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Jahresrückblick Self-Publishing: Zahlen, Fakten und Gerüchte 2012

Fake-Rezension bei amazon.deXander Morus gehört nicht zu den Selfpublishern, die ganz oben in Amazons Kindle-Bestsellerliste stehen. Und dennoch verkauft er seine selbstverlegten E-Books stetig und mit Erfolg. Von seinen Erfahrungen hat Xander Morus in diesem Jahr in zwei Beiträgen für das literaturcafe.de berichtet, die auf großes Interesse stießen.

Kurz vor Jahresende wirft der Autor von Horrorgeschichten und Thrillern einen ganz persönlichen Blick auf die Selfpublishing-Szene und wie der Kampf der Selbstverleger um die begehrten Bestsellerränge immer härter wird.

Roger Willemsen: »Das Internet gehört zu dem, was nicht mehr pfändbar sein sollte«

Roger WillemsenNoch eine Stunde, dann wird Roger Willemsen auf der Bühne stehen und dem Publikum sein neues Buch »Momentum« präsentieren.

Wolfgang Tischer vom literaturcafe.de spricht mit dem Autor vor seinem Auftritt über die besonderen Momente im Leben.

Zunächst aber geht es um die Antwort auf eine vor langem gestellte Frage zum Thema Urheberrecht.

Plötzlich Verleger: WDR-Bericht übers Self-Publishing und den Wandel der Verlagsbranche

Screenshot-Ausschnitt auf wdr.deWelchen Einfluss hat die Digitalisierung auf die Buchbranche und wie reagieren Autoren, Verlage und Dienstleister auf diese Veränderungen?

Insa Moog hat dazu für einen Beitrag auf wdr.de fast eine Stunde Wolfgang Tischer befragt, den Herausgeber des literaturcafe.de. Nun ist ihr lesenswerter Artikel online, der die Quintessenz des Gesprächs sehr gut zusammenfasst.

Ebenfalls zitierte wird Rita Bollig, die beim Lübbe Verlag den Bereich Bastei Entertainment verantwortet.

Bis zum 6. Januar 2013: Amazon verschenkt wieder E-Books

Kindle Gratistage 2012Amazon verschenkt auch in diesem Jahr wieder E-Books. Vom 25. Dezember 2012 bis zum 6. Januar 2013 gibt es jeweils ein E-Book für einen Tag gratis zum Download. Eine Ausnahme ist der 25. Dezember, an dem gleich 5 Bücher kostenlos zu haben sind.

Wer an Weihnachten einen Kindle geschenkt bekam, der kann also sein Lesegerät gleich mit 17 Titeln befüllen. Der Besitz eines Kindle-Gerätes ist jedoch keine Voraussetzung. Wer bei Amazon registriert sind, kann die Bücher mithilfe der kostenlosen Lese-Apps auch auf iPad und Co oder sogar auf dem PC lesen.

Vom Thriller übers Kochbuch bis hin zum Liebesroman wird für jeden was dabei sein.

Tipps: Was schenkt man literarisch interessierten Menschen und denen, die ’s nicht sind?

GeschenketippsWas schenkt man literarisch interessierten Menschen und denen, die ’s nicht sind? Und was schenkt man als literarisch interessierter Mensch?

Wir haben für Sie ein paar Tipps zusammengestellt. Viele Empfehlungen haben wir in diesem Jahr im literaturcafe.de ausführlich vorgestellt, anderes liegt noch auf den Schreibtischen der Redaktion und kommt gerade Recht als Geschenketipp.

Noch ist es nicht zu spät, sodass Sie losziehen und die Dinge erwerben können. Sofern Sie überhaupt noch losziehen und nicht online bestellen, um sich überfüllte Einkaufszentren zu ersparen.

Gekonnt geschrieben, gekonnt übersetzt: Marie-Sabine Roger: Der Poet der kleinen Dinge

Marie-Sabine Roger: Der Poet der kleinen DingeDas vorletzte Mal, dass ich Tränen gelacht hatte, war bei der Lektüre von Horst Evers, als der Ich-Erzähler in einer Bäckerei Zeuge wird, wie ein Kunde ein »Brot von Gestern« für den kommenden Tag vorbestellen will. Gelacht habe ich, weil es so absurd wie komisch ist.

