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Sonnen(ver)finsternis mit Stifter – Hier und auf Amrum

SonnenverfinsterungHeute war Sonnenverfinsterung in Deutschland. Je nach Standort waren 8 (Stuttgart) bis 20% (Hamburg) der Sonnenfläche um 11:32 Uhr durch den Mond verdeckt. Allerdings war die Sonne an vielen Orten bereits von den Wolken verfinstert, sodass das Schauspiel fast nur in Stuttgart oder in Sachsen-Anhalt zu sehen war.

Wer nichts gesehen hat, kann hören. Wir empfehlen unsere Vertonung des Textes »Die Sonnenfinsternis am 8. Juli 1842« von Adalbert Stifter, die wir seinerzeit anlässlich der totalen Sonnenfinsternis am 11. August 1999 ins Netz gestellt haben.

Ausschnitte aus dieser Lesung waren heute auch auf der Norseeinsel Amrum zu hören, wo sie Hobby-Astronom Jost Jahn in einem Vortrag verwendete. War dort der Himmel klar?

Chance für neue Autoren: Rowohlt sucht einen historischen Roman

Rowohlt sucht historische RomaneDa sage nochmal jemand, dass die großen Verlage den unbekannten deutschen Autoren keine Chance geben. Nur verkäuflich sollte das Werk sein, und historische Romane sind in der Regel immer gut (verkäuflich).

Der Rowohlt Verlag in Reinbek bei Hamburg sucht daher einen neuen historischen Roman. Mindestens 200 Normseiten sollte er umfassen. Handlung und Charaktere kann die Autorin oder der Autor frei gestalten. Einzige weitere Bedingung: Die Handlung muss vor dem Jahre 1900 spielen. Und natürlich darf das Werk bislang noch nirgendwo veröffentlicht sein.

Zunächst will Rowohlt von den Autoren das, was ein Verlag normalerweise generell zur ersten Beurteilung benötigt: Ein aussagekräftiges Autorenprofil, ein kurzes Exposé und ein Probekapitel von maximal 50 Normseiten. Hier empfiehlt sich am besten der Anfang des Romans. Bei uns im literaturcafe.de können Sie nachlesen, was eine Normseite ist und wie man ggf. ein schon vorliegendes Manuskript ins Normseitenformat bringt.

Richard Stark: Fragen Sie den Papagei – Gekonntes Schriftstellerhandwerk

Cover: Richard Stark - Fragen Sie den PapageiSelten ist die Sprache eines Romans so eng am Geschehen wie bei Stark. Man könnte sie sachlich nennen – oder kalt. Ohne Schnörkel treibt sie die Handlung voran.

Und da ist die Hauptfigur Parker. Ein Mann ohne Vornamen und ohne Gefühl, ein Profi, ein Krimineller. Auch er treibt die Handlung konsequent voran.

»Fragen Sie den Papagei« von Richard Stark ist ein Roman für die, die etwas anderes lesen wollen als die immer gleichen Gut-gegen-Böse-Geschichten. Es ist nicht so, als empfände man irgendwelche Sympathien für Parker, der kaltblütig stiehlt und mordet, wenn es die Situation erfordert – Handwerk eben. Man folgt ihm mit Neugier und einer gewissen gruseligen Bewunderung darüber, wie professionell er seinen dunklen Weg geht.

Auch Bayern bastelt sich ein Literaturportal

Literatur in BayernKultur ist Ländersache. Das ist schon schwer genug. Aufgrund des Proporz‘ ist es bereits dort nicht leicht, Kulturprojekte schnell und effizient umzusetzen. Da kämpft Baden gegen Württemberg, Franken gegen Bayern und so weiter

Wie kläglich allerdings die bundesweite Darstellung der Literatur im Internet ausschaut, kann man unter literaturportal.de bedauern. Nachdem die 150.000 Euro an Bundesmitteln verbraucht waren, was dem Angebot wahrlich nie anzusehen war, wird es seit 2 Jahren so gut wie nicht mehr gepflegt und ist zur mahnenden Internet-Ruine öffentlicher Projektarbeit verkommen.

