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Startseite Literarisches Leben Linzer Buchmesse LITERA beschäftigt nun die Gerichte

Linzer Buchmesse LITERA beschäftigt nun die Gerichte

Eintrittskarte zur LITERADie erste Linzer Buchmesse LITERA endet so unrühmlich wie alles begann. Wie ORF und Standard berichten, hat das Linzer Design-Center, in dem die Messe im April 2008 stattfand, nachwievor einen Großteil der Miete nicht überwiesen bekommen. Die Sache wurde nun dem Gericht übergeben. Ebenso hat die Autorin Margit Schreiner, die den vom Veranstalter ausgelobten Belletristikpreis erhalten hat, noch keinen einzigen der 5.000 Euro Preisgeld gesehen. Auch Schreiner ziehe laut den Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN) eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft vor. Nochmals, so ist im Standard zu lesen, würde sie den Preis nicht annehmen. Ohnehin sei ihr die Sache bereits im Vorfeld »verdächtig« vorgekommen.

Dass der Veranstalter der Messe, die Linzer Kongressgesellschaft mit ihrem Chef Berthold Greif, finanziell auf dünnem Eis unterwegs ist, war bereite im Vorfeld der Messe offensichtlich. Bereits Anfang April drohte der Direktor des Design-Centers damit, die Hallen geschlossen zu lassen, wenn Mietvorauszahlungen nicht erfolgen. Die Reservierung für das Jahr 2009 habe das Center nun definitiv gestrichen, berichten die OÖN.

Der umstrittene Messe-Chef Berthold Greif, der schon im Vorfeld um Erklärungen und Gründe für manche Panne nicht verlegen war, spielt den Ball an das Land Oberösterreich und die Stadt Linz weiter, die zugesagte Fördergelder nicht überwiesen hätten. Diese Aussage erstaunt, da es schon vor der Messe mehr als fraglich war, ob überhaupt Fördergelder zu erwarten gewesen wären. Einige Institutionen verweigerten im Vorfeld eine Förderung wegen fehlendem Konzept und fehlender Wirtschaftplanung. Erst nach der Messe sagte das Land Oberösterreich Fördergelder zu.

Ohnehin war die Resonanz auf die Messe eher verhalten, da u. a. viele große Verlage nicht vertreten waren. Doch auch hier wetterten Greif und seine Mitarbeiter gegen Kritiker – unter anderem hier im literaturcafe.de.

Zudem drohe dem Büro der Kongressgesellschaft selbst eine »Zwangsdelogierung« wegen säumiger Mietzahlungen, wie die OÖN weiter berichten. Auch das sieht Greif anders: bereits seit Monaten sei klar, dass man ohnehin ausziehen wolle.

Für die Buchmesse selbst ist eine Folgeveranstalung im Jahr 2009 mehr als fraglich, denn deren Ruf scheint ruiniert. »Aus für Buchmesse LITERA« betitel daher bereits das ORF seinen Bericht.

Nachtrag: Auch literaturcafe.de-Autorin Cornelia Travnicek hat die ursprünglich vom Veranstalter im Juni zugesagten 75 Euro für eine Lesung auf der Messe bis heute nicht erhalten.

Nachtrag II: Ende August 2008 hat Cornelia Travnicek die 75 Euro erhalten.

3 Kommentare

  1. Verehrte Literatur Cafe Community!

    1. Die Linzer Kongressgesellschaft ist ein gemeinnütziger Verein mit der statuenmäßigen Zielsetzung wissenschaftliche und kulturelle Veranstaltungen nach LINZ zu bringen bzw in LINZ zu unterstützen. Sie betreibt keine kommerziellen Geschäfte!

    2. Alle Funktionäre und Miarbeiter arbeiten ehrenamtlich und unentgeltlich.

    3. Mit der LITERA wollte man
    a) AUTORINNEN und AUTOREN eine weitere Plattform bieten ihre Werke vor interessiertem Publikum vorzutragen und zu präsentieren und zwar UNABHÄNGIG davon ob deren Verlag auf der Messe ausstellt oder nicht!
    b) VERLAGEN jeder Größe einen weiteren DIREKTEN Zugang zum Publikum ermöglichen und mit diesem direkt in Kontakt zu treten!
    c) den verbreitenden Buchhandel untestützen indem RISIKOLOS auch Werke an das Publikum herangetragen wurden die sich sonst kaum im Regal finden und Kontakte zu neuen Verlagen herzustellen die man vielleicht noch nicht kennt
    d) das Publikum in ungezwungener Atmosphäre für Literaten und Literatur zu interessieren und durch den eventeigenen Magnetismus auch Menschen anzulocken die dem Lesen bisher noch fern oder reserviert gegenüber standen.

