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Textkritik: Beruf: Schriftsteller; Hobbies: Lesen, … – Prosa

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Vom Leben erfinden und Leben leben und vom am Leben hängen und ans Leben gehängt werden, … und vom Sterben.

»Welche Agonie?« Ja. Welche Agonie, blinder Freund mit gesunden Augen. Leg die Bücher für einen Moment beiseite und sei der Protagonist in Deiner eigenen Lebenszeit, vielleicht fällt sie Dir auf.
Spiel mir Schubert, … mir ist nach weinen.

Während Du den Tod erfindest und ihn schwarz auf weiß den gelangweilten Voyeuren zur Bettlektüre reichst, wird er hier verhindert.

Sterben will er, doch wir lassen es nicht zu. Es passt nicht in unser Konzept. Keiner stirbt hier ohne unseren Segen. Und wenn er es doch versucht, kaltschweißig sein Bewusstsein mit aller ihm noch zur Verfügung stehenden Macht unserer Präsenz zu entziehen, sind wir schneller. 360 Blitze jagen durch seine Brust, ein Ruck und die Augen zeigen, kurz nur, Weiß. Es bleiben rote Brandränder, … so leicht kommst Du uns nicht davon. Flügel wachsen lassen und mit dem Herz voran davon flattern? Pack Deine Flügel wieder ein, denn wir haben ein intensives Auge auf dich und dulden keine Eigenmächtigkeiten. Dein Tumor interessiert uns nicht, auch nicht die Schmerzen, die damit verbunden sind. Schon gar nicht deine 94 Jahre. Wir bringen dir das Leben schon noch bei! Und schicken dich nach Hause. Vielleicht tetraplegisch oder ohne Verstand, aber im Sinusrhythmus. Druck und Frequenz kontrolliert von Giften mit schönen Namen. Mutterkornalkaloide … das klingt nach heißer Milch mit Honig und bringt dir nur die Hölle in dein Schlafzimmer, weil es dich weiter an dein einsames Leben fesselt. Aber rhythmisch.
»Status idem« … ich möchte mich übergeben.

Warte nicht auf die Muse, die dich küsst und dir den Durchbruch im Bestseller verschafft. Mach die Augen auf und sieh, das Leben schreibt die schönsten Geschichten.
Spiel mir Wagner, … mir ist nach sterben lassen.

© 2005 by Frau Goedel. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.

Zusammenfassende Bewertung

Eine entschiedene Erzählung, die mit verschiedenen Ebenen spielt, in der die Situation mal neutral, mal aus der Sicht Beteiligter geschildert wird, mit Kommentaren von beiden Seiten und einem klaren Aufbau und einigen kleineren und schnell behebbaren Mängeln .

Die Kritik im Einzelnen

Dieses Absatzes, der in bester barocker Manier zusammenfasst, was im Folgenden zu lesen sein wird, bedarf es nicht, dazu ist der Text viel zu überschaubar & kurz; ich plädiere für Streichung! zurück
Das »es« ist überflüssig, denn die Erläuterung dieses Hilfssubjekts folgt unmittelbar. Also: streichen. zurück
». kaltschweißig mit aller ihm noch zur Verfügung stehenden Macht sein Bewusstsein uns zu entziehen« würde ich vorschlagen. Begründung:
1.) »Bewusstsein« nach hinten, denn das soll ja entzogen werden, und die lange Adverbiale nach »Bewusstsein« stört diesen Zusammenhang. 2.) Niemand kann sich meiner Präsenz entziehen, denn meine Anwesenheit ist fraglos und bleibt unangetastet., solange ich lebe. Ich hingegen kann mit meiner Präsenz bei bestimmten Anlässen geizen, und jeder kann sich mir entziehen, er muss nur auf Distanz gehen – aber das berührt meine Präsenz nicht im mindesten!
Schön: in dem »kaltschweißig« spielt so etwas von »kaltschnäuzig« mit, also dieser Unverfrorenheit, einfach sterben zu wollen. zurück
Wie wäre es mit einer Streichung dieser beiden Wörter? Übrig bliebe »Flügel wachsen lassen und Herz voran davon fliegen« – damit ist doch alles gesagt. zurück
STREICHEN! Das klingt hier zu gewollt, denn dieses Adjektiv riecht in diesem Kontext nach Intensivstation und damit nach Holzhammer. »Ein Auge auf jemanden haben« ist eine schöne Redewendung, die man ungestraft lassen kann. zurück
Ab jetzt wird Du immer konsequent klein geschrieben, während es zuvor – zwar entgegen der Regel, aber warum denn nicht? – groß geschrieben wurde: offenbar richtet sich die Ansprache von einem konkreten Du hin zu einem allgemeinen du, das den Leser eher einbezieht. zurück
Ich halte den Zynismus unangemessen, denn schließlich interessieren Tumor und Schmerzen sehr wohl – als Experimentierfeld für Behandlungs-Maßnahmen, die man nur ausprobieren kann, solange der Patient lebt! Dieser Zynismus wäre im Text viel heftiger und ehrlicher, der ursprüngliche ist mir zu zeigefingerlich … zurück
querschnittsgelähmt zurück
WEG damit, sonst droht Sterbekitsch: wegwegweg!!!  zurück
unveränderter Zustand (»Immer das gleiche«) zurück

