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feine post zum reinweinen von horst, hund und brodt

host, hund und brodt - nur die Postkarte, das Buch ist im Papier darunter eingewickeltEs steckt vieles im Briefkasten der Redaktion und immer viele Bücher. Man freut sich über die, die man angefordert hat, was selten passiert (das Anfordern, nicht das Freuen).

Und da sind die, die man nicht angefordert hat, die man aus dem Umschlag nimmt und deren Cover bereits verkündet, dass man sie nach dem Lesen des ersten Satzes weglegen wird. Aber wohin?

Und dann einer der raren Momente, in denen das Auspacken bereits Poesie ist und inmitten des Papiers Lyrisches schläft.

Textkritik: Beklemmend, stimmig – vielleicht ein Anfang

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Die Knöpfe waren aus Perlmutt. Hätte die Bluse keine Knöpfe gehabt, dann wäre das alles nicht passiert. Manchmal wünschte Luise, sie hätte die Finger von der Bluse gelassen. Es war Mai und schönster Frühling, aber auch das war keine Entschuldigung. Sie war gerade dabei, die Kaschmirpullover nach Größen zu sortieren und zu ordentlichen Stapeln aufzutürmen, zum dritten Mal an diesem Vormittag. Da stand plötzlich Frau Witte neben ihr und forderte Luise auf, sich zu den Personalräumen zu begeben. Es sei dringend, sagte sie, und ihre Augen blitzten bösartig, obwohl sie mit den Lippen lächelte; das konnte nichts Gutes bedeuten. Vor ihrem Spind standen zwei Herren, die dort definitiv nichts zu suchen hatten. Dieses war der Pausenraum für die Verkäuferinnen. Hier bewahrten sie nicht nur ihre Siebensachen auf, sondern führten auch die wichtigsten Gespräche, tauschten die neuesten Nachrichten aus und meckerten über Kollegen, die sie nicht leiden konnten. »Hallo, Frau Barringa!« begrüßte sie der Personalleiter, obwohl sie sich an dem Tag schon begegnet waren. Er war ungefähr in dem Alter ihres Sohnes und trug im Geschäft nichts anderes als graue Anzüge – tagein, tagaus denselben Schnitt und dieselbe Farbe. Auch seine Haare sahen immer gleich aus, obwohl er sie jeden Morgen mit Gel durchknetete. Einmal war sie ihm in der U-Bahn begegnet und hatte ihn in seiner Freizeitkleidung fast nicht erkannt. Doch heute war er wieder wie aus dem Ei gepellt und erinnerte sie an einen Fußballspieler, der aus Versehen eine Krawatte trug. Neben ihm stand Charlie, der Sicherheitsmann, dem sie kürzlich noch dabei geholfen hatte, ein Formular für seine Steuererklärung auszufüllen. Er war zwar nicht der Gescheiteste, aber immer freundlich. Umso befremdlicher fand sie es, dass er sie jetzt nicht ansah, sondern ohne jegliche Befugnis an ihrem Spind herumfummelte. »Was soll denn das?« fragte sie, obwohl sie es schon ahnte. »Würden sie das bitte einmal aufmachen?« bat sie der Personalleiter in einem höflichen und zugleich strengen Ton. Er gab Charlie durch eine Handbewegung zu verstehen, dass er von der Tür zurücktreten solle, was dieser nur widerwillig tat. Sie fingerte das Bändchen mit der Chipkarte aus ihrem Halsausschnitt und steckte die Karte in den Schlitz, so dass der Spind mit einem knackenden Geräusch aufsprang. Dann trat sie selbst zwei Schritte zurück und stellte sich neben Charlie, während der Personalleiter nach der Tüte griff und hineinschaute. Er sah erst Charlie an und dann sie. In diesem Moment betrat Frau Witte den Pausenraum und ihr billiges Parfüm schlug Luise sofort auf den Magen. »Danke, Charlie, ich brauche Sie nicht mehr!« sagte der Personalleiter und wandte sich dann Luise zu: »Sie dürfen wieder abschließen, Frau Barringa, und dann folgen Sie mir bitte!