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»Alle sieben Wellen« von Daniel Glattauer als Podcast

Alle sieben Wellen als PodcastFans von Emmi und Leo haben darauf sehnsüchtig gewartet: Heute – am 4. Februar 2009 – erscheint »Alle sieben Wellen«, die Fortsetzung von Daniel Glattauers eMail-Roman »Gut gegen Nordwind«.

Einige Tage später – am 16. Februar 2009 – wird das Hörbuch erhältlich sein. Es lesen wie schon den ersten Teil Andrea Sawatzki und Christian Berkel. Wer das Buch und Hörbuch liebt, der kann sich jedoch schon heute freuen, denn HörbucHHamburg präsentiert die erste halbe Stunde kostenlos als Podcast. Jeden Mittwoch erscheint ein neuer Teil, heute ging bereits der zweite online.

An diesem Podcast war das literaturcafe.de nicht ganz unbeteiligt, denn wir haben HörbucHHamburg beim Podcast-Einsatz beraten, die Dateien aufbereitet und den Intro-Hinweis produziert. Die Idee, den Anfang des Hörbuchs, das insgesamt 4 CDs umfasst, als Podcast anzubieten, stammt erfreulicherweise vom Verlag.

Dreister Logo-Missbrauch: Auch das literaturcafe.de bleibt nicht verschont

Das missbrauchte literaturcafe.de-LogoGerade warnen wir in unserem letzten Beitrag noch davor, dass man sich bei dubiosen Literaturagenturen auch nicht von tollen Referenzen und Logos auf der Website täuschen lassen sollte, da diese oftmals ohne Kenntnis und Erlaubnis verwendet werden, ist das literaturcafe.de aktuell selbst betroffen.

Ziemlich dreist hat ein Berliner »Dienstleistungspartner« für Autoren unser literaturcafe.de-Logo fett auf der Startseite neben einem weiteren Sponsoring-Logo verlinkt und erweckt so den Eindruck, als stünde das literaturcafe.de in Verbindung mit diesem Anbieter oder würde ihn empfehlen.

Der Anbieter wirbt sehr offensichtlich um die Gunst von Autoren, was unserer Meinung nach kein gutes Zeichen ist, sodass wir im Gegenteil nur raten können, äußerst misstrauisch zu sein.

Selbstverständlich haben wir den Anbieter umgehend aufgefordert, Link und Logo von der Website zu entfernen.

Es gilt also einmal mehr unser Rat: Seien Sie vorsichtig mit Referenzen und fragen Sie bei den Empfohlenen besser nach, ob kein Missbrauch vorliegt.

Welche Verlage und Literaturagenten wir Ihnen empfehlen können

Verlag sucht AutorDie Meinung der literaturcafe.de-Redaktion ist eindeutig: Wer sein Buch bei einem Unternehmen veröffentlicht, das sich »Verlag« nennt, der sollte dafür kein Geld bezahlen. Ein Verlag trägt das finanzielle Risiko der Buchveröffentlichung allein.

Ebenso arbeiten seriöse Literaturagenten auf Erfolgsbasis. Erst wenn der Autor verdient, erhält der Agent einen Anteil daran.

Doch seit wir vermehrt vor Abzockern warnen, die sich als Literaturagentur ausgeben, aber es nur darauf abgesehen haben, eine maschinelle Rechtschreibprüfung teuer als »Lektorat« zu verkaufen, erreichen uns regelmäßig eMails mit der Frage: Welche Literatur-Agenturen und welche Verlage empfiehlt das literaturcafe.de?

Offener Brief ans ZDF: Keine literarische Kaffeefahrten mehr

Brief an das ZDFDer Bundesverband der jungen Autorinnen und Autoren (BVjA) hat sich in die Diskussion um die Heidenreich-Nachfolge eingemischt und einen offenen Brief ans ZDF geschrieben. Darin fordert der Verband ein Ende der »spätabendlichen literarischen Kaffeefahrten, in denen Bücher von Prominenten nur in die Kamera gehalten und gelobt werden, wobei insbesondere Bücher aus dem Ausland oder Bestseller in der Heidenreich-Sendung häufig ihren Sendeplatz bekamen.«

Bereits mit der Ersatzsendung im Dezember habe man die Chance vertan »ein frisches Format etwa mit einem Moderator unter 35 Jahren und aufregender junger Literatur anzubieten und stattdessen auf eine lustlose Anpreisung von Büchern« gesetzt. Eine Wortwahl, die uns beim literaturcafe.de durchaus bekannt vorkommt.