Einmal persönlich bei Stephen King sterben

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Im September kann man sich einen Platz in einem der Werke von berühmten Autoren bei eBay ersteigern, darunter Stephen King, Lemony Snicket, John Grisham, Michael Chabon und Amy Tan.

Die Autoren versprechen, den Namen oder Spitznamen des meistbietenden Käufers in einem der nächsten Werke unterzubringen. Das kann durchaus sehr konkret sein. Bei Stephen King beispielsweise muss man sich dessen bewusst sein, dass der Roman sehr viel Gewalt und Brutalitäten enthalten wird. Will man im Roman sterben, so kommt dies nur für weibliche Käufer infrage.

Die Auktionen werden für einen wohltätigen Zweck durchgeführt. Die Einnahmen werden dem „First Amendment Project“ gespendet, einer Organisation, die sich für Meinungsfreiheit einsetzt. Interessant ist, dass diese Werbung für die Meinungsfreiheit durch eine A(u)ktion geschieht, bei der man sich Textstellen erkaufen kann.

Erst die Familie und dann sich selbst

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Frank Keil hat sich für die Frankfurter Rundschau das Buch Amok. Wenn Väter durchdrehen. von Elisa Gregor angeschaut. Den Rezensenten konnte das Werk nicht überzeugen.

Das soll für uns der Anlass sein, auf zwei andere Bücher hinzuweisen, die sich den grausamen und unvorstellbaren Verbrechen, die man aus den Randspalten der Tageszeitungen oder den Titelschlagzeilen der Boulevardpresse kennt, literarisch nähern und so vielleicht präziser sein können, als es Sachbücher vermögen.

Ebenfalls den Titel „Amok“ trägt das Buch von Emmanuel Carrere, in dem er dem wahren Fall einer Tragödie nachgeht, bei der ein Vater seine Frau, die Kinder und die eigenen Eltern umbringt. Urplötzlich, scheinbar aus heiterem Himmel. Sein anschließender Selbstmordversuch misslingt. Die Besprechung des Romans findet sich hier im literaturcafe.de.

Ebenfalls lesenswert: Durst von Michael Kumpfmüller. Auch hier eine unglaubliche Geschichte: Wie kann es dazu kommen, dass eine Mutter ihre beiden Söhne in der eigenen Wohnung verhungern lässt?

Kirsten Fuchs Kritik in Zweitverwertung

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Mit einer neuen und zeigemäßen Aktion wirbt der Rowohlt Verlag für das erste Buch der Autorin Kirsten Fuchs (Jahrgang 1977) "Die Titanic und Herr Berg", das am 23. September erscheinen wird. Bereits seit Anfang August gibt es jeden Montag im Audibleblog kostenlos einen akustischen Appetithappen, gelesen von der Autorin.

Über diese Aktion haben wir bereits in der fünften Sendung unseres Podcast berichtet. Die Sendung kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

Der Herausgeber des literaturcafe.de Wolfgang Tischer hat zudem im Audibleblog eine ausführliche Anmerkung zur Aktion und eine Kritik zum Buch geschrieben, die wir auch hier gerne nochmals veröffentlichen. Das Buch selbst kann bereits bei Amazon vorbestellt werden.

Die Kritik zu Buch und Aktion

Kompliment zu dieser gelungenen Marketing-Aktion! Es ist ermutigend, dass sich die großen Verlage dem Thema Podcast nicht verschließen und die Möglichkeiten nutzen. Die akustischen Appetithäppchen sind sicher eine sehr gute Werbung für das Buch.

Dadurch, dass die Lesungen "in freier Wildbahn" aufgenommen sind, gewinnen sie zusätzlich. Es passt sehr gut, dass sie aus der Reinraumatmosphäre eines Studios herausgenommen sind. Gerade die Nebengeräusche und die "Live"-Stimmung klingen akustisch wohltuend anders als die üblichen Hörbücher.

