silicon.de (Silizium! Nicht Silikon!) berichtet über „Fanfiction“. Fans schreiben kurzerhand die Fortsetzung ihres Lieblingsromans selbst. Bei den meisten Storys handelt es sich um Liebesgeschichten zwischen den beliebtesten Charakteren der Zauber- Saga [Harry Potter]. Schlüpfrige Phantasien werden jedoch nicht zugelassen. „Wir lassen es sie nicht auf dem Sofa treiben“, sagt Sugarquill-Macherin Jennie Levine.
Auf anderen Seiten treiben es die Figuren von JK Rowling dafür überall, auf jede erdenkliche Weise und in jeder möglichen Kombination.
Schreib` dir den Potter doch selbst
Was Frau Heidenreich diesmal in Lesen! liest
Am Dienstag, 6. September 2005 um 22:15 Uhr wird Elke Heidenreich im ZDF wieder 30 Minuten lang für Bücher und fürs Lesen werben. Als Gast ist diesmal Iris Berben eingeladen (Anschließend Die Parteien zur Bundestagswahl).
Die folgenden Bücher sollen in der Sendung angepriesen besprochen werden. Weitere Informationen finden Sie auch unter lesen.zdf.de
Bücherliste „Lesen!“
Tóibín Colm
Porträt des Meisters in mittleren Jahren
Aus dem Englischen von Giovanni und Ditte Bandini
Carl Hanser Verlag, 2005
432 Seiten, gebunden
24,90 Euro
ISBN 3-446-20664-7
Julian Barnes
Der Zitronentisch
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger
Kiepenheuer & Witsch, 2005
256 Seiten, gebunden
18,90 Euro
ISBN 3-462-03616-5
Alice Munro
Der Bär kletterte über den Berg
Christian Brückner liest aus Himmel und Hölle Erzählungen
parlando verlag, 2005
2 CDs, circa 120 Minuten
23,00 Euro
ISBN 3-935125-45-3
Remco Campert
Eine Liebe in Paris
Aus dem Niederländischen von Marianne Holberg
Arche Verlag, 2005
160 Seiten
17,00 Euro
ISBN 3-7160-2345-0
Minka Pradelski
Und da kam Frau Kugelmann
Frankfurter Verlagsanstalt, 2005
256 Seiten, gebunden
19,90 Euro
ISBN 3-627-00123-0
Alexander Granach
Da geht ein Mensch
Ölbaum Verlag, 2005
376 Seiten, gebunden
24,00 Euro
ISBN 3-927217-38-7
Dennis Stock
James Dean – Bilder einer Legende
Aus dem Englischen von Angelika Feilhauer
Knesebeck Verlag, 2005
128 Seiten, gebunden
39,95 Euro
ISBN 3-89660-286-1
George Perry
James Dean
Rolf Heyne Collection, 2005
240 Seiten, gebunden
35,00 Euro
ISBN 3-89910-254-1
Martin Baltscheit & Christine Schwarz
Ich bin für mich
Der Wahlkampf der Tiere
Bajazzo Verlag, 2005
40 Seiten, durchgehend farbig illustriert, gebunden
12,90 Euro
ISBN 3-907588-66-5
Digitales Hörbuch? Erster!
Ein unglaubliches Rennen ums digital herunterladbare Hörbuch hat vor der Buchmesse begonnen. Jeder will noch vor dem anderen online sein.
Audible.de (Bertelsmann- und Holtzbrinck-Konzern) ist bereits seit einigen Monaten auf dem deutschen Markt vertreten. Die Zahl der wirklich guten Produktionen hält sich nach wie vor in Grenzen und das proprietäre Audioformat mit digitaler Rechtekontrolle macht den Umgang mit den Audio-Dateien nicht leicht. Obwohl Marktführer in den USA, wird es Audible in Deutschland weiterhin schwer haben. Aktuell hängt man sich hier an den Podcast-Trend, um die Community zu begeistern.
Claudio (Hörverlag und Focus Magazin Verlag) startet zur Buchmesse 2005, und der Partner Hörverlag lässt auf ein breiteres Angebot als bei Audible hoffen. Dennoch möchte man auch für andere Verlage offen sein. Die geballte Macht des Burda-Medienimperiums wird dafür sorgen, dass der Name Claudio laut ins Volk gerufen wird. Claudio bietet die Dateien im verbreiteten MP3-Format an, was eine hohe Kompatibilität mit vorhandenen Musikwiedergabegeräten garantieren dürfte. Ein digitales Wasserzeichen wird die Herkunft verraten, und illegale Kopien sollen so zurück zum Ursprung verfolgt werden können. Für diese Schutztechnik ist Sony verantwortlich.
