Startseite Website Seite 121

Textkritik: Ein Klischee wird als Literatur angedient

Kitsch: Heimat der HeimatlosenUnser Textkritiker Malte Bremer mag keine Adjektive. Doch manchmal verwendet er selbst welche. Zum Beispiel in der zusammenfassenden Bewertung der aktuellen Textkritik: »Betroffenheits-Kitsch in ranzigem Klischeeschmalz«.

Nur mit einem Zuviel wird man dem Zuviel dieses Textes gerecht. Hier suhlt und wälzt sich eine Autorin in Kitsch und Klischee, hier taucht und ertrinkt sie darin. Für den Leser ist bereits der Titel »Heimat der Heimatlosen« eine Warnung. Bei Texten, in denen Menschen »lautlos rufen«, sollte die Textverarbeitung lautlos abstürzen.

Aber wenigstens wissen wir nach Maltes Textkritk, dass im Hamburger Bahnhof nicht täglich »unzählige Züge davonfahren«, sondern im Schnitt 1020. Und manche davon kommen sogar wieder.

Zur aktuellen Textkritik von Malte Bremer »

Peinlich hoch zehn: Holtzbrinck-Verlage wollen Web-Experten nicht bezahlen

Holtzbrinck-Verlage: Honorar gibt es keinesJa, so sind sie, die Verlage und so ist ihre Weltsicht: Google ist böse, weil die Amis Bücher ohne zu fragen scannen. Und das bestehende Urheberrecht ist böse, weil die Urheber nicht mehr gerecht entlohnt werden. Und Raubkopierer, die alles kostenlos und umsonst wollen, sind ohnehin das personifizierte Böse, denn sie treiben Verlage und Urheber erst recht in den Ruin.

Oder noch kürzer: Das Internet ist böse!

Also will man das Web bei den Verlagen des Holtzbrinck-Konzerns mal etwas genauer kennenlernen. Daher kommen die Geschäftsführer so namhafter Konzernverlage wie S. Fischer, Rowohlt, DroemerKnaur, Kiepenheuer & Witsch sowie Argon am 21.09.2009 am Stammsitz des Konzerns in Stuttgart zusammen. Praktischerweise gleich an der Hochschule der Medien, da wird die eigene Kostenstelle für die Raummiete nicht belastet und die Hochschule fühlt sich geehrt. Schließlich war der einladende Professor zuvor selbst zwei Jahre »Senior Project Manager bei der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck«. Da kennt man sich.

Und dann lässt man die besten »Social Media Experten« kommen. Die werden dann »für 3-4 Stunden gebraucht«, wie es im Text der Ausschreibung (siehe Screenshot) zu lesen ist. Danach winkt man sie sicher mit einer diskreten Handbewegung aus dem Raum.

Und was zahlt der Konzern für das Expertenwissen? Nix!

Schule des Erwachsenwerdens: »Unser allerbestes Jahr« von David Gilmour

David Gilmour: Unser allerbestes JahrIm Original heißt David Gilmours Roman »The Film Club: No School. No Work… Just Three Films a Week«. Dieser Titel bezeichnet den Inhalt dieses tendenziell autobiografischen Romans wesentlich besser als der deutsche: Ein Vater erlaubt seinem sechzehnjährigen Sohn den Schulabbruch mit der Auflage, jede Woche drei Spielfilme mit ihm anzusehen.

Dies mutet zunächst merkwürdig an, der Autor sieht jedoch keinen anderen Ansatz, die Probleme seines Sohnes anzugehen: Jesse hat keinerlei inneren Zugang mehr zur Schule, schwänzt ständig, seine Leistungen sind mehr als ungenügend. Den Vorschlag seines Vaters nimmt er mit Handkuss an: Nach dem Motto »Was haben wir schon zu verlieren?« bietet der Vater Jesse freie Kost und Logis. Im Gegenzug hat sich der Sohn lediglich an zwei Regeln zu halten: Zusammen mit seinem Vater wird Jesse jede Woche drei vom Vater gewählte Filme ansehen. Dieser Handel wird sofort ungültig, sollte Jesse mit Drogen erwischt werden. Da der Vater selbst berufliche Probleme hat und die Auftragslage eher schlecht ist, hat er jede Menge Zeit, sich um den Sohn zu kümmern.

