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Über Heidenreich und litcolony.de: Zu Gast in der Live-Sendung »Breitband « von Deutschlandradio Kultur

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BreitbandBreitband heißt die Sendung im Deutschlandradio Kultur, die sich immer samstags zwischen 14 und 15 Uhr mit den neuen und alten Medien und ihrer Kultur befasst. Hier werden Themen tiefer und nicht nur in den ansonsten radioüblichen 90 Sekunden behandelt. Und auch die Musik ist erfrischend anders, denn es ist »freie« Musik, weit ab von den Rotationslisten der Formatradios. Die Beiträge aus Breitband können auch per Podcast abonniert werden, denn für viele wird Samstagmittag nicht unbedingt die ideale Zeit zum Radiohören sein.

Breitband ist aus der Sendung »Blogspiel« hervorgegangen, in der ich vor einiger Zeit in Berlin zu Gast war – eine Sendung, die sich damals ausschließlich dem Thema Literatur und Internet widmete.

Am vergangenen Samstag  (28.02.2009) war ich Gast in Breitband, um als Experte etwas zur neuen Literaturwebsite litcolony.de zu sagen und der Sendung »lesen!« von Elke Heidenreich, die seit dem Rauswurf beim ZDF nun im Internet beheimatet ist.

»Blutspuren« – Graphic Novel aus Tel Aviv von Rutu Modan

Rutu Modan: BlutspurenTel Aviv: Der kaltschnäuzige Taxifahrer Kobi bekommt einen seltsamen Anruf von Numi, einer giraffengroßen Außenseiterin aus gutem Hause. Sie will ihn unbedingt treffen, da sie glaubt, Kobis Vater sei bei einem Selbstmordattentat in der Nähe von Tel Aviv umgekommen. Dass der Sohn den Vater nicht vermisste, wundert zunächst nur den Leser: Kobi brach den Kontakt mit seinem kauzigen Vater vor Jahren ab. Entsprechend widerwillig macht er sich mit der ihm bis dato unbekannten Numi auf die Suche nach dem Herrn Papa. Doch auch Numi hat ihre eigenen Gründe, sich mit dem nicht mehr ganz jungen Taxifahrer auf die Reise zu begeben.

Nicht nur unter dem direkten Eindruck einer Israel-Reise ist man fasziniert und gefesselt von diesem Buch:

1. Twitter-Lyrikwettbewerb: Gewinnen Sie einen iPod touch für ein Gedicht mit 140 Zeichen

Twitter-Lyrik: Mitmachen und iPod gewinnenDas literaturcafe.de und Books on Demand (BoD) suchen die besten Gedichte mit maximal 140 Zeichen. Jeder kann mitmachen, der bis zum 21. März 2009 ein Gedicht über den Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlicht. Wer tatsächlich noch kein Twitter-Nutzer sein sollte, kann sich einfach auf twitter.com kostenlos anmelden. Nachtrag vom 08.02.2010: Wegen des großen Erfolges des ersten Wettbewerbs, wurde 2010 der 2. Twitter-Lyrik-Wettbewerb gestartet.

Die besten lyrischen Werke werden im ersten deutschen Twitter-Gedichtband veröffentlicht werden. Und der beste Poet oder die beste Poetin erhält einen iPod touch von Apple als Preis.
Wie Sie mitmachen können, die genauen Teilnahmebedingungen und alle bislang eingereichten Beiträge finden Sie unter www.twitter-lyrik.de.

Wer mehr zu den Hintergründen des Wettbewerbs lesen möchte, findet zudem ein Interview mit literaturcafe.de-Herausgeber Wolfgang Tischer auf Treffpunkt Twitter.

Lyrikwettbewerb: Machen Sie mit unter www.twitter-lyrik.de »

Wir verlosen 2×2 Kinokarten für »Der Vorleser« über Twitter

Der Vorleser - ab 26. Februar 2009 im KinoAm 26. Februar 2009 läuft in Deutschland der Film »Der Vorleser« an. Es ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Bernhard Schlink aus dem Jahre 1995. Seinerzeit war es der erste deutschsprachige Roman, der es auf Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste schaffte. Dank der Verfilmung ist das Werk nun erneut dort zu finden. Und auch in Deutschland ist das Taschenbuch nach über 10 Jahren wieder ganz oben auf der Bestsellerliste.

