nicht erst nach Jahren! Dieses Wort gibt dem Text ein pseudoaktuelles Geschmäckle. Ich empfehle dringend, dieses Wort zu entfernen und zu ersetzen, beispielsweise: Bin voller Wut auf den Menschen, der mich vergewaltigt hat, der mir ein Leben ohne Vertrauen… zurück
Den ganzen Teil streichen! Nach der Schilderung der idealisierten Tierwelt wird der Neid erneut ausgesprochen, und danach ist besser als dieses »Obacht, jetzt sag ich euch, worauf ihr achten müsst, wenn ihr jetzt weiterlest, damit ihr nachher versteht, wenn ich es nochmal sage!« Zusätzlich empfehle ich nach dem übrig gebliebenen »Dann sehe ich die Tiere an meiner Seite« einen Doppelpunkt: Denn es folgt, was der Erzähler sieht! zurück
Wer sich etwas wünscht, wünscht es selbstverständlich für sich – sonst würde er jemand anderem etwas wünschen, z. B. mir! Also: für mich streichen! zurück
Eiwei: Der Ich-Erzähler hat soeben sein Problem zum ersten Mal angedeutet – es muss also heißen: … und werde meine Geschichte trotzdem nicht los! Dieser Teil kann aber getrost fehlen – der Leser weiß schließlich von den vergeblichen Versuchen! zurück
Das wissen wir! Hinfort mit den vier Wörtern, weg weg weg weg – so! zurück
Dieser Schluss-Satz ist ebenfalls überflüssig: das Lächeln ist Kommentar genug, wir brauchen keine weiteren Signale, um über die ausweglose Situation des Ich-Erzählers zu erschrecken! zurück

Praxistest: Print on Demand mit BoD und Lulu

Print-on-Demand-Buch im VierfarbdruckRuben Wickenhäuser hat mit zwei Buchprojekten die beiden großen Print-on-Demand-Anbieter BoD und Lulu.com einem Praxistest unterzogen. Hier sein Bericht:

Vor Jahren schlug »Print on Demand« hohe Wellen als technische Möglichkeit für jeden, eigene Bücher ohne Verlagssuche und ohne die enormen Kosten des Eigen- oder gar Zuschussverlags direkt drucken zu können. Tatsächlich ist Print on Demand ein relativ junges Druckverfahren, das es erlaubt, Bücher direkt nach Bestelleingang zu drucken – Einzelstücke also -, wodurch Lagerkosten, hohe Investitionen in eine Startauflage usw. entfallen.

Diese Technologie ist interessant für bereits vergriffene Titel, die so weiterhin verfügbar gehalten werden sollen (beispielsweise um daraus Lesungen halten zu können), oder für Spartenliteratur, die im Angesicht des fehlenden oder geringen Marketings keine Chance auf eine reguläre Veröffentlichung hat.

Audioführung: Calw im Blick und Hermann Hesse im Ohr

Hermann-Hesse-Denkmal auf der Nikolausbrücke in CalwHermann Hesse wurde in Calw in Schwarzwald geboren. Er blieb seiner Heimatstadt stets verbunden, auch wenn der Schriftsteller später am Bodensee und in Italien lebte.

Wer die Geburtsstadt des Literaturnobelpreisträgers besucht, der kann sie akustisch erleben. Das Hermann-Hesse-Portal der gleichnamigen Stiftung stellt einen kostenlosen Audioführer im MP3-Format bereit. Mit dem iPhone oder jedem beliebigen MP3-Player kann man die Stadt an der Nagold akustisch-literarisch erleben.

Wir haben uns mit dem »Hesse-Rundgang« auf den Weg nach Calw gemacht.

»Mann, das gibt’s doch nicht!« – oder »Man, das gibt’s doch nicht!«

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Man(n)?Ab und zu erreichen uns auch Fragen zu Rechtschreibproblemen; nun, das schmeichelt uns, denn wir bemühen uns zwar redlich, sind aber eigentlich keine Spezialisten. Doch in diesem Fall sind wir uns einig: Es muss »Mann, das gibt’s doch nicht!« heißen.