Weiter fordert der BVjA »dass in der neuen Sendung wieder Bücher besprochen werden, und nicht nur über sie gesprochen wird«. Von diesem Sendeplatz solle, so der Verband, kein »Starallüren-Charakter« mehr ausgehen.

Heinz Strunk hat live im Internet gelesen

Heinz Strunk liest liveAm 12. Januar 2009 um 20 Uhr hat der Komiker und Autor Heinz Strunk (»Fleisch ist mein Gemüse«) aus seinem neuen Roman »Fleckenteufel« in der Zoë-Bar in Hamburg gelesen. Der Rowohlt-Verlag hat die Veranstaltung live im Internet übertragen.

Im Gegensatz zu anderen Live-Übertragungen dieser Art setzte der Rowohlt-Verlag auf Vernetzung: Wer wollte, konnte den flash-basierten Video-Player auf die eigene Website oder ins Weblog einbauen. So konnten selbst kleine Buchhandlungen den Autor zumindest virtuell auf ihrer Website zu einer Lesung begrüßen.

Obwohl das Einbinden externer Videos seit YouTube Standard ist, schrecken viele Anbieter noch davor zurück. Prominentestes Beispiel ist hier die LitCologne, die so zwar Elke Heidenreichs »(weiter)lesen!« exklusiv im Netz präsentiert, aber im Endeffekt doch weniger Zuschauer erreicht. Die Einbettung des Videos via sevenload ist möglich, doch wird dies auf litcolony.de verheimlicht.

Und seine Zahl ist 666: Der Wort- und Filmbeitrag zum Krisenjahr 2009

666 - Die Offenbarung des JohannesDas arme Jahr 2009! Kaum auf der Welt und wenige Tage alt, ist es landauf landab schon zum Krisenjahr erklärt worden. Die Bundeskanzlerin, der Bundespräsident, die Wirtschaft, die Medien, Hinz und auch Kunz: alle reden es schlecht.

Wie soll es denn da noch eine Chance haben? Wie soll es lernen, positiv über sich zu denken (sofern Jahre denken)?

Helfen wir ihm doch, zeigen wir ihm und all den Untergangspropheten, dass es noch viel schlimmer kommen kann.

Elke Heidenreich im Internet: Nur 5.000 Zuschauer pro Folge?

Heidenreich im Web (mit Richard David Precht)Hat Elke Heidenreich mit ihrer Internet-Version von »lesen!« nicht einmal 5.000 Zuschauer pro Folge? Das ist zu befürchten, wenn man sich die aktuellen Klick-Zahlen ihrer letzen Sendung vom 17. Dezember 2008 anschaut.

Nachdem Heidenreich es sich mit ihrem bisherigen Arbeitgeber ZDF verscherzt hatte, wird ihre Literaturempfehlungssendung nun über das neue Internet-Angebot litcolony.de der LitCologne zum Download bereitgestellt. Für das Hosting der Videos werden die Dienstleister sevenload.de und für eine HD-Version vimeo.com genutzt. Anhand der dortigen Klickzähler können die Abrufzahlen sehr transparent mitverfolgt werden.

Johannes Mario Simmel ist tot

Oft gelesenes Simmel-BuchWie verschiedene Online-Medien berichten, verstarb Bestseller-Autor Johannes Mario Simmel am Neujahrstag im schweizerischen Zug. Er wurde 84 Jahre alt. Seine Romane fanden sich insbesondere in den 70er- und 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts stets auf den Bestsellerlisten. Seine Bücher standen auch in Haushalten, die selbst damals nicht von Viellesern bevölkert waren.

Doch Simmel und Konsalik, das waren und sind für viele immer »die Seichten« ihrer Zeit gewesen: Autoren, die das Publikum liebte und die Kritiker verschmähten. Aber im Gegensatz zu Konsalik ging es Simmel immer darum, in seinen Romanen auch politische und gesellschaftliche Themen zu transportieren: Klimakatastrophe und Genmanipulation z. B. waren Dinge, die er in seinen Werken bereits Ende der 1980er aufgriff. Für die Kritiker hingegen wurde die echte und ernste Literatur nach dem Krieg von Autoren wie Böll und Grass geschrieben. Simmel war für sie  immer zu nah am Publikumsgeschmack: Trivialliteratur, die Tiefgang suggerierte.

