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Das literaturcafe.de wünscht Ihnen ein frohes Jahr 2009 – und wir blicken zurück auf 2008

Jahresrückblick 2008Das literaturcafe.de wünscht Ihnen ein frohes, erfolgreiches und gesundes Jahr 2009! Wie 2008 gibt es am 1. Januar einen ganz persönlichen Rückblick auf das, was uns an den vergangenen 366 Tagen bewegt hat. Für das literaturcafe.de war 2008 sehr erfolgreich. Nie zuvor seit unserem über 12jährigen Bestehen hatten wir mehr Besucher als im vergangenen Jahr. Im Monat schauen derzeit so viele Menschen vorbei, wie 1998 im ganzen Jahr.

In vielen Berichten und eMails an die Redaktion dominierte auch 2008 das nicht immer seriöse Geschäft mit literarischen Hoffnungen: Zuschussverlage und dubiose Literaturagenten versprechen den Bucherfolg – gegen vier- oder gar fünfstellige Summen. Mit scharfen Worten oder juristischen Drohungen werden Zahlungsunwillige oder Kritiker eingeschüchtert. Man könnte meinen, man bewege sich in einem ganz anderen Milieu.

Das zweite große Thema des Jahres war das eBook – oder genauer gesagt: die Digitalisierung des Buches. Obwohl eBooks in Deutschland noch keine Rolle spielen, hat die Buchbranche zumindest erkannt, dass hier Entwicklungen bevorstehen könnten, die alte Geschäftsmodelle und Denkstrukturen ins Wanken bringen.

Letzte Chance für Autoren: Unbekannte Nutzungsrechte bis Jahresende zurückrufen

mediafon rätWer als Autor nicht will, dass sein Verlag seine Werke auf Arten nutzt, die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses noch gar nicht bekannt waren, muss die »Nutzungsrechte für unbekannte Nutzungsarten« bis zum 31.12.2008 zurückrufen, darauf weist der Bundesverband junger Autoren und Autorinnen (BVjA) heute in seinem Newsletter hin und bezieht sich damit auf eine Empfehlung der Beratungsstelle für Selbstständige mediafon.

Wer als Autor einen Vertrag mit einem Verlag abschließt, der tritt diesem die Nutzungsrechte ab. Das ist notwendig, denn nur so ist es dem Verlag erlaubt, das Werk des Autors zu drucken und zu verbreiten. In den meisten Fällen sichert sich der Verlag aber nicht nur die Rechte am Buch, sondern beispielsweise für Hörbuch oder Verfilmung. Will sich ein Filmproduzent später diese Rechte sichern, so muss er dies dann mit dem Verlag und nicht mehr mit dem Autor verhandeln. Natürlich sollte ein Autor darauf achten, dass er an solchen »Weiterverkäufen« der Nutzungsrechte gut verdient.

Das literaturcafe.de mit Twitter verfolgen

twitterWer Twitter nutzt, der wird über diesen Dienst nun ebenfalls mit Neuigkeiten aus dem literaturcafe.de versorgt. Als sogenannte Tweets gibt es von uns Hinweise auf aktuelle Beiträge, aber auch exklusive Infos und Neuigkeiten aus dem Redaktionsalltag.

Twitter ist eine Art Mischung aus Weblog und SMS für alle. Ein Twitter-Beitrag ist maximal 140 Zeichen kurz und in der Regel öffentlich unter twitter.com einsehbar. Wer den Namen eines Twitter-Nutzers kennt, kann dessen Beiträge auch direkt abrufen, so z. B. die Tweets des literaturcafe.de unter twitter.com/literaturcafe. Hunderttausende von Nutzern weltweit berichten so über ihren Alltag und was sie gerade machen, denken oder erleben. Twitter-Beiträge kann man mit dem Web-Browser, speziellen Programmen wie twhirl, aber auch von unterwegs via Handy schreiben – und auch lesen. Hierzu kann man sich die Nutzer auswählen, deren Tweets man verfolgen will und wird zu dessen »Followern«. Abgesehen von eventuellen Handy-Gebühren fürs mobile Twittern ist all dies kostenlos.

Nun mag man sich fragen, was daran interessant sein soll, was andere so gerade machen.

Buddenbrooks-Verfilmung: verschwenkt, verschnitten, verschmarrt?

Mann und MarzipanEigentlich müsste das das beste Weihnachtskino sei: die Buddenbrooks-Verfilmung von Heinrich Breloer, deren Vorschaubilder die perfekte Ästhetik von Kaffee- und Margarinewerbung erwarten lassen. Kino-Kitsch und Dramatik im besten Sinne. Wer außer Die-Manns-Versteher Breloer hätte das besser gekonnt?