« Auf dem Weg zu seinem Büro, das sich zwar auch im dritten Stock, aber am anderen Ende des Flurs befand, biss sie die Zähne zusammen und kämpfte gegen die Übelkeit an, die es ihr unmöglich machte, ein Wort herauszubringen. Sonst hätte sie vielleicht schon laut protestiert oder dem Kerl die Meinung gesagt, aber das ging nicht und sie trottete ihm hinterher wie ein Lamm dem Mutterschaf. Er hielt ihr die Tür auf und deutete auf den Besucherstuhl. »Bitte, nehmen Sie Platz!« Er leerte die Tüte über seinem Schreibtisch aus und das Corpus delicti kam zum Vorschein. Bei der folgenden Unterredung lag die Bluse mit den Perlmuttknöpfen zwischen ihnen, und sie konnte nur mit Mühe den Reflex unterdrücken, das feine Material hochzuheben und auf den Bügel zu hängen, der ebenfalls aus der Tüte gefallen war; Seide knitterte doch so leicht. »Tja, Frau Barringa …« begann der Personalleiter, machte jedoch keine Anstalten, seine Rede fortzusetzen, als sprächen die Tatsachen für sich. Entweder genoss er diese Situation, oder sie war ihm genauso peinlich wie ihr – sie wusste es nicht. Ihre Eingeweide spielten verrückt. »Möchten Sie vielleicht etwas sagen?« »Mir ist schlecht!« »Kann ich Ihnen etwas bringen, ein Glas Wasser vielleicht?« »Danke, aber … ich wollte die Bluse nicht entwenden, wirklich nicht! Ich arbeite doch heute nur bis mittags und dann wollte ich sie bezahlen!« Der Personalleiter griff nach dem Preisschild, das mit einem Bindfaden an einem der Knöpfe befestigt war. Er seufzte, als fände er es schade, dass die Bluse nur fast bezahlt worden war. Oder nur fast gestohlen. War das nun Diebesgut oder hinterlegte Ware? Das lag jetzt an ihm. »Es tut mir leid, Frau Barringa, aber wir haben unsere Vorschriften! Sie wissen, dass Sie ein Kleidungsstück nur aus dem Verkaufsraum entfernen dürfen, wenn es an der Kasse registriert worden ist. So wie die Dinge liegen, müssen wir davon ausgehen, dass Sie diese Damenbluse stehlen wollten, und das können wir leider nicht hinnehmen. Ich muss Sie daher bitten, Ihren Arbeitsplatz zu verlassen und Ihre Chipkarte bei Frau Witte abzugeben! Sie werden von uns ein Kündigungsschreiben erhalten, auf eine Anzeige werden wir vorläufig verzichten. Bis auf diesen Vorfall haben Sie sich nichts zu schulden kommen lassen, aber ich muss trotzdem ein Hausverbot aussprechen – so ist das nun einmal!« Ihr Magen zog sich rhythmisch zusammen und sie spürte das Blut hinter ihren Schläfen pulsieren, aber sie riss sich zusammen und erhob sich von dem Stuhl. Irgendwie gelang es ihr, den Flur aufrechten Ganges zu durchschreiten und sich in den Pausenraum zu begeben, wo sie unter den Augen von Frau Witte ihren Spind räumte und ihre Handtasche packte. Das Bändchen mit der Chipkarte legte sie auf den Tisch und ihre Vorgesetzte nahm es wortlos an sich. Die Tüte, in der sich die fast gestohlene Bluse befunden hatte, diente als Tragetasche für ihren Kaffeebecher, ihre Nadeldose und Schminkutensilien. Den kleinen Spiegel legte sie an Heddas Platz neben die leere Frühstücksdose. Das war ihr Abschiedsgeschenk. Der Gedanke an ihre liebste Arbeitskollegin trieb ihr die Tränen in die Augen, aber solange Frau Witte neben ihr stand, würde sie nicht weinen – den Gefallen würde sie ihr nicht tun! Dieser hageren Frau mit ihrer Lederhaut und den kalten Augen gönnte sie nicht den kleinsten Triumph. Während Frau Witte sie mit einem selbstgefälligen Gesichtsausdruck beobachtete, raffte Luise ihre Habseligkeiten zusammen und vermied jeden Blickkontakt. Dann verließ sie das Kaufhaus, in dem sie zwanzig Jahre lang gearbeitet hatte, durch die Hintertür.

© 2013 by Meike Cuddeford. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

Zusammenfassende Bewertung

Eine stimmige Erzählung mit geringfügigen sprachlichen Mängeln.
Könnte nach Korrektur ein gelungener Anfang sein für einen Roman.