Der Lesestil der Autorin ist sicherlich gewöhnungsbedürftig. Mann muss erst reinhören, konzentriert zuhören, um kein Wort zu verpassen. Eine Lesung wie Maschinengewehrsalven. Aber der Stil hat seinen Reiz, wenngleich er auch sehr unpersönlich ist.

Wenn man den Text anschließend liest (der Redaktion des literaturcafe.de liegt dankenswerterweise bereits ein Leseexemplar des Romans vor), dann "hört" man förmlich diesen Klang.

Schlecht kommt in der Audiofassung zunächst die sprachliche Trennung der Protagonisten rüber, die allerdings auch textlich nicht sonderlich hoch ist und formell im Buch typografisch gelöst wurde, weil man hier anscheinend die fehlende sprachliche Differenzierung im Verlag erkannt hat. In der Audiofassung ist nicht immer sofort klar, welche der beiden Personen "spricht". Hier wären zwei Leser/Sprecher sicherlich hilfreich gewesen.

Von der textlichen Qualität des Werkes sind einige Kommentare hier [im Audibleblog] sicherlich zu euphorisch. Es ist ein netter, kurzweiliger Roman. Eigentlich eine unterhaltsame Urlaubslektüre (die jedoch erst im Herbst erscheint). Dennoch sind manche Sätze zu bemüht, zu konstruiert, manche Pointen nicht mehr als schlechte Kalauer, was den Gesamteindruck etwas trübt. Witz und sprachliche Originalität auf Teufel komm‘ raus, was nicht immer zum Erfolg führt. Und letztendlich – aber das muss ja nicht als schlecht bewertet werden – setzt der Roman natürlich auf die immer erfolgreiche Formel "Sex sells!". Und sowas von einer Frau geschrieben, macht das Werk natürlich für Frauen und Männer interessant.

Kirsten Fuchs: Die Titanic und Herr Berg. Gebundene Ausgabe. 2005. Rowohlt Berlin. ISBN/EAN: 9783871345319. 18,90 €  » Bestellen bei amazon.de Anzeige oder im Buchhandel
Kirsten Fuchs: Die Titanic und Herr Berg. Taschenbuch. 2007. Rowohlt Taschenbuch. ISBN/EAN: 9783499240843. 14,00 €  » Bestellen bei amazon.de Anzeige oder im Buchhandel
Kirsten Fuchs: Die Titanic und Herr Berg. Kindle Ausgabe. 2013. Rowohlt Taschenbuch. 7,99 €  » Herunterladen bei amazon.de Anzeige

Bukowski lesen und hören

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IT&W macht darauf aufmerksam, dass heute (16. August 2005) vor 85 Jahren in Andernach am Rhein der Dichter und Schriftsteller Charles Bukowski geboren wurde. Bukowski starb am 9. März 1994 in Los Angeles.

Wer noch nichts von ihm gelesen hat, kramt natürlich sofort seine Vorurteile zusammen und sieht Buchseiten voller Schweinkram vor sich. Das wird allerdings einem Aspekt nicht gerecht: Bukowski konnte einfach verdammt gut schreiben. Und durchaus auch mit Witz.

IT&W empfiehlt zur Lektüre drei seiner Werke, aus der Früh-, Hoch-, und Spätzeit seines Schaffens: Gedichte die einer schrieb, bevor er im 8. Stockwerk aus dem Fenster sprang (1975), Gedichte; Hot Water Music (1985), Erzählungen, und Schlechte Verlierer (1991), Erzählungen. Außerdem der Hinweis auf eine Webseite von salon.com, auf der man MP3-Datein herunterladen und den Autor selbst hören kann.

Das literaturcafe.de empfiehlt (auch allen Filmfans) den letzten Roman Bukowskis „Hollywood„.

Deutsches Potter- Umschlagbild steht fest

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Zwei Wochen lang konnten die Internet-Nutzer auf der Website des Carlsen Verlags darüber abstimmen, welcher der beiden Umschlag-Entwürfe von Sabine Wilharm den deutschen Harry-Potter-Band VI zieren soll. Mit 74,6% der Stimmen für den Sieger-Entwurf bei 182.492 Stimmen fiel die Wahl recht eindeutig aus. Welcher Entwurf gewonnen hat, kann man sich auf der Website des Carlsen Verlags ansehen.
Und auch Amazon.de war schnell und hat das gewählte Cover-Bild sofort auf der Vorbestellungs-Website geändert. Der sechste und vorletzte Band der Harry Potter-Reihe erscheint in deutscher Übersetzung am 1. Oktober.

