Ein Kommentar von Wolfgang Tischer - Bis gestern Abend kannte ich die Autorin Helene Hegemann und ihren Roman »Axolotl Roadkill« nicht. Allein mit diesem Satz oute ich mich als jemand, der die Kulturteile der deutschen Zeitungen nicht (mehr) liest. Ich erinnere mich rückblickend irgendwo – war es im SPIEGEL? war es im Stern? – beim schnellen Durchblättern ein oder zwei Berichte über eine minderjährige, langhaarige, nicht gerade hässliche Autorin gesehen zu haben. Bessere Homestorys, die mich nicht interessieren, da ich den Automatismus von Verlagsmarketing und Journalisten kenne: Der Verlag bedient mit einem autobiografisch anmutenden Roman die Erwartungen der Presse – und beißt eines der großen Magazine oder Zeitungen an, dann wollen sie sie alle.
So wurde offenbar Helene Hegemann Roman hochgeschrieben, weil eine minderjährige Autorin darin über Drogen und Geschlechtsverkehr mit eindeutigen Worten schreibt, von denen sich die über 30-Jährigen vorstellen, dass das das wahre Leben der Jugend sei, und der fast 50-jährige Maxim Biller warnt kokett in der FAZ in einer lobenden Besprechung die über 30-Jährigen vor der Lektüre. Landauf landab jubeln die Feuilletons.
Doch dann kommt einer dieser bösen »Blogger« (abfällig zu betonen) aus dem »Internet« (mit Ekel in der Stimme vorzutragen) und zeigt, dass die Autorin viele Passagen ihres Werkes einfach abgekupfert hat. Vorbei ist der Kindergeburtstag. Hier klicken und weiterlesen »
Der Twitter-Lyrik-Wettbewerb von literaturcafe.de und BoD (Books on Demand GmbH) geht in die zweite Runde: Ab sofort sind wieder alle aufgerufen, die Spaß am Dichten und Twittern haben, Poesie mit maximal 140 Zeichen zu »zwitschern«. Der Gewinnerin oder dem Gewinner winkt ein iPod Touch. Alle Beiträge werden nach dem Wettbewerb im 2. Twitter-Lyrik-Band veröffentlicht. Der 1. Twitter-Lyrik-Band zum letztjährigen Wettbewerb ist bereits online oder in jeder Buchhandlung erhältlich.
Twitter-Lyrik ist spannend, macht Spaß und bringt witzige, skurrile und durchaus anspruchsvolle Kurz-Poesie hervor. Das hat der erste Twitter-Lyrik-Wettbewerb im Frühjahr 2009 gezeigt. Nach dem unerwarteten Erfolg – mehr als 300 eingesandte lyrische Tweets in nur vier Wochen – heißt es ab sofort wieder »In der Kü liegt die Wü!« Gesucht wird bis zum Tag der Poesie am 21. März 2010 das beste Twitter-Gedicht. Eine Jury aus Literatur-Café- und BoD-Mitarbeitern kürt den Gewinner, der mit einem iPod Touch (16 GB) belohnt wird. Alle Beiträge werden in einem gedruckten Lyrik-Band veröffentlicht.
Machen Sie mit unter www.twitter-lyrik.de »
Am Schluss waren 134 Leute auf der Teilnehmerliste des »Lovelybooks-Events« zu finden. Und tatsächlich war der große Saal des Münchner Literaturhauses am 5. Februar 2010 bis auf den letzten Platz gefüllt.
»Social Web: Der direkte Kontakt zum Leser« lautete der Titel der Veranstaltung. In erster Linie wollten die Lovelybooks-Betreiber Verlagen nahebringen, welche wichtige Rolle das Internet und speziell aktuelle Anwendungen wie der 140-Zeichen-Mitteilungsdienst Twitter und die Vernetzungsplattform Facebook spielen.
Die kostenfreie Veranstaltung stand auch Autoren, Buchhandlungen und »Nur-Lesern« offen, und den Organisatoren ist das fast Unmögliche gelungen: Die sonst bei solchen Tagungen enorm hohe Dichte an Beratern, selbst ernannten Experten und Dampfplauderern war hier nicht zu finden. Hier klicken und weiterlesen »
Dieser Artikel erschien im Original im Weblog der Autorin Nicole Rensmann. Wir veröffentlichen ihn hier mit freundlicher Genehmigung.