soforthoeren.de ist wie Audible ebenfalls bereits online und ein höchst funktionales Download-Portal. Auch hier arbeitet man mit markierten MP3-Dateien. Die Technik stammt vom Fraunhofer-Institut. soforthoeren.de hat jedoch eher günstige und alternative Produktionen kleinerer Hörbuchverlage im Angebot. Aber auch hier lassen sich Perlen finden. Und es ist kein Portal, hinter dem ein großer Konzern steckt.
diadopo will eigentlich seit August schon online sein (zwei Tage haben sie noch). Auch diadopo versteht sich eher als Portal für kleinere Hörbuchverlage. Hier will man ebenfalls auf MP3-Dateien mit digitalem Wasserzeichen der Fraunhofer-Technik setzen. Die Ankündigungsseite mit Times-Schrift und Kilometerzähler wirkt noch nicht sehr Vertrauen erweckend. Leider fühlte man sich wohl von der Claudio-Ankündigung überrannt und schob einen Tag später schnell die eigene Pressemeldung nach. Ein Problem wird der nicht sehr eingängige Name sein.
Der Buchgroßhändler libri bietet ab dem 1. September 2005 ebenfalls den Download von MP3-Dateien mit Wasserzeichentechnik von Fraunhofer an. Allerdings nicht direkt, sondern – dem Großhandelsgedanken folgend – für Online- und Offline-Partnershops. Libri übernimmt quasi die Logistik im Hintergrund. Da der Buchhandel auch spezielle Download-Stationen in den Läden platzieren kann, rühmt sich libri, bei diesem digitalen Medium den stationären Buchhandel nicht außen vor zu lassen – theoretisch.
Wer wird das Rennen machen? Welchen Shop wird es in fünf Jahren noch geben? Bitte geben Sie jetzt Ihre Wette ab.
Wie schreibt man eigentlich Drehbücher?
Drehbücher sind keine „normale“ Literatur, denn sie sind nicht für eine Veröffentlichung gedacht. Viele Menschen haben aber Ideen für Filme im Kopf und würden sie gerne zu Papier bringen. Wie das sinnvoll geht, ist auf dieser Seite des Bayerischen Rundfunks zu lesen!
Svenja Leiber hat gelesen
Ihr Buch hatte ich schon morgens gekauft. Die Buchhändlerin in einer großen Hamburger Buchhandlung war nett und kompetent und konnte aus meinen eher peinlich rudimentären Angaben ermitteln – »Ein Buch einer Schriftstellerin, deren Namen ich nicht parat habe. Der Titel ist irgendwas mit Büchsen und die Schriftstellerin liest heute Abend in diesem Literaturhotel.« -, dass es sich um Svenja Leiber handelt und der Titel ihres Erzählungsbandes »Büchsenlicht« lautet. Aber er war nicht vorrätig. Ein Anruf in einer anderen Filiale ergibt, dass das Buch dort vorhanden ist und gerne zurückgelegt wird. Vielen Dank, in einer halben Stund hole ich es ab.
»Wollen Sie mal reinschauen?« Die Plastikfolie wird entfernt, der Buchhändler kämpft mit dem Preisaufkleber und bietet mir an, gerne auf einem der im Laden verteilten Sofas Platz zu nehmen. Das muss nicht sein.
Ein längerer Blick ins Buch, ein Anlesen von zwei der insgesamt 13 Erzählungen: eine knappe, sehr reduzierte Sprache. Erzählungen aus und über den Norden, aus dem Flachland der deutschen Republik. Die Beschreibung ländlicher Regionen, deren Bevölkerung zumeist von der Agrarwirtschaft lebt. Das Buch wird gekauft.
Auf der Rückseite des Schutzumschlags ein Bild der Autorin. Wie erschreckt oder bei einer Tätigkeit gestört blickt sie in die Kamera. »Svenja Leiber wurde 1975 in Hamburg geboren, aufgewachsen ist sie in der Nähe von Lübeck. Sie studiert Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte in Berlin und ist nebenbei als Kunstführerin tätig.« Das steht ebenfalls auf dem Schutzumschlag. Das Buch ist im schweizerischen Ammann Verlag erschienen, in Leinen gebunden und hat ein Lesebändchen. Sehr schön. Selten geworden heutzutage. Wollen die Verlage mit Pappeinbänden Geld sparen oder ist die Einbandart einfach den meisten Lesern egal? Mir nicht. Ich schätze in Leinen gebundene Bücher.
