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Textkritik: Quersatz – Prosa & Lyrik

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Aus der Reihe: »Sprachpathologische Fallbei(l)spiele«. Heute lassen wir Herrn Prof. Dr. phil. Dubiosus, Dozent an der Universität Quatschborn, mit seiner ebenso verblüffenden wie gewagten These zu Worte kommen. Viel Spaß nun beim aberwitzigen Versuch, ihm wenigstens streckenweise zu (ver)folgen. Fasten seat belt, und los!

Z U M B E S S E R E N K O M M U N I K A T I O N S – V E R S T Ä N D N I S…
… hier seine simple Grunderkenntnis:

Wird eine wie auch immer artikulierte Message nicht ad hoc vom Empfänger vollinhaltlich exakt so dupliziert, wie es der tatsächlichen Absicht der sendenden Person entspricht, so gebricht es oft der zu übermittelnden Botschaft an der notwendigen semantisch durchstrukturierten Mindestsignifikanz, sowohl was die einwandfreie Phonetik, als auch die klare Syntax als solche betrifft; oder es mangelt beim Empfänger zu sehr an analytisch-kognitiven Reflektionsgrundlagen in den hierfür relevanten und bei Bedarf zu aktivierenden partiellen Großhirnwindungen, die u.a. auch für das Dekodieren archaischer Symbolismen sowie für das intuitive Erkennen aller dort im Freudschen Sinne eingelagerten Archetypen zuständig sind, so dass unter Beachtung der stets redundant mitwirkenden Imponderabilien und aller genetisch-zerebralen Parameter es nur dann zu einer im wissenschaftlichen Sinne qualifizierten Analyse einer übermittelten Botschaft kommen kann, wenn gleichzeitig dem individuellen Abstraktionsvermögen, der grammatikalisch korrekten Adaption aller verwendeten Termini, sowie der Kohärenz von Sprachstil und formaler Syntax – in allen gestaffelten Facetten und Korrelationen – Rechnung getragen wird, und zwar stets in Relation zu den hervorgebrachten Tonfrequenzen, also den rein mechanisch wahrzunehmenden Luftschwingungen, ohne dabei a priori von stringent ontologisch geprägten und somit frei oszillierenden Interferenzmustern zwischen Ratio und Psyche auszugehen, da dies eher einer unzulässigen Vorwegnahme frei adaptierbarer Ideen als Äquivalent zum normativen Aspekt des Raum-Zeit-Gefüges gleichkäme, was konsequenterweise zu undefinierbaren, da erzwungenen Assoziationen mit dem Unwägbaren, wie auch zu äußerst bedenklichen Phantasmagorien, sprich zu inkonsistenter Mystik führen würde, wie sie uns beispielsweise auch aus der von Max Planck und Werner Heisenberg vorformulierten Quantenmechanik im weitesten Sinne bekannt sind, wonach, bedingt durch die komplexe Unschärferelation, die exakte Bestimmbarkeit physikalischer Vorgänge und den daraus abgeleiteten präzisen Vorhersagen in der Natur insofern stark gegen Null tendieren, als zum großen Leidwesen der gesamten Naturwissenschaft sich deren Vertretern das Universum seit geraumer Zeit eher wie ein riesengroßer, langsam sich majestätisch entwickelnder Gedanke offenbart, denn als eine rein mathematisch (verformelte) exakt berechenbare mechanistische Hyperstruktur, mit scheinbar unverrückbaren Naturgesetzen, wie man sie uns Laien seit Isaac Newtons Tagen seitens der hier infrage stehenden Physiker und Kosmologen ebenso unverdrossen wie unverfroren nur deswegen immer wieder beharrlich vorgaukeln konnte, weil es sich die in ihrem selbst errichteten Elfenbeinturm verschanzte Wissenschaftlerriege vor lauter Selbstgefälligkeit, Hybris und dümmlicher Arroganz bis heute nicht eingestehen will oder kann, dass keine ihrer von einer überaus kalten materialistischen Herangehensweise geprägten Interpretationen der beobachteten Resultate aus exorbitant teuren Feld- Reihen- und sonstigen Untersuchungen eine schlüssige Antwort auf die brennendste aller Fragen, nämlich der nach dem wirklichen Sinn des Lebens, unter schlüssiger Beweisführung von der Existenz höherer geistiger Dimensionen, geben konnte; woraus nun jeder ebenso viele, wie beliebig müßige Fehlschlüsse ziehen mag; guten Tag, und chiao!!!

