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Willms‘ Woche: Schöne neue Welt?

Schaut man sich um in unserer Welt, könnte man meinen, dass das, was Aldous Huxley in Brave New World als Dystopie veröffentlichte, längst Wirklichkeit (geworden) ist. Der 1932 erschienene Roman schildert eine Welt, in der jegliche Individualität ausgemerzt wird, Menschen bereits während ihrer Entstehungsphase in vorgeschriebene Rollen gepresst und anschließend mit Konsumgütern, Sex und Drogen bei Laune gehalten werden.

Bloß nicht ins Grübeln kommen, einfach funktionieren.

Aber sind wir davon so weit entfernt?

Folge 78: Pfarrer Menzel dankt

Vollständig war sich Pfarrer Menzel darüber im Klaren, dass der Mensch ein wunderbares, ja: einzigartiges Wesen sein musste, da er leichtere Beschädigungen einfach so hinnehmen konnte; er war eben wahrhaftig und in jeder Beziehung ein Ebenbild. Und dafür war Pfarrer Menzel aus tiefstem Herzen dankbar, was er beim Predigen zum Ausdruck brachte.

Folge 77: Pfarrer Menzel befriedigt sich

Der manichäische Einfluss auf die sogdische Literatur war evident: Das konnten selbst die hartgesottensten Kritiker nicht so einfach vom Tisch wischen! Jetzt aber galt es, die Jurchen-Schrift endgültig als Fälschung zu brandmarken und sich der Tangutologie energisch zuzuwenden, um den Beweis zu erbringen, dass IRI mit INRI aber auch gar nichts zu tun haben konnte. Seine Befunde gedachte er im Rahmen seiner Samstagspredigt zu Gehör zu bringen. Seine Gemeinde würde ihn dafür noch mehr achten und lieben.

Fein geworden: Der Diogenes Verlag hat endlich eine neue Website

Die neue Website des Diogenes VerlagsDer in Zürich ansässige Diogenes Verlag war seinerzeit einer der letzten großen Publikumsverlage, der eine eigene Website hatte. Erst seit dem Jahr 2000 kann man den Schweizer Verlag auch online besuchen. Acht Jahre lang hat diese Website überdauert.

Dabei war diogenes.ch am Schluss mit modernen Browsern fast nicht mehr nutzbar. Die Inhalte wurden zwangsweise in einem Popup-Fenster dargestellt, das sich aufgrund der modernen Popup-Blocker oftmals gar nicht mehr öffnete. Und es war fast unmöglich, sich seine Lieblingsbücher oder -autoren per Browser-Lesezeichen zu merken. Auch eine Querverlinkung von anderen Websites war unmöglich.

Aber das ist jetzt vorbei, denn seit heute hat der Verlag endlich eine neue Website.

Folge 76: Pfarrer Menzel hat Angst, von der Kanzel zu fallen

Einmal hatte Pfarrer Menzel Angst, von der Kanzel zu fallen.

Nachgefragt: Was macht eigentlich Shaker Media?

Website Shaker MediaDer Anbieter Shaker Media ist derzeit im Internet bei schreibenden Menschen im Gespräch. In Foren wird über ihn diskutiert, Pressemitteilungen über Bücher »verlegt bei Shaker« häufen sich, es gibt Erfahrungsberichte von Autoren und nicht zuletzt fiel der Anbieter durch eine nicht ganz unumstrittene Mailing-Aktion auf.

Shaker Media bezeichnet sich auf der eigenen Website konsequent als Verlag, und man legt dort großen Wert darauf, dass man kein Zuschussverlag sei. Surft man über die Website www.shaker-media.eu, so stößt man u. a. auf einen Kostenkalkulator, und man gewinnt den Eindruck, Shaker Media sei eher ein Print-on-Demand-Dienstleister. Allerdings wird dieses Wort auf der Website selbst nicht verwendet.

Grund genug also für uns, einmal bei Shaker nachzufragen, wie man sich dort selbst sieht und wie das Geschäftsmodell des Anbieters ausschaut.

Folge 75: Pfarrer Menzel lächelt

Als Pfarrer Menzel während des Predigens die Vorstellung ereilte, dass ihm genau jetzt der Kehlkopf aus dem Halse fallen könnte, versagte für einen Augenblick die Stimme. Aber ein kräftiges Räuspern half über diese Verlegenheit hinweg, ja, Pfarrer Menzel musste sogar unwillkürlich lächeln.

Folge 74: Pfarrer Menzel findet eine Lösung

Ein kurzzeitiges Verschließen des Kopfloches, wo die Backe gewesen, mit der Hand ermöglichte Pfarrer Menzel die fast lautreine Artikulation eines em als auch eines Em, ganz zu schweigen – allerdings ziemlich unerwartet doch erst nach intensivem und teilweise sehr heftigem Üben – von der eines Bes oder sogar Pes. Dabei geriet das zungenlose Predigen allerdings wieder – zum Glück aber nur vorübergehend – in Vergessenheit.

Willms‘ Woche: Jeder Künstler ist Anarchist

Seine zynischen Texte gepaart mit erfrischenden, beschwingten Melodien trafen stets den Nerv der Zeit. Mit Songs wie »Tauben vergiften im Park« und »Schützen wir die Polizei« wurde er berühmt, beliebt und gefürchtet zugleich. Am18. Juli wird der Ausnahme-Künstler Georg Kreisler 86 Jahre alt.