Erfolgreicher war da Brandenburg und Berlin mit dem Literaturport. Von Anfang an etwas pfiffiger konzipiert und vor allen Dingen konsequent und engagiert gepflegt, ist es nachwievor ein ansprechendes Portal über die Literatur in und um die bundesdeutsche Hauptstadt. Zuletzt hat der Gewinn des Grimme Online Awards dem Portal weiteren Auftrieb gegeben.

Und jetzt bastelt auch Bayern an der Darstellung des literarischen Lebens im südlichen Bundesland.

Der Bruce Willis unter den Krebspatienten in Regierungsdiensten

Oliver Kern: Der UmzugEs ist der gefährlichste Gefangene der Welt. Er sitzt in einem Gefängnis in den USA, irgendwo tief unter der Mojave-Wüste. Und Carl Lindsay hat den Auftrag, den Gefangenen an einen noch sichereren Ort zu bringen. Ein tödlicher Auftrag.

Oliver Kern hat dem literaturcafe.de wieder einmal eine seiner wunderbar grotesken Geschichten zur Verfügung gestellt. »Dallas 63« war der erste Text, den er bei uns im Jahre 2004 veröffentlichte. Dann folgte zwei Jahre später »SIE und der Tod«. Und nun – wieder zwei Jahre später – können Sie »Der Umzug« lesen. Wie bereits bei »SIE und der Tod« stammt die Illustration zur Geschichte vom Autor selbst.

Wir wünschen gute und gruselige Unterhaltung mit

»Der Umzug« von Oliver Kern »

Der Leiter des Hamburger Literaturhauses surft am liebsten im literaturcafe.de

Die Ausgabe August 2008 der Zeitschrift myselfRainer Moritz ist der Chef des Hamburger Literaturhauses. Der Frauenzeitschrift myself hat er in der aktuellen August-Ausgabe 2008 auf Seite 58 verraten, wo er am liebsten durch Texte und Kritiken surft. Seine vier Favoriten sind das Krimiblog von Bibliothekar und RTL-Redakteur (geht das überhaupt?) Ludger Menke, der Schreibclub von Andreas Krämer, der Perlentaucher (natürlich!) und das literaturcafe.de.

Wir sagen danke für die namhafte und kompetente Empfehlung! Schließlich haben wir auch immer brav alle Anrufer weitergeleitet, die bei uns in den letzten Wochen einen Tisch mit Blick auf die Alster bestellen wollten. Auf die Frage, warum sie dazu bei uns und nicht beim Hamburger Literaturhaus anrufen, erhielten wir stets die Antwort: »Bei Google standen Sie ganz oben, als ich nach ‚literaturcafe‘ und ‚hamburg‘ gesucht habe

Folge 79 und letzte: Pfarrer Menzel stirbt

Als Pfarrer Menzel starb, merkte er davon nichts. Übrigens hat niemand etwas davon bemerkt, weder während, weder hinterher.

Willms‘ Woche: Schöne neue Welt?

Schaut man sich um in unserer Welt, könnte man meinen, dass das, was Aldous Huxley in Brave New World als Dystopie veröffentlichte, längst Wirklichkeit (geworden) ist. Der 1932 erschienene Roman schildert eine Welt, in der jegliche Individualität ausgemerzt wird, Menschen bereits während ihrer Entstehungsphase in vorgeschriebene Rollen gepresst und anschließend mit Konsumgütern, Sex und Drogen bei Laune gehalten werden.

Bloß nicht ins Grübeln kommen, einfach funktionieren.

Aber sind wir davon so weit entfernt?

Folge 78: Pfarrer Menzel dankt

Vollständig war sich Pfarrer Menzel darüber im Klaren, dass der Mensch ein wunderbares, ja: einzigartiges Wesen sein musste, da er leichtere Beschädigungen einfach so hinnehmen konnte; er war eben wahrhaftig und in jeder Beziehung ein Ebenbild. Und dafür war Pfarrer Menzel aus tiefstem Herzen dankbar, was er beim Predigen zum Ausdruck brachte.

