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Hermann Mensing in Münster: Pop Life und die Revolution

Hermann Mensing in der ROSTA Buchhandlung, MünsterDer Autor Hermann Mensing ist weiterhin auf Lesetour mit seinem neuen Roman »Pop Life« (siehe Buchbesprechung). Unlängst war er in Gronau, Wien und Leipzig, jetzt hat er in Münster gelesen. Hier sein neuer Lese- und Reisebericht:

Als der Rosta Buchladen gegründet wurde, galt er als Keimzelle des akademischen Aufruhrs. Im Hinterzimmer mühte sich der revolutionäre Nachwuchs an den Kurbeln der Nudelmaschinen, um pro Matrize maximal 100 Abzüge der neuesten Pamphlete unter das Volk zu bringen. Man schaffte im Glauben, die Intelligenz Hand in Hand mit dem Proletariat zu einem demnächst zu feiernden Sieg führen zu können.

Und was da alles abgenudelt wurde!
Und wie gut diese Matrizen rochen, wenn man die Walze befeuchtete.
Manche wurde regelrecht high davon.

Die Revolution aber ließ auf sich warten und verzettelte sich.

Und noch ein neues Buchportal: lettra lebt!

lettra lebt!Die Behauptung, dass Bücher out sind und sie heute keiner mehr liest, scheint nicht zu stimmen. Zumindest die Zahl der neuen Bücher-Websites beweist offenbar das Gegenteil. Während man in Köln mehr schlecht als recht versucht, den Erfolg des Literaturfestivals lit.COLOGNE mit der Website litcolony.de fortzusetzen, ist nun ein weiteres Buchportal online. Mit lettra.tv lassen die Macher des gescheiterten Pay-TV-Kanals lettra diesen im Web wieder auferstehen. Wie Name und Herkunft vermuten lassen, setzt man dabei verstärkt auf Videos über Bücher und Autoren. Als Aufmacher zum Start wird Bestseller- und eMail-Roman-Autor Daniel Glattauer (»Alle sieben Wellen«) porträtiert.

Anders als bei litcolony.de, wo man den genialen PR-Coup, dass dort Elke Heidenreich ihre Sendung »Lesen« ins Web verlagerte, grandios versickern ließ und erst spät einen Podcat anbot, verbreitet man bei lettra.tv die Filme auch als Podcast und über YouTube.

Bislang sind im nicht sehr umfangreichen Video-Archiv überwiegend Beiträge aus der Pay-TV-Zeit zu sehen. Die aktuellen Videos haben eher privaten Charakter (»KossisWelt«).

Zum Handtuchtag: Christian Ulmen liest den Anhalter

Den Anhalter lesen oder hören - aber nur mit Handtuch!Dass Christian Ulmen gerne und vor allem gekonnt in die verschiedensten Rollen schlüpft, ist bekannt. Nun hat er sich an das »Allerheiligste« gewagt: Für den Hörverlag hat er »Per Anhalter durch die Galaxis« gelesen.  Seit März 2009 kommt diese Version von Douglas Adams‘ Kultbuch in einem kleinen schicken Klappkarton zu den Fans nach Hause. Verteilt auf 5 CDs lassen sich die rund sechs Stunden Hörbuch sowohl bequem im CD-Player anhören als auch relativ flott auf den iPod ziehen. Das Wiedereinsteigen in die Handlung nach Hörpausen ist durch die intelligente Unterteilung in jeweils etwa fünf Minuten lange Tracks kein Problem.

Worum geht’s eigentlich im »Anhalter« und wie liest Christian Ulmen?

Sprachkritik: Das Staunen der Wähler im Rahmen der Möglichkeiten

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Ich schwörs dir, Alder!Das Jahr 2009 ist wieder einmal ein sogenanntes »Superwahljahr«, in dem der Bürger im Laufe des Jahres so einiges wegwählen kann. Das beginnt am 7. Juni, an dem wir unbekanntere Menschen nach Straßburg wegwählen. Und da daran niemand großes Interesse hat, werden Europawahlen gerne terminlich mit Kommunalwahlen zusammengelegt, damit überhaupt jemand ins Wahllokal kommt. So auch in Baden-Württemberg, wo wir uns der Wahlkampfbroschüre der Freien Wähler aus der Doppelstadt Villingen-Schwenningen mit den Mitteln der Sprachkritik genähert haben. Denn auch Gebrauchstexte haben ein demokratisch verbürgtes Recht darauf, einmal besprochen zu werden – das Problem der politischen Sprache ist schließlich überall das gleiche.

