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»Boston Run« von Frank Lauenroth: Ein Spannungsmarathon über 42 Kilometer

Boston Run von Frank LauenrothBrian Harding weiß, dass er den Boston Marathon gewinnen wird. Ein neues Dopingmittel wird dafür sorgen, dass er den Lauf mit einer neuen Bestzeit abschließen wird. Und niemand wird ihn des Dopings überführen können, denn das neue Mittel wirkt genau so lange, wie der Lauf dauern wird. Danach ist es abgebaut und nicht mehr nachweisbar.

Erfunden hat das Wundermittel sein Kumpan Christopher Johnson, der Brian als menschliches Versuchskaninchen auf die Strecke schickt. Christopher arbeitete einst für den amerikanischen Geheimdienst NSA, der nun hinter der Formel des Supermedikamentes her ist, um Soldaten zu ausdauernden Kampfmaschinen zu machen. Doch Chris ist auf seine ehemaligen Kollegen nicht mehr gut zu sprechen. Freiwillig will er das Mittel nicht rausrücken.

Während die Fernsehkameras auf die Marathonläufer gerichtet sind, beginnen ein Lauf und eine Jagd nach dem Dopingmittel und seinem Erfinder. Der freilich hat noch ganz andere Probleme, denn er muss den Läufer Harding vor den Nebenwirkungen des Medikaments bewahren.

www.zehnseiten.de: Text und Autor in der reinen Form

www.zehnseiten.deWer Literatur im Internet vermitteln will, der muss es hipp und trendy machen. Am besten mit einem Buchtrailer. So mit verwackelter Kamera und vielen Schnitten. Und witzig muss es sein. Ein Link auf Google Maps zu den Handlungsorten des Romans schafft ungeheuren Mehrwert. Und Text allein ist dröge, da muss ein flotter Beat druntergelegt werden. Wird ja mittlerweile in jeder Verkehrsdurchsage so gemacht. Und Web 2.0 muss sein: also Nutzerkommentare ermöglichen.

Quatsch!

Dass es auch ganz anders geht, nämlich ruhig, schön und ästhetisch und dass das viel ansprechender und spannender sein kann, das zeigt die neue Website www.zehnseiten.de.

eBook-Konferenz in München: Warten auf Amazon und Google

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Der Bericht auf sueddeutsche.deDie Süddeutsche berichtet in der gedruckten Ausgabe vom 06.12.2008 über die bislang größte eBook-Konferenz im deutschsprachigen Raum, die letzte Woche in München stattfand. Die Akademie des deutschen Buchhandels hatte eingeladen, und laut der Süddeutschen Zeitung kamen 130 Teilnehmer. Aus dem Bericht von Helmut Martin-Jung liest man jedoch heraus, dass dort nicht wirklich Neues präsentiert wurde. Es scheint, als warte der Deutsche Buchhandel nur darauf, bis Amazon, Google oder Apple den Verlagen zeigen, wie das mit dem eBook funktioniert und man damit Geld verdienen kann. Der deutsche Buchhandel konzentriert sich leider auf die nach Expertenmeinung reichlich chancenlose und nur Geld verschlingende Eigenentwicklung »libreka!« und zieht es ansonsten vor, die Kriminalisierung der Kunden voranzutreiben und setzt sich dafür ein, dass vermeintliche Raubkopierer auch ohne richterliche Zustimmung verfolgt und bestraft werden können.

Der diametrale Heidenreich: Mutloses ZDF mit lustlosem Bücherloben

Christine Westermann und Dr. Wolfgang Herles
Quelle: ZDF/Juergen Detmers

Nachdem das ZDF Elke Heidenreich wegen ihrere unflätigen Bemerkungen entlassen hatte, war am 5. Dezember 2008 der Sendeplatz ihrer Büchersendung »lesen!« frei geworden.

Während das ZDF nach eigenen Aussagen für 2009 an einer neuen Büchersendung arbeitet und dabei auch das Gespräch mit den Verlagen sucht, wollte man bereits den Sendeplatz im alten Jahr weiterhin dem gedruckten Medium überlassen. Schließlich ist bald Weihnachten und niemand weiß sonst, was er oder sie lesen oder schenken soll.

