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Die meisten Autoren-Websites sind schlecht

Farblich gelungen? Ausschnitt aus einer AutorenwebsiteUnter dieser provokaten Überschrift hat der Inhaber und Herausgeber des literaturcafe.de, Wolfgang Tischer, einen Gastbeitrag für das Kunden- und Autorenmagazin von BoD »BoD AKTUELL« verfasst. Wolfgang Tischer nennt in diesem Artikel seine wichtigsten Tipps für den gelungenen Auftritt im Netz.

literaturcafe.de präsentiert den Artikel an dieser Stelle online zum Nachlesen, da er über bod.de nicht mehr abrufbar ist.

Oft schreiben Autoren der Redaktion des literaturcafe.de E-Mails, um uns auf ihr Buch und ihre Website aufmerksam zu machen. Neugierig klickt man auf die Internet-Adresse, um zu sehen, was da kommt. Leider selten etwas Gutes: Die meisten Autoren-Websites sind schlecht. Das verwundert, denn ein eigenes Internet-Angebot kann ein gutes und kostengünstiges Marketing-Instrument sein. Warum nutzen es die Autoren aber nicht?

Sofort zur Sache kommen

Gleich auf der ersten Seite sollte man erfahren, worum es geht. Stattdessen prangt dort häufig nur ein »Willkommen auf meiner Website«. Viele Autoren gehen bei der Gestaltung davon aus, dass man sich Zeit für den virtuellen Besuch nimmt. Wenn jemand Ihre Website aber beispielsweise über Google gefunden hat, so sind es nur Sekunden, in denen entschieden wird, ob die Site das Gesuchte enthalten könnte. Die nächste Website ist nur einen Klick entfernt.

Orientierung geben

Ihre Website sollte klar, übersichtlich und informativ sein. Bezeichnen Sie die Menüpunkte aussagekräftig und hüten Sie sich davor, originell oder witzig sein zu wollen. Schon auf der ersten Seite sollte man wissen, was für eine Art von Autor Sie sind und worum es in Ihrem Buch geht. Eine gute Lösung könnte zum Beispiel ein Zitat sein: “Peter Meiers Buch ist eines der informativsten und umfangreichsten über die Bienenzucht (Neckarkurier)“. Dieses Lob zeigt, dass andere das Buch gut finden, und erreicht die Zielgruppe: Bienenzüchter werden sich hier näher umsehen.

Weniger ist oft mehr

Apropos Lob von anderen: Verzichten Sie besser auf ein Gästebuch! Selbst die gestalterisch grausamste Website wird da meist von Freunden und Bekannten gelobt, und es finden sich Einträge wie »Hallo Schatz! Super Website, tolles Buch! Deine Mausi!«. Das wirkt alles andere als seriös. Stellen Sie lieber ausgewählte glaubhafte Zitate von Lesern und Presse auf einer Seite zusammen. Springt den Besucher eine Website mit unzähligen Schriften in allen Größen und Farben, mit schlechten Bildern und grauenhafter Farbgebung an, so haben Sie ebenfalls gleich verloren.

Pflichtübungen

Ein Foto ist unverzichtbar – wenn es gut ist: Ihr Porträt sollte weder nach Urlaubsschnappschuss, Bewerbungsfoto oder Verbrecherbild ausschauen (es sei denn, Sie sind Krimi-Autor und setzen dies als Stilmittel ein). Denken Sie an ein korrektes Impressum und Ihre vollständigen Kontaktdaten. Eine Leseprobe ist ebenfalls obligatorisch, am besten der Anfang Ihres Werkes. Der ist nicht spannend genug? Dann sollten Sie statt Ihrer Website lieber noch einmal ihr Buch überarbeiten.

Planung und Pflege

Vielleicht sagen Sie jetzt auch: »Aber ich bin doch Autor und kein Webdesigner!« Wer so denkt, hat schon verloren. Man braucht nicht viel Know-how zur Erstellung einer kleinen, einfachen und informativen Website. Auf www.literaturcafe.de und in unseren Seminaren geben wir viele weitere Anregungen und Tipps, wie man mithilfe des Internet neue Käufer und Leser findet. Manchmal ist es aber schon ein Erfolg, wenn einige der Teilnehmer erkennen, dass sie gar nicht die Zeit dazu haben werden, all die Dinge umzusetzen, die man machen könnte. Man sollte keinen Schlossgarten planen, wenn man weiß, dass es nur zur Pflege von schönen Balkonpflanzen reicht. Und auch die muss man regelmäßig gießen!

Wolfgang Tischer

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