Die Kritik im Einzelnen

Dieser Text benötigt weder ein zweite Überschrift noch diese übliche und leider weit verbreitete, aber hilflos Spannung erzeugen wollende Einleitung – das kann alles komplett entfernt werden, ohne dass dem Text etwas fehlte: Niemand würde es vermissen! zurück

Ha: DAS wäre ein guter Beginn nach, weil nach dem Kitschfrühling völlig überraschend eine Entschuldigung folgt: Wofür? Warum? DAS macht neugierig! Dagegen haben Perlmuttknöpfe keine Chance! zurück

Es wäre sinnvoller, den vorhergehenden Satz mit Luise zu beginnen (statt mit Sie): dann wäre der Zusammenhang eindeutig; die erst hier mit Luise angesprochene Person könnte eine dritte sein. zurück

Der Nachsatz wiederholt, was vorher bereits durch den Augen-Lippen-Kontrast gesagt wurde: Also? Eben: Streichen! zurück

Der Zusammenhang bleibt mir verschlossen: Die Frisur ist doch wohl deswegen immer gleich, weil er sie jeden Morgen mit Gel durchknetete – oder täusche ich mich da? zurück

Was fummelte der da? Und warum? Klar kann ein Sicherheitsbeauftragter jeden Spind öffnen, wenn die Polizei das will! Nach Luise wurde aber gerufen, er konnte doch beruhigt abwarten, bis sie angekommen war! Ich würde das kürzen, es reicht doch, dass er Luise nicht ansah. zurück

Hier schleicht sich überflüssigerweise Nominalstil ein: Der Ton wird nicht benötigt: bat sie der Personalleiter höflich und zugleich streng. zurück

Wenn Frau Witte nicht zwischenzeitlich sich parfümiert haben sollte: Warum bemerkt Luise den Geruch erst jetzt und nicht schon bei der ersten Begegnung? Besser: streichen – die Anwesenheit dieser Person reicht doch wohl, um ihr auf den Magen zu schlagen … zurück

Welche Meinung denn? Luise weiß doch ganz genau, was sie angestellt hat, kennt die Regeln! Sie fühlt sich ja schließlich unwohl! Soll hier der Leser in die Irre geführt werden, so, als hätte der Personalchef hier einen Fehler gemacht? Würde ich streichen! zurück

Das darf fehlen – dass die Bluse zwischen ihnen liegt, ist an sich logisch: Schließlich geht es doch um genau diese! zurück

Sollte sie nicht besser erst die Chipkarte abgeben (nach der Spindentleerung) und dann den Arbeitsplatz verlassen? Scheint mir logischer … zurück

Hauptsätze, die mit und verbunden sind, sollte man sinnvollerweise durch Komma trennen (Das war schon immer so, das ist keine Erfindung der Neuen Rechtschreibung! Eine Regel, dass vor und nie ein Komma steht, hat es nie gegeben …) – besonders dann, wenn sonst beim Lesen Unsinn entsteht wie in diesem Fall: Das Bändchen mit der Chipkarte legte sie auf den Tisch und ihre Vorgesetzte zurück

Auch hier stört der Nominalstil mit einem selbstgefälligen Gesichtsausdruck. Ein selbstgefälliges Knieschlackern kann es ja wohl kaum sein – und das Adjektiv selbstgefällig reicht vollkommen: Während Frau Witte sie selbstgefällig beobachtetezurück

Amazon: Neuer Kindle Paperwhite kommt am 9. Oktober 2013 – Kleiner Kindle für nur 49 Euro

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Der neue Kindle Paperwhite (Foto: Amazon)Amazon hat eine neue Modellgeneration des Kindle Paperwhite angekündigt. Die überarbeitete Version des beleuchteten E-Readers kann ab sofort vorbestellt werden. Das WLAN-Modell erscheint am 9. Oktober, die 3G-Mobilfunkversion folgt am 6. November 2013 – und somit rechtzeitig vor Weihnachten.

(Nachtrag: Im literaturcafe.de finden Sie mittlerweile einen ausführlichen Test des neuen Kindle Paperwhite vom Herbst 2013.)

Laut Amazon sollen die neuen Geräte u. a. eine schärfere und kontrastreichere Darstellung und schnelleres Umblättern bieten. Auch die Beleuchtung – ein häufiger Kritikpunkt an der ersten Paperwhite-Generation – soll verbessert worden sein.

Softwareseitig wartet der neue Paperwhite mit einer »Seite-in-Seite-Darstellung« auf.