Das literaturcafe.de wünscht Ihnen ein frohes Jahr 2009 – und wir blicken zurück auf 2008

Jahresrückblick 2008Das literaturcafe.de wünscht Ihnen ein frohes, erfolgreiches und gesundes Jahr 2009! Wie 2008 gibt es am 1. Januar einen ganz persönlichen Rückblick auf das, was uns an den vergangenen 366 Tagen bewegt hat. Für das literaturcafe.de war 2008 sehr erfolgreich. Nie zuvor seit unserem über 12jährigen Bestehen hatten wir mehr Besucher als im vergangenen Jahr. Im Monat schauen derzeit so viele Menschen vorbei, wie 1998 im ganzen Jahr.

In vielen Berichten und eMails an die Redaktion dominierte auch 2008 das nicht immer seriöse Geschäft mit literarischen Hoffnungen: Zuschussverlage und dubiose Literaturagenten versprechen den Bucherfolg – gegen vier- oder gar fünfstellige Summen. Mit scharfen Worten oder juristischen Drohungen werden Zahlungsunwillige oder Kritiker eingeschüchtert. Man könnte meinen, man bewege sich in einem ganz anderen Milieu.

Das zweite große Thema des Jahres war das eBook – oder genauer gesagt: die Digitalisierung des Buches. Obwohl eBooks in Deutschland noch keine Rolle spielen, hat die Buchbranche zumindest erkannt, dass hier Entwicklungen bevorstehen könnten, die alte Geschäftsmodelle und Denkstrukturen ins Wanken bringen.

Letzte Chance für Autoren: Unbekannte Nutzungsrechte bis Jahresende zurückrufen

mediafon rätWer als Autor nicht will, dass sein Verlag seine Werke auf Arten nutzt, die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses noch gar nicht bekannt waren, muss die »Nutzungsrechte für unbekannte Nutzungsarten« bis zum 31.12.2008 zurückrufen, darauf weist der Bundesverband junger Autoren und Autorinnen (BVjA) heute in seinem Newsletter hin und bezieht sich damit auf eine Empfehlung der Beratungsstelle für Selbstständige mediafon.

Wer als Autor einen Vertrag mit einem Verlag abschließt, der tritt diesem die Nutzungsrechte ab. Das ist notwendig, denn nur so ist es dem Verlag erlaubt, das Werk des Autors zu drucken und zu verbreiten. In den meisten Fällen sichert sich der Verlag aber nicht nur die Rechte am Buch, sondern beispielsweise für Hörbuch oder Verfilmung. Will sich ein Filmproduzent später diese Rechte sichern, so muss er dies dann mit dem Verlag und nicht mehr mit dem Autor verhandeln. Natürlich sollte ein Autor darauf achten, dass er an solchen »Weiterverkäufen« der Nutzungsrechte gut verdient.

Das literaturcafe.de mit Twitter verfolgen

twitterWer Twitter nutzt, der wird über diesen Dienst nun ebenfalls mit Neuigkeiten aus dem literaturcafe.de versorgt. Als sogenannte Tweets gibt es von uns Hinweise auf aktuelle Beiträge, aber auch exklusive Infos und Neuigkeiten aus dem Redaktionsalltag.

Twitter ist eine Art Mischung aus Weblog und SMS für alle. Ein Twitter-Beitrag ist maximal 140 Zeichen kurz und in der Regel öffentlich unter twitter.com einsehbar. Wer den Namen eines Twitter-Nutzers kennt, kann dessen Beiträge auch direkt abrufen, so z. B. die Tweets des literaturcafe.de unter twitter.com/literaturcafe. Hunderttausende von Nutzern weltweit berichten so über ihren Alltag und was sie gerade machen, denken oder erleben. Twitter-Beiträge kann man mit dem Web-Browser, speziellen Programmen wie twhirl, aber auch von unterwegs via Handy schreiben – und auch lesen. Hierzu kann man sich die Nutzer auswählen, deren Tweets man verfolgen will und wird zu dessen »Followern«. Abgesehen von eventuellen Handy-Gebühren fürs mobile Twittern ist all dies kostenlos.

Nun mag man sich fragen, was daran interessant sein soll, was andere so gerade machen.

Buddenbrooks-Verfilmung: verschwenkt, verschnitten, verschmarrt?