Doch gute Zutaten allein machen keine guten Weihnachtsplätzchen, und wenn man Richard Oehmanns Filmkritik in Telepolis glauben darf, gilt Ähnliches auch für diese Thomas-Mann-Verfilmung.  Auch Rüdiger Suchslands Kritik für den film-dienst fällt bei allem Wohlwollen und Gute-Seiten-Abgewinnen nicht positiv aus, zu sehr sei das Mannsche Buch zudem ausgeholzt worden.

Die WMF 1: Rezension einer Kaffeemaschine

Stylish: Die WMF 1Nach zwölfeinhalb Jahren literaturcafe.de und unzähligen Buchbesprechungen wird es Zeit, dass wir uns endlich auch einmal dem Kaffee widmen. Deswegen rezensieren wir heute eine Kaffeemaschine. Klar, dass es nicht irgendeine Maschine sein wird, sondern die nach Angaben des Herstellers kleinste Kaffeemaschine der Welt: die WMF 1. Seit einigen Wochen tut sie nun in der literaturcafe.de-Redaktion brummend ihren Dienst.

Bislang hat der Besteck- und Küchenaccessoires-Hersteller WMF ausschließlich hochpreisige Kaffeemaschinen für die Gastronomie hergestellt. Die WMF 1 ist das genaue Gegenteil, denn sie ist gedacht für den Singlehaushalt oder das Ein-Mann- oder -Frau-Büro. Ein Kaffeemaschinchen also, das nicht nur in der Bedienung, sondern auch vom Design her überzeugt.

Matthias Matusseks wunderbare Buchtrailer-Parodie

Buchtrailer von Mattias Matussek
Quelle: spiegel.de

Des Spiegels Video-Blogger Matthias Matussek macht in seinem neuesten Blog schonungslos Werbung für sein neues Buch »Als wir jung und schön waren«. Unbedingt den Blog (Wichtig: Bei Matussek immer mit männlichem Artikel und ohne Zusätze wie -folge oder -beitrag!) bis zum Schluss ansehen, auch wenn der Cream-Kalauer weh tut.

In seinem Video parodiert Matussek wunderbar die grassierende und nur schwer nachvollziehbare Buchtrailer-Begeisterung der Verlage. Seine unbedingten Inhaltsempfehlungen für einen Buchtrailer:

  • Nichts über den Inhalt verraten
  • Möglichst eine Rolltreppe sollte vorkommen
  • Der Autor sollte möglichst intelligent und sensibel gucken
  • Bäume
  • Möglichst sinnlose Schriften

Matthias Matussek: Als wir jung und schön waren (Sachbuch (allgemein)). Gebundene Ausgabe. 2008. S. Fischer Verlag. ISBN/EAN: 9783100489241. 17,50 €  » Bestellen bei amazon.de Anzeige oder im Buchhandel

Nachgefragt: Was bedeutet der Begriff »fremdschämen«?

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Nadia Zaboura
Nadia Zaboura (Foto: Lars Weber)

Das Wort »fremdschämen« steht nicht im DUDEN und ist auch nicht (Un-)Wort des Jahres geworden. Dennoch hört man es derzeit recht häufig. Für Peter Turi ist es »grässliches Motzblogger-Deutsch«. Dabei verwenden das Wort auch nicht-bloggende Menschen. Nachtrag: Wie in den Kommentaren völlig richtig zu lesen ist, hat der DUDEN den Begriff »fremdschämen« mittlerweile in der 25. Auflage in den Wortschatz aufgenommen.

Was aber bedeutete fremdschämen genau? Wo ist der Unterschied zu »sich für jemanden schämen« oder »Mitleid empfinden«? Wir wollten es genau wissen und haben eine Fachfrau gefragt, die studierte Kommunikationswissenschaftlerin Nadia Zaboura (Foto). Zabouras Buch »Das empathische Gehirn« ist gerade erschienen. Darin geht es um Gründe und Ursachen für das »Mitfühlen«. Hier ihre Definition des Begriffs »fremdschämen«:

»Boston Run« von Frank Lauenroth: Ein Spannungsmarathon über 42 Kilometer

Boston Run von Frank LauenrothBrian Harding weiß, dass er den Boston Marathon gewinnen wird. Ein neues Dopingmittel wird dafür sorgen, dass er den Lauf mit einer neuen Bestzeit abschließen wird. Und niemand wird ihn des Dopings überführen können, denn das neue Mittel wirkt genau so lange, wie der Lauf dauern wird. Danach ist es abgebaut und nicht mehr nachweisbar.