Ilija Trojanow und Christian Muhrbeck: Mehr Bulgarien als im Baedeker

Wo Orpheus begraben liegt von Ilija Trojanow und Christian Muhrbeck»Der Weltensammler« aus dem Jahr 2006 hat ihn bekannt gemacht: Ilija Trojanow. Er schreibt über Reisen und Reisende. Zusammen mit Juli Zeh verfasste er zudem ein Buch gegen den Überwachungs- und Sicherheitswahn der Staatsmacht.

Ilija Trojanows Familie stammt aus Bulgarien. Dorthin reiste er mehrfach, und sein Buch »Wo Orpheus begraben liegt« erzählt von diesem Land am Rande Europas.

Von Christan Muhrbeck stammen die Fotos in diesem Buch, und Bernhard Horwatitsch hat es sich angesehen und gelesen.

Winteräpfel-Video: Wenn Romanfiguren wandern

James Purdey (Egon Klauser)Vor 10 Jahren erschien »Winteräpfel« von Heidi Knoblich in der ersten Auflage. Bis heute wird das Buch als gebundene Ausgabe verkauft. Ein historischer Roman der Feldberggegend, der nebenbei die Geschichte des Schwarzwaldtourismus erzählt.

Der Stil des Buches ist karg und direkt, wie die Hochmoorlandschaft auf dem höchsten Berg des Schwarzwalds – doch basierend auf der wahren Geschichte Fanny Mayers entwickelt der Roman einen eigenwilligen Lesesog.

Doch der Roman lässt sich nicht nur lesen, sondern auch erwandern. Wolfgang Tischer vom literaturcafe.de war mit den Romanfiguren auf dem Feldberg unterwegs.

Deathbook: Rowohlt und Andreas Winkelmann bringen den Tod 3.0

DeathbookKann man eine Geschichte so erzählen, dass dies nur im und mit Internet möglich ist? »Netzliteratur« nannte man das, und darüber wurde Ende der 1990er-Jahre heftig diskutiert. Bereits 1998 führte das literaturcafe.de ein Experiment durch, in dem eine fiktive Web-Geschichte mit der realen Welt verschmolz und die Leser Einfluss auf die Handlung nehmen konnten und sogar Teil davon wurden.

Fast 15 Jahre später wagt sich ein großer Publikumsverlag an ein ähnliches Experiment. Der Autor Andreas Winkelmann hat mit »Deathbook« für den Rowohlt Verlag einen Thriller konzipiert, der Facebook, Twitter und Blogs nicht wie sonst üblich als Marketingschnickschnack benutzt, sondern die Online-Kanäle aktiv in die Handlung integriert. Die Leser werden Teil von ihr.

Virginia Ironside: Zu dumm für den Seniorenteller?

Ironside-Seniorenteller»Sag mal, du kennst dich doch mit Literatur aus?« fragte mich meine Nachbarin. »Ja, schon, wieso?« – »Also, da hat mir jemand ein Buch geschenkt, das ich unbedingt lesen muss, es soll ganz doll witzig sein, aber ich weiß nicht, ich muss überhaupt nicht lachen, ich finde da nichts Witziges! Vielleicht bin ich zu dumm für das Buch? Könntest du da nicht mal reinschauen und mir erklären, was da witzig sein soll?«

Self-Publishing: Wenn Amazon keine Amazon-E-Books will

Achtung! MOBI-Upload bei Amazon!Wer ohne Verlag eigene Bücher veröffentlichen und verkaufen will, dem macht Amazon den Einstieg überaus leicht. Im Prinzip muss das eigene Manuskript nur mit Word oder LibreOffice entsprechen formatiert werden, dann lädt man es hoch, Amazon konvertiert es, und ein oder zwei Tage später verdienen Sie mit Ihrem E-Book Geld.

Im Ratgeber »Eigene E-Books erstellen und verkaufen« empfehlen wir jedoch, das E-Book bereits mit Calibre auf dem eigenen Rechner zu konvertieren, um das Ergebnis schon vor dem Hochladen besser und schneller kontrollieren zu können.

Das klappt wunderbar, doch von Zeit zu Zeit berichten uns einige Käufer, dass Amazon das eigene Amazon-Format nicht akzeptiert.

»E-Book ist wirtschaftlicher und geistiger Mord!«

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E-Book ist kitsch!Letzte Woche habe ich auf meinem Kindle das Buch »Landgericht« von Ursula Krechel gelesen. Im Roman wird ein Flugblatt zitiert, mit dem Musiker und Künstler Ende der 1920er-Jahre gegen den Tonfilm protestieren. Tonfilm berge »Gefahren«, sei »Kitsch« und »wirtschaftlicher und geistiger Mord«.