Jetzt selbst eintragen: literaturport.de erweitert das Autorenlexikon

Autorenlexikon des literaturport.deDie Website literaturport.de sollte sich ursprünglich dem literarischen Leben in Berlin und Brandenburg widmen. Doch schon bald war festzustellen, dass dieses Angebot weitaus besser und gepflegter ist, als das offizielle vom Bund geförderte literaturportal.de, dass zur Datenruine verkommen ist.

Literaturport.de hingegen, der 2008 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet wurde, öffnet sich immer mehr den anderen Regionen. So deckt das Autorenlexikon Schriftsteller aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ab – derzeit sind es über 700.

Und nicht nur das: Ab sofort können sich Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die im Online-Lexikon noch nicht verzeichnet sind, selbst eintragen. Voraussetzung ist mindestens eine eigenständige Veröffentlichung im Bereich Belletristik/Kinderbuch nach 1995. Bücher im Eigen- oder Kostenzuschussverlag zählen nicht.

Hörbuch-Tipp: »Paradiso« von Thomas Klupp, gelesen von Max Urlacher

Hörbuch: Paradiso von Thomas KluppDem Roman »Paradiso« von Thomas Klupp widmete die erste Folge der ZDF-Vorleser eine knappe Minute. Das Buch fiel auf, weil Ijoma Mangold es als »cool« bezeichnete. Eine Coolness, die der Roman gekonnt infrage stelle.

Klupp beschreibt einen Zeitraum von 24 Stunden. In flirrender Hitze wartet Alex Böhm an einer Potsdamer Tankstelle auf seine Mitfahrgelegenheit. Er will nach München, dort seine Freundin treffen, um mit ihr in den Urlaub fliegen. Doch der Starnberger Förster, mit dem Alex verabredet ist, kommt nicht. Stattdessen trifft Alex zufällig einen alten Schulkameraden wieder. In dessen Auto beginnt die Reise nach München, die anders verläuft als erwartet und Alex auch in seine oberpfälzische Heimat führt.

Würde man mehr Details der Geschichte verraten, könnte der Eindruck entstehen, dass Klupps Roman einer jener mehr oder weniger bemüht komischen Romane à la »Vollidiot« sei. Dass dies nicht der Fall ist, ist das Meisterliche an Klupps Text. Und dass das Hörbuch ebenfalls nicht zum Klamauk verkommt, ist dem hervorragenden Sprecher Max Urlacher zu verdanken.

Das Twitter-Lyrik-Buch ist da: 283 Tweets als Taschenbuch oder eBook erhältlich

Das Twitter-Lyrik-BuchDas Twitter-Lyrik-Buch ist fertig! Ab sofort kann es in jeder Buchhandlung vor Ort und bei allen Online-Buchhandlungen wie z. B. Amazon, Libri oder buecher.de bestellt werden.

»Twitter-Lyrik«, herausgegeben von BoD und literaturcafe.de, enthält genau 283 lyrische Tweets – Gedichte mit maximal 140 Zeichen, die beim ersten Twitter-Lyrik-Wettbewerb mit dem Kurznachrichtendienst verschickt wurden. Produziert wird der Gedichtband per Print on Demand, also bei Bestellung – eine perfekte Synthese aus Web 2.0, traditionellem Buch und Print-on-Demand-Technologie.

Neben der klassischen gedruckten Taschenbuchausgabe für 9,80 Euro steht das komplette Werk auch als eBook im PDF-Format auf www.twitter-lyrik.de kostenlos zum Download bereit.

Ein Buch gegen Geld und gleichzeitig umsonst? Wir sagen Ihnen, was uns zu diesem Schritt veranlasst hat.