Schröders literarische Hilfstruppe

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Günter Grass hat seine sich seit vielen Wochen ankündigende Solidaritätsaktion endlich gestartet und knapp zwanzig Schriftsteller für einen Aufruf zugunsten des rot-grünen Projekts gewonnen. Die prominentesten sind Peter Rühmkorf, Erich Loest, Johano Strasser, Tilman Spengler und Joseph von Westfalen; dabei sind auch jüngere wie Eva Menasse, Michael Kumpfmüller, Crazy-Autor Benjamin Lebert, Feridun Zaimoglu und, wie immer, Juli Zeh. So schreibt es die FAZ.

Die meisten Autoren-Websites sind schlecht

Farblich gelungen? Ausschnitt aus einer AutorenwebsiteUnter dieser provokaten Überschrift hat der Inhaber und Herausgeber des literaturcafe.de, Wolfgang Tischer, einen Gastbeitrag für das Kunden- und Autorenmagazin von BoD »BoD AKTUELL« verfasst. Wolfgang Tischer nennt in diesem Artikel seine wichtigsten Tipps für den gelungenen Auftritt im Netz.

literaturcafe.de präsentiert den Artikel an dieser Stelle online zum Nachlesen, da er über bod.de nicht mehr abrufbar ist.

Tipps für schlechte eMails

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Und auch das können wir aus leidvoller Erfahrung nur bestätigen: viele Autoren schrecken uns mit ihrer eMail eher ab, als dass man unsere Redaktion zum Lesen animiert. Auf dieser Website sind „Goldene Regeln für schlechte E-Mails“ aufgeführt. Bitte durchlesen und nicht befolgen!

Speziell für Texteinsendungen an Literaturzeitschriften empfehlen wir auch einen unserer älteren aber nachwievor gültigen Artikel.

So sieht der Autor gut aus

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Obwohl es bei Büchern um das geschriebene Wort geht, spielen Bilder und Fotos dennoch eine wichtige und manchmal entscheidende Rolle. Ein gutes Umschlagbild kann für den potenziellen Leser ein Kaufimpuls sein oder der Anlass, dass er die ersten Seiten des Werkes liest und es in der Buchhandlung nicht unbeachtet lässt.

Ebenso spielen gute Autorenfotos eine Rolle. Heutzutage produzieren viele Autorinnen und Autoren beispielsweise über BoD ihr Werk selbst. Und somit sind sie auch für das eigene Bild auf dem Umschlag verantwortlich. Oder sie entwerfen ihre Autoren-Homepage, auf der ebenfalls das Bild der Autorin oder des Autors nicht fehlen sollte. Da ist es wichtig, dass das Foto aussagekräftig, sympathisch und professionell wirkt.

Auf der Website von akademie.de finden sich Tipps und Hinweise für die gelungene Selbstinszenierung auf Fotos. Eine Leseempfehlung!

Abstimmen: Welches Cover soll der 6. Harry-Potter-Band erhalten?

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Am 1. Oktober wird der neue Harry-Potter-Band „Harry Potter und der Halbblutprinz“ in Deutsch erscheinen. Wie schon beim 5. Band kann man ab heute (9. August 2005) 12 Uhr bis zum 15. August, 12 Uhr, auf der Website des Carlsen Verlags darüber abstimmen, welches Coverbild der Roman erhalten soll. Beide zur Auswahl stehenden Entwürfe sind wie immer von Sabine Wilharm gezeichnet worden.

Nicht das Zwitschern der Medien

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In der Redaktion der FAZ hat Herr Roth angerufen und Nils Minkmar hat mitgeschnitten und aufgeschrieben.

The Brothers Grimm

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Frei nach Motiven der Gebrüder Grimm kommt am 13. Oktober der neue Film von Terry Gilliam ins Kino. Der fast 20 MByte große Trailer sieht vielversprechend aus.
Wem das ganze dann aber doch zu weit von der Wirklichkeit entfernt ist, der kann hier online im Grimmschen Wörterbuch blättern. [via IT&W und Duftender Doppelpunkt]

Traurig, der Packraum macht dicht

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Der Packraum, eines der besten Weblogs aus der Welt des Buchhandels, hat geschlossen. Sehr schade. Sehr sehr schade!

Let`s Bundesdance

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Allein dafür lohnen sich doch schon die Neuwahlen im Herbst: Die Süddeutsche hat den Bundesdance in der 2005er Version wieder online gestellt. Bitte beachten Sie auch die Randgruppen!