Erfunden hat das Wundermittel sein Kumpan Christopher Johnson, der Brian als menschliches Versuchskaninchen auf die Strecke schickt. Christopher arbeitete einst für den amerikanischen Geheimdienst NSA, der nun hinter der Formel des Supermedikamentes her ist, um Soldaten zu ausdauernden Kampfmaschinen zu machen. Doch Chris ist auf seine ehemaligen Kollegen nicht mehr gut zu sprechen. Freiwillig will er das Mittel nicht rausrücken.

Während die Fernsehkameras auf die Marathonläufer gerichtet sind, beginnen ein Lauf und eine Jagd nach dem Dopingmittel und seinem Erfinder. Der freilich hat noch ganz andere Probleme, denn er muss den Läufer Harding vor den Nebenwirkungen des Medikaments bewahren.

www.zehnseiten.de: Text und Autor in der reinen Form

www.zehnseiten.deWer Literatur im Internet vermitteln will, der muss es hipp und trendy machen. Am besten mit einem Buchtrailer. So mit verwackelter Kamera und vielen Schnitten. Und witzig muss es sein. Ein Link auf Google Maps zu den Handlungsorten des Romans schafft ungeheuren Mehrwert. Und Text allein ist dröge, da muss ein flotter Beat druntergelegt werden. Wird ja mittlerweile in jeder Verkehrsdurchsage so gemacht. Und Web 2.0 muss sein: also Nutzerkommentare ermöglichen.

Quatsch!

Dass es auch ganz anders geht, nämlich ruhig, schön und ästhetisch und dass das viel ansprechender und spannender sein kann, das zeigt die neue Website www.zehnseiten.de.

eBook-Konferenz in München: Warten auf Amazon und Google

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Der Bericht auf sueddeutsche.deDie Süddeutsche berichtet in der gedruckten Ausgabe vom 06.12.2008 über die bislang größte eBook-Konferenz im deutschsprachigen Raum, die letzte Woche in München stattfand. Die Akademie des deutschen Buchhandels hatte eingeladen, und laut der Süddeutschen Zeitung kamen 130 Teilnehmer. Aus dem Bericht von Helmut Martin-Jung liest man jedoch heraus, dass dort nicht wirklich Neues präsentiert wurde. Es scheint, als warte der Deutsche Buchhandel nur darauf, bis Amazon, Google oder Apple den Verlagen zeigen, wie das mit dem eBook funktioniert und man damit Geld verdienen kann. Der deutsche Buchhandel konzentriert sich leider auf die nach Expertenmeinung reichlich chancenlose und nur Geld verschlingende Eigenentwicklung »libreka!« und zieht es ansonsten vor, die Kriminalisierung der Kunden voranzutreiben und setzt sich dafür ein, dass vermeintliche Raubkopierer auch ohne richterliche Zustimmung verfolgt und bestraft werden können.

Der diametrale Heidenreich: Mutloses ZDF mit lustlosem Bücherloben

Christine Westermann und Dr. Wolfgang Herles
Quelle: ZDF/Juergen Detmers

Nachdem das ZDF Elke Heidenreich wegen ihrere unflätigen Bemerkungen entlassen hatte, war am 5. Dezember 2008 der Sendeplatz ihrer Büchersendung »lesen!« frei geworden.

Während das ZDF nach eigenen Aussagen für 2009 an einer neuen Büchersendung arbeitet und dabei auch das Gespräch mit den Verlagen sucht, wollte man bereits den Sendeplatz im alten Jahr weiterhin dem gedruckten Medium überlassen. Schließlich ist bald Weihnachten und niemand weiß sonst, was er oder sie lesen oder schenken soll.

Also setzte das ZDF den aspekte-Dino Wolfgang Herles an einen Kneipentisch und – da Lesen schließlich weiblich ist – ihm zur Seite Christine Westermann. Es war ein lust- und teilweise planlos wirkender Versuch, ein paar Bücher zu loben.

BUCH-WIEN-08-Rückblick: Risikosportart Lesen

Ausschnitt aus der Website zur BUCH WIEN 08Seit einigen Jahren schreibt Barbara Fellgiebel für das literaturcafe.de Rückblicke auf die Buchmessen von Frankfurt und Leipzig. Nun war sie auf der ersten BUCH WIEN unterwegs und schildert uns hier ihre Eindrücke literarischer und touristischer Art.

Der Flug Faro-Salzburg ist halb so teuer wie Faro-Wien, also nehme ich die Chance wahr, diese noch nie gesehene Musikmetropole kennenzulernen.