Folge 77: Pfarrer Menzel befriedigt sich

Der manichäische Einfluss auf die sogdische Literatur war evident: Das konnten selbst die hartgesottensten Kritiker nicht so einfach vom Tisch wischen! Jetzt aber galt es, die Jurchen-Schrift endgültig als Fälschung zu brandmarken und sich der Tangutologie energisch zuzuwenden, um den Beweis zu erbringen, dass IRI mit INRI aber auch gar nichts zu tun haben konnte. Seine Befunde gedachte er im Rahmen seiner Samstagspredigt zu Gehör zu bringen. Seine Gemeinde würde ihn dafür noch mehr achten und lieben.

Fein geworden: Der Diogenes Verlag hat endlich eine neue Website

Die neue Website des Diogenes VerlagsDer in Zürich ansässige Diogenes Verlag war seinerzeit einer der letzten großen Publikumsverlage, der eine eigene Website hatte. Erst seit dem Jahr 2000 kann man den Schweizer Verlag auch online besuchen. Acht Jahre lang hat diese Website überdauert.

Dabei war diogenes.ch am Schluss mit modernen Browsern fast nicht mehr nutzbar. Die Inhalte wurden zwangsweise in einem Popup-Fenster dargestellt, das sich aufgrund der modernen Popup-Blocker oftmals gar nicht mehr öffnete. Und es war fast unmöglich, sich seine Lieblingsbücher oder -autoren per Browser-Lesezeichen zu merken. Auch eine Querverlinkung von anderen Websites war unmöglich.

Aber das ist jetzt vorbei, denn seit heute hat der Verlag endlich eine neue Website.

Folge 76: Pfarrer Menzel hat Angst, von der Kanzel zu fallen

Einmal hatte Pfarrer Menzel Angst, von der Kanzel zu fallen.

Nachgefragt: Was macht eigentlich Shaker Media?

Website Shaker MediaDer Anbieter Shaker Media ist derzeit im Internet bei schreibenden Menschen im Gespräch. In Foren wird über ihn diskutiert, Pressemitteilungen über Bücher »verlegt bei Shaker« häufen sich, es gibt Erfahrungsberichte von Autoren und nicht zuletzt fiel der Anbieter durch eine nicht ganz unumstrittene Mailing-Aktion auf.

Shaker Media bezeichnet sich auf der eigenen Website konsequent als Verlag, und man legt dort großen Wert darauf, dass man kein Zuschussverlag sei. Surft man über die Website www.shaker-media.eu, so stößt man u. a. auf einen Kostenkalkulator, und man gewinnt den Eindruck, Shaker Media sei eher ein Print-on-Demand-Dienstleister. Allerdings wird dieses Wort auf der Website selbst nicht verwendet.

Grund genug also für uns, einmal bei Shaker nachzufragen, wie man sich dort selbst sieht und wie das Geschäftsmodell des Anbieters ausschaut.

Folge 75: Pfarrer Menzel lächelt

Als Pfarrer Menzel während des Predigens die Vorstellung ereilte, dass ihm genau jetzt der Kehlkopf aus dem Halse fallen könnte, versagte für einen Augenblick die Stimme. Aber ein kräftiges Räuspern half über diese Verlegenheit hinweg, ja, Pfarrer Menzel musste sogar unwillkürlich lächeln.

Folge 74: Pfarrer Menzel findet eine Lösung

Ein kurzzeitiges Verschließen des Kopfloches, wo die Backe gewesen, mit der Hand ermöglichte Pfarrer Menzel die fast lautreine Artikulation eines em als auch eines Em, ganz zu schweigen – allerdings ziemlich unerwartet doch erst nach intensivem und teilweise sehr heftigem Üben – von der eines Bes oder sogar Pes. Dabei geriet das zungenlose Predigen allerdings wieder – zum Glück aber nur vorübergehend – in Vergessenheit.