Im Jahr 1922 wurde Georg Kreisler in Wien geboren. Mit 16 Jahren musste er aufgrund seiner jüdischen Herkunft vor den Nazis in die USA fliehen, wo er in Hollywood schnell Fuß fasste und dort unter anderem als Komponist für Charles Chaplin tätig war.

Folge 73: Pfarrer Menzel zweifelt

»Uein GOtt!« missbrauchte Pfarrer Menzel den Namen seines HErrn im Vollbesitz seiner geistigen und seelischen Kräfte und im Vorgriff auf den schlechten Eindruck, den so überraschend bereits schon am kommenden Sonntag hinterlassen zu müssen er sich genötigt sah, fühlte er sich doch jener auferlegten Prüfung durchaus noch nicht gewachsen, nämlich dass er gerade – und heute war Freitag – auf einen Schlag die ganze rechte Backe verloren hat: »Ueißt du, uas du uir antust?«

Folge 72: Pfarrer Menzel freut sich

Beide Arme waren vollständig in Ordnung, und die Hände erst recht! Selbst wenn der ganze Kopf wegbröckeln sollte, er könnte schreibend predigen! Satzmelodie, Lautstärke, Pausen, Betonungen… eine ganz neue Notation zu entwickeln gilt es, damit dermaleinst die Leser ob der Predigt Wucht erschauerten wie jetzt noch die Zuhörer!

Folge 71: Pfarrer Menzel übt

»Bamahh pap Hiob beimem Mump auf ump veafmuhhpe beimem Pap.« Ziemlich zufrieden mit sich klappte Pfarrer Menzel die Bibel wieder zu.

Streit um Valentin-Zitate eskaliert im Internet

Wurden Zitate berechtigt oder unberechtigt verwendet?Weil der Betreiber der Website »Sehr erfahrene Menschen«, Holger Jass, für die Verwendung dreier Zitate von Karl Valentin keine Erlaubnis hatte, wurde er durch die Valentin-Erben abgemahnt. Jass versieht die Zitate mit witzigen und zum Teil recht aufwendigen Animationen. Da jedoch – wie Jass selbst schreibt – von den 169 Zitategeber auf seiner Website 80 Prozent noch leben oder noch nicht 70 Jahre tot sind, sieht er die Gefahr weiterer Abmahnungen und Kosten auf sich zukommen. Als Konsequenz bleibe Jass nur die Schließung seiner Website. Erst 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers sind dessen Werke nicht mehr geschützt, sodass sie ohne Erlaubnis verwendet werden dürfen.

Insbesondere nachdem auch das ZDF über diesen Fall berichtet hat, schien für viele klar zu sein, dass Jass der Gute und die Erben Valentins die Bösen sind. Nach Angaben von Karls Valentins Erbinnen und des Nachlassverwalters, die die offizielle Website www.karl-valentin.de betreiben, häuften sich daraufhin die kritischen und zum Teil beleidigenden Einträge im Gästebuch. In einer auf der Website platzierten »Richtigstellung aus gegebenem Anlass« schreiben die Betreiber, dass sie u. a. als »geldgierige Schmarotzer« dargestellt würden, die »das Andenken an Karl Valentin angeblich in den Dreck ziehen«.

Leider nur Lese- statt Hörtipp: Der Frontsoldat der Literaturwissenschaft

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Eine interessante Literatursendung - Nur leider keine Gelegenheit, sie zu hörenManchmal kommt einem die Flüchtigkeit von Radiosendungen richtig altmodisch vor. Da kann man eine Stunde Radio in eine kleine Audiodatei packen, und immer mehr Sendungen sind als Podcast verfügbar. Da gibt es die ARD-Mediathek, doch just die Sendung, die man leider nur im Auto 10 Minuten verfolgen konnte und die man gerne nochmal in Ruhe ganz gehört hätte tja, gerade die gibt es nicht als Audio-Download.

Dabei war die SWR2-Sendung am 8. Juli 2008 von Gisa Funck über die Lage der heutigen Literaturkritik überaus hörenswert. Unter dem Titel »Der Frontsoldat der Literaturwissenschaft oder Vom Heroismus, Bücher zu besprechen« ging die Autorin der Frage nach, welche Rolle die Literaturkritik in der heutigen Zeit spielt und warum sie anders ist als noch in den 60er und 70er-Jahren. Viele O-Töne von Reich-Ranicki bis Sigrid Löffler waren zu hören. Doch leider nur für die, die an diesem Tag von 20 bis 21 Uhr die Sendung »SWR2 Literatur« hören konnten.

So bleibt als einziger Trost, dass man zumindest das Sendemanuskript auf der SWR-Website herunterladen und nachlesen kann. Lesetipp statt Hörtipp!

Folge 70: Pfarrer Menzel beruhigt sich

Andererseits: Sollte sich das Tempo des Bröckelns nicht ganz unverhofft dramatisch steigern, könnte er noch gut 30 Jahre predigen – vorausgesetzt, Kiefer oder auch Zunge würden nicht als unmittelbar Nächstes in Mitleidenschaft gezogen. Und außerdem könnte er vorbeugen, gewissermaßen das Schlimmste vorwegnehmen: Er könnte lernen, ohne Zunge zu predigen, indem er schon jetzt bei voll entfalteter Funktionstüchtigkeit dieses Organs schlichtweg so tat, als hätte er es nie gehabt.