Dann, einige Stunden später, der Airbus A380 hatte an diesem Tag zum ersten mal Hamburg überflogen, genau eine Minute vor 19 Uhr betrete ich den Eingangsbereich des Hotels Wedina. Ein eher schlauchartiger Raum folgt. An der Längsseite Tisch und Mikro, ein Wasserglas. Ich bin richtig. Es sind nicht viele Plätze vorhanden, aber alle bereits besetzt. Ein netter Herr mit Schweizer Dialekt, reißt schnell ein paar »Presse«-Schilder von den Stühlen und bittet mich, dort Platz zu nehmen. Das typische Lesungspublikum, überwiegend Frauen um die Fünfzig.
Es geht gleich los, der ältere Herr begrüßt. Svenja Leiber hat vor Mikro und Wasserglas Platz genommen. Sie wirkt schüchtern, trägt ein blaues Kleid, die Haare blond zum Zopf und um den Kopf geflochten. Norddeutscher kann man nicht aussehen. Sie grüßt kurz, liest die erste Erzählung des Buches, die ich nach dem Vortrag noch nicht verstanden habe und heute nochmals nachlesen werde.
Dann die zweite Geschichte, »die mit der Dorfjugend, die etwas länger ist«. Svenja Leiber liest sehr konzentriert, verliest sich nur ein einziges Mal. Mehr Pausen beim Lesen hätten ihre Texte verdient, ein klein wenig mehr Variationen in der Stimme. Die Autorin blickt höchstens zweimal während des Vortrags kurz ins Publikum, ansonsten ist ihr Blick am Text. Drei Wörter bleiben mir gut in Erinnerung. Im Buch – ich habe es später nachgeschlagen – sind sie durch Punkte getrennt. »Sommerzeit. Langeweile. Rollsplitt.« Eine großartige Kombination, drei Wörter und ein Bild ist da.
Ich sage der Autorin nach der Lesung, dass mich diese Kombination besonders gefreut hat, während Svenja Leiber das Datum und ihren Namen ins Buch schreibt. Sie freut sich. Ich komme mir selbst wegen meines Lobes etwas peinlich vor.
Es war eine nette Lesung, die etwas zu sehr Lesung war. Tisch, Wasserglas und Mikro. Alles sehr rund, irgendwie hätte dem Abend eine kleine Kante gut getan, so wie sie in den Geschichten der Svenja Leiber zu finden sind. Geschichten, über den Norden, die ich gleich auf der Fahrt zurück in den Süden lesen werde.
Wolfgang Tischer
Svenja Leiber: Büchsenlicht: Erzählungen. Gebundene Ausgabe. 2005. Ammann. ISBN/EAN: 9783250600817
Svenja Leiber: Büchsenlicht. Taschenbuch. 2006. Berlin Verlag Taschenbuch. ISBN/EAN: 9783833304361. 8,90 € » Bestellen bei amazon.de Anzeige oder im Buchhandel
Englischsprachige eBooks finden
Hier lässt sich copyright-freie englische Literatur suchen und herunterladen, auch Deutsches auf englisch, z. B. Goethes „The Sorrows of Werther“ bzw. „The Sorrows of Young Werther“ – je nach Übersetzung. Nicht erschrecken: Es öffnen sich gleich mehrere Fenster! Gut, wer Tabs hat … [via netbib]
Anne Bärenz ist tot
Viel zu früh, sie war erst 54 Jahre alt, verstarb die Musikerin Anne Bärenz. Unvergesslich das Frankfurter Kurorchester, das sich zu früh aufgelöst hat. Zusammen mit ihrem Lebenspartner und Cellisten Frank Wolff vertonte sie auch einige der Gedichte von Robert Gernhardt, mit dem zusammen die beiden auch auftraten.
Wir haben eine CD des Frankfurter Kurorchester eingelegt und hören die geniale Coverversion des AC/DC-Titels „Highway to Hell“, erinnern uns an die ebenso genialen Konzerte und die wunderbar wandelbare Stimme der Anne Bärenz.
Droste-Preis für Droste
Wiglaf Droste erhält in diesem Jahr den nach ihm benannten den nach Annette von Droste-Hülshoff benannten Droste-Preis. Die Jury lobte Umfang und Qualität seines Werkes, „das für einen satirischen deutschsprachigen Autor seiner Generation einmalig sein dürfte“. Seine Texte seien „sprachliche Kabinettstückchen von hohem literarischen Rang“. Schreibt die SZ. [via Börsenblatt]
Die Redaktion des literaturcafe.de gratuliert herzlich!
Merkwürdige Sätze über eine Lesung
Viola Bolduan war anscheinend für den Wiesbadener Kurier bei einer Lesung. Präsentiert wurde das Buch „Was schreiben die Zeitungen?„, herausgegeben von Jens Frederiksen, eine Anthologie mit Texten über Zeitungen.