Also setzte das ZDF den aspekte-Dino Wolfgang Herles an einen Kneipentisch und – da Lesen schließlich weiblich ist – ihm zur Seite Christine Westermann. Es war ein lust- und teilweise planlos wirkender Versuch, ein paar Bücher zu loben.

BUCH-WIEN-08-Rückblick: Risikosportart Lesen

Ausschnitt aus der Website zur BUCH WIEN 08Seit einigen Jahren schreibt Barbara Fellgiebel für das literaturcafe.de Rückblicke auf die Buchmessen von Frankfurt und Leipzig. Nun war sie auf der ersten BUCH WIEN unterwegs und schildert uns hier ihre Eindrücke literarischer und touristischer Art.

Der Flug Faro-Salzburg ist halb so teuer wie Faro-Wien, also nehme ich die Chance wahr, diese noch nie gesehene Musikmetropole kennenzulernen.

Salzburg – ein Unesco-Weltkulturerbe. Stolz, erhaben, integer, unwirklich. Eine einzige Theaterkulisse. Dass es solche Städte (noch) gibt! Das Schönste ist diese heilige Ruhe abends um 21 Uhr. Das Flanieren in Gassen, Bestaunen von Häusern, die 500 Jahre oder älter sind. Ungläubig gehe ich durch die Gewölbe von Salzburgs ältestem Restaurant, dem St. Peter, das bereits 803 entstand. Ja, Sie lesen richtig, 803, nicht 1803!

Statt Heizdecken an Rentner: Heidenreich verkauft Bücher nun im Internet

Elke Heidenreich liest im Internet
Quelle: litCOLONY.de

Jetzt ist sie da, wo nach Meinung vieler die Zukunft ist: im Internet. Nachdem sie beim ZDF wegen allzu garstiger Bemerkungen rausgeworfen wurde, ist Elke Heidenreichs Dauerwerbesendung für Bücher nun im Internet zu finden. Wann immer man will, kann man dort die neueste Folge von »lesen!« mit Tote-Hosen-Sänger Campino abrufen. Man kann vor- und zurückspringen zwischen den einzelnen vorgestellten Titeln und darunter ist sofort der Bestelllink zu finden.

Doch das Ganze ist eher erbärmlich und traurig. Eine Internet-Sendung, die den maroden Charme eines Heizdeckenverkaufs im Landgasthof oder des C-Promi-Auftritts zur Möbelhauseröffnung hat. Groß hatte die Heidenreich angekündigt, sie werde ihre Sendung bald in einem neuen TV-Sender präsentieren, doch nun ist das Ganze zum Werbetrailer für den neuen Internet-Auftritt zur Kölner Buch- und Lesemesse lit.cologne verkommen.

Und alles andere als souverän streut Heidenreich immer wieder plumpe und peinliche Seitenhiebe auf Reich-Ranicki, das schreckliche Fernsehprogramm im Allgemeinen und natürlich gegen das ZDF ein und hofft auf die Reaktion der ihr nachfolgenden Chlaqueure.

Unverzichtbarer Jahresbegleiter: Der Autorenkalender 2009 der 42er Autoren

AUTORENKALENDER 2009Mit der Ausgabe für 2009 erscheint er zum sechsten Mal, der Autorenkalender der 42er Autoren. Für viele Schreibenden hat er sich zum unverzichtbaren Begleiter und Impulsgeber entwickelt, denn in dem handlichen Büchlein mit Lesebändchen steckt auch für 2009 mehr drin als nur ein Kalendarium zum Notieren von Terminen.

Und wer den Autorenkalender bereits von den Vorjahren her kennt, der oder die weiß, dass selbst im reinen Kalenderteil mehr zu finden ist als nur Platz für Notizen. In diesem Jahr hat man sich bei den 42er Autoren ein Quiz ausgedacht. Tag für Tag muss anhand von Beruf und kleiner biografischer Notiz erraten werden, welcher bekannte Autor welchen Beruf ausgeübt hat – neben der Schriftstellerei. Bereits in diesem Ratespiel steckt eine Erkenntnis, die auch im Serviceteil des Kalenders aufgegriffen wird: Es ist nicht einfach, nur vom Schreiben zu leben, und selbst die großen und bekannten Autoren hatten oft mehr oder weniger spannende Hauptberufe, mit denen sie ihren Lebensunterhalt verdient haben.