Verstehst du jetzt – im Kopf verdreht –
warum kein Schwein dich recht versteht,
wenn’s um die »Letzten Dinge« geht?
Doch nimmermehr ist es zu spät,
sich einzulassen ganz konkret
auf sprachliche Seriosität,
die alles Wolkige verschmäht.
So meide künftig sehr diskret,
dass sich kein Geistesfurz mehr bläht,
und lerne schlicht aus dem Pamphlet:
Der Bandwurmsatz ist obsolet!
Gleichfalls ist hier anzumerken:
Unverständnis lässt sich stärken
durch Gebrauch von fremden Worten.
Selbst die allerfeinsten Sorten,
wie zum Beispiel »filigran«,
kommen oft sehr grob nur an.
Allerdings, und das ist bitter,
manch ein Wort gleicht seinem Zwitter.
Sagen wir: Der Weg muss weg,
klingt dies eher wie ein Gag,
doch erfüllt es keck den Zweck!

© 2002 by Dietmar Hoehn. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

Zusammenfassende Bewertung

Satire ist, wenn etwas ganz, ganz schlecht gemacht wird.

Die Kritik im Einzelnen

Mit dem ersten Zaunpfahl wird auf den Leser eingeschlagen: Es geht nicht um Fall-Beispiele, sondern um Fallbeil-Spiele: Offensichtlich soll irgend jemand um einen Kopf gekürzt werden; schön, dass man gleich zu Anfang ahnt, was einem droht! zurück
Hab ich’s nicht gesagt? Nein, hab ich nicht, drum sag ich’s jetzt: Es wird ungemein witzig werden: Professor Dubiosus, nein, wahahas eihein göhöttlihihihicher Eiheinfahahahahahahall hubfezb leiöhjk. buierng.röchktzwrg (Pardon: habe vor Lachen die Tasten nicht mehr getroffen, zudem haben die Lachtränen vorübergehend die Elektronik verunsichert). Bitte auch um Entschuldigung, das mein übliches Hochniveau so abgerutscht ist: kommt nicht mehr vor. Aber Professor Dubiosus: Das ist ja fast so gut wie Professor Dummi oder Professor Doktor Blödius und immerhin nur wenige Lichtjahre entfernt von Pilatus‘ engem Freund Schwanzus Longus und dessen Frau Inkontinentia. zurück
Der dritte Zaunpfahl wird launig geschwungen und fliegt dem Schwinger krachend um die eigenen Ohren: Universität Quatschborn! Bin ich hier bei Stefan Raab oder in der Wochenshow? Die Humorskala ist bedauerlicherweise nach unten bodenlos offen. Universität Quatschborn. Es ist nicht zu fassen! zurück
Das kann ja heiter werden: gleich zwei Zaunpfähle in einem Satz! Schlimmer kann man nimmer mit Langeweile und Öde drohen… zurück
In diesem Text befinden sich 9 die ansonsten korrekte Satzstruktur zerstörende Zeichensetzungsfehler, ansonsten nur gähnende Öde und Langeweile und Dummheiten, genau wie angekündigt. Aber da ist noch ein Gedicht angeklebt: mal sehen! zurück
Oha: der Witzbold hat seine Schludrigkeit getan, jetzt kommt Oberlehrer Moralprediger auf Versfüßen einherstolziert und will mir erklären, was er eigentlich sagen wollte, weil er es nur uneigentlich sagen konnte – doch schon seine erste Frage verstehe ich nicht: denn mich versteht jeder! Sogar die Schweine, wenn es um die letzten Dinge geht! zurück
Das allerunwolkigste sind selbstverständlich Lehrgedichte, die strotzen nur so vor sprachlicher Seriosität: wie lässt man sich z.B. ganz unkonkret ein? Und wieso ist es nimmermehr zu spät? Wenn ich diesen Text und dieses Gedicht lese, denke ich mir, ist Hopfen und Malz hoffnungslos vergeudet – da regen sich erhebliche Zweifel an dem Wahrheitsgehalt dieser Predigt! zurück
Frage Nummer 1 (wegen der ganz konkreten Seriosität): was ist das Akkusativ-Objekt von meide? Ist das der sich selbst blähende Geistesfurz (den kann niemand meiden, der bläht sich ja von selbst & ganz allein – siehe vorliegenden Text, für den niemand etwas kann)? Ist es der Leersatz nach dem Doppelpunkt, der gemieden werden soll, etwa meide die Aussage »der Bandwurmsatz ist obsolet«? Kann ich nachvollziehen, denn ich sehe keinerlei Notwendigkeiten Bandwurmsätze zu meiden, schließlich lassen sich komplexe Sachverhalte angesichts ihrer manchmal durchaus fragwürdigen Ursache-Wirkung-Verknüpfung nicht mit simplen Konstruktionen meistern: es kommt lediglich darauf an, den Faden nicht zu verlieren – und den verliert nur, wer nichts zu sagen hat und schellenlaut mit Wörtern klingelt (siehe wieder einmal den vorliegenden Text). Ja: ich liebe geradezu die Bandwurmsätze von Kafka, Kleist, von Thomas Mann (um nur wenige zu nennen), weil es ein Genuss ist, den Windungen und Verästelungen zu folgen. Ist aber selbstverständlich nichts für Professor Dummi (der immerhin einen grammatisch fast korrekten Bandwurmsatz präsentiert hat)!
Frage Nummer 2: Von welchem Pamphlet ist hier die Rede? Wo ist die Schmähschrift, aus der ich lernen soll? Ach – die gibt es gar nicht, die ist nur ein Reimwitz, so wie die Seriosität?? Na, dann kann ich halt nichts lernen! Dass sich Pamphlet so schön auf bläht reimt, mag ja sein, aber das Wolkige sollte doch verschmäht werden, hieß es, oder?
Frage Nummer 3: Bislang reimte sich alles auf Genialität, ab jetzt plötzlich nichts mehr: was ist geschehen? Allein der Steputat bietet über 120 Reimwörter auf ät an, und über 40 auf eht: wenn einem selbst nichts mehr einfällt, kann man doch nachschlagen! Das hätte ich lobenswert gefunden, wenn die Reime sich treu geblieben wären (wegen der Seriosität, allerdings auch zu Gunsten der verschmähten Wolkigkeit): stattdessen wird auf halbem Wege Halt gemacht und ein Leser abgespeist mit karg-schnöde Paarreimen… zurück
Die hochverehrte Seriosität erhält vom Verseschmied eigenhändig den Gnadenstoß: R.I.P. Es handelt sich hier eindeutig um Wörter, nicht um Worte (=schlaue Sprüche, Lebensweisheiten, Verhaltensregeln & Konsorten) – peinlich peinlich, wenn ein Ratgeber so daneben schlägt! zurück
Worum geht es eigentlich? Um Inhalte? Um Sinn? Um Form? Um die Information, das manche Worte gleich aussehen, aber nicht das Gleiche meinen? Danke, wissen wir, kennen wir, machen wir sogar Gebrauch von! Oder um die Information, dass manche Worte gleich klingen, aber nicht das Gleiche meinen? Kennen wir auch! Geht es überhaupt bei diesem ganzen inhaltsleeren Dummbrummen um irgend etwas Anderes als sich selbst zu beweisen, für wie gut tätschel-tätschel-schulterklopf man sich selbst hält? Aber iwo! zurück