Aber was schreibt Frau Bolduan da für merkwürdige Sätze? Wie spiegelt sich das Medium des gedruckten Wortes in dem künstlerischen Genre, das gleichfalls vom Geschriebenen lebt – in der Literatur? oder Die Nähe, die der Kritiker zur Literatur damit demonstriert, wird von den zitierten Literaten weniger geteilt. Obwohl sie (Die Literaten? Die Literaturen?) ihn (Den Kritiker?) zur Popularisierung brauchen, wie Zeitung als Plattform für die eigene publizistische Darstellung. Hää? Davon erzählt das Buch, das Herausgeber Frederiksen anschaulich exemplarisch aufblätterte.
Alex Wunschel interviewt Wolfgang Tischer
Er ist Fachmann für Audio-Marketing und mit seinem „Tellerrand“ ein deutschsprachiger Podcaster der ersten Stunde: Alex Wunschel. „Pimp my Brain“ heißt sein zweites Audio-Projekt. Das könnte man frei mit: „Gib` mir etwas Futter fürs Gehirn!“ übersetzen. Hier interviewt Wunschel in unregelmäßigen Abständen Fachleute zum Thema Audio und Marketing.
Vor gut zwei Wochen traf sich Alex Wunschel in einem Münchner Biergarten mit Wolfgang Tischer, dem Herausgeber und Inhaber des literaturcafe.de. Entstanden ist ein 30minütiges Interview über das literaturcafe.de, den Podcast des Cafés und andere akustische Leidenschaften. Als Gast: eine freundliche Bedienung im Münchner Volksgarten. Die gut 14 MByte große Datei kann auf der Website www.pimpmybrain.de heruntegeladen werden.
Lesestunde in Shanghai
1949, im Gründungsjahr der Volksrepublik China lag die Analphabetenrate über 80 Prozent. So kommt es, dass heute in einem Park vierzig alte Männer sitzen und einem anderen alten Mann beim Lesen zuhören. Tilman Wörtz berichtet für den Stern.
Wie eine Stadt liest
„Eine Stadt liest ein Buch“ ist mittlerweile eine recht populäre Form des Lese- und Buchmarketings. Dabei schließen sich Akteure wie Büchereien, Buchhandlungen oder die örtliche Presse zusammen, um möglichst viele Leser zur gleichen Zeit dazu zu bewegen, das gleiche Buch zu lesen. Hinzu kommen gemeinsame Leserunden oder auch Veranstaltungen mit dem Autor des Buches. Der Landesverband Nordrhein-Westfalen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels hat nun einen Leitfaden herausgegeben, wie man eine solche Aktion am besten organisiert. Er steht kostenlos zum Download bereit.
Amazon veröffentlicht Kurzgeschichten
Amazon.com bietet künftig bislang unveröffentlichte Kurzgeschichten (Short-Stories) zum Download in elektronischer Form an. 49 US-Cent kostet eine Geschichte, die entweder als HTML, PDF oder im Textformat erhältlich ist. Einen Kopierschutz besitzen die Texte somit nicht.
Amazon möchte mit der Aktion „Amazon Shorts“ dem Format der kurzen Erzählung eine Chance geben. Kurzprosa gilt auch auf dem deutschen Markt immer als problematisch, da die Leser doch lieber zu Romanen greifen. Auf diesem Publikationsweg sollen die Texte eine Chance bekommen.
Allerdings handelt es sich nicht um eine Aktion, mit der man auch unbekannte Autoren fördern will, denn alle Autoren sind bekannt und haben bereits Bücher veröffentlicht. Nur die Short-Stories sind bislang nicht gedruckt erhältlich.
Darüber, ob es das Angebot demnächst in ähnlicher Form auf Amazon Deutschland geben wird, schweigt der Online-Buchhändler.
Georg W. Bush liest
Diese Sache ist so sensationell, dass sie SPIEGEL Online eine eigene Meldung wert ist: Für seinen fünfwöchigen Urlaub hat der amerikanische Präsident drei Bücher mitgenommen, die er lesen will. Die Welt staunt.
Treffen mit Titus
Birgit-Cathrin Duval, die bereits "unsere" Literatin gekonnt in Szene setzte, traf sich heute in Basel mit dem Autor Titus Müller ("Die Brillenmacherin"). Der Ort: Basel. Dort nämlich spielt der neue historische Roman des Autors, der den Titel "Die Todgeweihte" trägt und im Herbst erscheinen wird. Müller berichtet von seiner Arbeit am Roman in seinem Weblog und demnächst gibt`s ein Interview mit dem Autor hier im Café zu lesen.