Das klingt lächerlich und paradox, doch etwas Googeln zeigt, dass dieses Flugblatt 1929 vor den Berliner Kinos tatsächlich verteilt wurde: »Lehnt den Tonfilm ab!«

Doch plötzlich fand ich das Dokument gar nicht mehr so absurd – und ich war mir nicht mehr sicher, ob ich just 2013 in einer Buchhandlung eine ähnliche Flugschrift in die Hand gedrückt bekommen hatte.

Textkritik: Gefroren ohne Muse

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Was wird, wenn alles an Wert verliert?
In Dir Sinn und Glück erfriert?

Ohne Leidenschaft.
Ohne Muse. Ohne Kraft.

Bleibt nur – zu funktionieren.
Und ohne Ziel sinnieren

Oder sterben und erwachen!
Und am Ende drüber lachen.

© 2013 by Sabrina Fritzsche. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

Zusammenfassende Bewertung

Haltloses Dumpfgelaber in Pseudogedichtform

Die Kritik im Einzelnen

Huch? Soll diese Frage ernst gemeint sein? Wieso denn gleich alles, also dieses Gedicht und den Wert inklusive? Wert ist nichts Materielles, folglich wird nichts anders, als es ist. zurück

Seltsam: Sinn & Glück sind zwar gerade wertlos geworden und jetzt auch noch als Steigerung in mir und dir und euch zusätzlich erfroren, und zwar nicht allgemein (=alles), sondern im Besonderen! Das soll also echt schlimm sein, wenn etwas Wertloses auch noch tiefgefrostet wird? Solch Unsinn will mir nicht in den Kopf! Immerhin reimen sich diese beiden metrisch unregelmäßigen Zeilen, aber das hat bekanntlich keinen Wert. zurück

Das soll wohl eine Aufzählung dessen sein, was übrig bleibt, wenn alles an Wert verloren hat und unser aller Sinn und Glück erfriert: Dann sind z. B. unsere Haare ohne Leidenschaft und kraftlos.
Schön. Na und? Waren sie vorher auch schon, zumindest was die Leidenschaft angeht!
Rätselhaft bleibt diese fehlende Muse: Welche denn? Klio, Melpomene, Terpsichore, Thalia, Erato, Urania, Polyhymnia, Kalliope, Euterpe … um nur die klassischen olympischen zu nennen?
Mich beschleicht ein böser Verdacht: Euterpe wird gefehlt haben, allerdings schon vor Beginn dieses Dumpfgedichtes, denn diese ist u. A. für Lyrik zuständig!
Warum aber nur die eine fehlt, da sie als Teil von alles ihren Wert verloren hat, aber zum Glück (noch) nicht erfroren ist: Was ist mit den anderen geschehen, die doch auch Teil von alles sind, also ebenfalls Musen ohne Wert?
Korrekter- und logischerweise müsste es dann doch ohne Musen heißen!
Man könnte diese beiden Zeilen auch durch eine ersetzen: Ohne alles. Das impliziert nämlich sowohl Leidenschaft als auch Kraft und Musen. Ließe sich sogar optisch unterstützen, indem man die Schriftfarbe dem Hintergrund anpasst, da sie ebenfalls keinen Wert mehr hat. zurück

Geht aber so was von ganz & gar & überhaupt nicht, hat doch keinen Wert mehr! Wieso soll denn ausgerechnet das Funktionieren noch funktionieren? Herr, schmeiß Hirn ra! zurück

Kalliope fehlt wohl auch: Vor den … steht ein Leerzeichen, sofern kein Wort abgewürgt wird!
Und bitte schön und mit Verlaub: Wie soll man sinnieren können, da der Sinn doch gefrostet ist? Na? Klingelts? Eben: So geht’s, wenn Wörter beliebig zusammengekleistert werden. zurück

Fein: Das Erwachen ist das Ende und somit dieses Gestammel erledigt.
Was bleibt? Muster ohne Wert! Nicht mal daraus lernen kann man, da nicht übertragbar. zurück

Keine Black Box: So schreiben Sie Ihren eigenen Twitter-Roman

Screenshot: So präsentiert der SPIEGEL einen Twitter-RomanMan habe die Ehre, den Twitter-Roman einer Pulitzer-Preisträgerin über den Kurznachrichtendienst zu verbreiten, tönt man beim SPIEGEL online stolz. Was wahnsinnig innovativ klingt, entlockt einem dann doch nur ein müdes Gähnen. Denn eigentlich wird über 10 Tage hinweg nur ein Text ins Netz geblasen, bei dem kein Satz mehr als 140 Zeichen hat.