Leipzig liest – und kassiert pro Lesung 25 Euro

Leipzig liest à 25 EuroMit Recht ist man in Leipzig stolz darauf, dass die dortige Buchmesse tatsächlich auch eine Lese-Messe ist. Unter dem Motto »Leipzig liest« konnten allein im letzten Jahr während der Messe über 1.900 Literaturveranstaltungen auf dem Messegelände und in der Stadt gezählt werden.

Erstmals verlangt die Messe in diesem Jahr eine Gebühr für den Eintrag einer Lesung im Programmheft und im Web. 25 Euro will man pro Lesung haben. Das wären Einnahmen von fast 50.000 Euro.

Insbesondere Kleinverlage sind erbost über diese neue Lese-Gebühr. Andreas Heidtmann vom poetenladen schreibt auf seiner Website: »Für vier Debüts, in je einer halbstündigen Veranstaltung vorgestellt, kassiert Leipzig liest nun 100 Euro. Mit den Kosten für einen Kleinstand und den Nebenkosten von Strom bis zum Ausstellereintrag sind so 1.000 Euro schnell erreicht.« Für Kleinverlage komme das einer Kostenerhöhung von 10 Prozent gleich. Dies könne dazu führen, dass Idependent-Verlage eine Messebeteiligung generell überdenken.

Kooperation mit Kaffeeröster: Das eigene Buch bei Tchibo veröffentlichen

Kooperation Tchibo-BoDDer Print-on-demand-Dienstleister Books on Demand (BoD) ist eine Kooperation mit dem Kaffeehändler Tchibo eingegangen. Ähnlich wie Postbank oder Matratzenhersteller Schlaraffia bietet BoD ein Produkt in einer exklusiven Form im Online-Shop von Tchibo in der Rubrik »Tchibo plus« an.

Im Fall von BoD kann man für 39,90 Euro das eigene Buch veröffentlichen. Hierzu erwirbt man zu diesem Preis einen digitalen Gutschein, den man selbstverständlich auch verschenken kann. In diesem Preis ist eine ISBN enthalten, sodass der Titel auch in den Katalogen der Buchgroßhändler gelistet und somit über den Buchhandel vor Ort und online bestellbar ist. Ebenfalls enthalten ist eine »persönliche Beratung«, die jedoch im Angebot im Umfang nicht näher spezifiziert ist, und ein kostenloses gedrucktes Exemplar für den Eigenbedarf (Belegexemplar). [Nachtrag: BoD hat uns mitgeteilt, dass die Beratung in keiner Weise eingeschränkt oder limitiert ist.] Das Angebot ist bis zum 6. Januar 2009 befristet, wobei die erworbenen Gutscheine in einem Zeitraum von 3 Jahren eingelöst werden müssen.

Vergleicht man dieses Angebot mit den normalen BoD-Preisen, so entspricht es dem Paket BoD Comfort, das regulär für 399 Euro angeboten wird. Beim Weg über den Kaffeeröster spart man so 350 Euro.

Textkritik: Ich las mit – Lyrik

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Ich las mit
Manfred H. Freude

Am Berg unter dem Behorn
Im Dienste der Worte
Die verschlungen von Beiden
Die sie trugen zu, zu
Mit Zitterluft beim Entfachen
Schimpften die Vögel
Doch blieb kein Blatt
das nicht unbeschrieben war
Uns blieb der Atem
und Säulenstimmen

© 2008 by Manfred H. Freude. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

Zusammenfassende Bewertung

Wunderbar!
Hier werden dem Leser weder Stimmung noch Gefühle um die Ohren geschlagen, hier werden sie erzeugt: Man ist mit den seinen beschäftigt und nicht mit denen eines Autors.

Die Kritik im Einzelnen

Nanu? Erwarten würde man doch eigentlich einen »Ahorn«! Aber da das lyrische Ich mitlas, las damals offenbar noch mindestens eine weitere Person. Und denke ich an meine Jugend und an die Micky-Maus-Hefte meines Bruders, so fällt mir das unzertrennliche Paar Ahörnchen und Behörnchen ein: War das gemeinsame Lesen der Beginn einer wunderbaren Freundschaft, auch in der Alliteration Berg – Behorn erkennbar? Ein überraschender Anfang, der Lust macht auf mehr! zurück
Jetzt ist es eindeutig: es waren zwei, die die Worte verschlungen! Und auch hier wird verdoppelt, wenn nicht gar verdreifacht: Dienste und Die und Die sowie zu & zu. zurück
Die Zitterluft: Ist es die Luftvibration beim lauten Lesen? Werden die Worte »entfacht«, wenn sie laut gelesen werden? Stört das die Vögel, die im Baum sitzen? zurück
Das Blatt verweist sowohl auf den Baum als auch auf das Buch (das seinerseits wieder auf die Buche verweist: Buchstabe, die Stäbchen aus Buchenholz, die geworfen wurden zu Orakelzwecken anno dazumals), und gelesen wurden alle beschriebenen Blätter, ungeachtet des Protestes der Vögel! Die Doppelung »blieb« knüpft an den Beginn an, die Störung durch die Vögel hatte zuvor auch formal diese Gemeinsamkeit zerstört. Und aus dem »Ich« der Überschrift und dem von außen beobachteten »Beiden« wird nun ein »Uns«: das gemeinsame Atmen Sprechen: die tragenden Stimmen, die Säulen, die wiederum zum Baum am Schluss des ersten Verses zurückführen.

Maltes Meinung: Ein wunderbares Gedicht

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Maltes MeinungWir werden nicht müde zu betonen, dass in unserer Rubrik Textkrtik zwar die Werke einzelner Autorinnen und Autoren besprochen werden, die ihre Texte freiwillig für die öffentliche Kritik bereitgestellt haben, doch geht es darin auch und vor allem immer um die Dinge, die für viele Beiträge allgemein gelten. Es geht um Dinge, die so viele an und in ihren Geschichten und Gedichten falsch machen.

Und es geht um die Dingen, die leider sehr wenige richtig machen.

Heute gibt es ein Gedicht mit einer 5-Brillen-Wertung zu bestaunen. Und der Satz, mit dem Malte seine Kritik zusammenfasst, könnte ein Lehrsatz für Lyriker sein: »Hier werden dem Leser weder Stimmung noch Gefühle um die Ohren geschlagen, hier werden sie erzeugt: Man ist mit den seinen beschäftigt und nicht mit denen eines Autors.«

Zur aktuellen Textkritik von Malte Bremer »

BUCH WIEN 08: Heute von der anderen Seite

Finn-Ole Heinrich ist zufrieden nach der Lesung
Finn-Ole Heinrich (Foto: Travnicek)

Zuerst sei festgehalten: Es fühlt sich doch sehr viel besser an, am Autorinnen-Stand am Eingang ein extra (Gratis-)Ticket zu erhalten. Finn-Ole Heinrich und ich kommen gemeinsam auf der Messe an, die heute schon wesentlich mehr Besucher anzieht als gestern, was auch einfach an der Tatsache liegen mag, dass man Freitag ab 15 Uhr eher Zeit hat.

Bei meiner Lesung sind ca. 2/3 der Stühle besetzt, ich selbst habe etwas Probleme mit dem Mikrofon, das an Bügeln über meinen Ohren festgemacht wird (Ich dachte der konstante Abstand zum Mikrophon wäre vorteilhaft), anscheinend sitzen meine Ohren zu weit oben am Kopf und das Mikro damit zu nahe am Mund. Lesen auf Messen will gelernt sein. Als Lesender hat man fast keine Möglichkeit, die Qualität des Vorlesens einzuschätzen, da der Hintergrundlärm alles übertönt und man selbst hinter den Lautsprecherboxen sitzt. Mein Fazit: Ich hatte bessere Lesungen. Nichtsdestotrotz wurde mein Buch nach der Lesung gekauft, also kann es nicht gar so schlimm gewesen sein.