Der Roman über ein sonderbares Liebesverhältnis und eine grausame Wahrheit, die Jahre später offenbar wird, ist ein moderner Klassiker geworden, der bereits im Schulunterricht behandelt wird. Die Verfilmung u. a. mit Kate Winslet (»Titanic«), Ralph Fiennes, David Kross und Bruno Ganz ist für 5 Oscars nominiert. Für ihre Rolle der Hanna wurde Kate Winslet bereits mit einem Golden Globe als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.

Das literaturcafe.de verlost mit freundlicher Unterstützung durch SENATOR Film Verleih 2×2 Kinokarten für »Der Vorleser«, die in jedem deutschen Kino eingelöst werden können, in dem der Film gezeigt wird. Nachtrag: Die Verlosung ist mittlerweile beendet, zu den Ergebnissen siehe hier.

Textkritik: Muttertexte–Vatertexte – Prosa

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Muttertexte

Muttertexte sind zerbrechlich wie Glas. Sie schleifen die Flügel nach und lahmen. Der Stachel sitzt sehr tief. Das Leid umwickelt sich mit feuchten Tüchern. Sie spreizen die Zehen gegen das Unheil. Es riecht nach Essig und Tränen.
Muttertexte treten durch das Wintertor. Sie frösteln im weißen Kirschgarten und schielen nach den walnussgrünen Häusern. Dann verhüllen sie ihr Gesicht, damit sie die Amseln nicht sehen, die saure Kirschen zerpicken.
Muttertexte schnüren ein und gären zu früh. Aber der Dom wacht über sie und wiegt sie im Dröhnen seiner Glocken. Dann fallen sie in den Schatten der Linden auf das raue Kopfsteinpflaster und betäuben sich mit sahnigen Torten.Eines Morgens lagen sie auf der geteerten Straße wie hölzerne Puppen. Ihre Kleidung in Fetzen und Kieselsteine im Mund. Sie starrten in den Himmel und warteten auf die frühen Stare.

Vatertexte

Vatertexte haben schwarze Ränder. Sie ducken sich in der Traumhöhle und streben nicht ans Licht. Leise, ganz leise spielt der Wind im Gesicht und die Buttermilch gerinnt.
Vatertexte bemühen sich um so viel mehr, doch dann kriechen sie still in den glänzenden braunen Schuh und vergessen das Holz. Leise, ganz leise fällt der Regen in den Fluss und die Nussschale schwankt.

© 2009 by Benjamin Felkel. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

Zusammenfassende Bewertung

Ein leises Stück lyrische Prosa über Kitsch und Aufgeben mit kleinen Mängeln.
Hier werden keine Klischees bedient, hier werden sie benutzt, um bestimmte Texte zu karrikieren: die Über-Absichten-nie-Hinausgekommenen und die Aus-dem-Leid-Gequälten: die Vatertexte und die Muttertexte. Ich sehe hier vor allem Lyrik vor meinem geistigen Auge, alldieweil sich in dem Text allerlei lyrische Zutaten tummeln (ohne dass der Text gerinnt): heimliche Reime (Gesicht – nicht – Licht), Spiel mit Vokalen und Konsonanten (starrten.– warten – Stare; Texte – treten – Wintertor), Wiederholungen (2x Leise, ganz leise) usw. Von den heimlichen Vatertexten bekommen wir kaum was zu lesen – deswegen ist nicht viel darüber zu sagen; aber die Muttertext gedeihen prächtig – wie jedes Unkraut!