Salzburg – ein Unesco-Weltkulturerbe. Stolz, erhaben, integer, unwirklich. Eine einzige Theaterkulisse. Dass es solche Städte (noch) gibt! Das Schönste ist diese heilige Ruhe abends um 21 Uhr. Das Flanieren in Gassen, Bestaunen von Häusern, die 500 Jahre oder älter sind. Ungläubig gehe ich durch die Gewölbe von Salzburgs ältestem Restaurant, dem St. Peter, das bereits 803 entstand. Ja, Sie lesen richtig, 803, nicht 1803!

Statt Heizdecken an Rentner: Heidenreich verkauft Bücher nun im Internet

Elke Heidenreich liest im Internet
Quelle: litCOLONY.de

Jetzt ist sie da, wo nach Meinung vieler die Zukunft ist: im Internet. Nachdem sie beim ZDF wegen allzu garstiger Bemerkungen rausgeworfen wurde, ist Elke Heidenreichs Dauerwerbesendung für Bücher nun im Internet zu finden. Wann immer man will, kann man dort die neueste Folge von »lesen!« mit Tote-Hosen-Sänger Campino abrufen. Man kann vor- und zurückspringen zwischen den einzelnen vorgestellten Titeln und darunter ist sofort der Bestelllink zu finden.

Doch das Ganze ist eher erbärmlich und traurig. Eine Internet-Sendung, die den maroden Charme eines Heizdeckenverkaufs im Landgasthof oder des C-Promi-Auftritts zur Möbelhauseröffnung hat. Groß hatte die Heidenreich angekündigt, sie werde ihre Sendung bald in einem neuen TV-Sender präsentieren, doch nun ist das Ganze zum Werbetrailer für den neuen Internet-Auftritt zur Kölner Buch- und Lesemesse lit.cologne verkommen.

Und alles andere als souverän streut Heidenreich immer wieder plumpe und peinliche Seitenhiebe auf Reich-Ranicki, das schreckliche Fernsehprogramm im Allgemeinen und natürlich gegen das ZDF ein und hofft auf die Reaktion der ihr nachfolgenden Chlaqueure.

Unverzichtbarer Jahresbegleiter: Der Autorenkalender 2009 der 42er Autoren

AUTORENKALENDER 2009Mit der Ausgabe für 2009 erscheint er zum sechsten Mal, der Autorenkalender der 42er Autoren. Für viele Schreibenden hat er sich zum unverzichtbaren Begleiter und Impulsgeber entwickelt, denn in dem handlichen Büchlein mit Lesebändchen steckt auch für 2009 mehr drin als nur ein Kalendarium zum Notieren von Terminen.

Und wer den Autorenkalender bereits von den Vorjahren her kennt, der oder die weiß, dass selbst im reinen Kalenderteil mehr zu finden ist als nur Platz für Notizen. In diesem Jahr hat man sich bei den 42er Autoren ein Quiz ausgedacht. Tag für Tag muss anhand von Beruf und kleiner biografischer Notiz erraten werden, welcher bekannte Autor welchen Beruf ausgeübt hat – neben der Schriftstellerei. Bereits in diesem Ratespiel steckt eine Erkenntnis, die auch im Serviceteil des Kalenders aufgegriffen wird: Es ist nicht einfach, nur vom Schreiben zu leben, und selbst die großen und bekannten Autoren hatten oft mehr oder weniger spannende Hauptberufe, mit denen sie ihren Lebensunterhalt verdient haben.

Leipzig liest – und kassiert pro Lesung 25 Euro

Leipzig liest à 25 EuroMit Recht ist man in Leipzig stolz darauf, dass die dortige Buchmesse tatsächlich auch eine Lese-Messe ist. Unter dem Motto »Leipzig liest« konnten allein im letzten Jahr während der Messe über 1.900 Literaturveranstaltungen auf dem Messegelände und in der Stadt gezählt werden.

Erstmals verlangt die Messe in diesem Jahr eine Gebühr für den Eintrag einer Lesung im Programmheft und im Web. 25 Euro will man pro Lesung haben. Das wären Einnahmen von fast 50.000 Euro.

Insbesondere Kleinverlage sind erbost über diese neue Lese-Gebühr. Andreas Heidtmann vom poetenladen schreibt auf seiner Website: »Für vier Debüts, in je einer halbstündigen Veranstaltung vorgestellt, kassiert Leipzig liest nun 100 Euro. Mit den Kosten für einen Kleinstand und den Nebenkosten von Strom bis zum Ausstellereintrag sind so 1.000 Euro schnell erreicht.« Für Kleinverlage komme das einer Kostenerhöhung von 10 Prozent gleich. Dies könne dazu führen, dass Idependent-Verlage eine Messebeteiligung generell überdenken.