In den letzten Tage stoße ich vermehrt auf Interviews, Artikel, Anzeigen von Verlegern, Verlage, die von den Autoren Geld nehmen und auf »Autoren«, die für eine Veröffentlichung bezahlen. Natürlich wird auf diese kleine Unwichtigkeit nicht hingewiesen. Selbst große Zeitungen und Magazine informieren sich nicht mehr, es wird nur der Text aus der Pressemappe übernommen.
Werden Journalisten von großen Magazinen auch nicht mehr bezahlt? Bezahlen sie dafür, dass sie einen Artikel schreiben dürfen, oder wie darf ich das verstehen?
Es ist ein Schlag ins Gesicht jedes seriösen Verlags, wenn sich große Magazine nicht über den Verlag informieren, der weder Werbung noch ein Lektorat bietet, aber vierstellige Summen für eine Veröffentlichung verlangt. Und es ist ein Stich ins Herz, wenn Rezensionen geschrieben und Pressemitteilungen verfasst werden, über Bücher von Menschen, die sich als Autor bezeichnen möchten und dafür gerne einen vierstelligen Betrag bezahlen. Hier klicken und weiterlesen »
Lohnt es sich, im Januar 2010 noch das SONY PRS-600 eBook-Lesegerät zu besprechen, das im Oktober 2009 auf den deutschen Markt kam?
Drei Monate sind keine lange Zeit, doch das Tempo, mit dem Amazon, Microsoft, Samsung und andere fast täglich neue eBook-Reader ankündigen, können selbst ein neues Gerät schon ganz schön alt aussehen lassen.
Anderseits muss man sich fragen, wie SONY mit dem Vorgängermodell PRS-505 im Jahre 2009 in Deutschland ein neues Lesegerät für digitale Texte präsentiert, bei dem selbst die rudimentäre Suchfunktion fehlt. Da wirkt bereits die Produktpolitik veraltet.
Das PRS-600 verspricht gegenüber dem Vorgängermodell eine Suchfunktion, man soll im Text endliche Anmerkungen und Notizen erfassen können und es hat einen Touchscreen.
Zudem sind beide SONYs derzeit so gut wie die einzigen Lesegeräte, die tatsächlich in vielen Buchhandlungen und Elektronikmärkten vor Ort vorrätig sind. Daher lohnt ein Blick. Hier klicken und weiterlesen »
Die virtuelle Bücher-Diskussionsrunde Lovelybooks lädt zu einer Veranstaltung im realen Leben ein. Unter dem Titel »Social Web: Der direkte Kontakt zum Leser« geht man am 5. Februar 2010 im Literaturhaus München der Frage nach, wie man im und übers Internet die Leser erreicht. Die Veranstaltung richtet sich an Verlage, Autoren, Buchhandlungen – und an interessierte Leser.
Die Teilnahme an dieser eintägigen Veranstaltung ist kostenlos und laut Lovelybooks sind noch einige Plätze zu vergeben. Am besten also gleich über die Infoseite von Lovelybooks anmelden. Dort sind auch die bislang registrierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer gelistet. Das Literatur-Café ist ebenfalls vor Ort und auch die anderen Teilnehmer versprechen einen regen Austausch zum Thema. Hier klicken und weiterlesen »
Das Literatur-Café wünscht Ihnen ein glückliches, erfolgreiches und gesundes Jahr 2010! Wie in den Vorjahren werfen wir am 1. Januar einen ganz persönlichen Blick zurück auf das vergangene Jahr.
Die bestimmenden Themen 2009 waren eigentlich die des Vorjahres 2008: Was bedeutet die Digitalisierung für Verlage und Buchautoren? Welche Rolle spielen Amazon, Google und Apple auf dem eBook-Markt? Welchen Veränderungen muss sich das Urheberrecht stellen?
Und obwohl es dank der Print-on-Demand-Dienstleister mittlerweile möglich ist, sein eigenes Buch für 0 Euro gedruckt auf den Markt zu bringen, zeigten auch 2009 zahlreiche eMails mit Hilferufen und Nachfragen an unsere Redaktion, dass Zuschussverlage nach wie vor mit großen Versprechungen und wohlklingenden Namen Autoren zur Kasse bitten. Einer davon missbrauchte 2009 sogar dreist und unverfroren den Namen Elke Heidenreichs, um Autoren zu täuschen.