    Mit 230 Verlagen, mehr als 10.000 Besuchern, einer großen Zahl von Bibliothekaren, nahmhaften Literaturinstituten und einer schönen ausländischen Beteiligung konnten wir bereits bei der ERSTEN LITERA somit zufrieden sein.

    Das Land O.Ö. hat zu dieser schönen Veranstaltung nach wie vor KEINEN CENT beigetragen. WARUM (nachdem die Messe und das Festival ja über die Bühne gegangen sind!)

    Die Stadt LINZ hat die Messe mit 10.000,– und der Anmietung eines Standes unterstützt.
    Zum Festival erhielten wir von der Stadt LINZ 5.000,– für Autorenhonorare die wir ZUR GÄNZE an Schriftstellerinnen und Schriftsteller weitergegeben haben.
    (Bei Frau Travnicek und insgesamt 3 weiteren Autoren a 75,– waren zuvor noch Honorarnoten bzw die Bekanntgabe der Bankverbindung notwendig. Diese Beträge gehen daher jetzt an diese AutorInnen ab)

    Über unseren Leidensweg bei den Förderungen können Sie auch auf unserer Homepage http://www.litera-linz.at nachlesen!

    Zum Vergleich: Das Literaturfestival in Salzburg wurde angeblich – nach Zeitungsberichten – mit 150.000,–, die buchwien bzw das dazugehörige Festival angeblich mit insgesamt 300.000,– gefördert.

    4. Es ist UNWAHR, dass die Linzer Kongressgesellschaft – wegen säumiger Mietenzahlungen – von einer Delogierung ihrer Büroräume bedroht sei!

    5. Tatsächlich sind uns weder die in Aussicht gestellten Preise noch andere Förderungen zur Verfügung gestellt worden.
    Gegen unsere Bemühungen private Sponsoren und Förderer aufzutreiben wird MEDIAL mit eisernem Zerstörerwillen gekämpft wie der von Ihnen zitierte Rundumschlag wieder beweist.

    Dennoch kämpfen wir unverzagt weiter darum, dass die öffentliche Hand auch im Fall der LITERA ind LINZ und des LITERAturfestivals sich ihrer kulturpolitischen Pflicht gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern bewußt wird und uns als gemeinnützigem Träger übliche und faire Beträge zur Verfügung stellt.
    Beträge die wir mit größter Freude an die Autorinnen und Autoren ausschütten!

    6. Was die Auseinandersetzung mit dem DESIGN CENTER angeht so liegen hier markante rechtliche Unterschiede vor die uns schon vor einiger Zeit genötigt haben unsere Anwälte mit der Wahrung unserer Interessen zu beauftragen!
    Hier geht es keineswegs, wie dargestellt um simple Rückstände unsererseits!

    Sehr geéhrte Damen und Herren,

    es war unsere erste LITERA!
    Natürlich mag es dabei Fehler gegeben haben! Aber zählt für uns alle nicht vielmehr, dass wir, dass ich es angepackt habe, angepackt, damit unter fairen Bedingungen sich eine schöne regelmäßige Veranstaltung in LINZ entwickeln möge.
    Für die Literaten, für die Verleger, für Schülerinnen und Schüler, für den Buchhandel und für das breite Publikum!

    Warum wurde diese Veranstaltung so unfair bekämpft?
    Wem dient diese mediale Verunglimpfung (nicht die Diskussion hier im Literatur CAFE!!) diese ununterbrochene unfaire Besudelung?

    Gesattten Sie mir bitte jede freie Autorin jeden freien Autor, jeden Verleger dem die Demokratie am Herzen liegt, aufzurufen sich mit uns, sich mit mir, gegen die Zerstörung einer schönen Initiative zu wenden und zur Wehr zu setzen!

    Mit herzlichen Grüßen

    Berthold Greif

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