Diese Formeln am Anfang oder Schluss eines Satzes gehören grammatisch zu den Gesprächspartikeln. Sie sollen Aufmerksamkeit hervorrufen, was meist noch durch erhöhte Lautstärke unterstützt wird. Verbreitet sind für diesen Zweck religiöse Beschwörungsformeln wie Jesus, Gott, Joseph & Maria, Herrgott, Teufel noch mal, Himmel u.s.w., häufig erweitert durch die Präposition bei (siehe auch Asterix: Beim Teutates), oder weltliche wie etwa Mensch oder Mann.

28 weitere legendäre Reiseberichte aus den Jahren 1996 bis 2008

Lesen Sie hier 28 weitere Reiseberichte aus den Jahren 1996 bis 2008, als das literaturcafe.de noch liebevoll von Hand in HTML gepflegt wurde. Darunter zwei legendäre Tagebücher zu 9/11 und die preisgekrönten Reiseberichte von Katharina Pallas.

Küste und MeerDie leise Wehmut des Abschiednehmens
Tagebuch einer Portugal-Reise im Spätherbst 1995. Von Marita Marie Loosli.

Go in peaceMehr Fragen als Antworten
Fünf Tage unterwegs im Heiligen Land im Winter 2004. Von Birgit-Cathrin Duval.

Er staunt vielleichtIch lese, andere hören zu und staunen – vielleicht.
Hermann Mensing über seine Reisen zum anspruchsvollsten Publikum der Welt: Kinder.

49Sylt, Premiere. Ein Tagebuch.
Urlaub am Meer II: Auch Helmut Beckmann blickte aus dem Strandkorb auf das Meer. Und nicht nur dorthin.

Am MeerÜber Halbnackte und Nackte
Hermann Mensing war am Meer, hat alles beobachtet und hier aufgeschrieben.

New York - Brooklin BridgeThat’s New York – Ein Tagebuch
Bis Ende 2003 lebte und arbeitete Claudia Sebunk 90 Tage in New York. Woche für Woche schilderte sie ihre Eindrücke im Literatur-Café.

»Hasta Siempre«Der Charme vergangener Epochen
Reisen Sie mit Heinz Albers für einen Tag ins kubanische Havanna und trinken Sie mit Hemingway.

Gelbe Blumen, hübsche Hintern und guter WeinSteiermark revisited – Teil 2
Der zweite Teil der vielbeachteten Reisetagebuch-Trilogie unseres ehemaligen Praktikanten Oliver Bechtel.

eine reise zu den äußeren hebriden»haben fish & chips gegessen«
Hermann Mensings Impressionen einer Reise zu den äußeren Hebriden.

BretagneGwen Ha Du – Schwarz und Weiß
Impressionen einer Bretagne-Reise und ein allzu menschlicher Beitrag aus der gleichen Gegend.

Wanderschuhe in EcuadorE-Mails aus Ecuador von Katharina Pallas
Per eMail berichtete Katharina Pallas zeitnah aus Südamerika. Ihr digitales Fotoalbum enthält zudem die schönsten Bilder aus dem Land am Äquator.

EisbärWenn der Eisbär Helikopter fliegt
Birgit-Cathrin Duval reiste zu den Eisbären an der kanadischen Hudson Bay.

Landesflagge ChileKatharina Pallas: Reisetagebuch Chile
Der wunderschöne und ungewöhnliche Beitrag gewann im Jahre 2001 den Publikumspreis beim digitalen Literaturwettbewerb von T-Online und dtv.

Meeresobservatorium»Wenn du in Israel nicht Araber bist…«
Ein Reisebericht von Dolores Pieschke aus vermeintlich besseren Zeiten.

Egalwo»Warst du schon mal auf Mykonos?«
Alexander Mohr erläutert, warum er nie wieder in den Urlaub fährt. Nie wieder.

Der europäische FernwanderwegDeutschland auf Raten
Joachim Maass und Karin Baseda-Maass wanderten entlang des europäischen Fernwanderwegs E1 durch die Republik.

DINER zeigt FlaggeGero von Büttner: Reisetagebuch USA
September 2001: Was als normaler Reisebericht beginnt, wird zur persönlichen Beschreibung eines terrorisierten Staates.

NEWS ATTACKWas wohl wäre, wenn Amerika keinen Gott hätte?
Ein New York Tagebuch der Katastrophentage von Sonja Schultz.

Die Autorin in der Antike»Ein Tag für 10 Mark, da kannste nich meckern!«
Von 8.35 Uhr bis 17:00 Uhr? Das antike Theater Aspendos? Perge mit dabei? Stadtbummel in Antalya? Gitta Klaßen ist mitgefahren.

Gelbe Blumen, hübsche Hintern und guter WeinDas Wichtigste aus Österreich – Teil 1
Unsere Redaktion war zum Betriebsausflug in der Steiermark. Unser Praktikant Oliver Bechtel hat alles zusammengefasst.

SeglerPorusnyj Awral auf der Kruzenshtern
Brunhilde Sadler berichtet von einer fantastischen Reise mit der russischen Viermastbark (Ex-Padua).

Das Literatur-Café auf dem Palm VAuf dem Nil: Die Zeit ist Stein geworden
Mit dem Schiff durch die ägyptische Wüste. Ein Reisebericht von Matthias Roth.

KOALASReisetagebuch Australien: big, bigger, Oz
Es muss nicht immer das Outback sein. Regina Schreiner reiste durch den Südosten des fünften Kontinents.

Bike auf dem MountainDolomiti-Alpencross: Von Sterzing nach Bozen
Zwei Biker-Mädels auf einer nicht alltäglichen Tour. Auszüge aus dem Tagebuch von Birgit-Cathrin Duval. Mit Tipps!

Dünen auf SyltSylt: Die unsichtbaren Spuren
Heidrun Schallers Erinnerungen an die Insel in der Nordsee.

Traumziel NeuseelandTraumziel Neuseeland: Ein Reisetagebuch
Vier Wochen lang war Katharina Pallas im Januar 1999 in Hawaii und Neuseeland unterwegs.

Big BenEin Reisetagebuch direkt aus England
Gero von Büttner schildert seine Eindrücke von einer Englandreise im Juni/Juli 1998.

BaukastenWolfgang Tischer: »Baukasten der Macht«
Betrachtungen zur Architektur in Berlin während eines Spaziergangs durch die Stadt im Oktober 1996.

Nur ein peinliches Missverständnis? Einige Bundesländer fordern Abschaffung der Künstlersozialversicherung

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Für Künstler oft lebenswichtig: Die KSKDass Baden-Württembergs Ministerpräsident Oettinger mit Kunst und Kultur wenig anfangen kann und ihm insbesondere auch literarische Werte reichlich schnuppe sind, hat er bereits bewiesen. Da erstaunt es nicht, dass Baden-Württemberg zusammen mit den Ländern Brandenburg, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein die Künstlersozialkasse (KSK) abschaffen will.

Ein Schlag ins Gesicht von Künstlern und Journalisten, der wieder einmal zeigt, wie gering Kunst und Kultur in diesem Lande von der Politik geschätzt werden, weil wirtschaftliche Interessen offenbar grundsätzlich wichtiger sind.

Weil die Abwicklung der KSK-Beiträge sei nicht »unternehmerfreundlich« ist, soll als Ergänzung zum »Mittelstandsentlastungsgesetz« die KSK abgeschafft oder reformiert werden, wie FOCUS und Tagesspiegel berichten.