Die Kritik im Einzelnen

Und schon zersplittert das Eingangsbild: Wären die Texte aus Glas, hätten sie keine Flügel mehr, die sie schleifen lassen könnten! Ich würde folgerichtig den ersten Satz streichen und mit diesem beginnen, zumal auch der darauf folgende Stachel nicht sehr tief sitzen könnte im Glas! Und zuguterletzt spricht alles, was anschließend über Muttertexte gesagt wird, gegen Glas – es sei denn Panzerglas –, aber das wäre schwerlich zerbrechlich! zurück
Es entwickelt sich das Bild einer verhärmten Hausfrau, deren Leid so selbstverständlich ist, dass es sich bereits selbständig Essigumschläge verpasst, und die sich mit untauglichen Mitteln – nämlich den Zehen statt den Händen (diese schleifen ja auch am Boden) – gegen Unheil wehren möchte. Was ist die Aufgabe der Frau? Leiden und Sorgen-Für. (Meinen viele – nicht ich!) zurück
Die Muttertexte sind eigentlich blind und zur falschen Zeit am falschen Ort: Sie werfen sich auf sich selbst zurück, wollen das andere nicht sehen. zurück
Die Hoffnung stirbt zuletzt, und Muttertexte tragen wirklich dick auf. zurück
Jetzt folgt ein Sprung in die Vergangenheit (lagen – starrten), aus dem Glas wird Holz (Obwohl: Das Glas hatte ich ja entfernt) – aber warum? So, wie Muttertexte bislang beschrieben werden, sind die nicht irgendwann (eines Morgens) fertig, sondern immer im Nu; denn wenn Hinz oder Kunz sich Herzschmerzkitsch aus der Seele (oder was auch immer) melkt, dann flutscht das nur so und wird im schlimmsten Falle im Internet gepostet (welch Wort), damit welt auch teilnimmt – Nein: Mit dem Sprung in die Vergangenheit kann ich nichts anfangen zurück
Richtig. An Vatertexten wird heftig gearbeitet – und die schwarzen Ränder unter den Nägeln werden vorgezeigt (aber nicht die Todesanzeigen der nie veröffentlichten Werke): Da nimmt einer Sprache und Inhalt ernst. zurück
Vater gibt sich solche Mühe bei der Zubereitung, aber er hat beim sonntäglichen Kochen vergessen, dass man Buttermilch nicht kochen darf – war wohl nichts, sieht auch nicht besonders lecker aus! zurück

Textkritik: Muttertexte, Vatertexte und Maltemeinung

Maltes Meinung»Jedenfalls wünsche ich mir häufiger Geschichten und Gedichte, Süppchen und Maltes liebevolle Meinung.« Das schrieb uns letzte Woche jemand ins Gästebuch. Und womit? Mit Recht!

In der Tat sind in der letzten Zeit im literaturcafe.de neue Prosa- und Lyrikbeiträge etwas zu kurz gekommen. Und auch Malte hat seit November seine Meinung nicht mehr geäußert. Wir werden das ändern.

Den Anfang macht eine neue Textkritik, die sich heute einer neuen Kategorie »Lyrische Prosa« widmet. Ein Text, der von Malte Bremer vier von fünf Brillen erhält und der viel Freiraum für eigene Assoziationen und Bilder lässt.

Zur aktuellen Textkritik von Malte Bremer »

Warum Twitter bei Verlagen und Buchhandlungen nicht funktionieren wird

Artikel von Wolfgang Tischer über Twitter auf boersenblatt.netEine neue Sau wird von den PR- und Marketingberatern durchs digitale Dorf getrieben: Twitter! War vor zwei Jahren Second Life noch das Nonplusultra, um neue Kunden zu gewinnen und nicht vollkommen von der modernen Welt, ja der Zukunft schlechthin abgeschnitten zu sein, so ist es nun Twitter. Und davor war es das Bloggen, das speziell für Verlage und Buchhändler ein tolles, neues und unmittelbares Instrument darstellen würde, um zu hören, was der Kunde wirklich will.

Und jetzt also ist Twitter der neue Hype. Twitter, so erzählt ein PR-Experte dem Börsenblatt, sei ein »neuer Weg der Zielgruppenansprache«, ein »guter Ausgangspunkt für Word-of-Mouth-Kampagnen« und schlechthin der hippe Kanal, um einen »echten Dialog« mit dem Kunden zu führen. Viele Buchhändler und Antiquare waren offenbar jahrelang in dem Irrglauben, dass sie dies im eigenen Laden tun würden.

Hier klicken und weiterlesen auf boersenblatt.net »

»Alle sieben Wellen« von Daniel Glattauer als Podcast

Alle sieben Wellen als PodcastFans von Emmi und Leo haben darauf sehnsüchtig gewartet: Heute – am 4. Februar 2009 – erscheint »Alle sieben Wellen«, die Fortsetzung von Daniel Glattauers eMail-Roman »Gut gegen Nordwind«.