Hermann Mensing in Gronau: Pop Life im Finanzzentrum

Pop Life schwimmt im GeldDer Autor Hermann Mensing ist weiterhin auf Lesetour mit seinem neuen Roman »Pop Life« (siehe Buchbesprechung). Unlängst war er in Wien und Leipzig, jetzt hat er im Münsterland gelesen. Hier sein neuer Reisebericht:

Mit der Schockstarre, die wechselweise tiefe Angst, Hoffnungslosigkeit und wieder unbändige Zuversicht generiert, fuhr ich mit einem Freund von Münster nach Gronau. Er wollte die Nebenstraßen und Wege kennenlernen, das kaum beschreibbare der münsterländischen Landschaft, das sanfte Grün, mein Westfalendschungel, das gewellte Land, die kleinen Buchenwälder, den blühenden Raps, die auf großen Strecken fast vollständige Abwesenheit unruhigen Verkehrs, das Leuchten des Löwenzahns auf Kuhweiden, die Ruhe, das Gleiten über schmale, oft kurvige Landwirtschaftswege, das Passieren der Dörfer und Bauernschaften, der Höfe, der schlaunschen Adelssitze, das alles kannte mein Freund nicht, obwohl er doch mittendrin geboren ist.

Urheberrecht: Warum die Naivität der Romanautoren für uns alle gefährlich werden kann

Stopp-SchildRomanautoren haben keine Ahnung vom Internet. Diese Behauptung ist gewagt. Aber nur wer solch unumstößliche Tatsachen in den Raum stellt, findet Gehör. Romanautoren haben viel mit Politikern gemeinsam. Auch von Günter Grass kann man sich vorstellen, dass er sich eMails und Websites lieber von seiner Sekretärin ausdrucken lässt, um die Texte zu lesen. Der Mann ist schließlich 82 Jahre alt. Doch auch Judith Hermann, die nicht einmal halb so alt ist, bekennt in einem Interview mit der ZEIT freimütig, dass das Internet nicht ihre Welt sei. »Ich habe erst seit diesem dritten Buch zu Hause einen Internetanschluss. Wenn die mediale Korrespondenz dieser Tage hier vorbei sein wird, schaffe ich ihn wieder ab«, sagt die Bestsellerautorin (»Sommerhaus, später«).

Viele Autoren haben eine Website. Aber gerade die etablierten Autoren lassen diese pflegen. Meist vom Verlag, der dann einen Buchtrailer oder tolle Flash-Animationen erstellen lässt, die dann wiederum in brancheninternen Wettbewerben als besonders innovativ ausgezeichnet werden.

Dabei müssten die Autoren nach »draußen«, ins Web, zu ihren Lesern gehen.

Grimme Online Award 2009: Drei literarische Websites nominiert

Grimme Online Award 2009Unter den insgesamt sieben Nominierungen des Grimme Online Award 2009 in der Rubrik »Kultur und Unterhaltung« befinden sich erfreulicherweise drei Websites zum Thema Literatur. Mit dem Grimm Online Award werden seit dem Jahr 2001 durch das Adolf-Grimme-Institut qualitativ hochwertige Websites ausgezeichnet.

Während man sich im letzten Jahr fragen konnte, was die damals nominierten literarischen Websites so besonders macht, fällt diesmal angenehm auf, dass die preisverdächtigen drei Literatur-Sites in der Tat neue und unkonventionelle Wege der Literaturvermittlung gehen.

Ebenfalls erfreulich: Alle drei nominierten Websites sind private Initiativen, gehören also weder zu einem Medienkonzern noch zu öffentlichen Einrichtungen.

Heidenreich-Nachfolge: Amelie Fried und Ijoma Mangold lesen uns am Freitagabend in den Schlaf

Amelie Fried
Amelie Fried. Quelle: ZDF/Annette Hornischer

Die ZDF-Nachfolgesendung von Elke Heidenreichs „lesen!“ nimmt langsam Gestalt an. Bereits seit geraumer Zeit ist bekannt, dass die neue Literatursendung von Amelie Fried und Ijoma Mangold moderiert werden wird. Jetzt steht auch fest, wann, wo und unter welchem Namen dies passieren wird.

Nach ZDF-Angaben wird die erste Folge der neuen Literatursendung »aus dem Hamburger Hafen« kommen – was immer das bedeuten mag. Neben den beiden Moderatoren wird ein prominenter Gast über Literatur sprechen. Schon jetzt darf spekuliert werden, wer dies sein wird: jemand, der bereits bei Elke Heidenreich zu Gast war? Wohl eher nicht, denn man will sich ja von der Vorgängerin absetzen.