Rechtschreibung im Test: Duden veröffentlicht die Version 5.0 des Korrektors für Microsoft Office

Duden Korrektor PLUS Version 5.0Die Version 5.0 des Duden-Korrektors für Microsoft Office ist auf dem Markt. Demnächst sollen auch die neuen Versionen für OpenOffice und Adobe InDesign erscheinen.

Der Korrektor ersetzt die eingebaute Rechtschreibprüfung der Office-Anwendungen durch eine wesentlich leistungsfähigere aus dem Hause Duden.

Der Vorgängerversion bescheinigte das Computermagazin c’t hervorragende Korrekturleistungen, die weit über denen der eingebauten Rechtschreibprüfungen liegen. Eine Wertung, der wir uns damals absolut anschließen konnten. Doch in den Nutzer-Kommentaren bei unserem Test der Version 4.0 und auch bei Amazon wurde immer wieder bemängelt, dass bei der Aktivierung sämtlicher Korrekturoptionen die Textverarbeitung gnadenlos langsam wurde und kein sinnvolles Arbeiten mehr möglich war.

Nach unserem damaligen Test der Version 4 haben wir uns nun die Version 5.0 in der PLUS-Version angeschaut.

Die traurige Nachricht vom vermeintlichen Bucherfolg

Artikel im SüdkurierEine Nachricht, wie am 6. September 2008 im Südkurier, findet sich mit steter Regelmäßigkeit in den Regionalteilen meist kleinerer Zeitungen. Endlich, so ist dort fast schon stereotyp zu lesen, hat es Peter K. oder Lisa M. geschafft und nach jahrelanger ergebnisloser Suche einen Verlag gefunden. Ein Lebenstraum geht in Erfüllung, waren doch Freunde und Familie des angehenden Literaturtalents schon immer davon überzeugt, dass das Manuskript veröffentlicht werden muss.

So heißt es auch im Südkurier-Artikel, dass eine 32-jährige Autorin für ihr in der Schublade schlummerndes Manuskript nach 12 Jahren nun endlich einen Verlag gefunden hat. Das Buch werde »auf der Frankfurter Buchmesse im Herbst präsentiert« und »im nächstes Jahr für den Deutschen Jugendliteraturpreis angemeldet«.

Ebenso hätte dort stehen können, dass das Werk im nächsten Jahr für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen wird. Auch das wäre nicht gelogen, denn einen Brief nach Stockholm schicken kann schließlich jeder.

eBooks: Kommt statt des Kindle nun das Prs?

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Noch undeutlich am Horizont: Der Sony PRS-505Bis heute wird von den Medien die Nachricht kolportiert, Amazon würde auf der Buchmesse das eBook-Lesegerät Kindle präsentieren und demnächst auch in Deutschland verfügbar machen – ein Gerücht, das auf einem Artikel in der FAZ beruht, der jedoch nur hinlänglich Bekanntes aufwärmte. Doch die Medienspirale drehte sich schnell und plötzlich lasen einige Journalistenkollegen aus dem FAZ-Artikel sogar einen Termin »bereits vor der Frankfurter Buchmesse« heraus.

In den USA gab es Gerüchte, dass Amazon ohnehin eine neue Version des elektronischen Lesegerätes in diesem Herbst auf den Markt bringen würde; diese haben sich nun zerstreut, denn der New York Times liegt die Aussage eines Amazon-Managers vor, der ein überarbeitetes Gerät noch vor Weihnachten definitiv ausschließt.

Dennoch haben die Meldungen über einen angeblichen Deutschlandstart des Kindle für viel Diskussionsstoff gesorgt. Die Branche macht sich Sorgen um Preisbindung und Kopierschutz der elektronischen Buchausgaben, und die Nutzer diskutieren – wie bereits vor fast 10 Jahren – ob es denn ästhetisch überhaupt vertretbar sei, Romane nicht auf Papier zu lesen.

Bin ich doch blöd, Mann?