Duden Korrektor Version 6 im Test: So wirt dass Nichts mit dem Digitalem

Liegt bis 31.12.2009 dem Duden bei: Der Duden Korrektor 6.0 kompaktDer Duden hat Version 6 des Duden Korrektors auf den Markt gebracht. Die Software ersetzt in Microsoft Office oder OpenOffice die eingebaute Rechtschreibprüfung durch eine bessere – zumindest was das Erkennen von Fehlern anbelangt.

Beim Bibliographischen Institut hat man offenbar erkannt, dass langfristig auch die Tage des gedruckten Dudens gezählt sind. Wenn man nach dem untergegangene Flagschiff Brockhaus nicht auch noch die Marke Duden versenken will, muss eine gute Strategie her, um das Rechtschreibwerk auf die Computer zu bringen. Wer dort seine Texte erfasst, will dort auch gleich die Schreibung überprüfen lassen und nicht zum gedruckten Werk greifen.

Daher verschenkt man beim Duden-Verlag die aktuelle Version des Korrektors kompakt. Zumindest liegt die Version 6 für Microsoft Office bis Jahresende 2009 dem gedruckten Duden für zusammen 25 Euro bei. Als Einzelversion kostet sie 19,95 Euro.

Wir haben uns diese aktuelle Version 6 des Korrektors angesehen und müssen erkennen, dass man bei Duden leider nicht wirklich alles daran setzt, ein gutes digitales Produkt anzubieten.

Wie man Online-Wahlen und Online-Umfragen fälscht, manipuliert und austrickst

10

UmfrageIn diesem Beitrag geht es weder um Literatur noch um Bücher. Da jedoch hin und wieder Online-Abstimmungen genutzt werden, um über die besten Gedichte oder Bücher, die besten Literatur-Websites oder die besten Autorinnen und Autoren abzustimmen, gibt es indirekt doch einen Zusammenhang.

Nach unserem satirischen Aufruf von letzter Woche, eine Online-Abstimmung zu manipulieren, erreichten uns tatsächlich einige Dutzend Anfragen nach einer von uns vermeintlich angebotenen Software, um diese Wahlen zu manipulieren.

Wir erläutern daher hier ausführlich, wie Sie Online-Wahlen und -Umfragen austricksen und manipulieren können. Wir machen dies nicht, um zu kriminellen Handlungen aufzurufen oder dies in irgendeiner Form gut zu heißen.

Wir wollen stattdessen zeigen, dass Online-Abstimmungen nur bedingt glaubwürdig sind, da sich alle mehr oder weniger gut manipulieren lassen. Gleichzeitig wollen wir Möglichkeiten zeigen, solche Votings halbwegs zu sichern.

Digitale Wahrheiten: Google sieht sich als zukünftige Über-Buchhandlung

Google Buchsuche 1984Dan Clancy leitet die Entwicklung der Google Buchsuche. Er war am Donnerstagabend, 30. Juli 2009,  zu Gast im Computergeschichte-Museum im Kalifornischen Moutain View. Das Gespräch mit dem Leiter des Museums wurde von Google gesponsert, sodass davon auszugehen ist, dass Google den Abend bewusst nutzen wollte, um die Visionen des Unternehmens zum Thema Bücher und Digitalisierung zu verkünden.

Die Google Buchsuche und die aktuell auch in Deutschland geführte kontroverse Diskussion um das Google Books Settlement spiegle laut Clancy nicht wider, wie Google die Zukunft des Buches tatsächlich sehe. Bei der aktuelle Buchsuche gehe es primär um vergriffene Bücher, sagte Clancy und spielte die Tatsache herunter, dass das so nicht ganz richtig ist.

Der Chefentwickler der Google Buchsuche wollte über die Zukunft sprechen. Er sieht das Geschäftsmodell der stationären Buchhandlungen um die Ecke als bedroht und überholt an. Sie seien »der wunde Punkt des Bücher-Ökosystems«. Stattdessen soll es nach den Wünschen von Google künftig nur eine große digitale Über-Buchhandlung geben – und die heißt Google.