Während Heidenreich an ihren letzten ZDF-Tagen noch für einen früheren Sendetermin der Literatursendung stritt, bleibt hier alles beim Alten: Am Freitag, 10. Juli 2009, um 22.30 Uhr wird die erste Sendung zu sehen sein. Und da man mit Büchern gut einschläft, lag der Name »Die Vorleser« für die neue Sendung offenbar nahe.

Mitmachen: Katharina Thiemann sucht eBook-Leser für ihre Masterarbeit

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Machen Sie mit bei der eBook-StudieFür ihre Masterarbeit am Institut für Kommunikationswissenschaft der Ludwig- Maximilians-Universität München sucht Katharina Thiemann Personen, die an einer Untersuchung zum Thema »Nutzung von Ebook-Readern« teilnehmen möchten.

Vorraussetzung für die Teilnahme ist, dass Sie einen eBook-Reader besitzen oder einen solchen regelmäßig nutzen. Damit sind ausschließlich spezielle Lesegeräte wie der SONY PRS-505 gemeint. Nutzer von Multifunktionsgeräten, mit denen auch eBooks gelesen werden können – wie z. B. das iPhone -, können an der Studie leider nicht teilnehmen.

Ziel der Untersuchung ist es herauszufinden, wie die Lesegeräte genutzt werden und in welchem Verhältnis die Nutzung zur Buchnutzung steht. Um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten, wird das Thema in Gruppendiskussionen persönlich oder via Skype besprochen. Dabei wird über die Erfahrung mit den eBook-Readern diskutiert und erörtert, welche Bedeutung die Geräte derzeit haben und in Zukunft haben könnten.

Unter allen Teilnehmern wird zudem ein Amazon-Gutschein im Wert von 25 € verlost.

Dubiose Spam-Attacke mit klassischen Gedichten

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Gedichte als SpamSo viele gute Gedichte per eMail wie in den letzten drei Stunden erhalten wir in der literaturcafe.de-Redaktion sonst das ganze Jahr nicht. Allerdings haben uns die ausschließlich englischen Absendernamen der eMails, die hier ab ca. 18:30 Uhr eingingen und von denen via Twitter auch andere Nutzer berichten, etwas stutzig gemacht. Und auch die merkwürdige »horizontale« Schreibung von Umlauten, bei der statt einem ü ein u:, statt einem ä ein a: geschrieben wurde, ließen uns dann doch genauer hinschauen.

Eine Recherche brachte schnell das Ergebnis, dass es Gedichte klassischer deutscher Dichter wie beispielsweise Rilke und Eichendorff sind, die hier zerhackt und portoniert verschickt werden. Ansonsten sind es reine Textmails, die weder einen Link auf eine Website, versteckte Tracking-Pixel noch Schadsoftware als Anhang beinhalten.

Was hat es damit auf sich?

eBook: SONY PRS-505 im ausführlichen Praxis-Lesetest

SONY PRS-505 im TestMit dem SONY PRS-505 ist in Deutschland erstmals ein eBook-Lesegerät für alle erhältlich, so man bereit ist, dafür den viel zu hohen Betrag von 299 Euro auszugeben. Zwar gab und gibt es auch andere Lesegeräte auf dem Markt, doch spielen diese kaum eine Rolle, und man muss schon genau suchen, wo man diese kaufen und bestellen kann. Der Sony-Reader ist derzeit in jeder Thalia-Buchhandlung erhältlich oder bei libri.de zu bestellen.

Die Redaktion des literaturcafe.de hat den Sony-eBook-Reader PRS-505 ausführlich in der Praxis getestet. Wir haben damit Romane im Flugzeug, im Bett und im Lesesessel gelesen und wollen in diesem Testbericht neben den technischen Aspekten vor allen Dingen auf Textdarstellung, Typografie und Handhabung des silbernen Lesegerätes eingeben.

Textmanufaktur Leipzig präsentiert das 2. Halbjahresprogramm – Günstigere Kurse für literaturcafe.de-Besucher

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Textmanufaktur LeipzigDie Textmanufaktur Leipzig hat auch für das zweite Halbjahresprogramm ein hochkarätiges Kursprogramm für Autorinnen und Autoren zusammengestellt. Nach einem erfolgreichen ersten Halbjahr wurde das neue Programm unter anderem um die Programmbereiche »Genreliteratur«, »Lektorat/Verlag«, »Kinderbuch« oder »Journalismus« erweitert.

Obwohl sie noch kein Jahr besteht, hat sich die private Autorenschule bereits einen hervorragenden Namen in der Szene erarbeitet, denn die Seminare mit moderaten Preisen werden von absoluten Profis und Kennern der Literaturszene durchgeführt. So führt diesmal beispielsweise der Reisejournalist Wolfgang Büscher in das Genre der Reiseliteratur ein, und Bestsellerautor Feridun Zaimoglu erläutert die »Arbeit am Text«. Mit dabei sind u.a. auch Horst Bosetzky (-ky) mit einer »Grundlagenwerkstatt Kriminalroman« und weitere Profis aus den Lektoraten bekannter Verlage.

Und das Beste: Auch diesmal erhalten Sie einen Nachlass auf die Kursgebühren, wenn Sie sich bis 15. Juni 2009 über das literaturcafe.de anmelden. Die Seminare werden dann 10 Euro günstiger.

Fachkongress Hörbuch und Podcast am 8. Mai 2009 in Stuttgart

Fachkongress Hörmedien am 8. Mai 2009 in StuttgartAm 8. Mai 2009 findet im Turmforum des Stuttgarter Hauptbahnhofs der »1. Fachkongress Hörmedien« statt. Der Kongress ist Teil des »KREATIVRAUM STUTTGART«. Vom 4. bis zum 10. Mai finden in der Hauptstadt Baden-Württembergs eine ganze Reihe weiterer interessanter Medien-Veranstaltungen statt: das Animationsfestival fmx/09, der  European Creativity Dialogue, die Pop-Open 09 und zahlreiche Preisverleihungen. Ein Besuch der Schwabenmetropole lohnt also mehrfach.

Wolfgang Tischer vom literaturcafe.de wird auf dem Fachkongress in einem Workshop erläutern, wie Podcasts als Marketing- und PR-Instrument für Autoren und Verlage eingesetzt werden können. Der Nachmittag des 8. Mai ist dann dem Thema Hörbuch gewidmet: René Wagner von der Hoerothek sowie Anne Künstler zeigen, wie kleine Hörbuchlabels ihre Produkte vermarkten können und welche generellen Verkaufsstrategien im Buchhandel für das Hörbuch sinnvoll sind.

Für die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels sind noch Plätze frei.

Anmeldung, weitere Infos und das vollständige Programm unter www.kreativraum-stuttgart.de »

Mein Herz schlägt in Afrika – Eine Reise mit Henning Mankell

Buch: Mein Herz schlägt in Afrika - Eine Reise mit Henning MankellDass der Krimiautor Henning Mankell große Teile des Jahres in Afrika verbringt, ist mittlerweile bekannt. In Mosambiks Hauptstadt Maputo arbeitet der Schöpfer von Kommissar Wallander als Theaterregisseur. Obwohl sich Mankells Afrika-Erfahrungen in Büchern wie »Chronist der Winde« oder »Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt« wiederfinden, hält sich der schwedische Autor ansonsten eher bedeckt, was sein dortiges persönliches Hilfsengagement angeht.

Umso erstaunlicher und interessanter, dass es ZDF-Redakteur Jens Monath gelungen ist, Henning Mankell für eine gemeinsame Reise durch Afrika zu gewinnen. Die zweiteilige Reportage war jeweils dienstags am 28. April und 5. Mai 2009 um 20:15 Uhr im ZDF zu sehen und ist nun auch als DVD verfügbar.

Wir haben uns vorab das gleichnamige Begleitbuch zur Fernsehsendung angesehen.

Prominente Autorinnen und Autoren unterstützen Fairlag-Initiative gegen unseriöse Verlagspraktiken

FAIRLAG - Aktionsbündnis für faire Verlage25 Schriftstellerinnen und Schriftsteller, darunter Elfriede Jelinek, Günter Grass, Hellmuth Karasek, Tanja Kinkel, Rafik Schami und Elke Heidenreich, unterzeichnen anlässlich des heutigen Welttags des Buches und des Urheberrechts am 23. April 2009 die Fairlag-Erklärung von 50 Autorenverbänden und anderen Literaturinstitutionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Sogenannte Zuschussverlage bzw. Pseudoverlage verlangen mit unseriösen Versprechungen und wohlklingenden Namen von jungen und unerfahrenen Autorinnen und Autoren oftmals Zahlungen im bis zu fünfstelligen Euro-Bereich.

Die prominenten Schriftstellerinnen und Schriftsteller unterstützen daher das »Aktionsbündnis für faire Verlage«, das im letzten Jahr ins Leben gerufen wurde, um auf solche Praktiken aufmerksam zu machen.