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ACHTUNG! Software Rückgabe und Umtausch nur Original Verpackt! Und nicht Geöffnet!Ein fotokopierter DIN-A4-Zettel im Kassenbereich eines bekannten Elektronikmarktes. Vielleicht der Grund, warum man den alten Werbeslogan doch nicht mehr für passend hielt. Gesehen am 28. August 2008.

Gegenvorschlag: »Rückgabe oder Umtausch von Software nur in ungeöffneter Originalverpackung.«

Und obwohl wir hier in Deutschland sind, möchte man als Kunde nicht mit ACHTUNG! angebrüllt werden. Und auch die übrigen Ausrufezeichen sind nicht wirklich nett. Das kann man doch höflich und in normaler Lautstärke sagen. Wie wäre es mit einem »Bitte beachten Sie:«? Ansonsten signalisieren die Ausrufezeichen doch zu sehr den ungeschriebenen Zusatz: »Du Depp!«

Und wer den Nominalstil vermeiden möchte, der kann auch persönlicher schreiben: »Bitte beachten Sie, dass wir Software nur in der ungeöffneten Originalverpackung zurücknehmen oder umtauschen können.«

Abgesagt: Keine zweite LITERA-Buchmesse mehr in Linz

Eintrittskarte zur LITERA. Bald Sammlerwert?Jetzt hat LITERA-Veranstalter Berthold Greif dem Börsenblatt mitgeteilt, dass es eine LITERA 2009 nicht mehr geben werde. Bis zuletzt hatte Greif betont, er plane nach der ersten Veranstaltung auch im kommenden Jahr wieder eine Buchmesse in Linz. Doch da blies ihm schon der Orkan ins Gesicht, denn säumige Mietzahlungen an das Design-Center beschäftigen die Gerichte, und Literaturpreisträgerin Margit Schreiner hat nach Medienberichten ihr Preisgeld immer noch nicht erhalten. Bereits vor der Messe wollte niemand so recht mit Greif zusammenarbeiten und letztendlich blieben öffentliche Fördergelder nahezu aus.

Greif selbst kämpfte und argumentierte bis zuletzt verbissen und gibt die Schuld den anderen. Er spricht u.a. auch hier im literaturcafe.de von einem »Leidensweg« und »markanten rechtlichen Unterschieden«. Dass es eine zweite LITERA nicht geben werde, liege auch an einem »inakzeptablen und zutiefst beleidigenden Kampf einiger Medien, die mit unwahren, unrichtigen und verdrehten Schlagzeilen gegen die Litera auftreten«, so Greif in einem Interview mit Boersenblatt.net.

Die Frage, ob die Autoren noch ihre Preisgelder und Honorare erhalten werden, lässt Greif unbeantwortet.

Es liest Volker und nicht Boris: Die Leiden eines Amerikaners von Siri Hustvedt

Ein Hörbuch und zwei Vorleser? Cover mit den Namen beider SprecherAls ich das Hörbuch auf dem Schreibtisch hatte, war ich zunächst enttäuscht. Volker Risch liest »Die Leiden eines Amerikaners« von Siri Hustvedt. Aber warum denn Volker Risch? In der Vorankündigung des Verlags war doch Boris Aljinovic genannt. Und Aljinovic, vielen bekannt als Berliner Tatort-Kommissar, war es doch auch, der Siri Hustvedt auf ihrer Lesereise im Frühjahr 2008 begleitete und aus der deutschen Übersetzung von Uli Aumüller las. Ja, warum liest er denn nicht das Hörbuch? Terminprobleme? Streitigkeiten? Ich weiß es nicht.

Nun liest also Volker Risch in einer Produktion des Norddeutschen Rundfunks, auf CD erschienen bei Argon. Risch kannte ich nicht, obwohl er, wie die Rückseite der CD-Box verrät, »an vielen großen deutschen Theatern spielte und in Kinofilmen und zahlreichen TV-Serien und -Filmen mitwirkte«.

Doch Risch überzeugt als Vorleser absolut.