Textkritik: Der Staat New York gegen Adam – Drama

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Auszüge aus der Verhandlung
Ort: ein einfacher Gerichtssaal, völlig überlaufen, aber wohl geordnet, es herrscht Stille.

ADAM:  … und schwöre die Wahrheit zu sagen und nichts als die Wahrheit.
1. STAATSANWALT: Ihnen wird zur Last gelegt, am Abend des 19. … von ihrer Frau wissentlich… einen Apfel entgegengenommen zu haben.
2. STAATSANWALT: Als Nebenkläger treten auf ihre ehemalige Frau, Miss Eva Klein, und die versammelte Menschheit. Sie wurden auf ihre Rechte hingewiesen und haben entschieden, sich selbst zu verteidigen. Die Verteidigung hat das Wort.

1. STAATSANWALT: Ich bitte die erste Zeugin zur Aussage.
Eva: Und er versprach uns einen Baum, dessen Früchte uns machen würden wie Gott, dass wir unterscheiden könnten zwischen gut und böse. Und er gab mir diese Schlange, die mich zwang…

2. STAATSANWALT: Ich bitte zur Klärung der Umstände die Herren Augustin und Schiller.
SCHILLER: Der Beginn der Freiheit. Vom instinktgesteuerten Tier zum freien Menschen, der in Würde und durch Vernunft moralische…
AUGUSTIN: Der Beginn des Elends. Die Verfehlung für die ganze Menschheit. Nur einige sind auserwählt, der Rest fällt der Verdammnis anheim.
SCHILLER: Die Möglichkeit, mit freiem Volk auf freiem Grunde zu stehen!
AUFGEBRACHTES PUBLIKUM: Wir wollen deine Freiheit nicht!

ADAM: Und ich schwöre, ich hatte nichts im Sinn als die… was ist das für ein Gott, der… Ich bitte zu hören die Unterdrückten!

GERICHTSSPRECHER: Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil.