Rogers »Poet der kleinen Dinge« ist überhaupt nicht absurd, aber höchst komisch, und brachte mich immer wieder zum lauten Lachen, selbst beim Vorlesen konnte ich mich nicht beherrschen.
Zentrale Figur ist »Roswell« – rein äußerlich betrachtet ein »menschliches Monstrum«, dem »ein paar Schaltstellen« fehlen und der deshalb in einer »Parallelwelt« lebt – angeblich.

Das Netz 2012: Netzpolitischer Jahresrückblick mit bunten Bildern

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Von iRights organisierte Diskussion auf der Buchmesse 2012 zum Thema Urheberrecht mit Rowohlt-Geschäftsführer Peter Kraus vom Cleff, Matthias Spielkamp (iRights) und Sascha LoboErinnern Sie sich noch? Damals. Als man oftmals polemisch und voller Angst übers Urheberrecht »diskutierte«?

Ja, es war erst in diesem Jahr gewesen – und scheint bereits wieder vergessen. Aber das Thema ist nicht vom Tisch.

»Das Netz 2012« fasst die wichtigsten netzpolitischen Diskussionen als buntes Magazin zusammen. Gleichzeitig ist es die erste Publikation des neuen iRights media Verlags.

Textkritik: Wenn der Frost nach Sommer schmeckt

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Riechst du es? Im Herbst kochen die Frauen
Apfelmus ein. Es wärmt bis zum
Nächsten Frühjahr ihnen die Bäuche von
Innen. Selbst der Frost
Schmeckt damit nach Sommer.

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Der Blick von der Burg reicht in die Hinterhöfe, in denen die Tage wie Scheite gestapelt liegen.
Aus den Gärten riecht es nach Grillkohle und Petersilie und Wäsche, die Stimmen der Alten klingen laut über die Hecken, und der Wetterhahn zeigt niemals nach Westen, weil ihm ein Arm fehlt.
Ich denke mit den Fingerspitzen auf Mauersteinen; Namen wie Basalt, Ammonith und Porphyr scheinen flüchtig auf, und ich kann sie nicht zuordnen, wie auch Ulme, Erle und Pappel nur Worte sind. Was ich sehe, sind Mauersteine und Laubbäume, und ich denke, wenn ich zwischen der Wäsche, dem Wetterhahn und den Alten geboren wäre, wüsste ich mehr.

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Zwischen diesen Halmen habe ich nicht gesessen seit jenem ersten Jahr, als die Stammtische noch keine Gesichter hatten und das Schnauben der Pferde mein städtisches Ohr erschreckte. In den Sommern las ich Spuren auf den geteerten Straßen und senkte meine Zehen in die gemalte Landschaft. Hier ist der Himmel stets blau und manchmal eine Lüge; mit der Uhr am Handgelenk bestimme ich die tatsächlichen Sonnentage, lese sie ab an der wintergebliebenen Haut unterm Gehäuse.
Mit den Füßen schreibe ich Zeichen ins Gras beim Feuer, das ist für die Kinder, und Hände tragen die Wörter zu mir, während am Bogen meines Daumens die Sonne aufgeht.

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Ich sortiere die Wäsche und sammle: aus den aufgekrempelten Hosenbeinen Blätter und Steinchen, aus dem Hemdtaschen Bleistifte, vom Mantelkragen Altweiberhaar.
Ich sammle, und lege: über den Ginster das Haar, die Bleistifte neben das Telefon, die Blätter auf die Schwelle, die Steinchen ins Fenster.
Ich mache die Wäsche und gieße die Blumen. Spüle den Milchtopf aus. Hänge das Geschirrtuch über die Stuhllehne. Seit ich zurück bin, atme ich flacher. Also halte ich still jetzt, die Hände, die Füße, den Kopf.

