Shaker Media will offenbar mit Anwälten schäkern [Nachtrag]

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Unverlangte Werbung per eMail?Ohne Einverständnis der Empfänger darf in Deutschland keine Werbung verschickt werden. Im Bereich der elektronischen Post heißen solche unverlangten Werbe-Mails Spam. Sehr zum Missfallen des Werbenden gilt das Verbot auch dann, wenn er mit Sicherheit davon ausgehen kann, dass die Werbebotschaft für den Empfänger interessant wäre.  Solche Mails werden daher meist anonym über Server in Asien und Europa verschickt.

Umso mehr erstaunt es, dass der Mediendienstleister Shaker Media ganz offen unverlangte Werbe-Mails an Autoren verschickt. Shaker Media ist mit seiner breiten Publikumsausrichtung relativ neu auf dem Markt aktiv und will offenbar so weitere Kunden gewinnen. Bislang war Shaker hauptsächlich im wissenschaftlichen Bereich tätig.

Woher die Empfängerlisten für den Versand der Mails kommen, ist unklar. »Durch Ihre Homepage sind wir, der Verlag Shaker Media, auf Ihre bisherige Autorentätigkeit aufmerksam geworden«, war in den Mails Anfang des Jahres zu lesen.

So ging die Werbung auch an Autoren, die bereits bei bekannten Verlagen unter Vertrag sind. Und obwohl sich einige der Autoren beschwerten und ob der Belästigung mit dem Anwalt drohten, verschickte Shaker Media auch in diesen Tagen Werbe-Mails an schreibende Menschen.

Einige der sich belästigt fühlenden Autoren erwägen nun, über die Rechtsabteilungen ihrer Verlage Klage gegen den Versender der unverlangten Werbung einzureichen.

Nachtrag und Klarstellung:
Wir haben diesen Artikel gegenüber der ersten Version entschärft. Uns erreichte ein von Shaker Media initiiertes Anwaltsschreiben, in dem man die Auffassung vertritt, der Artikel in seiner ersten Form sei »geschäftsschädigend« und »herabsetzend«. Dass dies nicht gleich in Form einer Abmahnung mit Kostennote geschah, betrachten wir als fair.

Wir legen daher unsererseits mit Nachdruck Wert auf die Feststellung, dass mit diesem Beitrag in keiner Weise eine generelle Herabsetzung von Shaker Media oder ihrer Produkte beabsichtigt ist oder war. In der Tat gibt es im Netz Berichte von Autoren, die sich sehr zufrieden über Shaker Media äußern.

Der Versand von Werbe-Mails hingegen wird von Shaker Media nicht bestritten. Ebenso die Tatsache, dass man sich hier in einer Grauzone bewege. Im Schreiben heißt es wörtlich: »Insofern kann es im Einzelfall schwierig sein zu beurteilen, ob ein Einverständnis des Empfängers zu einer Korrespondenz vorliegt oder nicht.« Auch dass es Beschwerden von Seiten der Mail-Empfänger gab, wird nicht bestritten. Shaker betont jedoch, dass man auf Beschwerden reagiert und die gleichen Personen nicht erneut per Mail belästigt habe.

Ebenso legt man bei Shaker Media großen Wert auf die Tatsache, dass man kein Zuschussverlag sei – was von uns auch nicht behauptet wurde. Es sei unzutreffend, dass dort Autoren für eine Veröffentlichung zahlen müssen. Wo sich genau Shaker Media sieht, ist uns nach der Lektüre der Website und des Anwaltsschreibens jedoch weiterhin unklar, zumal sich auf der Website von Shaker Media ein Kostenkalkulator befindet. So bleibt uns hier vorerst nur, ebenfalls aus dem Schreiben zu zitieren: »Unsere Mandantin ermöglicht die kostenlose Veröffentlichung bei einem gleichzeitigen hohen Honorar. Ziel ist es, am Verkauf der Bücher Geld zu verdienen und zwar zusammen mit den Autoren.«
Wir haben in dieser Sache Shaker Media um weitere Infos gebeten.

Nachtrag II:
Hier ist nun die Antwort auf die Frage zu lesen »Was macht eigentlich Shaker Media«

5 KOMMENTARE

  1. […] häufen sich, es gibt Erfahrungsberichte von Autoren und nicht zuletzt fiel der Anbieter durch eine nicht ganz unumstrittene Mailing-Aktion auf.Shaker Media bezeichnet sich auf der eigenen Website konsequent als Verlag, und man legt dort […]

  2. Ich bin Autor in einem NICHT-Shaker-Verlag und bekomme seit Jahren deren Werbung per Post. Geht alles ungelesen in die Papiermülltonne. Mir persönlich tun an der Stelle eigentlich nur die Postboten leid, die diese für mich unnützen Sachen heranschleppen, die ich dann stante pede in den Müll befördere. Aber das geht mit anderen Firmen ähnlich.

    Kürzlich habe ich aber beim Shaker-Verlag online eine Buchbestellung aufgegeben. Diese Bestellung wurde einwandfrei abgearbeitet. Da gibt es nichts zu bemängeln.

    ABER, wie für jeden Onlinehändler, bei dem ich etwas bestelle, generiere ich ausschließlich für ihn eine ganz spezielle nur auf seinen Firmennamen zeigende und damit unverwechselbare E-Mail-Adresse. Der Aufbau, der von mir dabei generierten E-Mail-Adresse ist ungewöhnlich und es wäre sehr unwahrscheinlich, wenn jemand anderes per Zufall genau diese E-Mail-Adresse erzeugen würde. So mache ich das seit Jahren. Und erst ein einziges Mal in fünf Jahren hat eine dieser E-Mail-Adressen Spam an mich zurückgespült. So eine E-Mail-Adresse wird dann ebenfalls stante pede abgeschaltet.

    Die extra für die Firma Shaker-Media von mir generierte E-Mail-Adresse spülte mir bereits nach etwa 10 Tagen den ersten Spam an. Nota bene, es war keine Werbung von Shaker-Media, sondern dieser richtige unnütze Müll aus dem Nirgendwo, den wir alle kennen und den keiner will, zumindest von den Personen, die ich kenne.

    Das ist wirklich Spitze!
    Man kann also wirklich nicht vorsichtig genug mit der Weitergabe seiner E-Mail-Adressen sein.

  3. […] man sich bei Literaturcafe über unerbetene Werbemails geäußert hat, ist dort wohl ein Anwaltsschreiben eingegangen, in dem die erste Fassung des Artikels als […]

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