Dies als »Twitter-Roman« zu bezeichnen ist reichlich hoch gegriffen, wie der Internet-Literaturkenner Giesbert Damaschke bereits 2009 anlässlich eines ersten Twitter-Roman-Hypes schrieb.

Vielleicht mag die eigentliche Herausforderung in der deutschen Übersetzung des Werks liegen, die jeden ursprünglich englischen Satz auch im Deutschen auf 140 Zeichen bringen muss? Pustekuchen! Der Schöffling Verlag hat es sich einfach gemacht.

Self-Publishing-Seminar in Karlsruhe: Eigene E-Books erstellen und verkaufen [ausgebucht]

Wolfgang Tischer (Foto: literaturcafe.de)Am 18. Oktober 2013 findet das E-Book- und Self-Publishing-Seminar mit Wolfgang Tischer zum ersten Mal in Karlsruhe statt.

Das Seminar ist Teil des Fachprogramms beim Bücherbüffet 2013, der »kleinen intensiven Buchmesse in Karlsruhe. Dort präsentieren sich zum dritten Mal kreative, engagierte, frisch gebackene und etablierte Buchschaffende aus Stadt, Land und Region.

In seinem Seminar am Freitag zeigt E-Book-Experte und literaturcafe.de-Herausgeber Wolfgang Tischer, wie man eigene E-Books bei Amazon & Co veröffentlicht und verkauft. Ein weiterer Teil widmet sich den Verkaufsstrategien und dem (Selbst-)Marketing für das eigenen E-Books. Immerhin haben einige Autoren mit ihren E-Books 15.000 Euro in nur sechs Wochen verdient.

Melden Sie sich ab sofort hier im literaturcafe.de für das Seminar in Karlsruhe an!

Rohstoff: Vergessen Sie Jörg Fauser nicht, denn irgendein Mexiko brauchen wir alle!

Jörg Fauser: RohstoffMichael Köhlmeier hat es geschafft: Ich habe Jörg Fauser gelesen. Köhlmeiers Rede zur deutschsprachigen Literatur beim diesjährigen Bachmannwettbewerb war ein Plädoyer für Fauser.

Eigentlich. Denn aufgrund der drohenden Absetzung des Wettbewerbs entschied sich Köhlmeier, sein Fauser-Credo in Paralipsen zu verpacken. Köhlmeiers Rede war bewegend und emotional. Wie Fauser hatte auch Köhlmeier 1984 selbst beim Bachmannpreis gelesen, seitdem waren sie befreundet gewesen. Fauser sei seinerzeit vom »Klagenfurter Literaturgerichtshof« verrissevn worden. Die schreibenden Kollegen wollten mit »dem da« nicht gesehen werden, so Köhlmeier. Das lachende Publikum bezeichnete Köhlmeier als Pöbel.

Ein unbeschriebenes Blatt – Markus Bundi: Emilies Schweigen

Markus Bundi: Emilies SchweigenWas bisher nur zweimal bei mir vorgekommen ist: Ich lese ein Buch, und kaum bin ich fertig, muss ich es unverzüglich nochmals lesen, verbunden mit ausführlicheren Notizen zum Inhalt, Motiven, wiederkehrenden Sätzen.

Weil es mich gepackt hat, und dem will ich auf die Spur kommen.

Das erste Mal ereignete es sich bei Sibylle Bergs »Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot«.

Das zweite Mal ist bei Markus Bundi eingetreten.

Self-Publishing: Neobooks erlaubt Amazon-Ausnahme

Kein AmazonDer zum Holtzbrinck-Konzern gehörende E-Book-Dienstleister Neobooks erlaubt ab sofort, dass Selfpublisher ihre E-Books bei Amazon weiterhin selbst einstellen dürfen, während Neobooks Digitalshops wie Apple, Thalia oder Weltbild beliefert.

Autoren kommen somit in den vollen Genuss von Amazons 70%-Tantieme. Bislang zwackte sicher der Dienstleister davon 30% ab.

Aus Autorensicht ist die »Ganz-oder-garnicht-Regelung« der meisten E-Book-Distributoren ohnehin ärgerlich. Warum sollte ein Dienstleister zwangsweise Shops beliefern, die man selbst gewinnbringender bestücken kann?