Klicken Sie hier und lesen Sie unseren Jahresrückblick 2009 »
Nicht nur Talkmaster Norbert Joa war überrascht und plötzlich sprachlos. »Oh«, meinte er nur, als Elke Heidenreich im Oktober 2009 in einer Radiosendung des Bayerischen Rundfunks fast beiläufig und dennoch selbstverständlich das Ende ihrer Sendung »lesen!« im Internet verkündete.
Heidenreich: »Das Netz ist noch nicht jedermanns Ding. Und die Leute, die ZDF gucken, weiß man, die sind in der Regel älter und das sind nicht unbedingt die, die durchs Netz surfen, die habe ich natürlich alle verloren. Ich krieg’ jetzt ein paar Junge dazu, aber das alles strengt mich auch enorm an, was ich da mache. Ich mache das jede Woche. So viel kann man gar nicht lesen und ich habe mir auch vorgenommen, zum Jahresende damit aufzuhören.«
Der Start im Netz verlief seinerzeit wesentlich lauter. »Das Fernsehen ist ein Auslaufmodell«, verkündete litCOLONY-Macher Werner Köhler damals. Für das Ende 2008 gestartete Literaturportal sollte Elke Heidenreich das Zugpferd werden.
Doch die literarischen Internet-Neulinge vom Rhein hatten das Internet noch nicht verstanden und machten so ziemlich alles falsch, um schließlich Elke Heidenreich ein gutes Jahr später im Netz zu versenken. Hier klicken und weiterlesen »

Foto: Birgit-Cathrin Duval
Fast schon wie ein Naturgesetz landete Frank Schätzings neuer Roman »Limit« gleich nach Erscheinen ganz oben auf der Bestsellerliste. Doch kann man das 1.320-Seiten-Monster wirklich lesen? Birgit-Cathrin Duval hat damit nicht nur physische Probleme, die sie in diesem Beitrag beschreibt.
Seit einigen Wochen quäle ich mich. Überwiegend im Bett. Schuld daran ist Frank Schätzings neustes Werk »Limit«. Eigentlich ist es dem Leser nicht zumutbar. Denn wie, bitteschön, soll man den 1,2-Kilogramm-Brocken nur halbwegs handlich lesen können ohne sich Muskelkrämpfe zuzuziehen? Wo bleibt da das Lesevergnügen? Der Verlag hätte gleich eine Lesestütze mitliefern sollen. Denn der Wälzer biblischen Ausmaßes – immerhin 1.320 Seiten – liest sich nunmal nicht in einigen Tagen.
Das Format ist wirklich eine Qual. Aber nicht nur das, wie hier zu lesen sein wird. Hier klicken und weiterlesen »
Isa Schikorsky hat ein feines, kleines und nützliches Buch für Prosa-Autorinnen und -Autoren geschrieben, welches exakt das enthält, was sein Untertitel verspricht: 50 Tipps zum Schreiben und Veröffentlichen. Mit den Rubriken »Schreibtipps für Erzähltexte«, »Erste Schritte auf dem Literaturmarkt«, »Professionell in Formfragen«, »Aspekte der Verlagssuche« und »Literatur zum Schreiben und Veröffentlichen« sind nahezu alle wichtigen Aspekte beleuchtet.
Isa Schikorsky, die als Autorin und freie Lektorin arbeitet, schreibt wunderbar verständlich, und da bei 50 Tipps auf 132 Seiten einige Themen nicht länger als eine Seite behandelt werden, gibt die Autorin wertvolle und hilfreiche Literaturhinweise zum Weiterlesen – oder rät, wenn es angebracht ist, auch von zweifelhafter Ratgeberliteratur ab.
Natürlich dürfte erfahrenen Autorinnen und Autoren vieles von dem, was Schikorsky beschreibt, bekannt sein. Das Buch ist in erster Linie für Schreibanfänger ideal, doch gibt es auch erfahrenen Autoren neue Impulse oder bringt einige Dinge wieder ins Bewusstsein. Hier klicken und weiterlesen »