© 2002 by Christoph Maurer. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

Zusammenfassende Bewertung

Zu viel Ballast & Ungereimtes stört die Dramaturgie. Die Idee allein trägt nicht hinreichend.
Ich frage mich, warum diese Gerichtsverhandlung im Staate New York stattfindet und nicht etwa in Den Haag oder in Vaison la Romaine – muss denn überhaupt ein Ort genannt sein? Hier geht es doch eher um eine (pseudo)philosophische Auseinandersetzung ohne jeden realen Boden!
Ich fände es zudem raffinierter, wenn die drei Herren mit Originalzitaten vertreten wären, die einer Überprüfung standhielten: so viel Mühe muss sein! Und bei der Gerichtsverhandlung geht etliches daneben: auch hier wäre mehr Sorgfalt angebracht!
Solch kleine Dramen sind schwer – aber es gibt vorzügliche! Ich nehme die Gelegenheit wahr, eins meiner Lieblingsminidramen zu präsentieren, es passt zufällig zum Thema; geschrieben hat es Arthur Schopenhauer und heißt

Gespräch anno 33
A  Wissen Sie schon das Neueste?
B  Nein, was ist passiert?
A  Die Welt ist erlöst!
B  Was Sie sagen!
A  Ja, der liebe Gott hat Menschengestalt angenommen und sich in Jerusalem hinrichten Lassen: dadurch ist nun die Welt erlöst und der Teufel geprellt.
B  Ei, das ist ja ganz scharmant.

Die Kritik im Einzelnen

Nun fand die Apfelübergabe aber keineswegs an einem 19. wasauchimmer (steht für die Auslassungszeichen) statt, sondern am Ende des 7. Tages, als Gott sich ausruhte. Es könnte also eher ein 7.1. gewesen sein, obwohl damals subjektiv noch keine Tage gezählt wurden, wozu auch: Die beiden Menschen waren schließlich unsterblich – bis Adams Apfelbiss uns den Tod eingebrockt hat. Welchen Sinn die Auslassungszeichen nach wissentlich haben, kann ich nicht ergründen. Erfreulich übrigens, dass hier der Richtige angeklagt wird! zurück
Warum heißt Eva Klein und nicht einfach Frau Eva? Adam heißt offenbar auch nicht Adam Klein. Die Miss entstand aus der Verlagerung nach New York, könnte also bei fehlender Konkretisierung einfach ersetzt werden. zurück
Zwar folgt jetzt eine Auslassung, aber sinnvoller wäre es, der Verteidigung nicht das Wort zu geben, also den letzten Satz zu streichen, zumal anschließend Eva als Zeugin spricht, obwohl sie gerade erst als Nebenklägerin eingeführt wird…
Dabei muss noch aufgeklärt werden: wieso müssen sich Nebenkläger eigentlich verteidigen? Und was soll der Hinweis auf die Rechte bei Nebenklägern, schließlich werden die Kläger von der Staatsanwaltschaft vertreten? Hier hakt es aber ganz gewaltig! zurück
Falls mit Er Gott gemeint sein sollte, ist das falsch: Gott hat den Baum nicht versprochen, sondern ihn geschaffen – mitten im Paradies, bereit zur Plünderung. Gott hat auch nicht vor den Folgen des Fruchtgenusses gewarnt oder irgendwelche Wirkungen versprochen: er hat sich völlig darauf beschränkt, den Genuss der Früchte kategorisch zu verbieten. Es war die Schlange, die über die Wirkung dieses Obstes aufklärte! (Dank an Teresa Hayer, die festgestellt hat, dass ich hier etwas übersehen habe!) zurück
Auch hier würde ich auf die Auslassungszeichen verzichten, sondern es bei die mich zwang belassen, wenn es denn unbedingt sein muss, schließlich ist es eine faustdicke Lüge. Besser wäre ein Ende ihrer Aussage mit: Und er gab mir diese Schlange. Das ist immerhin eine Tatsache, an der die Religionswissenschaftler immer noch und immer wieder zu beißen und zu verdauen haben. zurück
Das soll Schiller gesagt haben? Könnte schon sein, irgendwie und so; wie auch immer: auch hier würde ich auf die Auslassungszeichen verzichten! zurück
Ich nehme an, Augustin soll Augustinus sein – und auch hier habe ich leise Zweifel, ob er das so rigide geäußert hat – aber schließlich kann ich nicht alles wissen, wer bin ich denn? Eben!  Doch dürfte es ruhig Augustinus heißen, wenn er es denn ist. zurück
Das hat Schiller garantiert nicht geschrieben: das äußert Faust höchstpersönlich ungefähr, als er – erblindet – das Spatengeklapper beim Ausheben seines Grabes irrtümlich für das Anlegen von Entwässerungsgräben hält. Folgerichtig müsste Goethe ebenfalls als Sachverständiger geladen werden. zurück
Da die versammelte Menschheit Nebenkläger ist, kann niemand im Publikum sitzen (abgesehen von Fauna & Flora): also wäre es besser; die versammelte Menschheit brüllte unisono auf! zurück
Der Rest seit dem letzten Link ist überflüssig: wenn die Nebenkläger diese Freiheit nicht wollen, reicht es; zudem wird eh kein Urteil gesprochen, und Adam spart das Wichtigste aus. Eine Reaktion von Herrn Adam kann man getrost einem Regisseur oder besser: einem Schauspieler überlassen.
Was bleibt? Wenn ich gleichzeitig noch den Prozess-Unsinn nach bestem Wissen und Gewissen eliminiere – ich lasse mich gerne belehren -: das hier:

Der Prozess gegen Adam
RICHTER: Herr Adam, Ihnen wird zur Last gelegt, am Abend des 7.1. von ihrer Frau wissentlich einen Apfel entgegengenommen zu haben. Als Nebenkläger treten auf Ihre ehemalige Gemahlin, Frau Eva, und die versammelte Menschheit.
STAATSANWALT: Frau Eva, ich bitte um Ihre Aussage.
EVA: Und er verbot uns einen Baum, dessen Früchte uns machen würden wie Gott, dass wir unterscheiden könnten zwischen gut und böse. Und er gab mir diese Schlange.
STAATSANWALT: Ich bitte zur Klärung der Umstände die Sachverständigen Herren Schiller, Augustinus und Goethe.
SCHILLER: Der Beginn der Freiheit. Vom instinktgesteuerten Tier zum freien Menschen, dem in Würde und durch Vernunft moralischen.
AUGUSTINUS: Der Beginn des Elends. Die Verfehlung für die ganze Menschheit. Nur einige sind auserwählt, der Rest fällt der Verdammnis anheim.
GOETHE: Die Möglichkeit, mit freiem Volk auf freiem Grunde zu stehen!
VERSAMMELTE MENSCHHEIT: Wir wollen diese Freiheit nicht! zurück

Textkritik: ohne titel – Lyrik

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halt, mich
durchfährt
das wissen strahlt wie ein blitz
in deinen augen bin ich
verloren
bist auch du
bei mir
verrät eins
das andere ist,
was ich nicht will
-st du mich frag
ich muss sehen küssen halten
wir uns fest
geklammert aneinander
umeinander drehen wir uns
drehen umeinander am besten
du hältst mich
aufwecken? gedeiht sich
gut was gut
tust du mir ist
– wie ist dir
zu mute kommt man nicht einfach
so war das unser
auf tritt und schritt folgst du
mir lässt du keine ruhe ist,
ruhe? ohne sturm zieht auf
düsteren wolken
heran mit
euch habe ich
erwartet nichts von mir ist nicht
bange fragen sind andere
weniger gewohnt ist
das schweigen sagt mir mehr als
mir lieb ist ruhe? ist,
wenn uns
nichts mehr verbindet
uns
ist es
gleich
wissen wir mehr

© 2002 by cem selek. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

Zusammenfassende Bewertung

Eine Liebeserklärung in höchst spannender Verpackung, die die darob entstehende Verstörung formal überaus deutlich macht!
Ganz aber hat der Verfasser dem Leser offenbar nicht getraut, denn immerhin setzt er noch erläuternde Zeichen …

Die Kritik im Einzelnen

Ich möchte gar nichts weiter tun, als die möglichen Lesarten dieser ersten Zeilen einmal auseinanderzuklamüsern:
halt,
halt mich
halt, mich durchfährt das wissen
das wissen strahlt wie ein blitz
das wissen strahlt wie ein blitz in deinen augen
wie ein blitz in deinen augen bin ich
in deinen augen bin ich
in deinen augen bin ich verloren
bin ich verloren
bin ich verloren, bist auch du
verloren bist auch du
verloren bist auch du bei mir
bist auch du bei mir
bei mir verrät eins das andere
das andere ist…

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Textkritik: zeitlos – Lyrik

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JETZT

(habe ich
ein zeitlos
gezogen
in der lotterie des augenblicks
hauptpreis
ein hauch von ewigkeit

das beste daran
jedes los gewinnt
ein leben lang)

BIN ICH UNSTERBLICH

© 2002 by reinhold stumpf. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

Zusammenfassende Bewertung

Hier kriegt das Ewigkeits- und Unendlichkeitsgeschwafel endlich auch einmal in Gedichtform sein feines Fett weg; übrig bleibt ein leichtes Spiel mit sinnentleerten Begriffen. Noch besser wäre es allerdings ohne die verlinkte Zeile!
Gelungen auch: die Form, die Auseinanderziehung des Jubelrufes durch die trügerische Begründung: Unsterblichkeit lediglich ein Leben lang.