Wie wir die Schriftstellerin Else Buschheuer zur Miss Twitter machen wollten

Else statt Schnitzel!Sascha Lobo hat wieder mal alles versaut. Der nach Umfragen unter Vodafone-Kunden bekannteste und beliebteste Blogger Deutschlands hat sich per Twitter für @HappySchnitzel ausgesprochen. Mindestens ein Achtel seiner über 16.000 Follower folgten dann seinem Wahlaufruf und klickten @HappySchnitzel bei der Online-Abstimmung zur Ms Twitter auf Platz eins.

So ein Mist! Um endlich der Kultur eine Stimme zu geben, hatten wir in der Redaktion des literaturcafe.de die Tage zuvor kontinuierlich Else Buschheuer (@elsebuschheuer) nach vorne geklickt. Die Ex-Wetterfee und Buchautorin hatte unlängst den Rückzug vom Bloggen verkündet, um anschließend mindestens die doppelte Textmenge als Tweets in 140 Zeichen portioniert über den Kurznachrichtendienst zu verschicken.

Zunächst haben wir von Hand Cookies gelöscht und die IP-Nummer unseres Rechners geändert, um die Abstimmung zugunsten Buschheuers zu manipulieren. Was irgendwann zu aufwendig wurde, erledigte schließlich ein automatisches Script aus einem Hacker-Forum.

Mit sauber manipulierten 3.500 Klicks hatten wir Buschheuer schon an der Spitze, erste Online-Medien berichteten – doch dann kam Lobo.

Wissenschaftliche Dienste des Bundestages sehen Vorteile in der Google Buchsuche und halten Heidelberger Appell für überzogen

Infobrief zum Heidelberger Appell»Die Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages unterstützen die Abgeordneten bei ihrer politischen Arbeit in Parlament und Wahlkreis durch Fachinformationen, Analysen und gutachterliche Stellungnahmen.« So ist es auf der Website des Deutschen Bundestages zu lesen.

Für die Abgeordneten und für den Normalbürger steht aktuell ein Infobrief zum Download bereit: »Das Für und Wider der urheberrechtlichen Diskussion im Zusammenhang mit dem „Heidelberger Appell“« (PDF, 175 kByte).

In dem Dokument analysieren die beiden Autoren Roger Cloes und Christopher Schappert die Kritikpunkte des Heidenberger Appells an der Google Buchsuche und dem Publikationsmodell Open Access.

Das Urteil zu Letzterem ist eindeutig: »Die Kritik an Open Access kann kaum nachvollzogen werden«, heißt es im Infobrief. Und auch die Google Buchsuche und das unerlaubte Scannen urheberrechtlich geschützter Bücher kommt in dem Dokument erstaunlich gut weg.

Duden, Auflage 25 – Ein Buch, es zu richten?

DUDEN im BundlingFrüher war der Duden »maßgebend in allen Zweifelsfällen« – zumindest in Westdeutschland. Doch die Rechtschreibprüfung der Textverarbeitung, die Aberkennung des Status‘ »maßgebend« und das Hickhack um die Rechtschreibreform haben den Duden längst vom Thron der Autorität gestoßen.

Am 21. Juli 2009 erscheint die 25. Auflage des Duden. Noch in den 80er- und 90er-Jahren des vergangenen Jahrhundertes war dies eine garantierte Geldquelle für Verlag und Buchhandlungen, da Wirtschaft und Verwaltung die neue Version fast schon automatisch und ohne Zögern bestellt haben.

Heute ist das anders. Doch dabei ist gerade der neue Duden für seinen Verlag mehr als nur ein über die Jahre dicker und bunter gewordenes gelbes Buch. Der Duden ist Lebensretter und die letzte große Hoffnung für einen Verlag, der im letzten Jahr 32,8 Millionen Euro Verlust machte.

Heidelberger Appell im Frankfurter Literaturhaus: Dramatisierte Bühnenversion im Open Access

Tagung zum Heidelberger AppellProfessor Roland Reuß, der Verfasser und Initiator des Heidelberger Appells, hatte ins Frankfurter Literaturhaus eingeladen. »Autorschaft als Werkherrschaft in digitaler Zeit« lautete der Titel der Tagung am 15.07.2009, die man mit Fug und Recht als dramatisierte Bühnenversion des Appells bezeichnen kann.

Im Heidelberger Appell fordern die mittlerweile über 2.600 unterzeichnenden Autoren, Künstler und Verlage von der Politik, das Urheberrecht zu verteidigen, da dieses in erster Linie durch Googles Buchsuche und den Zwang zum Open Access massiven Angriffen ausgesetzt und nachhaltig bedroht sei (siehe und höre auch das Interview mit Matthias Spielkamp).

Allerdings wurde im Frankfurter Literaturhaus eher ein Kleinkrieg zwischen Wissenschaftlern und die Ratlosigkeit gegenüber Google inszeniert. Garniert wurde das Ganze mit dem Bild des tumben Internet-Nutzers, der die Piratenpartei wählt und grundsätzlich alles sofort und umsonst will.

Nach Elke Heidenreich jetzt auch Börsenblatt des Deutschen Buchhandels von Zuschussverlag instrumentalisiert [Nachtrag]

Bericht auf boersenblatt.netDie kurze Meldung, die das Börsenblatt des Deutschen Buchhandels am vergangene Freitag in seiner Online-Ausgabe boersenblatt.net in der Rubrik »Hintergrund Recht & Gesetz« verbreitet, klingt edel und gutmütig. Dort ist zu lesen:

»Nachdem bekannt wurde, dass die ‚FAZ‘ die Rechte an Texten von Elke Heidenreich gegen Ihren Willen veräußert hat, hat sich die Deutsche Literaturgesellschaft dazu entschlossen, das Buch „Bücher könnte ich lassen, Oper nie!“ freiwillig vom Markt zu nehmen.«

Das klingt wahrlich nobel von dieser Deutschen Literaturgesellschaft. Dort arbeiten offenbar noch Menschen mit Anstand. Allen voran deren Geschäfsführer Jörgen Ellenrieder, der laut Börsenblatt verkündet: »Es ist nicht in unserem Interesse, gegen den Willen unserer Autoren zu publizieren. Wir konnten nicht davon ausgehen, dass die ‚FAZ‘ ohne Rücksprache mit Elke Heidenreich und gegen ihren Willen die Rechte an uns vermittelt hat.«

Mit dem Satz »Die Rechte wurden von der ‚FAZ‘ lizenziert, wie Verlagsrechte aller großen Verlage weltweit üblicherweise gehandelt werden« endet die kurze Meldung des Börsenblattes. Quelle des Textfragmentes: Die Pressemitteilung der Deutschen Literaturgesellschaft, deren Anfang das Börsenblatt ohne jeglichen journalistischen Ehrgeiz 1:1 übernommen hat und das so den wahren Hintergrund der Deutschen Literaturgesellschaft verschweigt.

Nach Elke Heidenreich ist nun also auch das Börsenblatt des Deutschen Buchhandels ein Opfer der »Werbemaßnahmen« eines Zuschussverlages geworden.

Die Vorleser im ZDF: Fernsehkritik zur ersten Sendung

Das Sofa der Vorleser»Da hinten winkt jemand ganz heftig«, sagte Frau Fried, womit offenbar die Regieassistentin gemeint war – und hopp, weiter zum nächsten Buch … Und schon waren die 30 Minuten der neuen Literatursendung »Die Vorleser« um.

Was kann, was darf man an einer neuen Literatursendung und an einem neuen Moderatorenteam kritisieren? Deutlich war den beiden Vorlesern Amelie Fried und Ijoma Mangold die Aufregung vor dem ersten Mal anzumerken. Deutlich war auch, dass sie sich selbst noch erproben müssen, um den optimalen Umgangsstil miteinander zu finden. Zu künstlich oder aufgesetzt wirkten oftmals Begeisterung oder Dissens bei vorgestellten Titeln. Und schon lautete es wieder: »Dann kommen wir jetzt zum nächsten Buch …«