© 2012 by Kati Fränzel. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

Zusammenfassende Bewertung

Ein wunderbarer Text!
Man wird förmlich hineingesaugt in die Stimmung durch Sprache und Rhythmus, und am Schluss hält man ebenfalls still und rätselt darüber, was einem gerade widerfahren ist. Das ist eigentlich mehr wert als 5 Brillen … Chapeau!

Die Kritik im Einzelnen

Die Eingangsfrage richtet sich an den Leser, sozusagen einen Ortsunkundigen – oder spricht hier der Erzähler mit sich selbst? Dieses Gedicht in freien Rhythmen umfasst Hören, Riechen, Fühlen und Schmecken, alle vier Jahreszeiten, und analog zu diesen treibt das Gedicht dank der Enjambements zügig voran: Kurz, konzentriert, knapp: vorbildlich! zurück

Da der folgende Irrealis wäre von Haus aus zeigt, dass darüber nachgedacht wurde, ist die Floskel ich denke überflüssig. zurück

Hier werden erneut die Sinne angesprochen: Sehen, Riechen, Hören – und Fühlen, was hier als denke[n] mit den Fingerspitzen auf den Mauersteinen beschrieben wird, überraschend, aber logisch: Der Tastsinn verrät dem Ortskundigen mehr als eine wissenschaftlich Beschreibung der Stein- und Baumsorten. Zudem wird hier erstmals deutlich, dass der Erzähler kein von Haus aus Ortskundiger ist, sondern sich das erarbeiten musste. Sprachlich einfach überzeugend. zurück

Ich möchte nicht weiter auf diesen Abschnitt eingehen als: Was hier durch die lyrische Sprache an Stimmung erzeugt wird von heimelig über befremdlich bis wehmütig-resignierend, das ist einfach großartig! zurück

Ortskunde im kleinen – alles hat seinen Platz, aber es ist eng daheim, denn der Atem geht flacher. Verschiedene Orte galt es zu erkunden, den großen realen, den der Erinnerung und die kleine eigene Burg. zurück

Freude an Quisquilien: Fee Katrin Kanzler im Video-Interview

Fee Katrin Kanzler im Interview»Die Schüchternheit der Pflaume« heißt der Debütroman von Fee Katrin Kanzler, erschienen bei der Frankfurter Verlagsanstalt. Für langjährige Besucher des literaturcafe.de ist die junge Schriftstellerin keine Unbekannte, denn wir haben bereits von ihr selbst gelesene Gedichte veröffentlicht.

Die Lyrikerin ist ihrem Debütroman deutlich anzumerken. Es dominieren Sprache, Beobachtungen, Bilder, Gefühls- und Situationsbeschreibungen. Ein Roman ohne Handlung?

»Ein Roman ohne Action!«, berichtigt die Autorin in unserem Video-Interview.

Charles Dickens: »Weihnachtslied in Prosa« als kostenloser MP3-Download

Charles Dickens: Weihnachtslied - präsentiert von dtv und literaturcafe.de»Marley war tot …« – so beginnt eine der berühmtesten und beliebtesten Weihnachtserzählungen der Weltliteratur.

Britta Mümmler hat das »Weihnachtslied in Prosa« von Charles Dickens neu übersetzt und Daniel Müller hat es wunderbar illustriert. Erschienen ist die Neuausgabe bei dtv.

In Zusammenarbeit und mit freundlicher Unterstützung des Deutschen Taschenbuch Verlags präsentieren wir Ihnen Dickens Weihnachtslied in Prosa als MP3-Hörbuch.

Die ungekürzte, fast vierstündige Hörversion wird von Wolfgang Tischer gelesen und steht für Sie kostenlos als Download bereit.

Literarischer Kalendertipp (II): Büchermenschen Schwarz auf Weiß

Kalender: Schwarz auf WeißDer Kalender mit erotischen Fotos von Buchhändlerinnen erschien leider nur ein einziges Mal. Doch Buchhändler Wolfgang Zwierzynski aus Tübingen scheint ein adäquater Ersatz als Coverboy, wie er da lasziv auf der Bank vor seiner Buchhandlung liegt.

