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Warum werde ich nicht veröffentlicht? Oder: Die Große Manuskriptverschickung – Nachtrag mit Antworten

Die Große Manuskirptverschickung: Auffangbecken 6Bei allen, die meine Serie gelesen haben, möchte ich mich herzlich bedanken – vor allem natürlich für die Rückmeldungen in den Kommentaren, per Mail, in Blogs und diversen Foren.

Die Resonanz war etwas uneinheitlich, wie auch nicht anders zu erwarten, und obwohl ich um die Kommentar- und Kommentierfreudigkeit von Autoren weiß (schließlich gehöre ich selbst dazu), hat sie mich in der Masse dann doch verblüfft. Zumal ich die Serie eigentlich nicht für sonderlich kontrovers hielt. »Warum werde ich nicht veröffentlicht« war weniger als abzuarbeitende Tippliste oder gar strategische Handhabe gedacht, sondern vielmehr als Zustandsbeschreibung.

Buchtipp: Der baden-württembergische Ministerpräsident hat das Gedächtnis verloren

Joachim Zelter: Der MinisterpräsidentIm Roman von Joachim Zelter geht es um den baden-württembergischen Ministerpräsidenten. Dies ist jedoch keine Leseempfehlung aus aktuellem Anlass. Denn Zelters Ministerpräsident ist ein netter. Man traut ihm nicht zu, dass er Kinder und Rentner im Stuttgarter Schlossgarten niederknüppeln lassen würde, um danach wie ein kleiner Junge auf dem Schulhof zu behaupten: »Die haben angefangen!«

Auch Zelters Ministerpräsident hat etwas Kindliches, denn sein baden-württembergisches Staatsoberhaupt hat das Gedächtnis verloren.

Twitter-Lesung auf der Frankfurter Buchmesse: Die besten Tweets in deutscher Sprache

Pauschalisierungen wie von @m4gic schreiben sich leicht, wenn man den Irssinn vor Ort nicht selbst erlebt hat. https://lcsh.de/2tq #S21Am Buchmesse-Samstag, dem 9. Oktober 2010, um 13 Uhr wird das Team von twitterlesung.de auf der Bühne des »Literature & Special Interest Hot Spot« in Halle 3.1 die besten, schönsten, witzigsten und großartigsten Tweets aus dem Buch » Twitter – Das Leben in 140 Zeichen« vortragen. Das Buch ist bei PONS erschienen.

Präsentiert wird die knapp einstündige Lesung von literaturcafe.de. Wer genau in Frankfurt lesen wird, das ist demnächst auf twitterlesung.de und hier zu lesen. Außerdem gibt’s preisgekrönte Kurz-Gedichte des 2. Twitter-Lyrik Wettbewerbs zu hören. Das zweite Twitter-Lyrik-Buch ist nun ebenfalls im Buchhandel erhältlich und steht als PDF-Datei zum Download bereit.

Die Twitter-Lesung wird unterstützt von PONS und Books on Demand (BoD).

Outsourcing im Lektorat: Droemer Knaur geht mit neobooks neue Wege

neobooks von Droemer KnaurSeit einiger Zeit bekommen Autoren, die ihr Manuskript an den Verlag Droemer Knaur schickten, selbiges wieder zurück. Nicht mit dem üblichen Standard-Absageschreiben, sondern mit der Bitte, es doch auf der neuen Bewertungsplattform neobooks einzustellen, die seit Ende Juli in der geschlossenen Betaphase ist und zur Frankfurter Buchmesse ihren öffentlichen Start haben wird.

Die Kosten für die Entwicklung und Unterhaltung einer solchen Plattform scheinen sich für den Verlag zu rechnen. Bei ca. 30 unverlangt eingesandten Manuskripten pro Tag wird einiges an Ressourcen gebunden (SekretärInnen, PraktikantInnen, LektorInnen), die nun frei werden. Denn die Arbeit sollen sich gefälligst die User machen. Als Begründung muss folgende Überlegung herhalten: die zukünftigen Leser wissen am besten, was sie lesen wollen. Also fragen wir sie und verlegen dann das, was die meiste Zustimmung bekommt.

Und was erhalten die Leser (Rezensenten) als Dank für ihre Mühe? Oder anders gefragt: Was sollte ein »normaler« Leser für einen Grund haben, seine wertvolle Zeit mit einem Manuskript zu verbringen, das vielleicht nie den Sprung zwischen zwei Buchdeckel schaffen wird?

Halle 3.1 – Stand L681: Besuchen Sie das literaturcafe.de auf der Frankfurter Buchmesse 2010

Hot Spot auf der Frankfurter Buchmesse
Das literaturcafe.de am Hot Spot auf der Frankfurter Buchmesse

Das literaturcafe.de ist in diesem Jahr mit einem eigenen kleinen Stand auf der Frankfurter Buchmesse vertreten. Besuchen Sie uns in Halle 3.1 am so genannten Hot Spot »Literature & Special Interest« – Standnummer L681 – vom 6. bis 10. Oktober 2010.

Wer ein kleines Filmchen für uns dreht und nach Frankfurt kommt, dem schenken wie außerdem eine literaturcafe.de-Tasse. Was Sie tun müssen und wie das geht, lesen Sie hier.

Ein weiterer Höhepunkt ist die Twitter-Lesung mit dem Team von twitterlesung.de am Buchmesse-Samstag um 13 Uhr.

Außerdem beraten wir Autoren und Verlage über unser Angebot und unsere Dienstleistungen. Und den Buchmesse-Podcast – u.a. mit Sascha Lobo und Roger Willemsen – gibt es natürlich auch wieder zu hören.

Frankfurter Buchmesse: Für einen Film schenken wir Ihnen eine literaturcafe.de-Tasse

Das Tassenvideo zur TassenvideoaktionNach fast 10 Jahren ist das literaturcafe.de in diesem Jahr wieder mit einem eigenen Stand auf der Buchmesse zu finden. Wir freuen uns auf Ihren Besuch in Halle 3.1 am Stand L681 am Hot Spot »Literature & Special Interest«.

Wir wollen an eine alte Tradition anknüpfen und Ihnen wieder eine literaturcafe.de-Tasse schenken. Damals im Jahre 2000 und 2001 mussten Sie uns ein Gedicht oder eine kurze Geschichte zuschicken, um die Tasse zu erhalten.

Seitdem ist einige Zeit vergangen, das Internet hat sich weiterentwickelt und wir legen die Messlatte diesmal etwas höher:

Schenken Sie uns ein Video auf YouTube – wir schenken Ihnen in Frankfurt eine literaturcafe.de-Tasse!

Jetzt an Weihnachten denken: Bring mir den Kopf vom Nikolaus

Buch: Simon Borowiak: Bring mir den Kopf vom NikolausÜber den Einband dieses kleinen Büchleins stolpert man sofort: lacht einen doch auf grünem Grund ein Mädchen und ein Rentier an!

Doch handelt es sich nicht um ein Kindermärchen, sondern um eine märchenhafte Alltagsgeschichte!

In einer äußerst komischen und lakonisch-witzigen Manier erzählt uns ein Freund, denn als einen solchen möchte man den Ich-Erzähler bezeichnen, wie er seinen Heiligen Abend zu verbringen gedenkt.

Textkritik: Malte tröstet die Form für eine Brille

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In subkutane Regionen, wo
Übel sich hin zurückziehen, wenn
Sie den Augen entkommen müssen, wer
Will denen schon hinterher steigen?

Doch wohl nur der Herr Doktor, der
Ohne zu zucken im Darm wühlt, die
Wunde erneut aufbricht um jenen, die
Dieses Schauspiel interessiert, das
Ergebnis mit wichtiger Miene zu verkünden:

»Da ist nichts zu machen

© 2010 by Martin Giaco. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

Zusammenfassende Bewertung

Ziellos-unentschiedenes Herumfuhrwerken mit Wörtern und Einfällen.

Das einzige, was ein kleines bisschen tröstet, ist die Form: nämlich dass die letzte Wörter der Verse vor der Schlusszeile jedes Abschnittes durch Komma abgetrennt sind und jeweils mit dem gleichen Konsonanten beginnen! Das rettet zumindest 1 Brille! Bedauerlicherweise hat jedoch bereits der zweite Abschnitt eine Zeile mehr.