Die Kritik im Einzelnen

Diese Zeile stört massiv in diesem Gedicht: es geht um Zeit, um die Veralberung der Unendlichkeit, um zeitlos bzw. Zeitlos; zieht jemand ein Los, dauert das sowie so nur einen Augenblick (das Ziehen, nicht die unbedingt die Entscheidung), das ist auch überhaupt nicht wichtig!.
Was aber geschieht hier? Hier wird mit dem Bedeutungs-Hammer ein massiver Kitschpfahl in das zarte Fleisch des Gedichtes getrieben: die Lotterie es Augenblicks! Damit wir der das feine Spiel zeitlos-Zeitlos verdrängt zugunsten der sattsam bekannten Augenblick-Ewigkeit-Sülze!
Ich bitte händeringend um Revision oder Entfernung dieser Zeile! Lebenslotterie? Lotterieleben? Glücksspirale? Besser wäre: Entfernung der ganzen Zeile. Aber alles, sogar Mülleimer oder Super 6 oder literaturcafe.de, wäre in dieser Zeile tausendmal besser als Lotterie des Augenblicks! zurück

Textkritik: Das Märchen vom blauen Dunst – Prosa

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Es waren einmal ein König und eine Königin, die lebten mit ihren drei Söhnen glücklich und zufrieden in ihrem Reich. Groß und mächtig war es nicht, nährte aber die Seinen ausreichend. Das Land war ringsum von hohen Bergen umgeben. Den Bewohnern fehlte die Leidenschaft, so wollten sie nicht ergründen, was jenseits der unübersteigbar scheinenden Felsen wäre. Demzufolge meinten sie, die einzigen Menschen zu sein. Ferner waren sie in der glücklichen Lage keine Kriege führen zu müssen, mit wem auch?
Dennoch kam eines Tages ein Fremder ins Land, beladen mit den Errungenschaften und der Gier seiner Zivilisation. Enttäuscht verließ er jedoch alsbald das Land. Seine Erwartungen hatten sich nicht erfüllt, keine Bodenschätze, keine Märkte, die zu erschließen wären, es gab nichts, was mitzunehmen sich lohnte. Mit leichtem Gepäck wollte er über die Berge, so ließ er allen unnötigen Ballast zurück. Ein Flimmerkasten hatte ganz besonders das Interesse der Königsfamilie gefunden, so bekam er einen Ehrenplatz im Schloss.
Täglich versammelte sich nun der ganze Hofstaat um die laufenden Bilder zu bewundern. Am besten gefielen die ganz kurzen Bildfolgen mit einprägsamer Musik. Sie zeigten Dinge, die kein Bewohner je gesehen hatte. Weiße, zehn Zentimeter lange Stangen gaben blauen Dunst, damit wären die Menschen glücklich, stark, schön und frei. Der König erklärte, er brauchte diese Dinger unbedingt zu seiner und der Königin Glückseligkeit. Also sandte er seine Söhne aus, sie zu suchen. Dem Ersten, der damit zurückkäme, versprach er sein Reich. Dies war für die jungen Männer ein großer Anreiz, konnte sich doch der König für keinen Erben entscheiden. Jeden zweiten Tag versprach er die Krone einem Anderen.
Reich bepackt mit Segenswünschen und anderen unbrauchbaren Dingen machten sich die beiden älteren Brüder auf den Weg. Der Jüngste sollte zu Hause bleiben, war er doch ein rechter Tollpatsch, auch von den Brüdern als solcher verlacht. Zudem wollte ihn die Königin nicht den Gefahren der Wanderschaft aussetzen.
So zog er sich in seine Kammer zurück, dort wolle er nachdenken.
Die zwei Prinzen aber wanderten in kleineren und größeren Kreisen im ganzen Land umher. Kein Zwerg, keine Hexe und auch keine Fee eilte ihnen zu Hilfe. Es war nichts zu machen, keine Spur der kleinen weißen Stängel. Auch der Einfall des Ältesten führte zu nichts. Er meinte, man könne doch irgendetwas anderes entzünden, Lianen zum Beispiel. Doch deren Rauch war grau und trübe.
Der Jüngste aber saß noch immer in seiner Kammer und dachte nach.
Die Jahre gingen ins Land. König und Königin, grau und alt geworden, sehnten ihre Söhne herbei. Diese hatten durch das lange Wandern auf denselben Wegen tiefe Gräben ins Land gezogen und waren darin versunken. Es hieß, sie irrten noch immer dort herum, ab und zu begegneten sie einander. Über die Gräben wurden Brücken geschlagen, um nicht dem Getriebe der Bevölkerung Einhalt zu gebieten.
Der Jüngste aber saß noch immer in seiner Kammer und dachte nach.
Aus seinem Kopf stieg nach langen Jahren blauer Dunst empor und hüllte das Schloss in bläuliche, dichte Rauchschwaden. Als die Königin endlich aus dem Fenster sah, sie hatte sich das abgewöhnt, um nicht die tiefen Gräben sehen zu müssen, in denen die Söhne umherirrten, rief sie aufgeregt nach dem König: »Ach, mein lieber Gemahl, sieh nur wie der blaue Dunst unser Schloss einhüllt!« Späher wurden ausgesandt, sie sollten die Quelle des begehrten Dunstes finden. Alles deutete schließlich darauf, dass der Qualm aus dem Schlosse selbst komme, und der denkende Jüngste wurde zu guter Letzt in seiner Kammer entdeckt. Großer Jubel brach aus. Der Knabe – nun schon zum stattlichen Manne gereift – wurde König. Da er so wenig ehrgeizig wie eigennützig war, lehrte er seine Eltern und auch seine Untertanen die Kunst der Raucherzeugung durch Nachdenken.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie glücklich und zufrieden und haben noch immer keine Zigaretten.

© 2002 by Doris Eybl. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

Zusammenfassende Bewertung

Vorbemerkung: Die folgende Kritik (Zusammenfassung und Einzelkritik) stammt zum ersten Male nicht von mir, Malte Bremer, sondern von jemand anderem: sie heißt Nicole Thomas, ist 30 Jahre und hat mit Grafik-Design zu tun. Sie hatte sich an mich gewandt wegen einer Kritik, die ihrer Meinung nach unangemessen war. Nun kommen solche Zuschriften immer mal wieder vor, und ich antworte auch darauf, es sei denn, irgend ein Gestörter ergeht sich in Beschimpfungen und Beleidigungen. In der Regel biete ich den Kritik-Kritikern an, es doch einmal selbst zu versuchen – bisher allerdings vergeblich. Nicole hingegen war zu meiner grenzenlosen Überraschung sofort einverstanden! Hier können Sie jetzt ihre erste Arbeit lesen, und Sie können ihr selbstverständlich über das Kontaktformular Lob oder Tadel zukommen lassen! Einfach unten ihren Namen anklicken. Jetzt aber zu »Nicoles Meinung«:

Der Text zeichnet sich durch eine klare, präzise Sprache und einen feinen Sinn für Humor aus. Altbekannte Märchenmotive werden hier gekonnt mit modernen Elementen verbunden.
Weit weniger gekonnt ist dagegen der Umgang mit dem eigentlichen Thema des Textes. Hier wird der Versuch unternommen, hinlänglich bekannten Belehrungen über Sinn und Unsinn des Zigarettenrauchens einen originellen Aspekt abzugewinnen. Doch um das zu erreichen, wäre beim Winken mit dem mahnenden Zeigefinger größtmögliche Zurückhaltung geboten gewesen, was leider nicht der Fall ist. Dass dieses Märchen, sprachlich sehr gut umgesetzt, inhaltlich unaufhaltsam ins Klischeehafte driftet, schmälert den Lesegenuss in nicht unerheblichem Maße.