Einige Tage später – am 16. Februar 2009 – wird das Hörbuch erhältlich sein. Es lesen wie schon den ersten Teil Andrea Sawatzki und Christian Berkel. Wer das Buch und Hörbuch liebt, der kann sich jedoch schon heute freuen, denn HörbucHHamburg präsentiert die erste halbe Stunde kostenlos als Podcast. Jeden Mittwoch erscheint ein neuer Teil, heute ging bereits der zweite online.

An diesem Podcast war das literaturcafe.de nicht ganz unbeteiligt, denn wir haben HörbucHHamburg beim Podcast-Einsatz beraten, die Dateien aufbereitet und den Intro-Hinweis produziert. Die Idee, den Anfang des Hörbuchs, das insgesamt 4 CDs umfasst, als Podcast anzubieten, stammt erfreulicherweise vom Verlag.

Dreister Logo-Missbrauch: Auch das literaturcafe.de bleibt nicht verschont

Das missbrauchte literaturcafe.de-LogoGerade warnen wir in unserem letzten Beitrag noch davor, dass man sich bei dubiosen Literaturagenturen auch nicht von tollen Referenzen und Logos auf der Website täuschen lassen sollte, da diese oftmals ohne Kenntnis und Erlaubnis verwendet werden, ist das literaturcafe.de aktuell selbst betroffen.

Ziemlich dreist hat ein Berliner »Dienstleistungspartner« für Autoren unser literaturcafe.de-Logo fett auf der Startseite neben einem weiteren Sponsoring-Logo verlinkt und erweckt so den Eindruck, als stünde das literaturcafe.de in Verbindung mit diesem Anbieter oder würde ihn empfehlen.

Der Anbieter wirbt sehr offensichtlich um die Gunst von Autoren, was unserer Meinung nach kein gutes Zeichen ist, sodass wir im Gegenteil nur raten können, äußerst misstrauisch zu sein.

Selbstverständlich haben wir den Anbieter umgehend aufgefordert, Link und Logo von der Website zu entfernen.

Es gilt also einmal mehr unser Rat: Seien Sie vorsichtig mit Referenzen und fragen Sie bei den Empfohlenen besser nach, ob kein Missbrauch vorliegt.

Welche Verlage und Literaturagenten wir Ihnen empfehlen können

Verlag sucht AutorDie Meinung der literaturcafe.de-Redaktion ist eindeutig: Wer sein Buch bei einem Unternehmen veröffentlicht, das sich »Verlag« nennt, der sollte dafür kein Geld bezahlen. Ein Verlag trägt das finanzielle Risiko der Buchveröffentlichung allein.

Ebenso arbeiten seriöse Literaturagenten auf Erfolgsbasis. Erst wenn der Autor verdient, erhält der Agent einen Anteil daran.

Doch seit wir vermehrt vor Abzockern warnen, die sich als Literaturagentur ausgeben, aber es nur darauf abgesehen haben, eine maschinelle Rechtschreibprüfung teuer als »Lektorat« zu verkaufen, erreichen uns regelmäßig eMails mit der Frage: Welche Literatur-Agenturen und welche Verlage empfiehlt das literaturcafe.de?

Offener Brief ans ZDF: Keine literarische Kaffeefahrten mehr

Brief an das ZDFDer Bundesverband der jungen Autorinnen und Autoren (BVjA) hat sich in die Diskussion um die Heidenreich-Nachfolge eingemischt und einen offenen Brief ans ZDF geschrieben. Darin fordert der Verband ein Ende der »spätabendlichen literarischen Kaffeefahrten, in denen Bücher von Prominenten nur in die Kamera gehalten und gelobt werden, wobei insbesondere Bücher aus dem Ausland oder Bestseller in der Heidenreich-Sendung häufig ihren Sendeplatz bekamen.«

Bereits mit der Ersatzsendung im Dezember habe man die Chance vertan »ein frisches Format etwa mit einem Moderator unter 35 Jahren und aufregender junger Literatur anzubieten und stattdessen auf eine lustlose Anpreisung von Büchern« gesetzt. Eine Wortwahl, die uns beim literaturcafe.de durchaus bekannt vorkommt.

