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Lesetipp im Internet: Elfriede Jelinek über Jörg Haiders Tod

Die Website von Elfriede JelinekElfriede Jelinek hat die Todesfahrt Jörg Haiders bereits literarisch verarbeitet und dank des Internet’ auch schon veröffentlicht. Auf ihrer Homepage kann der knapp über 3.500 Wörter umfassende Text »Von Ewigkeit zu Ewigkeit« nachgelesen werden (Menüpunkt Aktuelles). Ein sprachlich fulminantes und dichtes Werk voll bitterböser Anspielungen auf den »Erlöser« Haider, der bei Jelinek dem Erlkönig gleich die österreichischen Bauernbuben verführt hat – und das nicht nur im Geiste. Haiders Name wird im Text jedoch nicht explizit genannt. Wie bei allen im Internet veröffentlichten Texten Jelineks darf daraus leider nicht zitiert werden, also hilft nur selber lesen.

Jelinek veröffentlicht ihre Texte seit geraumer Zeit ausschließlich im Web, darunter auch den Roman »Neid«.

Schmunzeln mussten wir bei einigen Medienberichten, die erneut zeigen, wie wenig Medienkompetenz in Internet-Dingen besteht. Allen Ernstes wird dort der Umfang von Jelineks Text in Zeilen angegeben. Von über 150 Zeilen ist dort die Rede, und wir sind etwas neidisch, denn was muss das für eine Monitorauflösung sein? In unserem Browser hat der Text weit über 200 Zeilen. Wenn wir das Browserfenster verkleinern, dann sind es sogar über 300! Und wenn wir die Schrift bei den Optionen größer einstellen, werden es über 400!

Ja, manchmal kann einem dieses Medium schon Angst machen und in Verwirrung stürzen. Aber genug gelästert: Jelinek lesen!

9 Kommentare

  1. Es sollte auch erwähnt werden, dass Elfriede Jelinek wenige Stunden vor Haiders Unfall einen Text veröffentlicht hat, in dem sie von ,Trottel Haider’ und der Saualpe spricht (Bild am Ende des neuen Texts). Als sein Tod bekannt wurde, entfernte sie den Text und veröffentlichte wenige Tage den neuen Text.

  2. Der Kommentar von Frau Elfriede Jelinek zum Tod des Herrn Landeshauptmann Dr.Jörg Haider ist wohl das Beste und Treffendste, das über diesen Herrn je geschrieben wurde. Die intelligenteste Frau von Österreich, wenn nicht des ganzen deutschen Sprachraumes.

  3. Frau Jelinek täte gut daran, ihre aufarbeitenden Tagebuchtexte mit ihrem Psychiater zu besprechen, damit wir Leser von diesem literarischen (?) Müll befreit bleiben. Oder um es mit Jelineks Worten zu sagen: Erlöse uns von dieser dichterischen Leistungsschwäche.
    Mit Literatur hat “Von Ewigkeit zu Ewigkeit” wirklich wenig zu tun, es erinnert eher an eine ewige Suche im Bereich der Selbstfindung.
    Aber den Nobelpreis hat die gute Frau bekanntlich nicht für literarische Meisterleistung erhalten, die inhaltlich wie auch stilistisch an Unterernährung leidet.

    Pietätlos empfinde ich dies der Familie gegenüber, aber wie gut, dass solch literarischer Schund eh von keinem verstanden wird.

    Ein Literaturliebhaber, der sich seine Zeit lieber mit Texten von Autoren vertreibt, die davon Ahnung haben und den Namen Literatur nicht dazu missbrauchen, um die eigenen Wut- und Hassgefühle unters Volk zu mischen.
    Frau Jelinek, Sie standen Herrn Haider umgangsartig näher als Sie sich zugestehen würden.

  4. Literatur von Elfriede Jelinek hatte ich bislang als recht anspruchsvoll wahr genommen und deshalb auch gerne konsumiert, imponierend wie sie Dinge unverblümt und radikal benennt, allerdings muss ich zugeben, dass vermutlich der Beitrag “Von Ewigkeit zu Ewigkeit” nur deshalb in einschlägigen Kreisen Beachtung und auch Anerkennung findet weil eben dieser bekannte Name dahinter steht, hätte das ein No Name Autor verfasst, ich glaube man hätte es glatt als Schwachsinn abgetan. Nicht dass ich Sympathie empfinde für diesen Nazi aus Österreich empfinde, ganz im Gegenteil, aber wenn man ganz ehrlich ist – der Betrag von Frau Jelinek ist – gelinde ausgedrückt – äußerst anstrengend, soll er wohl auch sein, nicht für den Normlo Leser gedacht, trozdem…..

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