BUCH WIEN 08: Ich bin ein halber Besucher

Leicht verschwommen: BUCH WIEN 08Ich bin erstens ein halber Besucher, weil ich nur 4 Euro statt der 8,50 am Eingang bezahle – Studententarif. Warum ich als Autorin bezahlen musste? Weil Mitwirkende bloß am Tag ihres Mitwirkens freien Eintritt genießen. Mein erster (bereits bei der Messe deponierter) Kritikpunkt ist: Die Eintrittskarten sind nur einmal gültig, es gibt kein zurück mehr. Es heißt zwar Tageskarte, ist aber ein One-Way-Ticket.

Ich bin zweitens ein halber Besucher, weil mein Verlag auf der Messe ausstellt und man mein Buch kaufen kann, also bin ich auch etwas auf der anderen Seite.

Die BUCH WIEN ist etwas kleiner als erwartet, ca. 215 Aussteller. Den Messekatalog zu kaufen, hat nur den Sinn, nachher ein Adressverzeichnis aller Verlage zu besitzen, und auch die beiliegende Karte ist etwas besser lesbar als die frei verfügbare. Ansonsten besteht der Katalog rein aus Werbung. Die Stände sind alle voll belegt und mit Verlagsmitarbeitern besetzt (ganz anders als bei der Litera), und auch zur Mittagszeit findet sich interessiertes Publikum.

Wien verschenkt ein Buch – Die BUCH WIEN 08 beginnt

weiter leben im Messezentrum WienAb sofort wird in vielen Wiener Cafés und Buchhandlungen der autobiografische Roman »weiter leben – Eine Jugend« von Ruth Klüger verschenkt. Zum siebenten Mal wird die Aktion Eine STADT. Ein BUCH. durchgeführt, bei der 100.000 Exemplare des Buches kostenlos verteilt werden. Schade, dass man diese Basis nicht nutzt und auf der Website zur Aktion beispielsweise kein Diskussionsforum eingerichtet hat, in dem sich die Leser austauschen können.

Wien ist in diesem Tagen ohnehin die literarische Hofburg Hochburg Europas, denn in dieser Woche finden an vielen Orten Lesungen und anderer literarische Veranstaltungen statt. Es ist dies die Lesefestwoche, die die erste internationale Buchmesse BUCH WIEN 08 flankiert. Die Messe öffnet morgen ihre Pforten. Hervorgegangen ist sie aus der (Wiener) Buchwoche. Ähnliche Veranstaltungen finden in diesen Tagen auch in Stuttgart und München statt. In Wien will man höher hinaus und zieht von den eher beschaulichen Räumlichkeiten im Rathaus in die Messehalle um. Ob’s schöner, besser, bunter und wirklich internationaler wird?

Ab morgen können es die Wienerinnen und Wiener herausfinden. Und auch im literaturcafe.de wird darüber zu lesen sein.

Zensur-Aktion eines ehemaligen Stasi-Mitarbeiters offenbart die Flüchtigkeit des Online-Wissens

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Wikipedia-Suche nach einem PolitikerEs war eine bizarre Aktion mit juristischer Hilfe: Weil er einige Behauptungen in seinem Wikipedia-Eintrag als falsch ansah, ließ der ehemalige Stasi-Mitarbeiter und jetzige Bundestagsabgeordnete Lutz Heilmann (DIE LINKE) den vollständigen Zugang zur Online-Enzyklopädie über wikipedia.de sperren. Damit war das komplette digitale Nachschlagewerk über die deutsche Webadresse nicht mehr erreichbar. Stattdessen war dort bis heute Mittag nur ein Hinweis auf die juristische Auseinandersetzung Heilmanns mit dem deutschen Wikipedia-Verein, dem Wikimedia Deutschland e.V., zu lesen.

Da die Domain wikipedia.de jedoch nur auf das eigentlich in den USA gehostete Angebot weiterleitet, konnte Wikipedia auch aus Deutschland nachwievor unter de.wikipedia.org aufgerufen werden. Auch der Artikel über Heilmann – zwischenzeitlich geändert – war jederzeit unter der alternativen Adresse aufrufbar. Dennoch dürften in den letzten Tagen einige vom freien Wissen abgeschnitten gewesen sein, da die Alternativ-URL nicht jedem bekannt ist.