Weiter fordert der BVjA »dass in der neuen Sendung wieder Bücher besprochen werden, und nicht nur über sie gesprochen wird«. Von diesem Sendeplatz solle, so der Verband, kein »Starallüren-Charakter« mehr ausgehen.

Heinz Strunk hat live im Internet gelesen

Heinz Strunk liest liveAm 12. Januar 2009 um 20 Uhr hat der Komiker und Autor Heinz Strunk (»Fleisch ist mein Gemüse«) aus seinem neuen Roman »Fleckenteufel« in der Zoë-Bar in Hamburg gelesen. Der Rowohlt-Verlag hat die Veranstaltung live im Internet übertragen.

Im Gegensatz zu anderen Live-Übertragungen dieser Art setzte der Rowohlt-Verlag auf Vernetzung: Wer wollte, konnte den flash-basierten Video-Player auf die eigene Website oder ins Weblog einbauen. So konnten selbst kleine Buchhandlungen den Autor zumindest virtuell auf ihrer Website zu einer Lesung begrüßen.

Obwohl das Einbinden externer Videos seit YouTube Standard ist, schrecken viele Anbieter noch davor zurück. Prominentestes Beispiel ist hier die LitCologne, die so zwar Elke Heidenreichs »(weiter)lesen!« exklusiv im Netz präsentiert, aber im Endeffekt doch weniger Zuschauer erreicht. Die Einbettung des Videos via sevenload ist möglich, doch wird dies auf litcolony.de verheimlicht.

Und seine Zahl ist 666: Der Wort- und Filmbeitrag zum Krisenjahr 2009

666 - Die Offenbarung des JohannesDas arme Jahr 2009! Kaum auf der Welt und wenige Tage alt, ist es landauf landab schon zum Krisenjahr erklärt worden. Die Bundeskanzlerin, der Bundespräsident, die Wirtschaft, die Medien, Hinz und auch Kunz: alle reden es schlecht.

Wie soll es denn da noch eine Chance haben? Wie soll es lernen, positiv über sich zu denken (sofern Jahre denken)?

Helfen wir ihm doch, zeigen wir ihm und all den Untergangspropheten, dass es noch viel schlimmer kommen kann.

Elke Heidenreich im Internet: Nur 5.000 Zuschauer pro Folge?

Heidenreich im Web (mit Richard David Precht)Hat Elke Heidenreich mit ihrer Internet-Version von »lesen!« nicht einmal 5.000 Zuschauer pro Folge? Das ist zu befürchten, wenn man sich die aktuellen Klick-Zahlen ihrer letzen Sendung vom 17. Dezember 2008 anschaut.

Nachdem Heidenreich es sich mit ihrem bisherigen Arbeitgeber ZDF verscherzt hatte, wird ihre Literaturempfehlungssendung nun über das neue Internet-Angebot litcolony.de der LitCologne zum Download bereitgestellt. Für das Hosting der Videos werden die Dienstleister sevenload.de und für eine HD-Version vimeo.com genutzt. Anhand der dortigen Klickzähler können die Abrufzahlen sehr transparent mitverfolgt werden.

Johannes Mario Simmel ist tot

Oft gelesenes Simmel-BuchWie verschiedene Online-Medien berichten, verstarb Bestseller-Autor Johannes Mario Simmel am Neujahrstag im schweizerischen Zug. Er wurde 84 Jahre alt. Seine Romane fanden sich insbesondere in den 70er- und 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts stets auf den Bestsellerlisten. Seine Bücher standen auch in Haushalten, die selbst damals nicht von Viellesern bevölkert waren.

Doch Simmel und Konsalik, das waren und sind für viele immer »die Seichten« ihrer Zeit gewesen: Autoren, die das Publikum liebte und die Kritiker verschmähten. Aber im Gegensatz zu Konsalik ging es Simmel immer darum, in seinen Romanen auch politische und gesellschaftliche Themen zu transportieren: Klimakatastrophe und Genmanipulation z. B. waren Dinge, die er in seinen Werken bereits Ende der 1980er aufgriff. Für die Kritiker hingegen wurde die echte und ernste Literatur nach dem Krieg von Autoren wie Böll und Grass geschrieben. Simmel war für sie  immer zu nah am Publikumsgeschmack: Trivialliteratur, die Tiefgang suggerierte.