So allerdings, betont Zwierzynski, treffe man ihn in seiner Buchhandlung eher nicht an, so lag er nur Modell für den Fotografen Burkhard Riegels, der für den opulenten Kalender 25 Büchermenschen aus Baden-Württemberg porträtierte.

Kommentar: Plagiatsvorwürfe gegen Martina Gerckes »Holunderküsschen«

Martina Gercke liest aus »Holunderküsschen«Die deutsche Selfpublisher-Szene scheint ihren Skandal zu haben, der obendrein noch alle Vorurteile über Selbstverleger zu bestätigen scheint.

Martina Gercke soll sich für ihren Bestseller »Holunderküsschen« bei mehreren anderen Büchern bedient haben, so lautet der Vorwurf. Die Beweislage scheint erdrückend. Buchmarkt stellt Textstellen aus Gerckes Roman Ausschnitten aus Sophie Kinsellas »Sag’s nicht weiter, Liebling« (Goldmann Verlag) gegenüber.

»Was meinst du dazu?«, werde ich aktuell gefragt, nachdem ich im Sommer mit Martina Gercke über ihren Erfolg gesprochen habe. Aber was soll man sagen?

Timur Vermes im Interview: Er ist wieder da – Adolf Hitler ist nicht komisch

Timur Vermes war Ghostwriter und textete unter anderem für Michael Hirte. Nun ist bei Eichborn sein erster Roman »Er ist wieder da« erschienen, der es im November 2012 bis auf Platz 2 der SPIEGEL-Bestsellerliste schaffte.

Diesmal hat Vermes seine Stimme einer ganz besonderen historischen Gestalt geliehen: Adolf Hitler. Denn der wacht plötzlich im Berlin des Jahrs 2011 wieder auf, als hätte es die Jahre und das Ende im Bunker nie gegeben.

Rasch ist der Führer wieder beim Volk beliebt, doch nicht als Politiker, sondern als Comedian. Das Showbusiness ist für Hitler eine logische Lösung, mein Vermes in Videointerview.

E-Book-Schizophrenie: Bringen Selbstverleger die Buchpreisbindung ins Wanken?

Wird die Preisbindung von Selbstverlegern zerschlagen?Eine interessante Debatte wurde angestoßen: Gilt die Buchpreisbindung auch für Selbstverleger? Bislang lautete die Antwort: ja. Dies deckt sich mit der Aussage des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, die wir von der dortigen Rechtsabteilung für unseren Ratgeber erhalten haben. Auch phantanews.de veröffentlicht eine so zu interpretierende Aussage des Vereins vom Januar 2012.

Doch Ansgar Warner von den e-book-news.de hat im offiziellen Kommentar zum Preisbindungsgesetz nachgesehen und stellt fest, dass Selbstverleger von der Preisbindung ausgenommen seien, was selbstverständlich auch für E-Book-Selfpublisher gelten müsse.

So einfach ist das nicht, antwortet der Börsenverein darauf sinngemäß und wirkt unkoordiniert und verwirrt – oder schlichtweg von den aktuellen Entwicklungen überrannt.

Was stimmt also nun – und wer bestimmt, was stimmt?

Nur bis Montag: Amazon verkauft den Kindle Fire 30 Euro günstiger

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Nur 4 Tage lang gibt es den Kindle Fire 30 Euro günstigerErstaunliche Rabattaktion: Amazon verkauft den Kindle Fire ganze 30 Euro günstiger – aber nur 4 Tage lang. Statt 159 Euro kostet das Gerät nur 129 Euro. Das Angebot endet am Montag, dem 26. November 2012.

Wer mit dem Kauf eines Kindle Fire liebäugelt, sollte also bei diesem Nachlass rasch zuschlagen und bestellen.

Der Kindle Fire ist quasi der kleine Bruder des von uns getesteten Kindle Fire HD. Wir erläutern, wo die Unterschiede bei den Geräten liegen und wer das Angebot nutzen sollte.