Die Kritik im Einzelnen

Neugier oder Entdeckergeist erscheinen mir in diesem Zusammenhang als passendere Begriffe, sie beschreiben den Sachverhalt, dass sich niemand Gedanken über die Welt jenseits der Berge macht, konkreter als der Begriff Leidenschaft. zurück
Dieser Satz ist im Grunde genommen unnötig, da zum Verständnis des Textes nicht zwingend erforderlich. Soll er dennoch beibehalten werden, um der Schilderung des Lebens in diesem Königreich eine weitere Facette hinzuzufügen, würde ich Folgendes vorschlagen: Daher waren sie in der glücklichen Lage, keine Kriege führen zu müssen. Die Frage mit wem auch? lockert den Text zwar ein wenig auf, ist jedoch andererseits nicht unbedingt notwendig und kann somit weggelassen werden. Dem Verständnis des Textes tut das keinen Abbruch, andererseits verbessert sich durch das Weglassen der Lesefluss. Daher statt ferner stellt diesen Satz in einen engeren Bezug zu dem vorhergehenden Text. zurück
Im Hinblick darauf, dass dieser Fremde die Bewohner des Königreiches nicht in heillose Verwirrung stürzt, wäre meine Empfehlung, im vorhergehenden Abschnitt den Satz Demzufolge meinten sie, die einzigen Menschen zu sein einfach ersatzlos zu streichen. Die Geschichte funktioniert auch dann noch, und bisweilen sogar ein wenig besser, wenn die Einwohner des Königreiches diesem Irrtum nicht unterliegen. zurück
Das unnötig kann weggelassen werden, es sei denn, man möchte wirklich noch einmal verstärkt darauf hinweisen, wie unnütz viele der Dinge sind, die der Fremde ursprünglich mit sich führte. Außerdem empfiehlt es sich, ein diesmal oder eine ähnliche Formulierung in den Satz einzuflechten: Dieses Mal wollte er mit leichtem Gepäck über die Berge, denn zumindest einmal hat er die ganzen Dinge ja schon über die Berge getragen, nämlich als er in das Königreich hinein kam. zurück
Flimmerkasten klingt zu sehr nach Flimmerkiste. Dieser Ausdruck hat abwertenden Charakter und tut dem ansonsten wirklich sehr hübschen Text des Märchens an dieser Stelle keinen Gefallen. Ich denke, eine kleine, nicht zu umständliche Umschreibung wie ein Kasten mit beweglichen Bildern wäre hier angebrachter. Die von mir vorgeschlagene Formulierung ist zwar immer noch nicht das Wahre, deutet jedoch hoffentlich an, worauf ich eigentlich hinaus wollte. zurück
Durch diese konkrete Größenangabe holpert der Text ein wenig. Besser wäre kleine, weiße Stäbchen oder eine ähnliche Umschreibung, denn dass es sich um Zigaretten handelt, wird aus dem darauffolgenden gaben blauen Dunst hinreichend ersichtlich. zurück
Aber warum, wenn doch bisher alle auch ohne Zigaretten schon glücklich und zufrieden waren? Vielleicht könnte man dieser Aussage noch einen Satz voranstellen, der das Ganze ein wenig erklärt: Zum ersten Mal erwachte die Neugier des Königs. Damit wäre auch noch einmal die Veränderung deutlich herausgestellt, die dank des Fremden Einzug in das Königreich gehalten hat, denn ursprünglich war den Bewohnern Neugier fremd. Und durch einen solchen Satz erklärt sich dann auch die Notwendigkeit, an dem eigentlich zufriedenstellenden Ausgangszustand Änderungen vornehmen zu wollen. Denn so lange die Neugier nicht gestillt ist, kann für den König und die Königin auch das Glück nicht mehr vollkommen sein. zurück
Besser: und ähnlich nützlichen Dingen. Möge der Leser einfach selbst entscheiden, ob er Segenswünsche für hilfreich oder unnütz hält. zurück
Vielleicht besser: und begann, nachzudenken. Diese Formulierung lenkt ein bisschen besser ab von der sich unvermeidlich aufdrängenden Frage: Worüber denn?, zumindest jedoch eröffnet man sich durch diese veränderte Formulierung die Chance, die Beantwortung dieser Frage noch ein wenig hinauszuschieben. zurück
An dieser Stelle fragt man sich unweigerlich, warum die beiden Brüder nicht jenseits der Berge nachsehen. Denn dass es dort noch weit mehr gibt, als die Einwohner des Königreiches ursprünglich glaubten, müsste ihnen spätestens seit der Ankunft des Fremden eigentlich klar sein. Vielleicht ließe sich das Ganze auflösen, indem man den ersten Satz noch ein wenig ergänzt: Die zwei Prinzen aber wanderten in kleineren und größeren Kreisen im ganzen Land umher, das ihrer Meinung nach alles enthielt, was es in der Welt gab. So wird ein wenig deutlicher, warum sie sich niemals über die Grenzen des Königreiches hinaus begeben. zurück
Einfach hinreißend dieses Bild der Brüder, die aller Misserfolge zum Trotz nicht von altbekannten Bahnen abweichen! Wirklich gut gelungen, dieser Abschnitt! zurück
Spätestens hier jedoch könnte ein dezenter Hinweis darauf erfolgen, worin der Gegenstand der Überlegungen des Jüngsten besteht, und vor allem, welche Früchte sein Nachdenken trägt. Vielleicht hat er ja neue, effizientere Methoden des Ackerbaus ersonnen oder schönere Gebäude, in denen die Menschen komfortabler wohnen können als bisher. Einfach nur Nachdenken, ohne dass etwas Konkretes dabei herauskommt – und sei es einfach nur eine neue philosophische Erkenntnis -, ist beinahe ebenso sinnlos wie das ergebnislose Herumirren der beiden Brüder. Dann könnte man anschließen: Schließlich war sein Geist so erfüllt von neuen Ideen, dass nach langen Jahren blauer Rauch aus seinem Kopf emporstieg und das Schloss in dichte Schwaden hüllte. zurück
Besser: sie tat das nur noch selten. Denn wenn die Königin es sich abgewöhnt hat, aus dem Fenster zu sehen, warum tut sie es dann plötzlich dennoch? zurück
Diesen Zusatz bitte auf jeden Fall streichen! Sicher, er entbehrt nicht eines gewissen Humors, dieser jedoch tritt gegenüber dem erhobenen Zeigefinger zu sehr in den Hintergrund. Der mahnende Zeigefinger schwingt sich auch so schon deutlich genug quer durch den ganzen Text, dass er wirklich nicht noch mehr herausgestellt werden muss. zurück

© 2002 by Nicole Thomas. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.