Videos erklären im Schreibprogramm Papyrus 12 die wichtigsten Funktionen. Das ist hilfreich – doch leider nerven die ständig aufpoppenden Videos recht bald. »Wie schaltet man die Videos ab?«, werden wir daher in unserem Papyrus-Webinaren und per Mail sehr häufig gefragt. Hier zeigen wir, wie Sie die sogenannten »Tutorial-Videos« deaktivieren.
Experiment: New-Adult-Schreibratgeber mit KI erstellen und verkaufen

Amazon wird mit Billigbüchern überschwemmt, die von der KI geschrieben wurden – so berichten es zahlreiche Medien. Was aber, wenn man bei Amazon legal und transparent ein mit KI geschriebenes Buch veröffentlicht? Werden und wollen die Menschen das lesen? Wir veröffentlichen einen Schreibratgeber für New-Adult-Romane und dokumentieren hier das Ergebnis.
Sebastian Guggolz vom S. Fischer Verlag über Thomas Mann: »Er ist immer zeitgemäß, weil er zeitlos ist!«

2025 jährt sich der Geburtstag von Thomas Mann zum 150. Mal. Beim S. Fischer Verlag hat man sich über eineinhalb Jahre auf das Jubiläumsjahr vorbereitet. Sebastian Guggolz, Leiter der Klassiker im Verlag, verrät uns im Gespräch seine ganz persönliche Leseempfehlung und erläutert, warum Manns Sprache gerade heute ein wirksames Gegengewicht zu populistischen Phrasen ist.
Romeo und Julia sterben überall: Warum wir die gleichen Geschichten lieben

Warum lesen wir immer wieder dieselben Geschichten? Warum kommt uns vieles, was wir in Romanen, Erzählungen oder Theaterstücken lesen, so vertraut vor? Liegt es an der Faulheit der Autoren oder an der Bequemlichkeit der Leser? Oder steckt mehr dahinter?
Die ewigen Muster des Erzählens
Seit Jahrtausenden erzählen sich Menschen Geschichten. Schon die alten Griechen wussten: Eine gute Erzählung braucht einen Anfang, eine Mitte und ein Ende. Aristoteles hat es in seiner »Poetik« festgehalten, und wir kommen bis heute nicht davon los. Aber das ist nur die Oberfläche. Denn es geht nicht nur um Struktur, sondern um Motive, Figuren und Konflikte, die sich beständig wiederholen. Der Held, der auszog, um die Welt zu retten – oder sich selbst. Die unglückliche Liebe, die zum Untergang führt. Die ewige Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse, Wissen und Unwissen, Leben und Tod. Sind wir wirklich so berechenbar?
Nehmen wir Homers »Odyssee«. Ein Mann irrt durch die Welt, besteht Prüfungen und kehrt schließlich nach Hause zurück. Klingt nach einem Abenteuerroman aus der Antike – oder nach »Der Herr der Ringe«. Oder »Harry Potter und der Stein der Weisen«. Oder »Krabat«. Oder irgendeinem Roadmovie, in dem der Protagonist am Ende klüger (oder zumindest müder) ist als zu Beginn. Variationen über ein Thema. Wir wissen, wie es ausgeht, aber das hält uns nicht davon ab, es immer wieder zu lesen. Es ist ein bisschen wie mit unserem Lieblingsessen – wir kennen den Geschmack, aber wir wollen es und ihn dennoch immer wieder genießen.
Archetypen und ihre modernen Gesichter
Der Psychiater Carl Gustav Jung sprach von Archetypen, den Urbildern des Erzählens, die tief in unserem kollektiven Unbewussten verankert sind. Der Held, der Mentor, der Trickster, der Schatten – wir erkennen sie, selbst wenn sie sich hinter anderem Namen und anderen Kulissen verbergen. Faust ist ein Wissenssucher, genau wie J. Robert Oppenheimer, genau wie Victor Frankenstein. Till Eulenspiegel ist ein Narr, genau wie Bugs Bunny, genau wie Tyrion Lannister aus »Game of Thrones«. Manchmal ist es ein Theaterstück, manchmal ein Buch, manchmal eine Serie auf Netflix. Aber wir wissen, worauf es hinausläuft, und wir bleiben trotzdem gebannt.
Das liegt nicht nur an der Struktur, sondern an der Kunst der Variation. »Romeo und Julia« sterben seit Jahrhunderten in verschiedenen Kostümen und Städten, mal in Verona, mal in der Bronx, mal in der Science-Fiction-Zukunft. Und dennoch wird die Geschichte jedes Mal neu und anders erzählt. Es ist nicht die Handlung, die uns fesselt, sondern die Art, wie sie vermittelt wird. Ein Satz, eine Perspektive, eine Wendung, die uns glauben macht: Diesmal ist es anders. Diesmal könnte es gut ausgehen. Und wenn nicht? Dann eben beim nächsten Buch.
Besonders deutlich zeigt sich das in New Adult-Romanen, die nach ganz bestimmten Mustern funktionieren. »Enemies to Lovers«, »Fake Dating«, »Forbidden Love« – diese sogenannten Tropes kehren immer wieder, oft nur leicht variiert. Ein arrogantes Alphamännchen, eine schlagfertige Protagonistin, eine dramatische Enthüllung, ein Happy End. Und doch verschlingen Leser diese Geschichten immer wieder, weil jede Autorin ihre eigene Note einbringt, einen neuen Blickwinkel, eine neue Atmosphäre. Wir wissen genau, was uns erwartet, und genau das ist Teil des Reizes.
Von Shakespeare bis Juli Zeh
Moderne Autoren spielen bewusst mit diesen Mustern, brechen sie auf oder drehen sie ins Gegenteil. Elfriede Jelineks »Die Klavierspielerin« liest sich wie ein dunkles Märchen, in dem das »Happy End« in weiter Ferne liegt. Juli Zeh nimmt Shakespeares »Maß für Maß« und verlegt die Handlung mit »Corpus Delicti« in eine totalitäre Gesundheitsdiktatur. Während Alain Robbe-Grillet den Detektivroman zerlegt, bis nur noch Fragmente übrig bleiben. Und dennoch funktioniert es, weil wir die Muster kennen, mit denen gespielt wird. Ohne Wiederholung gäbe es keine Brechung, keine Überraschung. Auch Margaret Atwood rät dazu, die Klassiker zu lesen, um sich bei diesen Handlungsstrukturen wie bei einem Baukasten zu bedienen.
Aber es ist nicht nur die Wiederholung, die uns fesselt. Es ist auch die Art, wie wir als Leser in die Geschichten hineinwachsen. Was wir als Jugendliche verschlungen haben, lesen wir als Erwachsene mit anderen Augen. Die tragische Liebe, die uns mit 16 das Herz brechen ließ, wirkt mit 40 vielleicht wie eine unnötige Schwärmerei. Oder umgekehrt: Ein Buch, das uns einst langweilte, offenbart Jahrzehnte später seine ganze Tiefe. Man könnte also sagen, dass nicht nur die Geschichten sich wiederholen, sondern auch wir als Leser, nur in leicht veränderter Form. Wir betreten immer wieder dieselben Räume, aber die Möbel stehen ein wenig anders.
Gibt es überhaupt neue Geschichten?
Und dann gibt es die große Frage, ob überhaupt jemals eine wirklich neue Geschichte erzählt wurde. Jorge Luis Borges hat in »Die Bibliothek von Babel« das Bild einer unendlichen Bibliothek geschaffen, in der jedes erdenkliche Buch bereits existiert – jede Variante jeder Geschichte, jedes Wort, das je geschrieben wurde und je geschrieben werden könnte. Falls das stimmt, ist jede Geschichte nur eine Neuanordnung von etwas, das bereits da war. Und wenn wir tief genug graben, finden wir in allem eine Parallele zu etwas anderem. »Harry Potter« ist nicht nur Odysseus, sondern auch Moses und Jesus und irgendein Bauer aus einem unbekannten Märchen, der mit drei Prüfungen konfrontiert wird. Sherlock Holmes ist nicht nur ein brillanter Detektiv, sondern auch ein Halbgott, ein Trickster, ein unsterbliches Motiv.
Vielleicht liegt die Antwort also gar nicht in der Literatur selbst, sondern in uns. Wir lesen dieselben Geschichten, weil wir dieselben Menschen bleiben – mit denselben Ängsten, Hoffnungen, Sehnsüchten. Weil wir immer wieder dieselben Fragen stellen: Was bedeutet es, ein guter Mensch zu sein? Was tun wir gegen das Unvermeidliche? Und gibt es am Ende Hoffnung oder nur ein großes, dunkles Nichts? Die Literatur antwortet darauf, mal mit einem zarten Trost, mal mit einem bitteren Lächeln. Und deshalb kommen wir immer wieder zurück. Zum selben Buch, zur selben Geschichte – oder zu einer, die nur so tut, als wäre sie neu.
Denn am Ende geht es nicht darum, dass wir uns wiederholen. Es geht darum, dass wir uns erinnern.
Siglinde Auberle
Das Literarische Quartett vom Februar 2025: Überflüssiges Haas-Tollfinden

Wolf Haas ist toll. Ja, wirklich! Alle lieben seine Bücher. Warum muss daher Wochen nach Erscheinen des letzten Haas-Buches auch das Literarische Quartett nochmal sagen, dass es Haas toll findet, wo wir doch alle wissen, dass Wolf Haas total voll supergute Bücher schreibt?
TikTok und New Adult: Was die Stuttgarter Zeitung berichtet

TikTok und New Adult beleben den Buchmarkt, und junge Menschen lesen wieder. Das ist der Tenor vieler Artikel, die derzeit selbst in der kleinsten Lokalzeitung zu lesen sind. Leider blenden diese Beiträge die Nebeneffekte aus. Nicht so ein Beitrag in der Stuttgarter Zeitung – der leider einen anderen Nachteil hat.
Tom Hillenbrand, Tahsim Durgun, Anna Savas und Ursula Poznanski – literaturcafe.de auf der Leipziger Buchmesse 2025

In Kooperation mit der Leipziger Buchmesse präsentierte das literaturcafe.de wieder hochkarätigen Autorinnen und Autoren. In diesem Jahr Tom Hillenbrand, Tahsim Durgun, Anna Savas und Ursula Poznanski auf der Bühne Forum autoren@leipzig, Halle 5 D501. Außerdem gibt es täglich den »Schreibzeug-Podcast live«!
Wie viele Autoren benötigt man, um eine Glühbirne zu wechseln?

Ostfriesenwitze oder »Kommt ein Mann zum Arzt«: Auch bei Witzen gibt es Genres. Beliebt ist die Frage-Antwort-Form »Wie viele XY benötigt man, um eine Glühbirne zu wechseln?«. Wir setzen für XY »Autoren« ein und lassen uns fehlende Antworten von einer KI geben. Die Antworten sind erstaunlich witzig bis peinlich.
Schreibzeug-Podcast: Versuch, einen Witz zu erzählen

»Schreibe eine Geschichte zum Thema ›Versuch, einen Witz zu erzählen‹ mit maximal 2.025 Zeichen.« So lautete vor der Winterpause die Schreibaufgabe des Schreibzeug-Podcast‚. In Folge 77 des Podcast‘ sprechen Diana Hillebrand und Wolfgang Tischer über die drei besten Versuche – und was unter anderem alles schiefgelaufen ist. Die besten Texte können hier nachgelesen werden.
11 todsichere Tipps, wie dein New-Adult-Roman zum Bestseller wird

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Von Maisfeld bis Mississippi: Stefanie Sargnagels Ausflug nach »Iowa«

Stefanie Sargnagel war in Iowa und hat ein Buch darüber geschrieben. Unsere Rezensentin war in Iowa und hat über das Buch von Stefanie Sargnagel geschrieben. Das Fernweh nach den Maisfeldern konnte sie ihr nicht nehmen.
Die besten Wünsche für 2025 mit unserem Jahresrückblick 2024!

Traditionell beginnen wir das neue Jahr mit einem Blick auf das vergangene. Lesen Sie unseren ganz persönlichen literarischen Rückblick auf das Jahr 2024. Welche Themen haben uns bewegt?
Autorinnen und Autoren, die 2024 verstorben sind

Im Jahre 2024 mussten wir international von zahlreichen Schriftstellerinnen und Schriftstellern Abschied nehmen, darunter Paul Auster, Elke Erb und Antonio Skármeta.
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Wenige Tage nach dem Update auf Version 12 erhält die Schreibsoftware Papyrus mit einer kostenlosen Aktualisierung einen »Dark Mode«. Auf diese Weise soll man nachts augenschonender am nächsten Bestseller schreiben können.
»Boxenstart« von Kathryn Scanlan: Leidenschaft und Härte im Pferderennsport

Der zweite Roman der US-amerikanischen Autorin Kathryn Scanlan entführt in die raue, brutale Welt des Galopprennsports. Boxenstart ist ein literarisches Werk, das mit pointierter Sprache und einer starken Protagonistin begeistert.