Und noch viel besser wäre es gewesen, böte der erste Abschnitt ein wer-wie-was und die zweite ein der-die-das. Aber sowas wäre selbstverständlich mit Arbeit verbunden …

Die Kritik im Einzelnen

Das Auseinanderziehen von wohin ist sprachlich sehr ungünstig, zumal das hin direkt auf zurück trifft: Warum darf es nicht beieinander bleiben? Die geplante Alliteration w an den Zeilenenden wird davon nicht berührt, und ein Metrum ist nicht vorgesehen!
Dass »subkutane Regionen« sich unmittelbar unter der Haut befinden, merken wir uns – für später! zurück

Warum müssen Übel den Augen entkommen? Viele Krankheiten – und darum geht es ja wohl – blühen prächtig auf der Haut – bis auf die, für die Haut ein unwirtlicher Ort ist. Die sieht man nicht, man spürt sie vielleicht, und dann nützt dann auch kein Rückzug in subkutane Regionen. Dann sucht man einen Arzt auf – und erst recht, wenn Übel auf der Haut prangen. Was also soll diese erste Strophe? Will die witzig sein oder gar humorvoll? zurück

Der Doktor hat die »subkutanen Regionen« entschieden verlassen, er befindet sich sehr viel tiefer – ein Zusammenhang zum ersten Abschnitt besteht nicht mehr, außer dass da wohl im Darm ein Übel ist. Die erste Strophe ist neben dem Unfug also auch noch völlig isoliert und könnte folgenlos gestrichen werden. Und dass ein Darmarzt beim Darmdurchwühlen nicht zuckt, ist wohl selbstverständlich, wird hier aber als etwas Besonderes hervorgehoben. zurück

Der Arzt wird jetzt zu einem Sadisten: Er bricht eine entdeckte Wunde auf, weil er die Absicht hat (um zu ), den Interessierten eine möglichst schlechte Nachricht zu verkünden. Aber vielleicht ist der Arzt gar kein Sadist, sondern ein Organhändler, der vorsätzlich für Tote sorgt, um sich an den Überresten dumm und dämlich zu verdienen, so was wie ein gewiefter Manager? Und vielleicht ist das Gedicht ein Protest gegen solche Gestalten? Wer weiß das schon – ich jedenfalls nicht: Das ist alles herzlich wirr! zurück

Hach: Die Pointe!! Angekündigt durch einen Doppelpunkt bekommt sie eine Extrazeile und Anführungszeichen. Aber wovon ist das die Pointe? Dass – wie es schon geschrieben stand – der Doktor seinen Patienten bewusst umbringt? zurück

Warum werde ich nicht veröffentlicht? Oder: Die Große Manuskriptverschickung – Teil 5

Die Große Manuskirptverschickung: Auffangbecken 5Etwa eine halbe Million Menschen, so wird geschätzt, sitzen in den Wohnzimmern der Republik vor Laptops oder sogar Schreibmaschinen und verfassen »Romane«.

Ihre Qualifikation: Deutschunterricht.

Ihr Ansatz: autobiografisch.

Ihr Impetus: Schriftsteller werden, also vor allem reich und berühmt.

In einer fünfteiligen Serie analysiert der Autor Tom Liehr schonungslos, warum diese Werke dennoch kein Verlag veröffentlicht.

Veronika beschließt zu sterben: Filmkritik und die Frage »Was lesen Gewinnspielteilnehmer?«

Kinoplakat: Veronika beschließt zu sterbenAm 30. September 2010 läuft in den deutschen Kinos der Film »Veronika beschließt zu sterben« an. Er entstand nach dem Buchbestseller von Paulo Coelho aus dem Jahre 1998.

In der Hauptrolle ist Sarah Michelle Gellar zu sehen, die hauptsächlich als Vampirjägerin Buffy in der gleichnamigen Fernsehserie bekannt wurde.

In Zusammenarbeit mit Capelight Pictures konnten Sie bei uns drei Buch-und-Kinopakete gewinnen. Sie bestehen jeweils aus dem Buchbestseller von Paulo Coelho und zwei Kinogutscheinen für den Film. Die Verlosung endete am 30. September 2010, und wir zeigen, welches Buch von Paulo Coelho die Gewinnspielteilnehmer zuletzt gelesen haben.

Ein Kinobesuch lohnt sich auf jeden Fall, denn der Film überrascht durchaus.

Relaunch: Ein neues Design fürs literaturcafe.de

Zeichung »literaturcafe.de« von 1996
Zeichung »literaturcafe.de« von 1996

Das literaturcafe.de erstrahlt im neuen Glanz. Dreieinhalb Jahre sind seit der letzten Renovierung vergangen, es wurde Zeit für eine gründliche Überarbeitung.