Mann und MarzipanEigentlich müsste das das beste Weihnachtskino sei: die Buddenbrooks-Verfilmung von Heinrich Breloer, deren Vorschaubilder die perfekte Ästhetik von Kaffee- und Margarinewerbung erwarten lassen. Kino-Kitsch und Dramatik im besten Sinne. Wer außer Die-Manns-Versteher Breloer hätte das besser gekonnt?

Doch gute Zutaten allein machen keine guten Weihnachtsplätzchen, und wenn man Richard Oehmanns Filmkritik in Telepolis glauben darf, gilt Ähnliches auch für diese Thomas-Mann-Verfilmung.  Auch Rüdiger Suchslands Kritik für den film-dienst fällt bei allem Wohlwollen und Gute-Seiten-Abgewinnen nicht positiv aus, zu sehr sei das Mannsche Buch zudem ausgeholzt worden.

Die WMF 1: Rezension einer Kaffeemaschine

Stylish: Die WMF 1Nach zwölfeinhalb Jahren literaturcafe.de und unzähligen Buchbesprechungen wird es Zeit, dass wir uns endlich auch einmal dem Kaffee widmen. Deswegen rezensieren wir heute eine Kaffeemaschine. Klar, dass es nicht irgendeine Maschine sein wird, sondern die nach Angaben des Herstellers kleinste Kaffeemaschine der Welt: die WMF 1. Seit einigen Wochen tut sie nun in der literaturcafe.de-Redaktion brummend ihren Dienst.

Bislang hat der Besteck- und Küchenaccessoires-Hersteller WMF ausschließlich hochpreisige Kaffeemaschinen für die Gastronomie hergestellt. Die WMF 1 ist das genaue Gegenteil, denn sie ist gedacht für den Singlehaushalt oder das Ein-Mann- oder -Frau-Büro. Ein Kaffeemaschinchen also, das nicht nur in der Bedienung, sondern auch vom Design her überzeugt.

Matthias Matusseks wunderbare Buchtrailer-Parodie

Buchtrailer von Mattias Matussek
Quelle: spiegel.de

Des Spiegels Video-Blogger Matthias Matussek macht in seinem neuesten Blog schonungslos Werbung für sein neues Buch »Als wir jung und schön waren«. Unbedingt den Blog (Wichtig: Bei Matussek immer mit männlichem Artikel und ohne Zusätze wie -folge oder -beitrag!) bis zum Schluss ansehen, auch wenn der Cream-Kalauer weh tut.

In seinem Video parodiert Matussek wunderbar die grassierende und nur schwer nachvollziehbare Buchtrailer-Begeisterung der Verlage. Seine unbedingten Inhaltsempfehlungen für einen Buchtrailer:

  • Nichts über den Inhalt verraten
  • Möglichst eine Rolltreppe sollte vorkommen
  • Der Autor sollte möglichst intelligent und sensibel gucken
  • Bäume
  • Möglichst sinnlose Schriften

Matthias Matussek: Als wir jung und schön waren (Sachbuch (allgemein)). Gebundene Ausgabe. 2008. S. Fischer Verlag. ISBN/EAN: 9783100489241. 17,50 €  » Bestellen bei amazon.de Anzeige oder im Buchhandel

Nachgefragt: Was bedeutet der Begriff »fremdschämen«?

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Nadia Zaboura
Nadia Zaboura (Foto: Lars Weber)

Das Wort »fremdschämen« steht nicht im DUDEN und ist auch nicht (Un-)Wort des Jahres geworden. Dennoch hört man es derzeit recht häufig. Für Peter Turi ist es »grässliches Motzblogger-Deutsch«. Dabei verwenden das Wort auch nicht-bloggende Menschen. Nachtrag: Wie in den Kommentaren völlig richtig zu lesen ist, hat der DUDEN den Begriff »fremdschämen« mittlerweile in der 25. Auflage in den Wortschatz aufgenommen.

Was aber bedeutete fremdschämen genau? Wo ist der Unterschied zu »sich für jemanden schämen« oder »Mitleid empfinden«? Wir wollten es genau wissen und haben eine Fachfrau gefragt, die studierte Kommunikationswissenschaftlerin Nadia Zaboura (Foto). Zabouras Buch »Das empathische Gehirn« ist gerade erschienen. Darin geht es um Gründe und Ursachen für das »Mitfühlen«. Hier ihre Definition des Begriffs »fremdschämen«: