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Wieder Nachwuchs!

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Des Deutschen liebstes Kind, die Abkürzung, feiert dieser Tage Nachwuchs. Es ist ein Mädchen!

Seit Sonntag, kurz nach 18:00 Uhr ist sie in aller Munde: Die "Schwampel". Kurzerhand geboren, um die umständlich zu artikulierende "schwarz-gelb-grüne-Koalition" abzulösen, bekam sie schon am gleichen Abend Konkurrenz. Denn während man im Duden noch vergebens nach ihr sucht, verweist Wikipedia Nachschlagende bereits auf die Wortschöpfung "Jamaika-Koalition", die laut freier Enzyklopädie auf den ARD-Moderator Jörg Schönenborn zurückgeht und am Abend des 18. September 2005 geprägt wurde.

Andere Online-Nachschlagewerke werden sicher bald nachziehen und ihre Datenbanken mit der "Schwampel" füttern. Für gedruckte Lexika gibt es schon jetzt Hilfe: Die unten abgebildete Ergänzungskarte lässt sich mühelos drucken, ausschneiden und zwischen "Schwammtuch" und "Schwan" einheften.

Lexikoneintrag Begriff 'Schwampel' zum ausdrucken und einheften

Ein Schnellkurs im creative writing

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Iris Alanyali hat sich für die Welt mit Bestsellerautor Ken Follett („Die Säulen der Erde“, „Die Nadel“) unterhalten. Die meisten meiner Romane sind um Familien herum angesiedelt. Weil ein Thriller eine Geschichte über eine Person in Gefahr ist. Und um sich um die Person zu sorgen, muß der Leser die Person mögen. Eine der besten Möglichkeiten dafür ist, andere Personen zu haben, die die Hauptfigur mögen. Ich stelle dem Helden auch oft Kinder an die Seite – das macht ihn verletzlicher. Je mehr Probleme man ihm aufbürdet, desto besser! [via welt.de]

F. K. Waechter ist tot

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Friedrich Karl Waechter war Graphiker, Zeichner, Illustrator, Cartoonist, Karikaturist, Theater-Dramatiker und Schriftsteller. Er erfand den „Anti-Struwwelpeter“ und war Mitbegründer der Neuen Frankfurter Schule.

Waechter erlag in der Nacht des 16. September 2005 im Alter von 67 Jahren seinem Lungenkrebsleiden.

Mehr beim Hessischen Rundfunk.

Und wir greifen zum Buchregal und begeben uns nochmals mit ihm auf Die Reise.

Textkritik: gewerbegebiet – Lyrik

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schlaftrunkene gebäude
stützen den stadtrand

die straßen
zuckende neonscherben
im ampeltakt

die luft hängt tief
trübes blechgeflüster

runde um runde
der blaue lkw

das leben
hockt hinter dem stacheldraht

© 2005 by angela lohausen. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

Zusammenfassende Bewertung

Eingesperrt hockt das Leben hinter dem Stacheldraht; außerhalb leben die Gebäude (sie stützen schlaftrunken den Stadtrand), die Straßen zucken (noch), Blech flüstert, der blaue LKW dreht seine Runden: Lebloses wird personifiziert, Menschen spielen keine Rolle; der Aufbau folgt einer formalen Logik: Die Abschnitte 1,3,5 enthalten Prädikate, während 2 und 4 ohne auskommen. Der in der Zeit des Expressionismus zum ersten Male dargestellte Moloch Stadt lässt seitdem nicht mehr los.
Dies Gedicht ist eine Versammlung von lakonischen Momentaufnahmen in stark reduzierter Sprache, das Trostlose eines Gewerbegebietes wird deutlich.

Die Kritik im Einzelnen

Mit diesem Abschnitt habe ich so meine Schwierigkeiten: Zunächst hat er als einziger drei Zeilen, ohne dass ich eine Erklärung finden könnte (das mag an mir liegen – aber wäre es ein zentraler Abschnitt, sollte ihm die Mitte gehören oder der Schluss). Weiteres Kopfzerbrechen rufen die »Neonscherben« hervor, die zudem noch »zucken« (was zwar technisch in Ordnung geht, aber bei den modernen Röhren kaum noch wahrzunehmen ist) – während gleichzeitig die Ampelfarben wechseln, und das geschieht wiederum nicht in einem Tempo, das die Bezeichnung »zucken« rechtfertigen könnte! Hier ist zu viel Licht hineingepackt. Vielleicht ließe sich das Neonlicht (es handelt sich ja zweifellos um einen späten Abend) in den ersten Abschnitt verlagern, z. B. »schlaftrunkene neongebäude« oder wie auch immer. Dann bliebe »die straßen / im ampeltakt«, was gut zum blauen LKW des 4. Abschnittes passte. zurück

Voll die Helden und Autoren

Im Arena Verlag erschien ein Buch mit 20 Beiträgen junger Autoren über Zivilcourage.

Voll die HeldenNicht jeder Autor hat am Anfang seiner Karriere gleich einen Roman veröffentlicht. Anthologien (Textsammlungen) und der Gewinn von Literaturwettbewerben sind häufig die ersten wichtigen Schritte einer literarischen Karriere. Was es dabei zu beachten gilt und dass man nicht sowohl Anthologien als auch Wettbewerbe zuvor genau anschauen sollte, bevor man dort Texte einreicht, darauf haben wir bereits im literaturcafe.de in einem älteren Beitrag hingewiesen. Wer ihn noch nicht gelesen hat, sollte dies nachholen, denn gültig ist er nach wie vor.
Zwanzig junge Autoren haben diesen wichtigen Schritt nun geschafft. Eigentlich sind es sogar zwei Schritte, denn sie gehören zu den Gewinnern des Schreibwettbewerbs, den keine Geringeren als die „Aktion Mensch“ und „amnesty international“ im Herbst 2003 ausgeschrieben hatten. Jetzt – im Herbst 2005 – erschienen ihre Beiträge als Taschenbuch im Arena Verlag. Der auf Jugendbücher spezialisierte Arena Verlag in Würzburg plant zudem eine Unterrichtserarbeitung herauszugeben, denn alle Texte beschäftigen sich mit dem wichtigen Thema Zivilcourage. So schnell kann es also gehen und plötzlich ist man ein junger Autor, dessen Werk im Schulunterricht behandelt wird.
Und apropos »schnell«: Dass zwischen Texteinreichung bzw. Wettbewerb und Veröffentlichung fast zwei Jahre vergehen, ist nicht unüblich, denn im Verlagswesen sind die Vorlaufzeiten oftmals lang. Außerdem mussten die Texte in einen sinnvollen Zusammenhang gestellt und lektoriert werden. Erfreulich auch, so ist im Copyright-Vermerk zu lesen, dass die Autoren weiterhin sämtliche Recht an ihren Werken besitzen. Bei seriösen Veranstaltern absolut üblich, dennoch sollte man bei Wettbewerben auf das Kleingedruckte achten, was mit den Texten und den Rechten daran geschieht. Theoretisch kann man die Veröffentlichungsrechte auch abtreten, dann bestimmt allein Verlag oder Veranstalter, wo die Kurzgeschichte oder das Gedicht künftig veröffentlicht werden darf.
Zur Jury, die die Gewinnerbeiträge auswählte, gehörte auch der Inhaber und Herausgeber des literaturcafe.de, Wolfgang Tischer. Das literaturcafe.de unterstütze damals den Wettbewerb und gab durchaus auch allgemein gültige Schreibtipps, die besonders bei dem klischeeanfälligen Thema Zivilcourage hilfreich sind.
Die Publizisten und Lektorin Annette Wunschel hat die Texte nun in einen Zusammenhang gestellt, und entstanden ist eine Anthologie, die zeigt, wie junge Menschen heutzutage Zivilcourage sehen und bewerten. Da ist zunächst die Angst zu helfen, Überwindung und Mut, die Einfühlung in die Opfer, die Komponente der Gruppenzugehörigkeit, die notwendige Aufmerksamkeit – aber da sind auch die Grenzen der Hilfe und des sozialen Engagements.
Ein Buch von Jugendlichen und (nicht nur) für Jugendliche. Zum Lesen, Diskutieren, Streiten. Das Werk ist ab sofort im Buchhandel erhältlich.

Annette Wunschel: Voll die Helden. Broschiert. Juli 2005. Arena. ISBN 3-401-02437-X. EUR 4,50 (Bestellen bei Amazon.de)

Weiterführende Infos und Links zum Thema:
Im Cafe: »Grauer Nebel in der kleinen Bäckerei« – Vom Schreiben über das Thema Zivilcourage.
Im Cafe: »Literarisch erfolgreich durch kleine Schritte« – Tipps und Hinweise, wie Sie mit Literaturzeitschriften und -wettbewerben Ihren Ruf fördern können – oder auch nicht.
Im Café: »…sehen wir gute Chancen für eine Veröffentlichung.« – Wie Zuschussverlage im Internet schnell neue Opfer finden
Im Cafe: »Die Verleger wissen gar nicht, welche Glanzleistung ihnen entgeht« – Lydia Henninger gibt Tipps zur Verlagssuche, um andere vor den immer wieder gleichen Fehlern zu bewahren.

Die wo im Netz schreiben tun

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Carsten Scheibe hat sich im Internet und speziell in Witzeforen umgesehen und gibt ein paar Tipps und Hinweise im Stern online, die auch für ernste Texte gelten. Ist ein Satz von sich aus nicht komisch oder dramatisch genug, dann bringen auch die dahinter gesetzten drei Ausrufezeichen nicht wirklich etwas.

Wer Sprache liebt, sollte den „Zwiebelfisch“ lesen

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Bastian Sick macht sich unermüdlich um unsere Sprache verdient; seine Zwiebelfisch-Kolumne im SPIEGEL Online ist eine Fundgrube für alle, die wacher werden wollen für die kleinen und großen Tücken & Gemeinheiten & Dummheiten beim Auffinden in und Verfassen von Texten. Da lohnt sich ein Lesezeichen!
Wer zudem noch lachen möchte, möge die kleine Schwester Zwiebelfischchen besuchen, die wesentlich von Zuschriften lebt. Manche dieser kurzen Texte bzw. Bilder sind noch viel verquerer, als angegeben: Hier z. B. ist nicht nur die Autobahn blockiert, sondern auch die „Übernachtungsmöglichkeiten rund um die Uhr“ haben ihren ganz eigenen Reiz (das seltsame Komma wurde kassiert!).

Unlängst erschien auch die zweite Sammlung der Zwiebelfisch-Kolumnen im SPIEGEL Online gedruckt als Taschenbuch. Es trägt den Titel „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Folge 2: Neues aus dem Irrgarten der deutschen Sprache„.

Wo man digitalisierte Literatur findet

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Manchmal sucht man ältere Texte, und es ist nicht so einfach, diese zu finden. Aber hier gibt es eine fantastische Übersicht aus allen möglichen Ländern und auch zu allen möglichen Themen! [via netbib]

Rufus Beck liest wieder Potter

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Er ist die deutsche Stimme der Harry-Potter-Bücher: Rufus Beck (eigentlich müsste man ja Stimmen sagen). Beim 5. Band gab es zunächst Verwirrung, ob der Schauspieler wieder das Hörbuch lesen wird. Von höheren Gagenforderungen war die Rede, die der Hörverlag nicht zahlen wollte. Sowohl Verlag als auch Beck dementierten damals umgehend diese Gerüchte und Rufus Beck las natürlich auch den fünften Band. Anderes wäre eigentlich auch undenkbar gewesen.

Beim aktuellen 6. Band, der auf deutsch gedruckt am 1. Oktober in die Buchhandlungen kommt, ist wieder alles klar: Ab dem 3. Oktober beginnen die Studioaufnahmen für das Hörbuch „Harry Potter und der Halbblutprinz“. Als besonderes Bonbon wir der Hörverlag ein Online-Poduktionstagebuch einrichten. Täglich aktualisierte Fotos, Berichte aus dem Studio und erste Hörproben lassen Sie (fast) live dabei sein.

Tod des Feuilleton-Kritikers

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SPIEGEL Online über die wachsende Macht der Hobby-Buchrezensenten bei Amazon. „Meine Beiträge wirken ähnlich wie die der Profis“, sagt der Top-500-Rezensent Thomas Braunstorfinger aus München, im Hauptberuf Entwicklungsleiter für Mobilfunk-Messgeräte. „Potentielle Leser orientieren sich daran und knüpfen ihre Kaufentscheidung an meine Einschätzung – auch wenn mein Einfluss natürlich viel kleiner ist, aber der Übergang vom Nobody-Rezensenten zum Profikritiker ist stufenlos.“

Die Maus in der Yucca-Palme

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Die Maus im Jumbo-Jet“ und „Die Spinne in der Yucca-Palme“ das sind schon in die Jahr gekommene Bestseller von Rolf W. Brednich. Darin sammelte der Volkskundler die bekannten und immer wieder gerne zitierten modernen Märchen und Legenden. Jene Geschichten, die immer „dem Bekannten eines Bekannten“ passiert sind, und die „wirklich ungelogen in echt so passiert sind“. Regelmäßig tauchen sie sogar in den Zeitungen auf. Auch hier meist mit Namen und Daten, die die Echtheit der Geschichten belegen sollen.
Tja, und wenn im Sommer keine besseren Meldungen da sind, dann ist sich im Jahre 2005 nicht mal der SPIEGEL Online zu schade, die modernen Sagen und Legenden als garantiert echte Geschichten zu präsentieren. Hier allerdings als „Die Maus im Airbus“ und „Hundertfüßler im Elektronikzubehör„.

Kostenloses Hörbuch, gelesen von Rufus Beck

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Greenpeace Deutschland gibt es nun seit 25 Jahren. Zur Feier des Tages verschenkt die Umweltorganisation ein Hörbuch. Sprecher ist kein geringerer als Rufus Beck. Das Hörbuch gibt es zum kostenlosen Download auf der Greenpeace-Website. Die Folgen, die nach und nach erscheinen, können entweder einzeln im MP3-Format heruntergeladen oder als Podcast abonniert werden. So verpasst man nichts.

Abenteuer Greenpeace von Burghard Bartos erzählt die Geschichte der Umweltorganisation Greenpeace. Vom ersten Gespräch am Küchentisch bis zur weltweiten Organisation für den Kampf um eine intakte Umwelt. Das Buch selbst ist leider vergriffen und nur gebraucht erhältlich.

Download- und Info-Seite zum Hörbuch bei Greenpeace .de
Direkte Feed-URL: https://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/podcast.xml

Astrid Lindgrens „Lönneberga“ abgefackelt

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Das fiktive Lönneberga kann selbstverständlich nicht brennen – wohl aber der Ort, an dem die „Michel“-Filme gedreht wurden und den deswegen manche sicherlich noch im optischen Gedächtnis haben. Dass dieser Drehort „Katthult“ heißt, ist wohl eher den dorthin gereisten Fans bekannt.
Ursache war Brandstiftung, den Täter haben sie erwischt. Es gibt dazu einen kleinen schwedischen Real-Player-Film. [via medienrauschen]

Bibliotheken-Nacht in NRW am 28.10.

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Nächtens am 28. Oktober 2005 veranstalten Bibliotheken in NRW allerlei Spannendes, Informierendes, Literarisches und Kleinkünstlerisches für die, die schon immer Bibliotheken besuchen, und vor allem für die, die das schon lange mal wieder wollten oder sollten. Nachschauen und vormerken! [via netbib]

Schwarze plündern

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Stellen Sie sich vor, Sie gehören zur Unterschicht und konnten es sich nicht leisten, aus einem Gebiet zu fliehen, das von einem Hochwasser heimgesucht wird. Die Infrastruktur bricht zusammen, Sie haben keine Nahrung und kommen an einem Geschäft vorbei, in dessen Regalen sich noch Lebensmittel befinden. Es ist fast unnötig, die rhetorische Frage zu stellen, was Sie tun würden.
Interessant ist jedoch, dass es in der Berichterstattung der Medien durchaus einen sprachlichen Unterschied gibt, ob sich hier Weiße oder Schwarze bedienen. Bei Weißen heißt es eher, dass Nahrungsmittel gefunden werden. Schwarze plündern nur. Und da es in den USA eher schwarze Menschen sind, die den unteren Bevölkerungsschichten angehören und nicht fliehen konnten, stellt sich in der Bild-Wort-Kombination selbst bei tagesschau.de ein latenter Rassismus ein.