Mit der optischen Neugestaltung präsentiert sich das Café aufgeräumter und übersichtlicher und ist gestalterisch im Jahre 2010 angekommen. Die neue Struktur legt zudem den Grundstein für kommende Veränderungen und Erweiterungen.

Bei immer höheren Bildschirmauflösungen war ein Layout mit dynamischer Zeilenlänge nicht mehr zeitgemäß. Auf Bildschirmen und Notebooks im Breitbildformat wurden die Artikelzeilen zu lang und nicht mehr lesbar.

Warum werde ich nicht veröffentlicht? Oder: Die Große Manuskriptverschickung – Teil 4

Die Große Manuskirptverschickung: Auffangbecken 4Etwa eine halbe Million Menschen, so wird geschätzt, sitzen in den Wohnzimmern der Republik vor Laptops oder sogar Schreibmaschinen und verfassen »Romane«.

Ihre Qualifikation: Deutschunterricht.

Ihr Ansatz: autobiografisch.

Ihr Impetus: Schriftsteller werden, also vor allem reich und berühmt.

In einer fünfteiligen Serie analysiert der Autor Tom Liehr schonungslos, warum diese Werke dennoch kein Verlag veröffentlicht. Immer am Freitag erscheint ein neuer Teil.

Warum werde ich nicht veröffentlicht? Oder: Die Große Manuskriptverschickung – Teil 3

Die Große Manuskirptverschickung: Auffangbecken 3Etwa eine halbe Million Menschen, so wird geschätzt, sitzen in den Wohnzimmern der Republik vor Laptops oder sogar Schreibmaschinen und verfassen »Romane«.

Ihre Qualifikation: Deutschunterricht.

Ihr Ansatz: autobiografisch.

Ihr Impetus: Schriftsteller werden, also vor allem reich und berühmt.

In einer fünfteiligen Serie analysiert der Autor Tom Liehr schonungslos, warum diese Werke dennoch kein Verlag veröffentlicht. Immer am Freitag erscheint ein neuer Teil.

Aktion zum Deutschen Buchpreis: Kostenlos zur Blind-Date-Lesung in der Stuttgarter Schiller Buchhandlung

Logo: Deutscher Buchpreis 2010Am 4. Oktober 2010 wird im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse die Gewinnerin oder der Gewinner des Deutschen Buchpreises 2010 bekannt gegeben. 20 Autorinnen und Autoren befinden sich derzeit auf der sogenannten Longlist. Sie alle haben die Chance, den Preis zu gewinnen, darunter z.B. Michael Kleeberg, Thomas Hettche oder Alina Bronsky.

Anfang September finden in sechs deutschen Buchhandlungen und in einigen Goethe Instituten Blind-Date-Lesungen mit den Autorinnen und Autoren der Longlist statt. Mit anderen Worten: Als Besucher erfahren Sie erst am Abend der Lesung, wer der 20. Nominierten lesen wird. Sie haben jedoch die Garantie, dass es einer der 20 Top-Autorinnen oder Autoren des Bücherherbstes 2010 sein wird.

Zu den auserwählten Buchhandlungen, in denen eine der Blind-Date-Lesungen am 7. September 2010 stattfindet, gehört die Schiller Buchhandlung in Stuttgart-Vaihingen, die mit literaturcafe.de schon seit Jahren freundschaftlich verbunden ist. Gemeinsam präsentieren wir regelmäßig das Literatur-Quiz.

Daher bieten wir heute etwas Besonderes an: Wenn Sie sich ab sofort via literaturcafe.de verbindlich zur Blind-Date-Lesung anmelden und den Autor richtig voraussagen, der an diesem Abend lesen wird, erhalten Sie Ihre Eintrittskarte(n) kostenlos!

Warum werde ich nicht veröffentlicht? Oder: Die Große Manuskriptverschickung – Teil 2

Die Große Manuskirptverschickung: Auffangbecken 2Etwa eine halbe Million Menschen, so wird geschätzt, sitzen in den Wohnzimmern der Republik vor Laptops oder sogar Schreibmaschinen und verfassen »Romane«.

Ihre Qualifikation: Deutschunterricht.

Ihr Ansatz: autobiografisch.

Ihr Impetus: Schriftsteller werden, also vor allem reich und berühmt.

In einer fünfteiligen Serie analysiert der Autor Tom Liehr schonungslos, warum diese Werke dennoch kein Verlag veröffentlicht. Immer am Freitag erscheint ein neuer Teil.